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Utah


Musterkapitel CD Reiseführer

Death Valley Nationalpark


Death Valley gehört zu den faszinierendsten Nationalparks in den USA. Ein riesiges langgestrecktes Tal, ausgedörrt von der brennenden Sonne, verwinkelte Canyons aus glattpoliertem Marmor, bizarre Steinskulpturen aus schwarzer Lava, ein in allen Regenbogenfarben schillernder Salzsee, bunt gestreifte Felsen, Sanddünen, ein erloschener Vulkankrater, mächtige, schneebedeckte Bergketten - das sind nur einige der vielen landschaftlichen Attraktionen und Naturwunder, die dieser ungewöhnliche Park zu bieten hat. Daneben ist Death Valley auch ein Tal der Extreme. Badwater im Süden des Parks liegt 86 Meter unterhalb des Meeresspiegels und ist damit der tiefste Punkt der Vereinigten Staaten. In der flirrenden Hitze des Hochsommers werden hier am Talboden Tagestemperaturen von 48 °C und mehr erreicht, Bodentemperaturen über 93 °C sind keine Seltenheit.

Badwater
Badwater - der tiefste Punkt der Vereinigten Staaten

Wissenswertes

Besiedlungsgeschichte
Archäologen entdeckten im Death Valley Spuren von insgesamt vier frühen Indianerkulturen, die wohl hauptsächlich während der kühleren Wintermonate als Jäger und Sammler durch das Tal zogen. Seit etwa 1000 n. Chr. wurde das Tal von einer kleinen Gruppe der Panamint Shoshone besiedelt, direkten Vorfahren der heute noch in der Nähe von Furnace Creek lebenden Timbisha Shoshone. Diese nannten das Tal ‚Tomesha', brennender Boden. Die Wintermonate verbrachten sie in der Ebene, die heißen Sommermonate in den höhergelegenen Bergregionen. Hauptnahrungsmittel waren Kaninchen, die man in große Netze trieb und Mesquitebohnen, die roh gegessen oder zu Mehl verarbeitet wurden.

Die ersten Weißen, die im Jahre 1849 das Tal betraten, gehörten zu einer Gruppe erschöpfter Pioniere und Goldsucher, die sich auf ihrem Weg von Salt Lake City nach Kalifornien aufgrund einer ungenauen Karte in das Gebiet verirrt hatten. Die vermeintliche Abkürzung kostete sie aufgrund des Wasser- und Futtermangels sämtliche Wagen und Zugtiere, einigen von ihnen sogar das Leben. Diejenigen, die der mörderischen Hitze entkommen waren, nannten das Tal aufgrund dieser schrecklichen Erfahrungen ‚Death Valley' - Tal des Todes.

Auf der fieberhafte Suche nach Gold und Bodenschätzen entstanden in der Folgezeit immer wieder kleine Siedlungen und Bergbaucamps, die aber nach der Kunde neuer, lohnenderer Fundstellen oft ebenso schnell wieder aufgegeben wurden wie sie entstanden waren. Geisterstädte wie Rhyolite, alte Stollen oder gemauerte Kohlemeiler wie die bienenkorbförmigen Charcoal Killns sind noch heute Zeugen dieses Bergbaubooms in den Jahren 1873 bis 1926.

Erfolgversprechender war die Gewinnung von Borax, das man als ‚weißes Gold der Wüste' bezeichnete. Das Mineral, das man für die Herstellung von Glasuren, Seife, Reinigungsmitteln und Kunstdünger verwendete, wurde von den legendären ‚Twenty-Mule-Teams' - das waren von 20 Maultieren gezogene Boraxwaggons mit angehängtem Wassertank - in einem strapaziösen Marsch von etwa 10 Tagen bis ins 270 Kilometer entfernte Mojave gebracht, wo man es auf die Bahn verladen konnte. In einer zweiten, bis 1928 dauernden Abbauphase wurden dann diese Maultiertreks durch eine zwischen Ryan und Death Valley Junction verkehrende Schmalspurbahn ersetzt. Zeugnisse dieser Zeit finden sich im Museum bei Furnace Creek und entlang des Lehrpfades bei den ehemaligen Harmony Borax Works.


Klima & Reisezeit
Death Valley ist aufgrund seiner milden Winter und seiner mörderischen Sommerhitze ein Reiseziel, das man möglichst in der Zeit von Oktober bis April besuchen sollte. Selbst in den ausgesprochenen Wintermonaten Dezember und Januar erreichen die Tagestemperaturen noch Durchschnittswerte um 18 °C, von Februar bis April steigen sie dann kontinuierlich von 22°C auf 32°C an. Im Juni und Oktober erreichen sie Werte um 40°C, im Juli und August 45-49°C. Der absolute Hitzerekord im Death Valley stammt übrigens aus dem Jahr 1913. Gemessen wurden damals 57°C - im Schatten wohlgemerkt. Trotz dieser brütenden Hitze ist der Park mittlerweile auch im Sommer recht gut besucht, vor allem von europäischen Touristen. Auf amerikanische Besucher trifft man dagegen hauptsächlich im Winter. Wer den Park in den Sommermonaten bereisen möchte, sollte die Verhaltenstipps und Hinweise in den Parkbroschüren unbedingt ernst nehmen. Hier eine kurze Übersicht:

  • Wanderungen nur in den frühen Morgen- und späten Abendstunden
  • Stets ausreichend Wasser dabei haben und auch trinken (Minimum 4 Liter pro Tag, bei körperlichen Aktivitäten entsprechend mehr)
  • Aufenthalte in der direkten Sonne meiden
  • Bei Wanderungen Hautschutz und Kopfbedeckung nicht vergessen
  • Achten Sie auf den Wetterbericht und aufkommende Sturmwolken. Selbst weit entfernte Gewitter können in ausgetrockneten Flussbetten oder im Gewirr schmaler Canyons zu plötzlichen Überflutungen führen
  • Für Wanderungen und Übernachtungen möglichst auf die höher gelegenen und deutlich kühleren Bergregionen ausweichen
  • Den Wind meiden. Er beschleunigt die Verdunstung durch den Körper
  • Während der Fahrt möglichst keine Aircondition benutzen
  • Ist der Motor überhitzt, den Motor laufen lassen, Aircondition abstellen
  • Kühlwasser ist an allen wichtigen Stellen innerhalb des Parks vorhanden. Den Kühler nur langsam mit Wasser auffüllen. Vorsicht, die Kappe kann sehr heiß sein!
  • Verlassen Sie bei einer Panne nie das Fahrzeug.
  • Bei Benutzung abgelegener Wanderwege oder Dirt Roads sollten Sie die Parkranger über die geplante Route informieren.
  • Nicht alleine wandern
  • Treibstoff ist im Park nur an wenigen Stellen erhältlich (Furnace Creek, Stovepipe Wells und Scotty Castle), füllen Sie den Tank stets rechtzeitig auf.


Trailhead und Parking Area am Eingang zum Golden Canyon

Sehenswertes
Wer die ganze Schönheit des Parks kennenlernen will, sollte sich für das Death Valley mindestens anderthalb Tage Zeit nehmen. Besonders während der heißen Sommermonate sind Besichtigungstouren und Wanderungen ohnehin auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden begrenzt. Hinzu kommen die relativ großen Fahrtstrecken innerhalb des Parks. Hier ein Vorschlag für einen zweitägigen Aufenthalt.

