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Touridee USA |
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Crack Canyon |
Gerade fängt es an, hell zu werden, als ich schon das Zelt abbaue. Jetzt im Hochsommer muss man schnell sein, die kurze Zeit nutzen, bevor die Sonne so heiß vom Himmel brennt, dass man nichts mehr unternehmen kann. Schnell noch ein Frühstück, dann den kleinen Tagesrucksack packen, die Karten und Wegbeschreibungen bereitlegen, alle Wasserkanister auffüllen, und schon bin ich unterwegs. Eigentlich wollte ich ja noch dem freundlichen Ranger hier im Goblin Valley auf Wiedersehen sagen und Bescheid geben, dass ich heute zum Crack Canyon will, aber dann finde ich nur einen kleinen Notizzettel am Fenster ‚I'm out on tour. Please choose a site and come back later'. Na denn, goodbye Goblin Valley. Vielleicht komme ich ja irgendwann wieder. ![]() Beim Goblin Valley Turnoff folge ich der Dirt Road nach links, Richtung Temple Mountain, später der noch etwas schmaleren Behind-the-Reef Road, die sich wie eine Klapperschlange Meile um Meile an der endlos erscheinenden Felsmauer des San Rafael Reef entlangschlängelt. Knapp viereinhalb Meilen weiter sehe ich auf der linken Seite ein paar Jeepspuren. Hier muss der Trailhead sein. Ich parke das Auto direkt am Straßenrand. Die zusätzlichen paar hundert Meter dem Jeeptrail entlang bis zu der unpassierbaren Stelle an den Felsen kann ich auch laufen. ![]() Die Augen auf die vor mir liegende Felsenbastion fixiert, mache ich mich mit der Wegbeschreibung in der Hand auf den Weg. Meine ganze Aufmerksamkeit ist darauf gerichtet, in dieser überall gleich aussehenden vor- und zurückweichenden Felswand den Eingang zum Crack Canyon zu finden. Rasch überquere ich das mit winzigen Wacholderbüschen, Sagebrush und Kakteengestrüpp bewachsene Gelände, über Felsplatten und dann hinunter weiter Richtung Felswand, immer den tief eingegrabenen und ausgetrockneten Washes folgend. Kleine Steinhäufchen als Wegmarkierung gibt es hier nur selten, aber das macht nichts, denn jetzt habe ich in der Ferne endlich die Felsöffnung entdeckt, nach der ich schon die ganze Zeit suche. Das muss er sein. Der Eingang zum Crack Canyon. ![]() Wie gewaltig diese Felsmauern sind, wird mir erst bewusst, als ich direkt davorstehe. Riesig hoch, wie ein gewaltiges Tor, ragen die Felsen rechts und links in den Himmel empor. Was sich wohl dahinter verbirgt? Langsam schreite ich weiter, fasziniert von all den riesigen Löchern in der Wand, denen der Crack Canyon seinen Namen verdankt. Dann ein erstes Hindernis, ein Felsabsturz. In meiner Fantasie stelle ich mir vor, wie hier bei einer Flash-Flood die Wassermassen durch die Schlucht tosen und als Wasserfall über diese Felskante donnern. Schade, dass man sich das nicht irgendwie anschauen kann. Das wäre bestimmt ein wahnsinnig beeindruckendes Erlebnis. ![]()
Im Moment ist allerdings alles hier ausgetrocknet. Im Nu bin ich über die Felskante hinuntergeklettert, dann wartet schon das nächste Highlight - ein riesiger halb offener Tunnel, in den gerade die ersten Sonnenstrahlen einfallen, bizarr eingerahmt von gezackten, überhängenden Felsplatten. Was für ein Licht! Was für eine fantastische und theatralische Kulisse für Fotoaufnahmen. Wie von Zauberhand berührt und zum Leben erweckt, erstrahlen plötzlich alle Felsen in leuchtendem Rot, einem kräftigen, tiefen Rot, wie in feurige Flammen getaucht. Und schon habe ich auch einen passenden Namen für diesen Ort - Firehole Tunnel.
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