Bundesstaat: Utah
Höhe: 1.600 ü.M. - 1.950 ü.M.
Lage: nördlich der Kleinstadt Mexican Hat im Südosten von Utah
Kurzinfo
Goosenecks oder Gänsehälse ist die treffende Bezeichnung für eine ganze Reihe ungewöhnlich eng beieinander liegender Fluss-Schleifen, die vom grauen, oft schlammbeladenen San Juan River über Jahrmillionen hinweg aus dem Coloradoplateau gemeißelt wurden und die man von einer steil abfallenden Felskante hoch über dem Fluss sehr schön überblicken kann. Nicht weit davon entfernt befindet sich der Muley Point Overlook, ein zweiter, mehr als 300 Meter höher gelegener Aussichtpunkt auf den San Juan River mit Fernblick bis zum südlich gelegenen Monument Valley. Dazwischen liegt eine unter dem Namen Moki Dugway bekannte ungeteerte Serpentinenstrecke, die auf der kurzen Distanz von 2 Meilen diesen gewaltigen Höhenunterschied überwindet und selbst wieder zahlreiche spektakuläre Ausblicke bietet. Kombiniert man diese drei landschaftlichen Highlights noch mit einer Fahrt durch das nahe gelegene Valley of the Gods und einem kurzen Abstecher zum Felsen Mexican Hat ergibt dies eine der schönsten und abwechslungsreichsten Rundfahrten durch die faszinierenden Fels- und Canyonlandschaften des Südwestens.

Die Goosenecks des San Juan River
Interessantes / Rundfahrt
Goosenecks State Park
Man kann die genannten Aussichtspunkte und Nebenstrecken zu einer schönen Rundfahrt und Tagestour kombinieren, indem man morgens von Mexican Hat 3 Meilen auf dem Hwy 163 nach Norden fährt und dann nach links auf den Hwy 261 abbiegt. Wenig später bereits gelangt man zur Abzweigung Richtung Goosenecks State Park. Diese auch als Hwy 316 auf den Karten verzeichnete Stichstraße endet nach 4 Meilen am Aussichtspunkt und Canyonrand über den an dieser Stelle bis zu 300 Meter tief eingegrabenen Fluss-Schleifen des San Juan River. Sechs Meilen windet sich hier der Fluss durch die engen Windungen der Canyons, um anderthalb Meilen auf seinem Weg zum Colorado River voranzukommen - eine geologische Sensation selbst in dem an Naturwundern so reichen Südwesten. Am Parkplatz finden sich häufig Navajo Familien ein, um Schmuck und Kunsthandwerk zu verkaufen.

Moki Dugway
Zurück auf dem Highway 261 folgt man diesem ein kurzes Stück weiter Richtung Norden bis zum Beginn des Moki Dugway, einer 3 Meilen langen, auf den oberen zwei Dritteln ungeteerten Serpentinenstrecke, die aber auch von Wohnmobilen (bis max. 28 feet) befahrbar ist und auf das 330 Meter höher gelegene Cedar Mesa Plateau führt. Der Begriff ‚moki' stammt von spanischen Conquistadoren, die das Gebiet im 18. Jahrhundert durchquerten. Sie bezeichneten damit die frühen Indianerkulturen des Südwestens, deren Zeugnisse im Bereich der Cedar Mesa sehr häufig zu finden sind.

