Touridee USA – Die Reiseführer über den Westen Amerikas


Capitol Reef National Park

Bundesstaat: Utah
Höhe: 1.580-2.150 ü.M.
Lage: Im zentralen Südutah zwischen Arches Nationalpark, Canyonlands Nationalpark und Bryce Canyon. Im Süden erstreckt sich das Parkgebiet bis zur Glen Canyon National Recreation Area am Lake Powell.

Kurzinfo

Die abwechslungsreiche Naturlandschaft des Capitol Reef Nationalparks besteht aus mächtigen Felsendomen, schmalen Schluchten und dem lieblichen Flusstal des Fremont River mit alten Farmgebäuden und Obstplantagen aus der Zeit der Jahrhundertwende. Die Apfel-, Kirsch- Pfirsich- und Aprikosenbäume, die heute vom Park Service liebevoll gepflegt werden, sind von Anfang Juli bis Oktober eine Attraktion für durchfahrende Touristen, denen die Früchte genauso gut schmecken wie den Maultierhirschen, die man hier oft beobachten kann. Schöne Wanderwege führen unter anderem zum Rim Overlook, durch den tief eingeschnittenen Grand Wash und durch das Flussbett des Sulphur Creek. Mit einem Geländewagen sollte man unbedingt noch eine Tagestour ins abgelegene Cathedral Valley unternehmen. Dort findet man nicht nur Einsamkeit pur, sondern auch riesige Felsmonolithen, die so beeindruckende Namen tragen wie Walls of Jericho, Temple of the Sun und Temple of the Moon.

Capitol Reef Scenic Drive
Capitol Reef Scenic Drive

Wissenswertes

Die ersten menschlichen Siedlungsspuren im Gebiet des Capitol Reef stammen von Indianern der Fremont Kultur, die zwischen 700 und 1250 n.Chr. in den fruchtbaren Flusstälern Ackerbau betrieben. Zu den wenigen Zeugnissen aus dieser Zeit gehören einige gut erhaltene Petroglyphen in der Nähe des Highway 24. Aufgrund der Unzugänglichkeit dieses Gebirges, das wie eine natürliche Barriere wirkt, wurde das Gebiet jedoch erst relativ spät von Weißen besiedelt. Mormonen, die ihr Siedlungsnetz Ende des vergangenen Jahrhunderts nach und nach über weite Teile Utahs ausdehnten, erreichten das Tal des Fremont River erst im Jahr 1870. Isolation, häufige Überschwemmungen und schlechte Transportmöglichkeiten zwangen viele Siedler zur Aufgabe. Nur wenige Familien trotzten den anhaltenden Schwierigkeiten. Erst Ende 1960, mit der Errichtung des Nationalparks, verließen die letzten unter ihnen das Tal.

Klima / Reisezeit

Kennzeichnend für das Gebiet des Capitol Reef ist die ganzjährig geringe Luftfeuchtigkeit. Selbst im Winter sind Schneefälle recht selten. Hauptniederschlagszeit sind die Sommermonate Juli bis September mit zahlreichen heftigen Gewitterregen, Wolkenbrüchen und Sturzfluten, die Wanderungen durch die Canyons und die Fahrt auf ungeteerten Nebenstrecken zeitweise verhindern können. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind vor allem im Sommer sehr groß. Tagsüber klettert das Thermometer dann nicht selten über 40 Grad, während es nachts auf kühle 10 bis 15 Grad absinken kann. Am schönsten für Wanderungen sind Frühjahr und Herbst mit angenehmen Tagestemperaturen und relativ geringen Niederschlägen. Sehr lästig sind im Frühsommer die vielen Stechmücken in der Nähe der Flussufer.

Egyptian Temple
Egyptian Temple

Interessantes

Der Highway 24 durchschneidet das Nationalparkgebiet von Ost nach West. Unterwegs gibt es mehrere Haltestellen, Viewpoints und Parkplätze für Wanderungen. Da es sich bei diesem Highway um eine vielgenutzte Durchgangsstraße handelt, wird an den Parkgrenzen auch keine Eingangsgebühr verlangt. Kostenpflichtig ist jedoch das Abfahren des Scenic Drive, der vom Visitor Center etwas tiefer nach Süden ins Parkgebiet hineinführt.

Fremont Wasserfall
Lage: 6,6 Meilen östlich des Visitor Center am Hwy 24, kurz vor der Parkgrenze Von der Haltebucht am Straßenrand führt ein kurzer, steiler Weg hinunter zum Wasserfall und zum Fremont River. Auf den ersten Blick sieht die kleine Bucht zwar recht einladend aus, Baden sollte man hier aber aufgrund der Abwässer lieber nicht.

