Touridee USA – Die Reiseführer über den Westen Amerikas


Zion National Park

Bundesstaat: Utah
Höhe: 1.125-2.653 ü.M.
Lage: Der Zion Nationalpark liegt in der äußersten Südwestecke von Utah in der Nähe der Staatsgrenze von Arizona und Nevada.

Kurzinfo

Schmale Canyons mit riesigen, steil in den Himmel aufragenden Felswänden sind das geologische Kennzeichen dieses Nationalparks. Hauptattraktion ist die spektakuläre Schlucht des Zion Canyon mit vielen außergewöhnlichen Felsformationen, Wasserläufen, kleinen Oasen sowie einer üppigen und äußerst vielfältigen Vegetation. Zahlreiche Wanderwege - zum Teil mit Klettersteigcharakter - führen zu schönen Aussichtspunkten, in schmale Slot Canyons, zu Natursteinbögen oder ins unberührte Hinterland.

Temple of Sinawava
Temple of Sinawava

Wissenswertes

Die allmähliche Anhebung des Colorado Plateau, die heute noch andauert, führte dazu, dass sich die Fließgeschwindigkeit der zuvor recht trägen Flüsse allmählich erhöhte. Die Erosionskraft des Wassers zernagte die Oberfläche der weicheren Gesteinsschichten und schuf so die vielen tiefen Schluchten innerhalb dieses Felsengebirges. Wie gewaltig diese Naturkräfte sind, kann man als Besucher erkennen, wenn im Frühjahr nach der Schneeschmelze oder als Folge heftiger Sommergewitter meterhohe Sturzfluten durch die schmalen Canyons rauschen und an Stellen, wo sonst nur leichte Wasserschleier zu sehen sind, plötzlich reißende Wasserfälle in die Tiefe donnern. Besonders bemerkenswert ist die Vielzahl der heimischen Vögel. Über 270 Arten - vom Truthahngeier bis zum Kolibri - wurden von Vogelkundlern innerhalb des Parks bisher gezählt.

Zu den Säugetieren gehören die häufig zu beobachtenden Maultierhirsche, aber auch Rotluchse, Berglöwen, Kojoten, Graufüchse, Wildschweine, Kaninchen, Biber und viele Fledermausarten. In Acht nehmen sollte man sich bei Wanderungen vor dem dreiblättrigen Poison Ivy, einer unscheinbaren Rankpflanze, deren Blätter bei Hautkontakt lang andauernde, stark juckende Hautausschläge verursachen können.

Klima / Reisezeit

Die Hauptniederschläge fallen in den Wintermonaten von Dezember bis März - als leichter Schneefall in den Bergen und als Regen in den niedrigeren Lagen. Die Straßen, aber auch viele Wanderwege können wegen Schnee und Eis von November bis April gesperrt sein. Vereinzelt können Schneestürme aber auch noch im Oktober oder Mai auftreten. Die Blütezeit der Wildblumen beginnt in den niedrigeren Parkregionen im März, im Zion Canyon in den Monaten April/Mai und auf den Hochplateaus im Juni/Juli. Längere Wanderungen durch die Narrows beschränken sich auf zwei relativ kurze Perioden innerhalb des Jahres - Mitte Juni bis Mitte Juli und Mitte September bis Mitte Oktober. Im Frühjahr ist der Wasserstand des Virgin River generell zu hoch, und im Sommer besteht häufig die Gefahr meterhoher Sturzfluten. Die prächtige Laubfärbung im Zion Canyon beginnt Mitte Oktober und endet Anfang November.

Zion Nationalpark
In der Nähe des Zion-Mt. Carmel-Tunnel

Zugang / Shuttle Bus System

Der Park besitzt zwei Hauptgebiete, die über separate Zufahrtsstraßen zu erreichen sind. Die etwas abgelegenere und weniger häufig besuchte Kolob Area im Nordwesten des Parks liegt in der Nähe der I-15 zwischen St. George und Cedar City. Den größeren Südteil des Parks durchquert der Highway 9, der die beiden Städtchen La Verkin und Mount Carmel Junction miteinander verbindet. An diesem Highway liegen auch die beiden Parkeingänge South Entrance und East Entrance, so dass jeder, der diese Straße befährt, Eintritt bezahlen muss, auch ohne geplante Besichtigung des Parks. Tipp: da die Eintrittsgebühr für den Zion sehr hoch ist und es beim Tunnel oft lange Wartezeiten gibt, sollte man - sofern man den Park nicht besuchen möchte - als Alternative die die etwas weiter südlich verlaufende Straßenverbindung Highway 59/Highway389 benutzen (über Colorado City/Fredonia).