Tag1: Von Westen, also von Panamint Springs kommend Fahrt Richtung Stovepipe Wells und Wanderung durch den marmorähnlichen Mosaic Canyon. Vorbei an den Sand Dunes und am Devil's Cornfield Weiterfahrt in die kühle Gebirgsregion zu Füßen des Telescope Peak und Besichtigung der Charcoal Killns. Danach Weiterfahrt Richtung Furnace Creek und Besuch des Furnace Creek Ranch Borax Museums. Am späten Nachmittag Fahrt von Furnace Creek auf dem Hwy 178 nach Süden bis Badwater, dann zurück zum Devil's Golf Course und zum Mushroom Rock. Wanderung durch den Golden Canyon und Fahrt auf dem Artist's Drive (besonders farbenprächtig kurz vor Sonnenuntergang) . Übernachtung bei Furnace Creek.

Tag2: Fahrt von Furnace Creek zum Zabriskie Point und weiter bis zum Ende der Stichstraße bei Dantes View. Von dort hat man kurz nach Sonnenaufgang einen phantastischer Blick auf das 1.600 Meter tiefer gelegene Tal und den gegenüberliegenden Gebirgszug der Panamint Mountains. Am Nachmittag Fahrt Richtung Rhyolite und dann one-way zurück durch den farbenprächtigen Titus Canyon (schöne Wandermöglichkeiten) oder über Scotty's Castle zum Vulkangebiet rund um den Ubehebe Crater.


Entdeckungstour durch die Seitentäler des Golden Canyon

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Überblick

Badwater
Lage: 26 km südlich von Furnace Creek am Hwy 178
Tiefster Punkt der Vereinigten Staaten 86 Meter unterhalb des Meeresspiegels. In der Senke sammelt sich Regenwasser, das nach und nach wieder verdunstet und einen flachen Salzsee bildet. Die in allen Regenbogenfarben schimmernde Wasseroberfläche stammt von verschiedenfarbigen Mineralien.

Devil's Golf Course
Lage: 18 km südlich von Furnace Creek am Hwy 178
Ein weites Feld hoch aufgeworfener, salzverkrusteter Erdschollen, die an scharfkantiges, brüchiges Lavagestein erinnern und bei jedem Schritt unter den Füßen knirschen. Diese bizarre Landschaft ist durchsetzt mit vielen kreisrunden Löchern, entstanden durch unterirdische Gase, die gelegentlich unter hohem Druck an die Oberfläche entweichen.

Natural Bridge Canyon
Lage: am Ende einer kurzen Stichstraße, 21 km südlich von Furnace Creek am Hwy 178
Vom Parkplatz führt ein kurzer Wanderweg in etwa 15 Minuten durch ein steiniges Flussbett zu einem großen, natürlichen Steinbogen. Mit etwas Abenteuerlust kann man von hier aus noch ein Stück weiter in den immer enger und unzugänglicher werdenden Canyon hineinwandern.

Artist's Drive
Lage: 15 km südlich von Furnace Creek am Hwy 178
Die Einbahnstraße schlängelt sich in vielen Windungen und Kurven durch eine hügelige Canyonlandschaft aus bunt gestreiften Sandsteinfelsen, deren Farben im warmen Licht der untergehenden Sonne besonders intensiv zur Geltung kommen. Für die Rundfahrt benötigt man etwa eine halbe Stunde.

Golden Canyon
Golden Hour im Golden Canyon

Golden Canyon
Lage: 4 km südlich von Furnace Creek am Hwy 178
Eine der lohnendsten Wanderungen innerhalb des Parks. Am späten Nachmittag, wenn das Sonnenlicht in einem bestimmten Einfallswinkel auf den hellen Sandstein trifft, erstrahlen die Canyonwände für kurze Zeit in leuchtenden Goldtönen.

Zabriskie Point
Lage: 7 km südwestlich von Furnace Creek am Hwy 190
Aussichtspunkt auf eine geschwungene Kette farbiger Sandsteinhügel etwas oberhalb des Tals vor der beeindruckenden Silhouette der Panamint Mountains. Besonders schön kurz nach Sonnenaufgang.

Death Valley Nationalpark Bild 3
Aussicht vom Zabriskie Point

Twenty Mule Team Canyon
Lage: Abstecher vom Hwy 190, Zufahrt 600 Meter südöstlich des Zabriskie Point
Entlang der 5km langen Sandpiste (one-way-Road von Norden nach Süden) passiert man zahlreiche verlassene Minengebäude aus der Zeit des Boraxabbaus. Der Name des Canyons erinnert an die Maultiergespanne, mit denen das Borax früher aus dem Tal abtransportiert wurde.

Dante's View  
Lage: 37 km südwestlich von Furnace Creek am Ende der Stichstraße, die vom Hwy 190 nach Süden führt
Von dem 1.667 Meter hoch gelegenen Aussichtpunkt bietet sich kurz nach Sonnenaufgang ein phantastischer Blick auf das langgestreckte, von schimmernden weißen Salzflächen überzogene Tal und auf die gegenüberliegende Gebirgskette der Panamint Mountains mit dem bis weit ins Frühjahr schneebedeckten Gipfel des Telescope Peak. Wer früh unterwegs ist, sollte unbedingt ein Jacke mitnehmen. Hier oben ist es in den Morgenstunden empfindlich kalt. Dazu weht meist noch ein frischer, kühler Wind. Für die Fahrt von Furnace Creek bis zum Aussichtspunkt Dante's View benötigt man ungefähr eine halbe Stunde.

Death Valley Nationalpark Bild 4
Dante's View

Furnace Creek
Lage: unmittelbar nördlich der Kreuzung von Hwy 178 und Hwy 190
Das in einem alten Blockhaus untergebrachte Furnace Creek Ranch Borax Museum zeigt Mineralien, Werkzeuge und Geräte aus der Boomzeit des Borax-Abbaus im Death Valley. Besonders sehenswert ist die Ausstellung auf dem Freigelände mit mehreren alten Kutschen und einer schwarzen Diesellok, mit der bis ins Jahr 1928 das im Tal abgebaute Borax nach Death Valley Junction befördert wurde. Öffnungszeiten: Museum täglich 8-14.30 Uhr, Visitor Center 8-18 Uhr.

Zum Gebiet rund um Furnace Creek im Zentrum des Parks gehören neben dem Visitor Center und dem Museum auch mehrere Campingplätze sowie die rustikale Furnace Creek Ranch mit Swimmingpool, Restaurant, Reitstall, kleinem Souvenir- und Lebensmittelladen, öffentlichen Telefonzellen, Post Office und Tankstelle. 3 km nördlich von Furnace Creek führt ein kurzer Interpretive Trail durch das Ruinengelände der Harmony Borax Works.

DDeath Valley Nationalpark Bild 1
Furnace Creek Ranch Borax Museum

Keane Wonder Mill & Mine
Lage: 33 km nordöstlich von Furnace Creek am Rand der Funeral Mountains
Überreste einer alten Goldmine, die im Jahr 1903 von dem Iren Jack Keane und seinem Partner Domingo Echarren entdeckt wurde. Während der Hauptabbauphase in den Jahren 1907 bis 1911 erbrachte die Mine Gold im Wert von umgerechnet etwa 650.000 Dollar. Interessant ist vor allem die recht gut erhaltene, anderthalb Kilometer lange Seilbahn mit ihren 13 Holzmasten, über die im Laufe der Jahre riesige Mengen abgebauten Erzes zu Tal befördert wurden. Man erreicht die Keane Wonder Mill über eine gut befahrbare 3 Meilen lange Gravel Road. Von der Keane Wonder Mill Parking Area führt dann ein steiler Fußweg von einer Meile one-way hinauf zum ehemaligen Mineneingang (600 Meter Höhenunterschied!).

Devil's Cornfield
Lage: östlich von Stovepipe Wells
Durch den an dieser Stelle geringeren Salzgehalt des Bodens gedeihen hier große Büschel von struppigem Arrowweed, aus dem die Indianer früher Pfeile herstellten.