Behunin Cabin
Lage: 6,2 Meilen östlich des Visitor Center am Hwy 24
Das einfache Steinhaus auf der Südseite der Straße wurde 1882 von Elijah Cutlar Behunin aus Sandsteinblöcken erbaut. Ein Blick ins Innere verdeutlicht die extrem einfachen Lebensbedingungen der Mormonensiedler zur Zeit der Jahrhundertwende.

Grand Wash
Lage: 4 Meilen östlich des Visitor Center am Highway 24
Der kleine Parkplatz auf der Südseite der Straße ist Ausgangspunkt für eine Wanderung durch die beeindruckende Schlucht des Grand Wash, dessen Felswände überzogen sind mit riesigen Löchern und Potholes (s. Wanderungen).

Petroglyphen
Lage: 1,2 Meilen östlich des Visitor Center am Hwy 24 Vom Parkplatz führt ein kurzer Plankenweg zu einer Felswand auf der Nordseite der Straße. Die dargestellten Figuren wurden vor Jahrhunderten von Fremont Indianern in den weichen Stein geritzt.

Old Fruita
Lage: 0,8 Meilen östlich des Visitor Center am Hwy 24 Etwa zehn Mormonenfamilien lebten von 1880 bis 1960 in der kleinen Siedlung Fruita am Ufer des Fremont River. Das fruchtbare Ackerland erlaubte den Anbau von Alfalfagras, Zuckerrohr, Gemüse und die Anlage zahlreicher Apfel-, Kirsch- Pfirsich- und Aprikosenplantagen, deren Bäume bis heute sehr wohlschmeckende Früchte tragen - eine Delikatesse, die man sich nicht entgehen lassen sollte, denn Selbstpflücken ist hier ausdrücklich erlaubt und der Preis günstiger als im Supermarkt. Gleich neben den Obstplantagen befindet sich das ehemalige Schulhaus von Fruita, ein kleines Blockhaus mit einem einzigen Zimmer, in dem früher alle Gemeindeveranstaltungen stattfanden.

Scenic Drive
Biegt man vom Highway 24 ab Richtung Visitor Center, gelangt man kurz dahinter zum schön gelegenen Fruita Campground und dann zum Beginn des Scenic Drive, einer 10 Meilen langen Stichstraße, die Richtung Süden tiefer in das Gebiet des Capitol Reef hineinführt. Besonders beeindruckend sind hier die aus einzelnen Felssäulen zusammengesetzten Felsenriffe, die sich wie gewaltige Burgmauern steil in den Himmel erheben. Die markanteste dieser Felsbastionen trägt übrigens den passenden Namen Egyptian Temple. Etwa 2,5 Meilen ab Highway 24 zweigt nach links eine schmale Stichstraße ab, über die man den nördlichen Trailhead für die Wanderung durch den Grand Wash erreicht.

Weiter geradeaus gelangt man schließlich zum Ende des geteerten Straßenabschnittes. Von hier aus kann man noch drei Meilen einer schmalen holprigen Dirt Road folgen, die ins Innere der Capitol Gorge führt, einer dunklen, von hohen Felswänden umgebenen Schlucht, in die nur um die Mittagszeit etwas Tageslicht vordringen kann. Morgens und abends liegt dieser Canyon leider im Schatten. Am Ende der Schlucht befindet sich der Trailhead für die anstrengende Wanderung hinauf zum Golden Throne. Eine weitere Dirt Road, die allerdings nur mit einem Geländewagen befahrbar ist, führt vom Ende des geteerten Scenic Drive nach rechts Richtung Pleasant Creek. Für das Abfahren des Scenic Drive benötigt man übrigens ein kostenpflichtiges Permit, das man sich vor Beginn der Tour an einer kleinen Pay-Station rechts am Straßenrand selbst ausstellen kann.

Goosenecks & Panorama Point
Lage: 2,7 Meilen westlich des Visitor Center am Highway 24
Von der ausgeschilderten Abzweigung führt eine 0,9 Meilen lange und auch von PKW gut befahrbare Gravel Road nach Süden bis zu einem Parkplatz. Hier beginnen zwei kurze Wanderwege, der Goosenecks Trail und der nicht viel längere Sunset Trail (¼ Meile one-way). Beide enden an schönen Aussichtspunkten auf die Fluss-Schleifen des Sulphur Creek Canyon.

Cathedral Valley
Felslandschaft östlich des Cathedral Valley

Cathedral Valley  
Etwas Abenteuerlust sowie ein Fahrzeug mit guter Bodenfreiheit und möglichst kurzem Radabstand (keine PKW, Pickups oder Wohnmobile!) erfordert die Fahrt durch das abgelegene und nur von wenigen besuchte Cathedral Valley im Norden des Parks. Erkundigen Sie sich vor Beginn der Tour unbedingt beim BLM Office in Hanksville oder beim Capitol Reef Visitor Center nach den verschiedenen Routen, dem Straßenzustand und den Wetteraussichten. Zu den besonderen Schikanen dieser waschbrettartigen Lehm-, Sand- und Steinpisten gehören die vielen sogenannten ‚washes', schmale, von Sturzbächen ausgewaschene Rinnen, die quer zur Fahrbahn verlaufen. Hier besteht bei ungenügender Bodenfreiheit oder bei Fahrzeugen, deren Karosserie zu weit über die Hinterachse hinausragt die Gefahr, hinten aufzusitzen.