Vom Highway 9 führt der Zion Canyon Scenic Drive als Stichstraße nach Norden in den Canyon. Diese Aussichtsstraße mit ihren kleinen Parkbuchten wird aufgrund des hohen Besucheraufkommens in den Sommermonaten (1. April-31.Oktober) für private Fahrzeuge gesperrt. Besucher müssen dann den kostenlosen Shuttle Bus benutzen, der tagsüber im 10-Minuten-Takt alle Haltestellen anfährt, so dass man bequem überall aus- und wiedereinsteigen kann. Früh morgens und spät abends fahren die Busse allerdings weniger häufig. An den meisten Haltestellen des Zion Canyon Shuttle gibt es übrigens Toiletten und Frischwasserstellen.

Die einzige Ausnahme für die Nutzung des Shuttle Bus betrifft die Gäste der im Zion Canyon gelegenen Zion Lodge. Diese erhalten eine Sondergenehmigung und dürfen auch im Zion Canyon ihr Fahrzeug benutzen. Für alle anderen gibt es am Visitor Center eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen. Da sich dieser Parkplatz in den Sommermonaten jedoch schnell füllt, sollten Besucher, die auf einem der beiden Campingplätze übernachten, ihr Fahrzeug dort stehen lassen und den kurzen Weg zum Visitor Center zu Fuß zurücklegen. Für Parkbesucher, die im nahegelegenen Springdale übernachten, gibt es einen zweiten Shuttle Bus, der das Städtchen mit dem Vitisor Center am Zion Canyon verbindet.

Eine zweite Fahrtbeschränkung betrifft den Zion-Mt.Carmel Tunnel am Highway 9 zwischen Abzweigung Zion Canyon und East Entrance. Dieser schmale und niedrige Tunnel wurde 1920 erbaut, als die Fahrzeuge noch kleiner waren und es weniger Verkehr gab als heute. Größere Wohnmobile oder Trucks können den Tunnel daher nur mit einem speziellen Escort-Service befahren, was zusätzlich zur Parkgebühr nochmals 10.- Dollar extra kostet und regelmäßig an beiden Tunneleingängen zu Wartenzeiten führt, da die Fahrbahn jeweils abwechselnd für eine der beiden Richtungen geöffnet wird. Diese Regelung betrifft Fahrzeuge ab einer Breite von 7,10 Fuß (2,4 m) bzw. einer Höhe ab 11,4 Fuß (3,4 m). Ein generelles Fahrverbot besteht auf diesem Streckenabschnitt für Fahrzeuge über 13,1 Fuß Höhe (knapp 4 Meter) und einer Gesamtlänge über 40 Fuß (12,16 m).

Interessantes

Zion Canyon Scenic Drive
Der Zion Canyon Scenic Drive beginnt etwa 0,7 Meilen nördlich des Visitor Center am unteren Ende des Zion Canyon. Er folgt der North Fork des Virgin River auf insgesamt 6½ Meilen bis zum Temple of Sinawava am Eingang zu den Narrows, wo sich der Canyon dramatisch verengt und man nur noch zu Fuß durch das Flussbett weiter canyonaufwärts vordringen kann. Entlang der Parkstraße besitzt der Canyon eine durchschnittliche Breite von einer halben Meile. Die Felswände ragen 600 bis 900 Meter hoch in den Himmel. Unterwegs passiert man zahlreiche beeindruckende Felsformationen wie die Three Patriarchs, Mountain of the Sun, Lady Mountain, Great White Throne und Angel's Landing. Der kostenlose Zion Shuttle Bus hält im Sommer an allen Aussichtspunkten und Trailheads. Von dort führen viele schöne Wanderwege unterschiedlicher Länge zu idyllischen Wasserfällen, türkisblauen Pools, Felsgrotten mit üppiger Vegetation und spektakulären Aussichtspunkten oberhalb des Canyons.