DDeath Valley Nationalpark Bild 5
Devil's Cornfield

Sand Dunes
Lage: nördlich des Hwy 190 in der Nähe von Stovepipe Wells
Bis zu 25 Meter hohe Wanderdünen, in die man von der am Straßenrand gelegenen Picknick Area hineinwandern kann. Die zahlreichen Mesquite Sträucher, die den losen Sand befestigen, bieten vielen Tierarten während der brütenden Tageshitze Unterschlupf und Schatten.

Mosaic Canyon
Lage: westlich von Stovepipe Wells am Hwy 190
Kurzwanderung durch einen reizvollen Canyon mit ausgewaschenen, weich geschwungenen Felsstrukturen, deren glattpolierte Oberfläche an glänzenden Marmor erinnert.

Charcoal Kilns
Lage: in den Paramint Mountains südlich von Stovepipe Wells
In der Nähe des reizvollen Wildrose Canyon auf der Rückseite des Telescope Peak befinden sich 10 sehr gut erhaltene, bienenkorbförmige Kohlemeiler, die im Jahre 1877 errichtet wurden, um aus Kiefern und Wacholderbäumen Holzkohle zu gewinnen. Benutzt wurde die Holzkohle zur Befeuerung der beiden Blei- und Silberschmelzen bei der 25 Meilen westlich gelegenen Argus Mine. Erbaut wurden die Kohlemeiler von chinesischen Arbeitern, konstruiert von Schweizer Ingenieuren. Als die Minen nach drei Jahren nicht mehr rentabel arbeiteten, wurden auch die Kohlemeiler stillgelegt. Für die Fahrt zu den Charcoal Kilns sollte man genügend Zeit einplanen. Ab Furnace Creek sind es etwa 60 Meilen. Die letzten drei Meilen sind nicht geteert. Der Parkplatz an den Kohlemeilern ist auch Ausgangspunkt für die schöne Wanderung zum Wildrose Peak.

Death Valley Nationalpark Bild 6
Charcoal Kilns

Titus Canyon
Lage: zwischen Hwy 374 und Hwy 190 nordöstlich von Stovepipe Wells
Vom Hwy 374 etwa 6 Meilen südwestlich der Kleinstadt Beatty führt eine 27 Meilen lange one-way Dirt Road durch den malerischen Titus Canyon bis zum Hwy 190. Für diesen Abstecher sollte man über ein Fahrzeug mit guter Bodenfreiheit verfügen und sich vor der Beginn der Tour bei den Park Rangern nach der aktuellen Wettervorhersage erkundigen, denn bei drohenden Unwettern mit flash floods kann die Straße durch den Canyon gesperrt werden. Von Osten kommend klettert die Straße vom Amargosa Valley hinauf zum 1.626 Meter hohen Red Pass und dann über die ghost town Leadville hinunter in den Canyon, der sich im weiteren Verlauf immer weiter verengt, bis die steil in den Himmel aufragenden Canyonwände rechts und links des ausgewaschenen Flussbetts stellenweise nur noch knapp 3 Meter voneinander entfernt sind. Bei Klare Springs kann man an den Felswänden prähistorische Felszeichnungen entdecken. Der Canyon ist auch eine der besten Stellen im Park, um wilde Dickhornschafe zu beobachten. Wer keinen Geländewagen besitzt, kann von Westen, also vom Hwy 190 kommend auf der 2,7 Meilen langen zweispurigen Zufahrtsstraße bis zum Canyoneingang fahren, dort sein Fahrzeug abstellen und zu Fuß in dem schmalen Flussbett entlang der Dirt Road durch den Canyon bergauf wandern.

Scottys Castle
Lage: im Norden des Death Valley, 87 km von Furnace Creek
Der Name des Gebäudes im Stil eines spanischen Landsitzes stammt von ‚Death Valley Scotty', einem spleenigen Glücksritter, der jedem weismachen wollte, er habe das Anwesen aus den Erlösen seiner reichen Goldmine erbaut. In Wirklichkeit stammte das Geld von seinem Gönner, dem Millionär Albert Johnson aus Chicago. Als Johnson nach dem Börsenkrach von 1929 den größten Teil seines Vermögens verloren hatte, zog er sich bis zu seinem Tod 1948 auf diesen Landsitz zurück. Kostenpflichtige Führungen täglich 9-17 Uhr, Dauer etwa 1 Stunde.

Ubehebe Crater
Lage: im Norden des Death Valley, 13 km westlich von Scottys Castle
Das vulkanische Gebiet umfasst neben dem Ubehebe Krater noch eine Reihe kleinerer Krater und Aschekegel. Sie alle entstanden durch eine gewaltige Gasexplosion vor etwa 2000 Jahren, als heißes Magma mit einem unterirdischen See in Berührung kam. Der Ubehebe Krater hat einen Durchmesser von etwa 730 Metern und eine Tiefe von 150 Metern. Vom Talboden führt eine geteerte Straße bis zu einem Parkplatz am Nordrand des Kraters. Von hier aus kann man auf einem Fußweg den gesamten Krater umrunden und sogar hinuntersteigen. Eine ungeteerte Piste führt von hier aus nach Süden zu weiteren vulkanischen Formationen und zur Ubehebe Lead Mine. Besonders schön ist der Vulkankrater im Frühjahr, wenn winzige Wildblumen reizvolle farbige Kontraste zur schwarzen Vulkanasche bilden.

Death Valley Nationalpark Bild 7
Mushroom Rock

Outdoor & Fun

Reittouren
Direkt im Zentrum des Parks bei der Furnace Creek Ranch befinden sich die Furnace Creek Stables, die von Anfang Oktober bis Mitte Mai Kutschfahrten sowie ein- oder zweistündige Reittouren anbieten. Infos und Reservierung unter

Furnace Creek Stables
P.O. Box 418
Death Valley, CA 92328
Tel. (760) 786-3339
www.furnacecreekstables.com

Wanderungen & Trekkingtouren

Golden Canyon  
Trailhead: am Hwy 178, 4 km südlich von Furnace Creek
Höhenunterschied: 90 Meter
Distanz: 1 Meile (1,6 km) one-way
Benötigte Zeit: 1-2 Stunden
Der Interpretive Trail folgt dem von hohen Canyonwänden malerisch eingerahmten Flussbett ohne nennenswerte Steigung bis zur Red Cathedral, einem von roten Felssäulen umgebenen natürlichen Amphitheater. Besonders spektakulär ist die Wanderung gegen Abend, wenn die hohen Felswände auf beiden Seiten des Weges in kräftig leuchtenden Goldtönen erstrahlen. Zahlreiche Seitencanyons bieten unterwegs immer wieder Gelegenheit für interessante Abstecher. Wer die Wanderung etwas verlängern möchte, folgt vom Ende des Interpretive Trail (Stop 10) dem steilen Pfad hinauf zum Zabriskie Point. Unterwegs bieten sich immer wieder phantastische Blicke zurück auf die bizarre Felslandschaft und die weiten Ebenen des Death Valley (4 km one-way ab Trailhead, Steigung insgesamt 290 Meter).

Eine Alternative für den Rückweg vom Zabriskie Point zum Trailhead ist der durch einige Kraxelpartien etwas anspruchvollere Weg durch die Gower Gulch. Vom Ende dieser Schlucht führt ein Pfad am Fuße der Felsen entlang Richtung Norden zurück zum Parkplatz.

Zabriskie Point
Vom Zabriskie Point zum Golden Canyon

Desolation Canyon
Trailhead: am Ende der linken Abzweigung der Desolation Canyon Road, die unmarkiert zwischen dem Ende des Artists Drive und dem Golden Canyon, etwa 3,7 Meilen südlich von Furnace Creek vom Hwy 190 abzweigt
Distanz: 1 Meile (1,6 km) one-way
Benötigte Zeit: 1 Stunde
Vom Ende der Zufahrtsstraße folgt man einem ausgewaschenen Flussbett Richtung Süden. Der schmale Canyon führt mäßig bergauf und durchquert dabei eine aus vielen Felsriffen bestehende Landschaft farbiger Badlands. An den Abzweigungen stets rechts halten.