Glass Mountain
Der aus Selenit-Kristallen bestehende Glass Mountain

Wer trotz allem die Zeit und die anstrengende Fahrt in Kauf nimmt, den erwarten einsame Wüstenlandschaften, der aus Selenit-Kristallen bestehende ‚Glass Mountain', das ‚Gypsum Sinkhole', eine farbenprächtige ‚Painted Desert' und nicht zuletzt viele gewaltige Dome aus hellem Sandstein, die bis zu 150 Meter steil aus der Ebene emporragen. Sie tragen so eindrucksvolle Namen wie Walls of Jericho, Temple of the Sun und Temple of the Moon.

Cathedral Valley
Ein bunt gestreifter Felsen

Eine lohnende Halbtagestour (ca. 80 Meilen Dirt Road) führt beispielsweise von Caineville nach Nordwesten ins Lower Cathedral Valley mit seinen eindrucksvollen Felsmonolithen (zusätzlicher 2-Meilen-Loop) und von dort weiter Richtung Westen bis zum Highway 72. Der letzte Teil dieser Strecke führt über viele steile und schmale Serpentinen von der Ebene hinauf in den Fishlake National Forest und zum Thousand Lake Mountain (2.888 Meter ü.M.). Die Abzweigung ins Lower Cathedral Valley befindet sich etwa eine halbe Meile westlich von Caineville bzw. 18,6 Meilen östlich des Capitol Reef Visitor Center am Highway 24 (braunes BLM-Schild). Eine andere Variante führt als 60 Meilen lange Loop-Tour von der River Ford am Highway 24 etwa 3 Meilen östlich der Nationalparkgrenze bzw. 11,7 Meilen östlich des Visitor Center ins Upper Cathedral Valley und dann über den Cathedral Valley Campground und das Lower Cathedral Valley zurück nach Caineville am Highway 24. Größtes Problem ist hier der Fremont River, der gleich am Beginn der Strecke durchquert werden muss und nach Regenfällen selbst für Allradfahrzeuge unpassierbar sein kann.

Temple of the Sun
Temple of the Sun

Notom-Bullfrog-Road / Burr Trail Loop
Distanz: 70 Meilen bis Boulder, 70 Meilen bis zum Lake Powell
Die ungeteerte Notom-Bullfrog-Road führt vom Highway 24 unmittelbar hinter dem Ostausgang des Parks 70 Meilen nach Süden durch ein sehr selten besuchtes Parkgebiet. Sie durchquert dabei die Ostflanke der Waterpocket Fold mit farbigen Felshügeln und zahlreichen schmalen Seitencanyons, die man auf kürzeren oder längeren Wanderungen erkunden kann. Zu den sehenswertesten dieser Slot Canyons gehören der Burro Wash (7,8 Meilen südlich des Highway 24), der Cottonwood Wash (9,1 Meilen südl. des Hwy 24) und die Sheets Gulch (13,3 Meilen südl. des Hwy 24). Übernachten kann man unterwegs auf dem einfachen und kostenlosen Cedar Mesa Campground (5 Campsites).

Die Straße, die nur bei trockenem Wetter von Fahrzeugen mit guter Bodenfreiheit befahrbar ist, endet an der Bullfrog Marina in der Mitte des Lake Powell. Von hier bestehen regelmäßige Fährverbindungen mit Halls Crossing auf der anderen Seite des Sees (s. Lake Powell). Alternativ kann man nach 34 Meilen auf die ebenfalls ungeteerte Burr Trail Road abzweigen, die die Waterpocket Fold von Ost nach West überquert und zu den spektakulärsten Strecken im gesamten Parkgebiet zählt. Die Straße, westlich des Parks wieder geteert, endet nach insgesamt 36 Meilen bei der Kleinstadt Boulder am Highway 12. Aufgrund der Länge und der Abgeschiedenheit beider Strecken sollte man auf jeden Fall vor Beginn dieser Touren nochmals voll tanken!