Zion-Mt. Carmel Highway
Helle Sandsteinfelsen dominieren die Landschaft im östlichen Parkgebiet

Zion-Mt. Carmel Highway (Highway 9)
Diesen schönen, auch als Scenic Byway ausgewiesen Streckenabschnitt zwischen Ost- und Südeingang sollte man am besten in Ost-West-Richtung befahren. Auf diese Weise erlebt man am intensivsten den dramatischen Wechsel der Landschaft vom Hochplateau hinunter zum 600 Meter tiefer gelegenen Wüstengebiet am Eingang des Zion Canyon. Eine besondere landschaftliche Attraktion, die Checkerboard Mesa, liegt gleich hinter dem östlichen Parkeingang. Die kreuz und quer verlaufenden Einritzungen im dem hellen Sandsteinhügel sind Folge der Erosionskräfte von Wind und Wasser. Dahinter wird der Streckenverlauf immer spektakulärer. Zunächst passiert man einen kurzen Tunnel (160 m), gleich danach einen zweiten. Am Parkplatz vor dem längeren Tunnel beginnt der kurze, aber schöne Wanderweg Canyon Overlook Trail. Hinter dem Tunnel geht es in vielen steilen Zickzackkurven und Spitzkehren hinunter zum Südeingang und dem Beginn des Zion Canyon.

Kolob Canyons Area
Von der I-15 sind es nur wenige Minuten bis zum Parkeingang mit Visitor Center und dem Beginn der 5 Meilen langen Aussichtsstrasse durch den Park. Einen ersten Eindruck von der landschaftlichen Schönheit dieses Parkgebiets erhält man bei einer kurzen Wanderung durch das Bachbett des im Sommer weitgehend ausgetrockneten Taylor Creek. Von hier geht es in vielen Kurven weiter bergauf bis zum Lee Pass, einem weiteren schönen Aussichtspunkt und Trailhead für die Trekkingtour zum Kolob Arch, dem größten Steinbogen der Welt. Der schönste Blick auf das beeindruckende Weitwinkelpanorama tiefroter Felswände bietet sich am späten Nachmittag vom Aussichtspunkt am Ende der Parkstraße. Hier beginnt auch der kurze Wanderweg zum Timber Creek Overlook.

Kolob Canyons Area
Abendstimmung in der Kolob Canyons Area

Kolob Terrace Road
Eine nur selten genutzte Strasse, die Kolob Terrace Road, erschließt das Parkgebiet zwischen Kolob Area und Zion Canyon. Diese Strasse, die nur auf den ersten 15 Meilen geteert ist, beginnt am Highway 9 bei der Kleinstadt Virgin und führt von dort Richtung Nordosten bis zum Kolob Reservoir. Hauptziel der meisten Besucher ist der Aussichtspunkt Lava Point mit schönem Panoramablick auf die Cedar Breaks im Norden, die Pink Cliffs im Nordosten, die Narrows des Zion Canyon im Osten und Mt. Trumbell im Süden. Lava Point liegt am Ende einer 1,8 Meilen langen Stichstraße auf knapp 2.400 Metern Höhe. Hier ist es im Sommer meist 5 bis 10 Grad kühler als im tiefer gelegenen Zion Canyon. In der Nähe des Aussichtspunktes befindet sich auch ein kleiner Einfachcampground. Kurz vor der Abzweigung zum Lava Point beginnt der ungeteerte Straßenabschnitt, eine gut befahrbare Schotterstraße, die im Winter wegen Schnee gesperrt wird. 3½ Meilen nördlich der Abzweigung zum Lava Point erreicht die Kolob Terrace Road das Kolob Reservoir, einen schön gelegenen Stausee mit Regenbogenforellen (gute Angelmöglichkeiten) und Gelegenheit zum Zelten. Eine der schönsten Backcountry Wanderungen im Park, ‚The Subway' beginnt ebenfalls an der Kolob Teracce Road am Left Fork Trailhead, 8 Meilen nördlich der Abzweigung vom Highway 9.

Outdoor-Aktivitäten

Reiten
Die Zion Lodge organisiert Reittouren durch verschiedene Gebiete des Zion Nationalparks. Einstündige Touren führen am Virgin River entlang, eine dreistündige folgt dem Sand Bench Trail und eine Ganztagestour führt von der East Entrance Station zum Cable Mountain.

Fahrradfahren
Fahrräder können in Springdale bei Springdale Cycles, 932 Zion Park Blvd. gemietet werden. Neben den normalen Straßen gibt es auch einen speziellen Fahrradweg, den 2 Meilen langen Parus Trail zwischen Zion Human History Museum und Canyon Junction. Wer auf dem Zion Canyon Scenic Drive unterwegs ist, sollte daran denken, dass die Shuttle Busse Radfahrer nicht überholen dürfen. Man sollte also gegebenenfalls absteigen und auf die Seite gehen, um die Busse vorbeizulassen. Wer genug hat vom Radfahren, kann seine Bikes vorne an den Bussen befestigen (max. 2 Fahrräder pro Bus).