Mosaic Canyon  
Trailhead: Mosaic Canyon Parking Area, 2 Meilen westlich von Stovepipe Wells
Distanz: 2 Meilen (3,2 km) one-way
Benötigte Zeit: 2 Stunden
Die faszinierende Kurzwanderung führt ohne nennenswerte Steigung durch einen schmalen, korkenzieherähnlichen Canyon, dessen blankpolierte, von der Erosion zu skurrilen Formen ausgewaschene Felswände an glattgeschliffenen Marmor erinnern. Schließlich weitet sich der Canyon zu einem Tal, dessen ausgetrocknetem Flussbett man noch ein Stück weit folgen kann, bis schließlich eine mehrere Meter hohe Felswand ein weiteres Vordringen verhindert. Im Mosaic Canyon lassen sich in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden auch oft Dickhornschafe beobachten.

Death Valley Nationalpark Bild 8
Wanderung durch den Mosaic Canyon

Wildrose Peak
Trailhead: in den Panamint Mountains, Parkplatz bei den Charcoal Kilns
Distanz: 4,2 Meilen (7 km) one-way
Höhenunterschied: 670 Meter
Benötigte Zeit: 3-4 Stunden
Nach kurzem Anstieg bietet sich ein schöner Blick in den Wildrose Canyon. Danach folgt der Weg in mäßiger Steigung dem dicht mit Wacholder und Kiefern bewachsenen Tal. Erst am Ende des Canyons wird der Weg wieder steiler und erreicht kurz danach eine Hochfläche mit schönem Blick auf das weite Tal des Death Valley und die charakteristischen weißen Salzflächen rund um Badwater. Fast eben geht es nun eine Weile Richtung Norden, bevor die Steigung wieder zunimmt und der Weg in steilen Serpentinen über felsiges Gestein zum Gipfel emporsteigt. Hier, oberhalb der Baumgrenze, versperren zwar Felsvorsprünge und Seitencanyons den direkten Blick auf den Talboden, die Aussicht reicht aber bis weit nach Westen zur Sierra Nevada.

Telescope Peak
Trailhead: in den Panamint Mountains beim Mahagony Flat Campground
Distanz: 4,2 Meilen (6,8 km) one-way
Höhenunterschied: 1.000 Meter
Benötigte Zeit: 7-8 Stunden
In der Regel ist dieser Weg von Mitte Mai bis Mitte November ohne Probleme begehbar. Im Winter muss man dagegen mit Schnee und Eis rechnen. In dieser Zeit ist auch die Zufahrtsstrasse von den Charcoal Kilns zum Campground gesperrt, so dass sich die Rundtour um 1-2 Stunden verlängert. Wasser gibt es weder unterwegs noch am Ausgangspunkt der Tour am Mahagony Campground. Der Pfad führt zunächst durch einen dichten Kiefern- und Wacholderwald, später oberhalb von 2.800 Metern durch schöne Bestände uralter Borstenkiefern. Vom Gipfel bietet sich schließlich ein einmaliger Rundblick nach Osten auf das Death Valley mit Mt. Charleston und hinüber nach Westen ins Panamint Valley, die White Mountains und die Sierra Nevada mit Mt. Whitney. Eine warme Jacke sollte man auch im Sommer stets dabei haben, denn hier oben kann es jederzeit kalt und windig sein.

Fall Canyon
Trailhead: am Westeingang des Titus Canyon, 3 Meilen Gravel Road ab Hwy 190
Distanz: 3,5 Meilen (5,6 km) one-way
Benötigte Zeit: 3-4 Stunden
Vom Parkplatz am Eingang des Titus Canyon wandert man am Fuß der Berge 0,6 Meilen nach Norden bis zu dem mehrere Meter breiten ausgetrockneten Flussbett am Eingang des Fall Canyon. Von dort folgt man dem schmalen, verwinkelten Canyon mit seinen ungewöhnlich gefalteten und farbig gestreiften Felswänden knapp 2,5 Meilen bergauf bis zu einem 10 Meter hohen ausgetrockneten Wasserfall, den man mit etwas Klettergeschick auf seiner südlichen Seite überwinden kann. Dahinter kann man dem ausgewaschenen Bachbett des Canyons noch für weitere 4 bis 5 Meilen folgen. An manchen Stellen bestehen die Felsverwerfungen aus glattpoliertem Granit mit einer ungewöhnlich tintenblauen Färbung. Der Fall Canyon Trail gehört zu den schönsten Backcountry Touren im Park, ist im Sommer aufgrund des fehlenden Schattens und der Länge der Wanderung aber nicht zu empfehlen.

Death Valley

Übernachtung

Innerhalb des Parks kann man entweder in einer der recht teuren Lodges oder auf einem der Campingplätze übernachten. Am Westeingang des Parks befindet sich das im Blockhausstil erbaute Panamint Springs Resort, in der Nähe von Furnace Creek im Zentrum des Parks das 4-Sterne-Hotel Furnace Creek Inn mit Swimmingpool, Palmengarten, Tennis- und Golfplatz sowie die etwas rustikalere und preiswertere Furnace Creek Ranch mit 224 Zimmern, Saloon, mehreren Restaurants und Swimmingpool. Einfache Übernachtungsmöglichkeiten bietet auch Stovepipe Wells Village in der Nähe der Sanddünen. Wer innerhalb des Parks kein Zimmer mehr findet, kann auch auf die Kleinstädte in der Umgebung des Parks ausweichen. Ein Verzeichnis mit den Adressen und Telefonnummern preisgünstiger Motels erhält man bei den Parkrangern.

Death Valley

Campingplätze

Der begehrteste Campingplatz des Parks ist Furnace Creek direkt gegenüber der gleichnamigen Ranch, deren Swimmingpool mitbenutzt werden darf. Dies ist auch der einzige Campingplatz innerhalb des Parks, den man telefonisch reservieren kann. Wenig einladend ist dagegen der RV-Park bei Stovepipe Wells. Wer zelten möchte, sollte im Sommer unbedingt auf die höhergelegenen und kühleren Parkgebiete ausweichen. Die Campingplätze im Tal besitzen so gut wie keine schattenspendenden Bäume.

Furnace Creek
Tel. 1-800-365-2267
Höhenlage: 59 Meter unter dem Meeresspiegel!
Lage: im Zentrum des Parks beim Furnace Creek Visitor Center
Anzahl Plätze: 136 (alle mit Frischwasser), wenig Schattenplätze
Ausstattung: Feuerstellen, Picknicktische, Toiletten, zentrale Dumpstation
Öffnungszeit: ganzjährig

Stovepipe Wells Campground
Höhenlage: auf Meeresniveau
Lage: bei Stovepipe Wells in der Nähe der Sanddünen
Anzahl Plätze: 200 (alle mit full hookup), kaum Schatten
Ausstattung: einige Tische und Feuerstellen, Trinkwasser, Toiletten, zentrale Dumpstation
Öffnungszeit: Winter (November bis April)

Sunset Campground
Höhenlage: 58 Meter unter dem Meeresspiegel
Lage: an einer kurzen Stichstraße 2 Meilen südlich von Furnace Creek
Anzahl Plätze: 1.000 (meist RV's)
Ausstattung: Frischwasser, Toiletten, zentrale Dumpstation
Öffnungszeit: Winter (Oktober bis April)