Die serpentinenreiche Steilstrecke des Moki Dugway
Muley Point Overlook
Am oberen Ende des Moki Dugway angekommen, nimmt man gleich die erste Abzweigung nach links auf eine ebenfalls ungeteerte Dirt Road, die 5 Meilen weiter am Muley Point Overlook endet. Genau genommen handelt es sich dabei um zwei Viewpoints, die man kurz nacheinander erreicht. Von beiden bieten sich sehr schöne Panoramablicke über die Canyonlandschaft des San Juan River bis zur Silhouette des Monument Valley weit entfernt am Horizont mit seinen unverwechselbaren Sandsteinmonolithen und Felsnadeln. Anders als beim geschotterten Moki Dugway handelt es sich bei dieser Dirt Road um eine Lehmpiste, die zwar relativ eben und dadurch gut befahrbar ist, sich aber bei Nässe in eine schmierige Rutschbahn verwandelt. Nach Regenfällen also lieber meiden!
Wer auf die Fahrt durch das Valley of the Gods verzichten möchte oder diese Fahrt bereits am Abend zuvor unternommen hat, kann nun auf dem Highway 261 nach Norden weiterfahren Richtung Natural Bridges National Monument. Ansonsten sollte man oben am abgeschiedenen und wenig besuchten Muley Point Overlook die Zeit nutzen und eine ausgiebige Mittagspause einlegen, bevor man auf dem gleichen Weg, also dem Moki Dugway wieder nach unten ins Tal fährt, um dann gegen Abend bei der Fahrt durch das Valley of the Gods gutes Fotolicht zu haben. Wer will, kann hier oben sogar kostenlos übernachten.
Valley of the Gods
Das Valley of the Gods, ein weitläufiges Tal, das mit seinen zahlreichen dunkelrot gefärbten Felsnadeln und Buttes ein wenig an das wesentlich bekanntere und weiter südlich gelegene Monument Valley erinnert, liegt direkt unterhalb der steil aufragenden Abbruchkante der Cedar Mesa. Durchquert wird das Tal von einer 17 Meilen langen Dirt Road, die am Highway 261 unterhalb des Moki Dugway beginnt (ausgeschildert) und dann nach einem großen Bogen östlich davon am Highway 163 endet. Für Wohnmobile ist diese schmale und zum Teil lehmhaltige Piste aufgrund der vielen quer verlaufenden ‚washes' allerdings nicht geeignet. Nach heftigen Regenfällen, die besonders im Sommer sehr häufig sind, können diese ‚washes' sogar dermaßen tief sein, dass die Strecke nur noch mit High-Clearence Fahrzeugen zu befahren ist. Am östlichen Endpunkt dieses Scenic Drive liegt genau gegenüber der Einmündung in den Highway 163 ein wunderschöner farbiger Felsen mit einem interessanten Zackenmuster, Teil der Raplee Anticline und bekannt unter dem Namen Indian Blanket, der vor allem gegen Abend ein weiteres schönes Fotomotiv darstellt.


Valley of the Gods
Mexican Hat
Letztes Highlight des Tages ist dann ein kurzer Abstecher zum markanten Felsblock Mexican Hat, einer tonnenschweren runden und flachen Felsplatte mit einem Durchmesser von fast 20 Metern, die auf einem schmalen Steinsockel ruht und einem mexikanischen Sombrero sehr ähnlich sieht. Wer will, kann hier in der Nähe des Felsens auch zelten. Ansonsten fährt man zurück zum Ausgangspunkt der Tour nach Mexican hat, wo man in einem der wenigen Motels übernachten kann.
Übernachtung
Wer mit einem Wohnmobil unterwegs ist, kann im Goosenecks State Park am Canyonrand auf einem der 8 vorhandenen Stellplätze übernachten. Außer einfachen Toiletten gibt es hier allerdings keine weiteren Einrichtungen. Kostenloses ‚primitive camping' ist auch möglich am Muley Point Overlook sowie im Valley of the Gods. In Mexican hat gibt es einige wenige Motels, die man besonders in der Hauptsaison frühzeitig reservieren sollte (z.B. San Juan Inn & Trading Post, Tel. 1-800-447-2022, Mexican Hat Lodge, Tel. 435-683-2222 oder Hat Rock Inn, Tel. 435-683-2221). Weitere Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Bluff (s. dort) oder direkt im Valley of the Gods beim Valley of the Gods Bed & Breakfast, einem steinernen Ranchhaus gleich am westlichen Beginn des Scenic Drive, Tel. 970-749-1163.
Burch's RV Park & Trading Post
Lage: am Hwy 163 in Mexican Hat
Anzahl Plätze: 15 RV Sites (keine hookups) und 20 Zeltplätze
Öffnungszeit: ganzjährig
Valle's Trailer Park & Trading Post
Lage: am nördlichen Stadtende von Mexican Hat am Hwy 163
Anzahl Plätze: 31 (alle mit full hookup), 4 Zeltplätze
Ausstattung: Propangas, Waschmaschinen, Laden, Möglichkeit zum Schwimmen
Öffnungszeit: ganzjährig

Das 'Indian Blanket' im Abendlicht


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