Klettern
Die hohen Canyonwände des Zion Nationalparks bilden neben dem Yosemite Nationalpark in Kalifornien das größte Big Wall Klettergebiet der Vereinigten Staaten. Infos und Topos erhält man im Visitor Center. Während der Nistzeit der Peregrine Falken werden einige der Routen zeitweise gesperrt. Für Übernachtungstouren benötigt man ein spezielles Permit.


Big Wall Kletterfelsen im Zion Nationalpark

Wanderungen & Trekkingtouren

Weeping Rock Trail
Trailhead: im Zion Canyon, Haltestelle Weeping Rock
Distanz: ½ Meile retour
Steigung: 30 Meter, kurzer, steiler Anstieg
Benötigte Zeit: ½ Stunde
Der relativ einfache, geteerte Weg führt zu einer großen Aushöhlung im Fels, über deren Kanten zarte Wasserschleier fallen. Im Frühling und Sommer überziehen hängende Gärten aus Wildblumen die Felswände (beste Fotozeit gegen Mittag).

Emerald Pools Trail
Trailhead: im Zion Canyon, Haltestelle Zion Lodge
Distanz: 1,2 bis 2,2 Meilen retour
Steigung: Lower Emerald Pools 20 Meter, Middle Emerald Pool 50 Meter, Upper Emerald Pool 70 Meter
Benötigte Zeit: 1-3 Stunden
Drei von Quellen gespeiste Pools, kleine Wasserfälle und schöne Ausblicke auf den Zion Canyon machen diese Tour zu einer der schönsten und damit leider auch zu einer der am meisten frequentierten Wanderungen innerhalb des Parks. Der Weg beginnt gegenüber der Zion Lodge. Man überquert eine Fußbrücke und nimmt den geteerten Weg nach rechts zu den Lower Emerald Pools. Von dort sind es nur 0,2 Meilen bis zu dem etwas oberhalb gelegenen Middle Pool. Unterwegs führt ein steiler Weg von 0,3 Meilen bis zum Upper Emerald Pool mit feinen weißen Sandbänken unter steil aufragenden Felswänden.

Riverside Walk
Trailhead: Haltestelle Temple of Sinawava am Ende des Zion Canyon
Distanz: 2 Meilen retour
Steigung: gering
Benötigte Zeit: 1½ Stunden
Einer der populärsten Wanderwege des Parks führt vom Parkplatz am Ende des Scenic Drive entlang dem Flussbett des Virgin River in den immer schmaler werdenden Zion Canyon. Die feuchten Felswände sind überzogen von üppiger Vegetation, die viele Vögel und Wildtiere anzieht. Am Ende des Weges verengt sich der Canyon so sehr, dass für einen Wanderweg kein Platz mehr ist. Hier beginnt die Trekkingtour durch die Narrows, eine recht anstrengende und nicht ganz ungefährliche Wanderung durch das Flussbett des Virgin River.


Eine willkommene Abkühlung im Hochsommer

The Narrows
Trailhead: am Ende des Riverside Walk oder bei Chamberlain's Ranch, erreichbar über eine 18 Meilen lange Dirt Road, die östlich des Parks vom Highway 9 nach Norden abzweigt Distanz: max. 16 Meilen one-way
Steigung: 389 Meter
Benötigte Zeit: 1-2 Tage
Der anspruchsvolle Weg führt über die gesamte Länge durch das stellenweise kaum 6 Meter breite Flussbett des Virgin River. Zu beiden Seiten des Flusses steigen die Felswände bis zu 700 Meter steil in den Himmel, so dass nur wenig Tageslicht den Canyonboden erreicht. Das Waten durch das Flussbett ist eine sehr feuchte und anstrengende Angelegenheit, denn das Wasser - im Juni und September meist knöcheltief - kann bis in Brusthöhe reichen. Da sich die Wassertiefe oft nur schwer abschätzen lässt, benutzen die meisten Wanderer einen langen Stock. Zu den besonderen Gefahren gehören Unterkühlung und die sogenannten "flash floods", die nach Sommergewittern als meterhohe Sturzfluten durch die schmale Schlucht rasen.