Texas Spring
Höhenlage: auf Meeresniveau
Lage: s. Zufahrt Sunset Campground, dann weiter der Stichstraße ein Stück bergauf folgen
Anzahl Plätze: 92 (für Zelte oder kleinere Pickups), einige mit Schatten
Ausstattung: Picknicktische, Feuerstellen, Toiletten, Trinkwasser, zentrale Dumpstation
Öffnungszeit: Winter (Oktober bis April)

Texas Spring Campground
Texas Spring Campground

Emigrant Campground
Höhenlage: 638 ü.M.
Lage: 9 Meilen südwestlich von Stovepipe Wells Richtung Westeingang
Anzahl Plätze: 10 (max. Fahrzeuglänge: 25 feet), kostenlos
Ausstattung: Frischwasser, Picknicktische, Toiletten
Öffnungszeit: Sommer (April bis Oktober)

Mesquite Springs
Höhenlage: 547 ü.M.
Lage: im Nordteil des Parks (südlich von Scottys Castle)
Anzahl Plätze: 30
Ausstattung: Frischwasser, Picknicktische, Feuerstellen, Toiletten, zentrale Dumpstation
Öffnungszeit: ganzjährig

Wildrose Höhenlage: 1.246 ü.M.
Lage: in den Panamint Mountains, an der Zufahrtsstraße zu den Charcoal Killns / Telegraph Peak
Anzahl Plätze: 30 (kostenlos)
Ausstattung: Frischwasser (nur von April bis Nov.), Picknicktische, Feuerstellen, Einfachtoiletten
Öffnungszeit: ganzjährig

Thorndike
Höhenlage: 2.280 ü.M.
Lage: Zufahrt s. Wildrose, an der Dirt Road etwas oberhalb der Charcoal Kilns (Allradfahrzeug erforderlich)
Anzahl Plätze: 10 (kostenlos)
Ausstattung: Picknicktische, Feuerstellen, Einfachtoiletten
Öffnungszeit: Sommer (wetterabhängig März bis Nov.)

Mahogany Flat
Höhenlage: 2.479 ü.M.
Lage: oberhalb von Thorndike an der Dirt Road oberhalb der Charcoal Kilns (Allradfahrzeug erforderlich)
Anzahl Plätze: 10 (kostenlos)
Ausstattung: Picknicktische, Feuerstellen, Einfachtoiletten
Öffnungszeit: Sommer (wetterabhängig März bis Nov.)

Adresse

Death Valley National Park
P.O. Box 579
Death Valley, CA 92328-0579
Tel. (760) 768-2331
www.nps.gov/deva


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Big Bend Nationalpark

Fast eine ganze Tagesreise von den übrigen Sehenswürdigkeiten und Nationalparks des Südwestens entfernt, liegt in einem fast vergessenen Winkel von West Texas eines der schönsten und wildesten Parkgebiete Amerikas. Jeder, der die Einsamkeit sucht und Natur pur erleben möchte, kommt hier voll auf seine Kosten, sei es in den Bergregionen der Chisos Mountains, wo man sich noch auf Begegnungen mit Bären und Pumas gefasst machen muss, oder an den schilfbewachsenen, dschungelartigen Ufern des Río Grande unter steil in den Himmel aufragenden Canyons. Eine der treffendsten Beschreibungen für diese wilde und urwüchsige Landschaft findet sich in den Aufzeichnungen eines unbekannten Vaquero aus dem vorigen Jahrhundert: "Wo der Regenbogen auf den Regen wartet, der große Fluss in Stein gefangen ist, das Wasser bergauf strömt und die Berge in der Luft zerfließen, außer in der Nacht, wenn sie sich auf den Weg machen, um mit anderen Bergen zu spielen."

Rio Grande
Der Rio Grande bildet die Grenze zu Mexiko

Wissenswertes

Geologie
Big Bend gehört zu einem ehemaligen Vulkangürtel, der sich von den Bofacillos Mountains unmittelbar westlich des Parks bis zur Sierra del Carmen im Osten und bis zu den Santiago Mountains im Norden erstreckt. Zu den markantesten vulkanischen Gebirgszügen innerhalb des Parkgebiets gehören die Chisos Mountains, die Sierra de Santa Elena und die Rosillos Mountains, aber auch einzelne Erhebungen aus erkalteten Lavamassen wie z.B. die Burro Mesa oder der Mariscal Mountain. Vor 50 bis 70 Millionen Jahren, zur Zeit, als die Dinosaurier gerade auszusterben begannen, explodierten im Big Bend nacheinander acht größere Vulkane, deren Lava und Asche das Land schließlich mit einer über 2.000 Meter dicken Schicht bedeckte. Im Laufe der folgenden Jahrmillionen zerfurchten die Erosionskräfte von Wind und Wasser die poröse Lavaschicht, und es entstanden unzählige Berge, Täler und tiefeingeschnittene Canyons, die dem Gebiet heute seinen unverwechselbaren Charakter geben.

Pflanzen
In den Regionen der Chihuahuawüste dominieren die vielen Kakteenarten, die bei genügend Regenfällen im Frühjahr zwischen Februar und Mai und dann wieder von September bis Oktober blühen. Hierzu gehören der Ocotillo mit seinen schmalen, langen Zweigen und seinen hellroten zierlichen Blüten, der Strawberry Cactus mit seinen rosafarbenen Blüten und wohlschmeckenden Früchten, aber auch der Prickly-Pear, der Dog Cholla und der Tasajillo-Cactus, der sich mitten im Winter wie ein kleiner Tannenbaum mit vielen kleinen roten Beeren schmückt.

Ocotillo
Im Frühjahr blühen die Ocotillo Kakteen

Eine Besonderheit des Big Bend ist der Peyote-Kaktus, der das starke Halluzinogen Mescalin produziert. Vor Ankunft der Weißen in diesem Gebiet wurden die getrockneten Pflanzenteile von verschiedenen Indianerstämmen als bewußtseinserweiterndes Mittel bei religiösen Zeremonien und spirituellen Handlungen verwendet. In den 60er und Anfang der 70er Jahre dieses Jahrhunderts strömten unzählige Anhänger des Hippie-Kultautors Carlos Castaneda zum Big Bend, um die Pflanze auszugraben und die Wirkung der Droge am eigenen Leib zu erproben. Die Folge war, dass der kaum erkennbare, unscheinbare Kaktus heute fast völlig ausgerottet ist. Die wenigen überlebenden Exemplare stehen unter strengem Naturschutz. Da Peyote zu den starken Drogen gehört, werden sowohl Besitz als auch Gebrauch in den USA mit hohen Strafen geahndet.

In höhergelegenen Wüstenregionen und zum Teil auch im unteren Bergland findet man die beeindruckende Sotol-Pflanze, die jedes Frühjahr einen vier bis sechs Meter hohen Blütenstand ausbildet, bedeckt mit unzähligen weiß-grünen Blüten. Spanish-Dagger, eine Yukka-Art, findet man in großer Anzahl bei Persimmon Gap in der Nähe des nördlichen Parkeingangs. Diese Pflanzen werden 50 bis 75 Jahre alt und erreichen Baumgröße. Um Ostern bilden sie riesige Blütenstände, von denen ein einziger bis zu 30 kg wiegen kann und Tausende cremefarbiger Blüten trägt, eine bevorzugte Nahrung für die hier lebenden Hirsche. Die Mescal-Agave oder Century-Plant, eine graugrüne Agavenart, wächst ebenfalls in der Übergangszone zwischen Wüste und Bergland. Für die Mescalero Apachen war sie so wichtig wie der Bison für die Plains-Indianer. Die hartfaserigen Blätter wurden zum Korbflechten und für Sandalen verwendet. Die cremeweißen Blüten ergaben gekocht ein schmackhaftes Gemüse und aus dem Mark der Blütenstaude wurde Mehl gemahlen, aus dem Fladen geröstet wurden. Agavewurzeln dienten den Apachen in der Wüste als Hauptnahrungsmittel. Century Plant heißt diese Pflanze, da sie 25 bis 50 (allerdings nicht 100!) Jahre braucht, bis sie zum ersten Mal blüht. Dann schießt innerhalb von 24 Stunden ein langer Blütenstängel in die Höhe und trägt goldfarbene Blüten.