Für die Canyonwanderung bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Eine schöne Halbtagestour führt beispielsweise vom Beginn der Narrows 1½ Meilen durch das Flussbett bis zum Orderville Canyon - zurück auf dem gleichen Weg. Wer den gesamten Canyon durchwandern möchte, sollte die Tour am nördlichen Trailhead bei Chamberlain's Ranch beginnen. Von dort folgt man dem Virgin River flussabwärts, was wesentlich weniger anstrengend ist als in umgekehrter Richtung. Für Tages- und Zweitagestouren benötigt man auf jeden Fall ein Permit der Parkranger (nicht, wenn man wie die meisten Besucher dem Flussbett nur ein kurzes Stück folgt und wieder umkehrt). Die Anzahl dieser Genehmigungen pro Tag ist begrenzt. Sie werden am Tag zuvor in allen Besucherzentren des Parks ausgestellt. Die notwendige Ausrüstung für diese Tour (Stock, Neoprensocken und wasserfeste Boots) kann man sich in Springdale westlich des Nationalparks gegen eine Tagesgebühr ausleihen. Achtung: im Canyon wächst auch Poison Ivy!

West Rim Trail / Angels Landing
Trailhead: Zion Canyon, Haltestelle The Grotto
Distanz: 5 Meilen retour
Steigung: 452 Meter
Benötigte Zeit: 4 Stunden
Diese Wanderung gehört zu den anstrengendsten, aber auch schönsten Trails im Gebiet des Zion Nationalparks. Man durchquert zunächst den Refrigerator Canyon und erreicht nach beständigem Aufstieg Scout Lookout. Ab hier wird der Weg steiler. Die einstündige Klettertour hinauf zu Angel's Landing führt vorbei an zum Teil atemberaubenden Abgründen, die an besonders gefährdeten Stellen durch Ketten gesichert sind. Wegen dieser schmalen Passagen ist der Weg nur bei trockenem Wetter begehbar. Angel's Landing, ein Felsmonolith, dessen Flanken 450 Meter steil zum North Fork des Virgin River abfallen, beschert einen atemberaubenden Panoramablick auf große Teile des Zion Canyon.

Wer Lust auf eine Verlängerung dieser Wanderung hat, gelangt vom Scout Lookout zum West Rim Viewpoint und von hier auf dem West Rim Trail noch weiter bis zum Lava Point auf knapp 2.400 Metern Höhe an einer Stichstraße der Kolob Terrace Road. Hier befindet sich auch ein kleiner Einfachcampground. Distanz ab Grotto Picnic Area: 12,8 Meilen one-way bis zum West Rim Viewpoint, 13,3 Meilen bis Lava Point, Steigung knapp 1000 Meter. Für diese Tour benötigt man hin und zurück mindestens zwei Tage und damit ein Backcountry Permit der Parkverwaltung.

Hidden Canyon Trail / Observation Point  
Trilhead: Zion Canyon, Haltestelle Weeping Rock
Distanz: 2,5 Meilen
Steigung: 300 Meter
Benötigte Zeit: 3 Stunden
Bei der Weggabelung kurz hinter dem Trailhead wendet man sich nach rechts und folgt dem East Rim Trail 0,8 Meilen in Serpentinen bergauf bis zu einem schönen Aussichtspunkt auf das von hohen Felswänden gesäumte Tal des Zion Canyon. Hier beginnt der immer schmaler werdende Hidden Canyon Trail, der auf langen Strecken direkt am Abgrund entlang führt und dadurch Klettersteigcharakter besitzt. Besonders gefährliche Passagen sind durch Ketten gesichert. Am Eingang des Hidden Canyon bildet sich nach Regenfällen ein kleiner Wasserfall. Der Weg durch den Canyon selbst ist etwa 1 Meile lang und relativ eben. Die hohen Felswände lassen jedoch nur um die Mittagszeit das Tageslicht bis zum 20 Meter breiten Grund des Canyons vordringen. Zu den besonderen Attraktionen dieser Schlucht gehören mehrere Sandsteinhöhlen, ein kleiner natürlicher Steinbogen und eine äußerst vielfältige Vegetation.

   
Slot Canyon auf dem Weg zum Observation Point

Eine schöne Alternative führt von der Abzweigung zum Hidden Canyon nach links weiter dem East Rim Trail folgend bergauf. Hinter zwei Biegungen gelangt man zu einen kurzen, aber äußerst sehenswerten Slot Canyon, den man auf halber Höhe auf einem in den Felsen gesprengten Weg durchquert. Ein weiteres mögliches Ziel ist von hier aus der Observation Point mit tollem Rundumblick auf den in der Tiefe gelegenen Zion Canyon (4 Meilen one-way ab Weeping Rock Trailhead, Gesamtsteigung 655 Meter).