Im niederschlagsreichen Bergland findet man Wacholder, Texasmadronen, Kiefern und verschiedene Eichenarten, in den feuchteren Flussniederungen des Río Grande eine grüne Schilflandschaft mit Bermudagrasflächen, Baumwollpappeln, Honig-Mesquite, Akazien, Schilfrohr und den aus den Mittelmeerländern eingeführten Tamarisken. Diese Baumart hat sich inzwischen zu einer echten Gefahr für das empfindliche Ökosystem der Flussregion entwickelt, da sie dem Boden sehr große Mengen an Feuchtigkeit entzieht und diese Feuchtigkeit über die Blätter wieder verdunstet. Seit kurzem versucht man mit einem regelrechten Ausrottungsprogramm - allerdings mit wenig Erfolg - diese Pflanzenart wieder aus dem Gebiet zu entfernen.

Truthahngeier
Truthahngeier am Cottonwood Campground

Tiere
Big Bend gehört zu den wenigen Nationalparks, wo Wildtiere noch in großer Anzahl zu beobachten sind. Allerdings ist auch hier der frühere reiche Wildbestand durch die Eingriffe des Menschen zu Beginn dieses Jahrhunderts erheblich zurückgegangen. Pelzhändler waren dafür verantwortlich, dass die großen Biberkolonien an den Flussufern fast ausgerottet wurden. Rancher und Viehzüchter waren schuld an der Ausrottung der Wölfe, der Pronghorn Antilopen und der Dickhornschafe. Dagegen konnten die Berglöwen oder Pumas in den höheren Bergregionen überleben. Insgesamt etwa ein Dutzend dieser Tiere gibt es hier noch. Man bekommt sie jedoch äußerst selten zu sehen, am ehesten im Mai oder Juni in der Gegend beim Panther Pass. In den vergangenen Jahren wurden von Wanderern auch wieder vereinzelt Bären gesichtet. Zu den Tieren, die häufiger zu sehen sind, gehören die rotköpfigen Truthahngeier und die flinken Roadrunner, Maultierhirsche, Klippenschwalben, Falken, Eidechsen, Geckos, Taranteln und Erdhörnchen.

Roadrunner
Der Roadrunner gehört zur Kuckucksfamilie

Kojoten sieht man selten, meist hört man nur ihr durchdringendes langgezogenes Heulen bei Einbruch der Nacht oder in der Morgendämmerung. Achten Sie bei Touren durch den Park auch auf die recht aggressiven Pecaris oder Javelinas, die unseren Wildschweinen sehr ähnlich sehen, in Wirklichkeit aber mit dem Tapir und dem Pferd verwandt sind. Leider findet man sie oft von Autos überfahren am Straßenrand. Zu den unangenehmeren Bewohnern des Big Bend gehören Skorpione und 16 Schlangenarten, darunter die rosafarbene Western Coachwhip und drei sehr giftige Klapperschlangenarten. Wissenschaftler entdeckten im Big Bend auch interessante Saurierknochen und -skelette wie etwa das des Pterosaurus. Dieser Flugsaurier war das größte fliegende Lebewesen, das es jemals auf dieser Erde gab - mit einem Gewicht von 70 kg und einer Flügelspannweite von 11 Metern!

Javelina
Ein Javelina oder Pecari

Geschichte
Als Anfang des 16. Jahrhunderts die ersten Spanier in das Gebiet gelangten, trafen sie in der Nähe des heutigen Presidio auf Indianer, die in kleinen Pueblos lebten und in den fruchtbaren Flusstälern des Río Grande Ackerbau betrieben. Die Spanier nannten diesen Indianerstamm La Junta Indians. Allerdings hatten weder sie noch die Spanier Interesse an dem Wüsten- und Canyongebiet im Osten, das sie El Despoblado nannten, unbewohntes Land. Tatsächlich war das Gebiet völlig unbesiedelt, als einige Jahre später die Chisos-Indianer, die bisher ausschließlich im zentralen Nordmexiko gelebt hatten, begannen, die Sommermonate hier zu verbringen. Nach diesem Indianerstamm ist auch die Gebirgskette der Chisos Mountains im Zentrum des Big Bend benannt.

Als spanische Konquistadoren die Chisos-Indianer immer häufiger überfielen und die Gefangenen nach Zentralmexiko verschleppten, wo sie in den Kupfer- und Silberbergwerken als Sklaven arbeiten mussten, bildeten diese eine eigene Streitmacht, der es nach einer entscheidenden Schlacht im Jahr 1644 gelang, die Spanier für lange Zeit aus dem Gebiet des Big Bend fernzuhalten. Verdrängt wurden die Chisos schließlich von den Mescalero-Apachen, die infolge der zunehmenden kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Comanchen nach Süden geflüchtet waren und sich im Gebiet des Big Bend niederließen. Die Mescalero Apachen, die sich hervorragend an die lebensfeindliche Wüste angepasst hatten, waren erfolgreiche Guerillakämpfer. Ihnen gelang es bis ins 18. Jahrhundert hinein, alle weißen Eindringlinge erfolgreich abzuwehren.

Den Comanchen, die mittlerweile ihre Kriegszüge auf spanischen Pferden bis nach Nordmexiko ausdehnten, waren allerdings auch sie nicht gewachsen. Über ein Jahrhundert lang zog dieses kriegerische Reitervolk, das die südlichen Plains von Oklahoma bis Texas beherrschte, jedes Jahr während des ersten Vollmonds im September vom Llano Estacado über den Big Bend bis nach Nordmexiko. Während dieses berüchtigten Comanche War Trail überfielen sie regelmäßig sämtliche Dörfer zwischen dem Río Grande und Durango in Mexiko. Schwer beladen mit geraubten Nahrungsmitteln, Pferden, Vieh und Sklaven zogen sie anschließend durch den Big Bend wieder nach Norden - mit respektvollem Abstand zum spanischen Fort in Presidio. Ende des 19. Jahrhunderts erreichte schließlich die Westexpansion der angloamerikanischen Siedler auch Westtexas und damit den Big Bend. Dem Militär gelang es, die Kriegszüge der Comanchen zu beenden und die Mescalero-Apachen, die sich unter dem Druck der Comanchen tief ins Innere der Chisos Mountains zurückgezogen hatten, zu einem Friedensvertrag mit der mexikanischen Regierung zu überreden. Alsate, der letzte Häuptling der Mescaleros, überquerte daraufhin mit einer großen Anzahl seiner Krieger den Río Grande, um den angebotenen Friedensvertrag zu unterzeichnen. Die Mexikaner machten die Männer zunächst betrunken, dann wurden sie gefoltert, und schließlich zwang man sie, nach Chihuahua zu marschieren, wo einige von ihnen getötet und die anderen als Sklaven verkauft wurden.

Doch selbst nachdem die Indianergefahr gebannt war, blieb West Texas und damit auch das Gebiet des Big Bend dünn besiedelt. Nur einige Schaf- und Rinderzüchter nutzten das Land als Viehweide. Größeres Interesse weckte das Gebiet erst, als man Zinnober fand, das die Indianer allerdings schon Jahrhunderte vorher als Farbstoff für Felszeichnungen und für die Kriegsbemalung benutzt hatten. Bei der Erhitzung von Zinnober entsteht Quecksilberdampf, der kondensiert und so in flüssiges Quecksilber umgewandelt werden kann. Die Chisos Mining Company unterhielt im Westen des Big Bend Anfang des Jahrhunderts die zweitgrößte Quecksilbermine der Welt, die in den 40 Jahren ihres Bestehens über 100.000 Flaschen reines Quecksilber produzierte. Als zu Beginn des 2. Weltkriegs die Zinnobervorräte zu Ende gingen, wurden die Minen geschlossen. Zurück blieben nur die beiden Geisterstädte Terlingua und Study Butte, in denen einst über 2000 Minenarbeiter mit ihren Familien gelebt hatten.