Canyon Overlook
Trailhead: am Zion-Mt. Carmel Highway zwischen South und East Entrance, unmittelbar östlich des längeren (West-)Tunnels
Distanz: 1 Meile
Steigung: 50 Meter
Benötigte Zeit: 1 Stunde
Der Weg bietet sehr schöne Ausblicke ohne große Steigungen. Er führt durch die Schlucht oberhalb des Pine Creek bis zu einem Aussichtspunkt auf den unteren Zion Canyon, Bridge Mountain, Streaked Wall, East Temple, West Temple und Towers of the Virgin. The Great Arch, ein 120 Meter hoher natürlicher Steinbogen, der etwas zurück in die Felswand versetzt ist, liegt direkt unterhalb.

Kolob Arch Trail
Trailhead: beim Lee Pass an der Kolob Canyon Road im nordw. Parkteil, 4 Meilen hinter dem Visitor Center
Distanz: 7 Meilen one-way
Steigung: 213 Meter
Benötigte Zeit: 8-10 Stunden
Dieser lange, aber lohnenswerte Wanderweg in der nur wenig besuchten Kolob Area führt entlang dem Bachbett des Timber Creek und des La Verkin Creek zum größten Steinbogen der Welt. Der riesige Kolob Arch besitzt eine Spannweite von 94,2 Metern - 1 Meter länger als sein Konkurrent Landscape Arch im Arches Nationalpark. Das beste Fotolicht hat man am frühen Morgen, so dass man diese Wanderung am besten als Zweitagestour plant und in der Nähe des Steinbogens übernachtet.

The Subway
Distanz: 4,5 Meilen one-way
Benötigte Zeit: 6-8 Stunden
Diese etwas ungewöhnliche Wanderung mit Abenteuercharakter beginnt an der Kolob Terrace Road im wenig besuchten Nordwesten des Parks. Highlight der Tour ist eine aus dem Fels gewaschene, halboffene Röhre, durch die sich das Wasser des North Creek in mehrere terrassenförmig angeordnete Pools ergießt. Beim Klettern über die Felsen ist jedoch Vorsicht geboten, denn an manchen Stellen sind die von Algen und Moosen überzogenen Steine sehr glattgeschliffen und rutschig. Für diese Wanderung benötigt man ein Permit der Parkverwaltung, das man entweder 3 Monate im Voraus über eine Online-Lotterie oder direkt vor Ort im Zion Canyon Visitor Center bzw. im Kolob Canyon Visitor Center beantragen kann. Die Anzahl der pro Tag vergebenen Permits ist allerdings begrenzt. Für die am gleichen Tag ausgestellten Hike-In Permits gilt daher first come, first serve (wer zuerst kommt, hat die größeren Chancen). Anträge für die Online-Lotterie stellt man direkt über die Internetseite der Nationalparkverwaltung www.nps.gov (Anträge im Februar für Wanderungen im Mai, Anträge im März für Wanderungen im Juni usw.).

Als Trailhead kommen zwei Alternativen in Betracht, der Left Fork Trailhead oder der etwas weiter nördlich gelegene Wildcat Canyon Trailhead, der allerdings nur für Leute mit technischer Ausrüstung und Erfahrung im Canyoneering in Frage kommt. Die Wanderung ab dem Left Fork Trailhead erfordert zwar kein technisches Know-How, ist aber im Gegensatz zu den anderen hier beschriebenen Wegen eher ein Wilderness Hike, bei dem man durch die vielen Bachdurchquerungen je nach Wasserstand recht schnell nasse Füße bekommt. Aufgrund des stellenweise schwierigen Terrains und des nur spärlich markierten Trails sollte man sich vor Beginn der Tour daher unbedingt nochmals bei den Parkrangern nach dem genauen Wegverlauf, dem aktuellen Wasserstand, vorhandenen Wegmarkierungen sowie den Wetteraussichten erkundigen. Die anspruchsvollere Variante ab Wildcat Canyon Trailhead wird in der Regel als one-way Hike durchgeführt, d.h. man startet am Wildcat Canyon Trailhead und folgt dem North Creek flussabwärts bis zum Left Fork Trailhead. Diese Tour erfordert neben einem zweiten Fahrzeug Erfahrung im Abseilen und ein mindestens 20 Meter langes Kletterseil. Hinzu kommen mehrere längere Schwimmpassagen durch das eiskalte Flusswasser.