Klima/Reisezeit

Eine Besonderheit des Big Bend sind die plötzlichen Wetterumstürze, auf die man sich vor allem bei längeren Wanderungen entsprechend einstellen sollte. So kann es im Sommer plötzlich zu heftigen Gewitterstürmen mit sintflutartigen Regenfällen kommen und in den relativ milden Wintermonaten zu Stürmen mit Temperaturstürzen unter Null Grad und Schneefällen. Die trockenste Zeit sind Winter und Frühjahr, Regenfälle und Gewitter gibt es hauptsächlich in den Sommermonaten zwischen Juni und August. Die Temperaturen in den Bergregionen liegen jeweils um 10 bis 12 Grad unter denen der tiefer liegenden Wüstengebiete, wo die Sommertemperaturen leicht bis auf 45 Grad klettern können. Die besten Reisezeiten für den Park sind Frühjahr und Herbst. Die Temperaturen sind dann sowohl in den Bergen als auch in den Wüstengebieten und Flussebenen am angenehmsten. Den Hochsommer sollte man möglichst meiden, da es für Wanderungen dann oft zu heiß ist. Hauptreisezeit der Amerikaner sind zwei Wochen an Weihnachten und der Monat März.

Zufahrt

Der Park besitzt zwei Eingänge. Den Westeingang erreicht man von Alpine über die SR 118 oder von Presidio bzw. Lajitas über den Hwy 170 (s. El Camino del Río). Zum Nordeingang gelangt man von Alpine und Marathon aus über die US 385. Visitor Center: das Hauptgebäude befindet sich bei Panther Junction. Auskünfte und Broschüren erhält man auch bei den Rangerstationen Castolon, Chisos Basin und Río Grande Village.

Outdoor-Aktivitäten

Raftingtouren auf dem Río Grande  
Raftingtouren zwischen einem Tag und zwei Wochen Dauer durch die beeindruckenden Canyons des Río Grande werden von verschiedenen Veranstaltern in Lajitas, Terlingua und Study Butte angeboten (s. El Camino Del Río). Entsprechende Auskünfte erhält man auch im Visitor Center von Panther Junction. Im Nationalpark selbst findet man allerdings keine Veranstalter. Hauptsaison für Wildwassertouren sind die Sommermonate Juli bis August, da in dieser Zeit der meiste Regen fällt. In den übrigen Monaten kann der Wasserstand bei lang andauernden Trockenperioden selbst für Kajaktouren zu niedrig sein!

Wer es sich zutraut, die Canyons mit Stromschnellen zwischen Klasse II und IV auf eigene Faust mit Schlauchbooten, Kajaks oder Kanus zu befahren, kann die komplette Ausrüstung in der Ortschaft Lajitas beim Lajitas Trading Post mieten. Vorher sollte man sich unbedingt im Visitor Center oder beim Lajitas Trading Post nach den Besonderheiten der einzelnen Routen, dem Schwierigkeitsgrad und besonderen Vorschriften erkundigen. Bei diesen beiden Stellen erhält man auch das für die Canyons des Parkgebiets erforderliche Permit. Beliebtester Einstiegspunkt für die Touren ist die Ortschaft Lajitas westlich des Parks. Zu den einfacheren Canyons (Klasse II bis III) gehören der Mariscal, der Colorado und der Boquillas Canyon. Interessanter, aber auch schwieriger (bis Klasse IV) ist der Santa Elena Canyon. Ein einwöchiges Wildnisabenteuer für erfahrene Wildwasserfahrer (Klasse III bis IV) ist die 120 Meilen lange Tour durch die Lower Canyons des Río Grande Wild & Scenic River.

Reittouren  
Der Reitstall Lajitas Stables befindet sich 3 Meilen außerhalb des westlichen Parkeingangs an der Kreuzung von Hwy 118 und FM 170. Angeboten werden ein- oder mehrstündige Ausritte, allerdings nur außerhalb des Parkgebiets. Wegen der extremen Trockenheit und Hitze ist es für Pferde und Reiter besser, Reittouren in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen.

Horseback Riding Big Bend
Reittour in der Nähe des Westeingangs

Jeeptouren
Es gibt im Park zwar einige schöne Geländestrecken, insbesondere die etwa 80 km lange River Road entlang der Südgrenze des Parks zwischen Castolon und Río Grande Village, allerdings kann man weder im Park noch in der näheren Umgebung entsprechende Geländewagen mieten (nächste Gelegenheit in Alpine, 88 Meilen nördlich des Parks). Bevor man losfährt, braucht man eine schriftliche Genehmigung der Parkverwaltung. Man sollte sich auch unbedingt vorher nach dem aktuellen Straßenzustand und den Wetteraussichten erkundigen. Broschüren mit der Beschreibung lohnender Nebenstrecken erhält man im Visitor Center von Panther Junction.

Wanderungen & Trekkingtouren

Der Big Bend Nationalpark bietet eine Fülle wunderschöner und interessanter Wandermöglichkeiten. Allerdings ist stets zu bedenken, dass die Temperaturen selbst in den hochgelegenen Chisos Mountains im Frühjahr, Sommer und Herbst extrem hoch sind, so dass man außer einer Kopfbedeckung auch genügend zu trinken mitnehmen sollte.

Am schönsten sind Wanderungen ohnehin in den frühen Morgen- und Abendstunden, wenn die Temperaturen angenehm sind und man reichlich Gelegenheit hat, die vielen Wildtiere des Big Bend zu beobachten. Der größte Teil des Big Bend ist reines Wildnisgebiet. Aus diesem Grund nehmen Sie bitte die folgenden Hinweise und Vorschriften der Parkverwaltung ernst.

Für Übernachtungstouren benötigt man ein kostenloses Backcountry Permit der Parkverwaltung. Wer allein wandern möchte, sollte vorher Bekannte oder Parkranger über die geplante Route unterrichten und ein sogenanntes Solo Hiker Formular ausfüllen, damit die Ranger im Notfall wissen, wo sie zu suchen haben. Wer unterwegs zeltet, muss dabei einen Abstand von mindestens 100 Metern zu Flüssen, Seen und Quellen einhalten, um Wildtiere nicht beim Trinken zu stören und das Wasser nicht zu verschmutzen. Offenes Feuer ist im gesamten Parkgebiet verboten. Klettern ist ohne spezielle Genehmigung der Parkverwaltung nicht erlaubt wegen der stellenweise brüchigen Felsen auch recht gefährlich. Obwohl ernste Begegnungen mit Pumas recht selten sind (zwei Angriffe auf Menschen seit 1984 im Gebiet der Chisos Mountains), sollte man im Notfall wissen, wie man sich richtig zu verhalten hat: keinesfalls wegrennen, sondern stehen bleiben. Das Tier anschauen und versuchen, es mit Schreien, Steinwürfen und heftigen Drohgebärden zu vertreiben.