Übernachtung

Einzige Unterkunftsmöglichkeit für Nichtcamper innerhalb des Parks ist die Zion Lodge, Reservierung möglichst frühzeitig über TW Recreational Services, P.O. Box 400, Cedar City, UT 884720, Tel. (435) 586-9476. Die Lodge mit Snack Bar, Restaurant, kleinem Laden und Post Office liegt im Zentrum des Parks am Zion Scenic Drive, etwa 3 Meilen hinter dem Parkeingang. Gäste der Lodge erhalten für die Zufahrt zur Lodge im Sommer ein Sonderpermit. Ausreichend Motels findet man außerhalb des Parks in den Städten Springdale, Rockville, Hurricane und Mt. Carmel Junction. Gleich am Beginn des Zion Canyon Scenic Drive liegen die beiden Einfachcampgrounds des Parks - South Park mit 150 und Watchman mit 223 Plätzen. South Park bietet großzügige Stellplätze unter schattigen Bäumen mit Feuerstellen, Tischen und Bänken, geeignet vor allem für Zelte und Pickup Camper. Watchman bietet kaum Schatten und richtet sich mit seinen Elektrizitätsanschlüssen eher an Wohnmobilbesitzer.


Übernachten kann man auch in Springdale

Da der Besucherandrang in den Sommermonaten recht groß ist, sollte man zur Hauptreisezeit bei beiden Plätzen bis spätestens gegen Mittag seinen Platz belegt haben. Von Anfang April bis Ende Oktober können für den Watchman Campground Reservierungen vorgenommen werden (Tel. 1-800-365-2267 oder www.nps.gov) , ansonsten gilt für beide Campgrounds das Prinzip first-come, first-serve.

Watchman CG
Lage: beim Zion Canyon Visitor Center
Anzahl Plätze: 223
Ausstattung: einfache Toiletten, zentrale Dumpstation, Elektrizitätsanschlüsse, Frischwasser
Öffnungszeit: ganzjährig

South Park CG
Lage: nördlich des Zion Canyon Visitor Center
Anzahl Plätze: 140
Ausstattung: einfache Toiletten, zentrale Dumpstation, Feuerstellen, Tische, Bänke, Frischwasser
Öffnungszeit: Mitte März bis Ende Oktober

Zion Canyon Campground
Lage: am Hwy 9, ½ Meile südlich des Zion South Entrance
Anzahl Plätze: 171 (89 mit full hookup)
Ausstattung: Duschen, Waschmaschinen, Laden, Restaurant, Möglichkeit zum Schwimmen und Angeln
Öffnungszeit: ganzjährig

In der Kolob Area im Nordwesten des Parks gibt es keine Campingmöglichkeit. Der nächste kommerzielle Campingplatz befindet sich ca. 7 Meilen nördlich in Kanarraville. Schöne und preislich günstige Zeltplätze findet man an der Red Cliffs Recreation Site nahe der I-15, etwa 15 Meilen nordöstlich von St. George. Ein Einfachcampground befindet sich auch am Ende der Kolob Terrace Road beim Aussichtspunkt Lava Point.

Red Ledge RV Park & Campground
Tel. (435) 686-9150
Zufahrt: von der Zufahrt zur Kolob Area auf der I-15 weitere 2 Meilen nach Norden (Exit 42) oder von Norden kommend I-15 (Exit 51), dann jeweils 4,5 Meilen bis Downtown Kanarraville
Anzahl Plätze: 22 (alle full hookup), einige Minicabins und Zeltplätze
Ausstattung: Duschen, Waschmaschinen, Laden
Öffnungszeit: ganzjährig

Red Cliffs Recreation Site
Zufahrt: I-15, Exit 23 von Norden kommend bzw. Exit 22 von Süden kommend, dann 3 Meilen nach Süden auf der Frontage Road, dann 1,7 Meilen nach Westen (unter der Brücke hindurch), Achtung: die Furt durch den Quail Creek ist für lange Wohnmobile oder Wohnwagen nicht geeignet!
Anzahl Plätze: 15
Ausstattung: Picknicktische, Bänke, Grillstellen, Frischwasser, Einfachtoiletten, schattige Ramadas
Öffnungszeit: ganzjährig

Adresse

Superintendent Zion National Park
Springdale, UT 84767-1099
Tel. (435) 772-3256, www.nps.gov/zion

Abstecher

Snow Canyon State Park
Lage: Der nur wenig bekannte Park liegt in der äußersten Südwestecke Utahs, etwa 10 Meilen nördlich von St. George.
Die abwechslungsreiche Parklandschaft besteht aus einer Mischung aus sonderbar waschbrettartig gefalteten Sandsteinhügeln, Höhlen, schwarzen Lavafeldern, Sanddünen und hoch aufragenden roten Felstürmen, die in Filmen wie "Butch Cassidy" oder "Sundance Kid" als stimmungsvolle Kulisse dienten. Die als Scenic Byway ausgewiesene 6 Meilen lange Snow Canyon Road führt direkt durch den Canyon und ist Teil des Hwy 300, der von St.George über die Städtchen Santa Clara und Ivins nach Norden führt und schließlich 10 Meilen nördlich von St. George in den Hwy 18 mündet. An dieser Parkroad befinden sich auch ein kleiner Campingplatz und die verschiedenen Trailheads.