Wanderungen im Gebiet des Santa Elena Canyon

Auf der Fahrt zum Canyon gibt es einige sehenswerte Aussichtspunkte auf Felsformationen und Canyons. Interessant sind auch die Zeugnisse der Vergangenheit - ein altes Ranchhaus, Reste von Windmühlen, eine alte Garnisonskaserne und Lehmhäuser aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Santa Elena Canyon Trail  
Distanz: 1,7 Meilen (2,7 Kilometer)
Benötigte Zeit: 1-2 Stunden
Steigung: keine
Hinweis: bei Hochwasser wird der Weg gesperrt!
Die Wanderung beginnt am Ende der Straße zum Santa Elena Canyon. Nach einem kurzen Stück durch das Uferschilf erreicht man den Terlingua Creek, der bei niedrigem Wasserstand problemlos durchwatet werden kann. Auf der anderen Seite beginnt der Eingang in den Santa Elena Canyon. Man folgt dem Pfad entlang dem Río Grande durch die dschungelartige Ufervegetation, während rechts und links die fast 500 Meter hohen Canyonwände immer enger zusammenrücken. Diese Wanderung gehört zu den schönsten im gesamten Parkgebiet, besonders in den Abendstunden, wenn die Canyonwände von den Strahlen der untergehenden Sonne in warme Rot- und Gelbtöne getaucht werden.

Santa Elena Canyon     Santa Elena Canyon
In den Schluchten des Santa Elena Canyon

Tuff Canyon Trail
Distanz: 0,8 Meilen (1,3 Kilometer)
Benötigte Zeit: ½ Stunde
Der Weg beginnt am Tuff Canyon Parkplatz, kurz vor Castolon. Er führt durch Tuffgestein, das vom Regen ausgewaschen wurde in einen Canyon, dessen grauweiße Wände teils aus erkaltetem Lavagestein, teils aus Vulkanasche bestehen.

Wanderungen im Gebiet des Río Grande Village

Ab Panther Junction sind es 24 Meilen bis zu den 600 Meter tiefer gelegenen Tälern des Río Grande auf der Ostseite des Parks. Unterwegs bietet sich die Gelegenheit für einen kurzen Abstecher über die Grenze nach Mexiko.

Von der Hauptstraße führt ein unbefestigter Weg zum Boquillas Canyon Overlook und weiter über eine Schotterstraße zum Ufer des Río Grande. Mit einer Fähre kann man hier den Fluss überqueren. Auf der mexikanischen Seite kann man die knappe Meile bis zu dem mexikanischen Dorf Boquillas de Carmen sehr gut zu Fuß zurücklegen. Mit der Behauptung, es sei noch sehr weit bis zum Dorf, gelingt es den Mexikanern allerdings meistens, ahnungslose Touristen zu einem Eselsritt zu überreden, was ja auch seinen Reiz haben kann. Die Gebühr für die Fähre sollte man erst auf dem Rückweg bezahlen. In dem kleinen Dorf gibt es außer kühlem Bier und mexikanischen Originalgerichten allerdings nichts Besonderes zu sehen.

Boquillas Canyon Trail
Distanz: 1,4 Meilen (2,2 Kilometer)
Benötigte Zeit: 1-2 Stunden
Steigung: kurze Steigung am Anfang des Wegs
Der Weg beginnt beim Parkplatz am Ende der Zufahrtsstraße zum Boquillas Canyon. Man überquert eine kleine Anhöhe, die einen herrlichen Ausblick auf die Fluss-Schleifen des Río Grande bis hinüber nach Mexiko bietet. Danach führt der Weg am schilfbewachsenen Flussufer entlang bis in den Boquillas Canyon. Die beste Zeit für diese Wanderung sind wegen der Lichtverhältnisse die frühen Morgenstunden.

Hot Springs Historic Walk
Distanz: 2 Meilen (3,2 Kilometer)
Benötigte Zeit: 1-2 Stunden
Die Mineralquellen sind nur erreichbar über eine zwei Meilen lange schlechte Schotterstraße, die kurz vor dem Río Grande Village von der Hauptstraße abzweigt (für Wohnmobile nicht geeignet ). Der Wanderweg beginnt am Parkplatz und endet bei den heißen Quellen von Hot Springs. Hier, an der Einmündung des Tornillo Creek in den Río Grande unterhielt Anfang dieses Jahrhunderts ein Mann namens J.O. Sayford ein Heilbad. Einige Ruinen des Badehauses sind noch zu sehen.

Río Grande Village Nature Trail
Distanz: 0,75 Meilen (1,2 Kilometer)
Benötigte Zeit: ½ Stunde
Steigung: keine
Kurzer Naturlehrpfad, der am Campingplatz gegenüber Campsite 18 beginnt und zu einem Hügel führt. Von hier schöne Ausblicke auf den Río Grande.

Wanderungen in den Chisos Mountains

Vom Visitor Center klettert die serpentinenreiche Straße über sechs Meilen hinauf in die Berge. Nach ca. fünf Meilen erreicht man Panther Pass, mit 1759 Metern höchster Punkt der Straße. Hier beginnt der Wanderweg Lost Mine Trail. Danach windet sich die Straße in engen Kurven hinunter in das Chisos Basin, dem Ausgangspunkt zahlreicher weiterer Wanderwege.

Lost Mine Trail
Distanz: 4,6 Meilen (7,4 Kilometer)
Benötigte Zeit: 4-5 Stunden
Steigung: 380 Meter
Der Weg beginnt am Panther Pass und führt zum Lost Mine Overlook auf 2.085 Metern Höhe, einem schönen Aussichtspunkt auf den Juniper Canyon und den East Rim.

Window Trail  
Distanz: 5,3 Meilen (8,5 Kilometer)
Benötigte Zeit: 3-4 Stunden
Steigung: 250 Meter
Der Weg beginnt beim Basin Trailhead und führt über einen schmalen, steinigen Weg hinunter in den Oak Creek Canyon. Achtung: im Tal ist es stets heißer als in den umliegenden Bergen. Vergessen Sie nicht genügend zu Trinken und einen Kopfschutz! Nach dem Abstieg durchquert man ein weites Tal und erreicht schließlich ein schattiges Bachbett, das auf beiden Seiten von immer höher werdenden Felsbastionen gesäumt wird. Der schmale Pfad mündet schließlich in eine grandiose Fels- und Schluchtszenerie und endet spektakulär am Window, einer schmalen Felsöffnung mit weitem Blick auf die einige hundert Meter tiefer liegenden Wüstengebiete.

Übernachtung

Die einzige Übernachtungsgelegenheit für Nicht-Camper innerhalb des Parks bietet die Chisos Mountain Lodge mit insgesamt 34 Zimmern in der Lodge, im Motelkomplex und in kleinen Steinhäuschen. Rechtzeitige Reservierung ist unbedingt erforderlich.

National Parks Concession, Inc.
Chisos Mountains Lodge
Big Bend National Park, TX 79834
Tel. (915) 477-2291

Río Grande Village
Lage: im Südosten des Parks , vier Meilen vor dem Eingang zum Boquillas Canyon
Anzahl Plätze: 25 (alle mit full hookup)
Ausstattung: Waschmaschinen, Laden
Öffnungszeit: ganzjährig
Río Grande Village ist der einzige Platz im gesamten Parkgebiet, der über Anschlüsse für Wohnmobile verfügt. Das Ganze wirkt jedoch eher wie ein asphaltierter Parkplatz.

Cottonwood
Der Platz liegt recht idyllisch unter hohen Cottonwoodbäumen im Ufergebiet des Río Grande, in der Nähe von Castolon, verfügt allerdings über keinerlei Anschlüsse für Wohnmobile. Zur Ausstattung gehören Tische, Bänke, Grillplätze und Toiletten.

Chisos Mountain Basin
Der Platz mit 63 Stellplätzen für Zelte und Camper bis 24 Fuß liegt in den Bergen des Chisos Basin unterhalb der Chisos Mountain Lodge. Ausstattung: zentrale Dumpstation, Toiletten, Frischwasser, Tische und Grillstellen.

Adresse

Big Bend National Park
Big Bend NP, TX 79834
Tel. (915) 477-2251


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