Von der I-18 südlich der Abzweigung auf die Snow Canyon Road führt eine geteerte Stichstraße von ½ Meile zum Aussichtspunkt Panorama Point. Die rot leuchtenden Felstürme und Sandsteinmonolithen, die wie gigantische Bauwerke über zwei erstarrten Lavaflüssen in den Himmel aufragen, bieten vor allem in den Morgen- und Abendstunden sehr reizvolle Fotomotive.


Kakteenblüte im Snow Canyon

Smithsonian Butte National Backcountry Byway
Eine reizvolle, ungeteerte Nebenstrecke verbindet auf 7,6 Meilen den von Arizona kommenden Hwy 389 / 59 mit dem Highway 9 in der Nähe des Zion South Entrance. Von Süden nach Norden fahrend bieten sich dabei immer wieder schöne Blicke auf das reizvolle Bergpanorama des Zion Nationalparks weit in der Ferne. Die bei trockenem Wetter von allen Fahrzeugen mit guter Bodenfreiheit befahrbare Dirt Road beginnt am Hwy 59 nordwestlich von Colorado City nahe dem Milepost 8. Achtung: die Abzweigung ist nicht ausgeschildert! Man folgt einfach dem breiten ungeteerten Feldweg mit rötlichem Bodenbelag Richtung Norden. Kurze Zeit später klettert der nun immer rauer und steiniger werdende Weg in vielen schmalen Kurven hinauf in die hügelige Felslandschaft zu Füßen des Smithsonian Butte und des Canaan Mountain. Der Byway endet am Städtchen Rockville 7 Meilen westlich des Zion South Entrance.


Smithsonian Butte National Backcountry Byway

Coral Pink Sand Dunes State Park
Lage: an der Grenze zu Arizona, einige Meilen westlich von Kanab
Zufahrt: Von Kanab aus folgt man der US 89 etwa 8 Meilen Richtung Norden. Zwischen Milepost 72 und 73 zweigt man dann auf die 9 Meilen lange geteerte Hancock Road ab, folgt ihr Richtung Süden bis zum Ende und biegt dann nach links ab Richtung State Park. Der größte Teil dieses Tals westlich von Kanab besteht aus rosafarbenen Sanddünen, die eine Höhe bis zu 100 Metern erreichen. Die Besucher dieses State Parks sind meist Amerikaner, die hier in einem speziell ausgewiesenen Gebiet mit ihren ATV's und Dünenbuggies über die Sandhügel flitzen.

Der Park besitzt einen kleinen Campground und eine sogenannte Day-Use-Area. Ein kurzer Brettersteg führt von hier aus in ein besonders geschütztes Dünengebiet. Hinweistafeln entlang dieses Naturlehrpfads erläutern Geologie, Flora und Fauna des Parks. Zwischen Day-Use-Area und Campground liegt die Zufahrt zum ATV-Gelände. Der ganzjährig geöffnete Campground des Parks liegt in einem kleinen Kiefernwäldchen. Zur Einrichtung gehören 22 Stellplätze, Toiletten, Duschen und eine zentrale Dumpstation. Etwas abgelegener und ruhiger übernachtet man an dem vom BLM unterhaltenen Einfachcampground Ponderosa Grove 2 Meilen nördlich des Parks.


Die Sand Dunes sind ein beliebtes ATV-Gebiet

Silver Reef
Ein Abstecher führt nördlich von Harrisburg Jct. von der I-15 zwischen St. George und Cedar City zu einer ghost town, in deren Nähe 1870 reiche Silbervorkommen entdeckt wurden. Zwischen 1878 und 1882 besaß der kleine Ort eine Bevölkerungszahl von 1500 Menschen, darunter viele mit chinesischer Abstammung. Die letzte Mine schloss 1891. Hauptattraktion des Ortes, das neben Ruinen inzwischen auch schon wieder einige moderne Gebäude besitzt, ist das einst im Stadtzentrum gelegene und aus Stein erbaute Wells Fargo Building. Im Innern befindet sich die Jerry Anderson Gallery und das kleine Silver Reef Museum (Öffnungszeit: Mo-Sa 9-17 Uhr). Zufahrt: I-15 Exit 22 oder 23, 1,3 Meilen ausgeschilderte Zufahrt auf geteerter Straße.


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