Outdoor-Aktivitäten

In Torrey, einem kleinen Städtchen westlich des Nationalparks, gibt es einige Tourveranstalter. Buffalo Jacks an der Kreuzung von Hwy 12 und Hwy 24 vermietet Fahrräder und bietet einen zusätzlichen Abholservice. Halb- oder ganztägige geführte Biketouren veranstaltet Pedal Pusher Bike Tours, 151 W. Main Street. Hondoo River & Trails in Torrey, 90 East Main, bietet ganztägige geführte Jeeptouren ins Cathedral Valley oder mehrtägige Reit-, Jeep- und Floßtouren an (www.hondoo.com, Tel. 1-800-332-6696). 3 Meilen östlich von Torrey können beim Reitstall des Best Western Capitol Reef Resort einstündige bis ganztägige Reitausflüge in die Umgebung gebucht werden, ebenso bei Crazy ‚C' Coyote an der Kreuzung von Highway 12 und Highway 24 in Torrey. Jeeptouren ins Gebiet des Cathedral Valley veranstaltet auch Luna Mesa Jeep Tours in Caineville (Tel. 435-456-9141).

Wanderungen & Trekkingtouren

Chimney Rock Trail
Trailhead: 3,1 Meilen westl. des Visitor Center am Hwy 24 (Milemarker 76.3)
Distanz: 3½ Meilen Rundweg
Steigung: 162 Meter
Benötigte Zeit: 2-3 Stunden
Der Weg führt zunächst in Spitzkehren ½ Meile steil bergauf. Dann erreicht man den Beginn des Chimney Rock Loop Trail, der den markant in den Himmel ragenden roten Felsendom des Chimney Rock in großem Bogen umrundet. Vom Rundweg bietet sich auch die Möglichkeit für einen interessanten Abstecher: ein neun Meilen langer Backcountry Trail führt über den Chimney Rock Canyon zum Spring Canyon, dem längsten Canyon innerhalb der Waterpocket Fold mit über 200 Meter hohen Felswänden. Dieser Weg endet am Hwy 24, unweit des Trailheads zum Grand Wash (für diese Tour braucht man also ein 2. Fahrzeug oder man versucht, per Anhalter wieder zurückzukommen).

Hickman Bridge Trail
Trailhead: 2 Meilen westlich des Visitor Center am Hwy 24 (Milemarker 81.9)
Distanz: 1 Meile one-way
Steigung: 120 Meter
Benötigte Zeit: 1½ Stunden
Die wohl populärste Wanderung im Park führt vom Parkplatz an der Straße ein kurzes Stück am Nordufer des Fremont River entlang und dann im Zickzack bergauf. Am Ende dieses ersten Aufstiegs gelangt man über einen kurzen Abstecher nach rechts zu den Überresten eines Fremont Pithouse mit einem Ring aus großen dunklen Steinen. Zurück am Weg erreicht man gleich darauf eine Weggabel. Nach rechts geht es zum Rim Overlook (siehe nächste Wanderung) und nach links durch einen ausgetrockneten Wash hinauf zur Hickman Bridge, dem größten Steinbogen des Parks mit einer Spannweite von 40 Metern. Von dem kurzen Loop, der den Steinbogen umrundet, hat man auch einen schönen Blick hinunter auf das Tal des Fremont River und auf die Obstplantagen der ehemaligen Mormonensiedlung Fruita. Für den Hickman Bridge Trail gibt es auch eine kleine Broschüre, in der die einzelnen Stopps dieses Nature Trail ausführlich beschrieben sind.

Rim Overlook
Panoramablick vom Rim Overlook Trail

Rim Overlook Trail
Trailhead: am Parkplatz zur Hickman Bridge
Distanz: 2,25 Meilen one-way zum Rim Overlook, Steigung: 340 Meter
Benötigte Zeit: 3 Stunden
Vom Parkplatz folgt man zunächst dem Hickman Bridge Trail bis zum Stopp 5, geht dann aber an der ausgeschilderten Abzweigung nach rechts. Von hier aus führt der Weg durch eine wüstenhafte Vegetation durchsetzt mit runden schwarzen Lavasteinen ständig bergauf in eine phantastische einsame Felslandschaft bis zum Rim Overlook mit hervorragender Rundumsicht auf die vielen gewaltigen Felsendome und das grüne Tal des Fremont River in der Tiefe. Wer Lust hat, weiterzuwandern, folgt dem Weg weitere anstrengende 2 Meilen bergauf bis zu den Navajo Knobs mit überwältigendem Panoramablick. Aufgrund des steilen Anstiegs und des fehlenden Schattens sollte man diese Wanderung im Hochsommer nur morgens oder gegen Abend durchführen.

Grand Wash Trail  
Trailhead: wahlweise am Highway 24, etwa 4 Meilen östlich des Visitor Center oder an der ungeteerten 1,2 Meilen langen Stichstraße, die vom Scenic Drive abzweigt zum nördlichen Grand Wash Trailhead.
Distanz: 2,2 Meilen one-way
Steigung: gering
Benötigte Zeit: 2-3 Stunden
Das Beeindruckende an dieser von Sturzfluten in den Felsen eingegrabenen Schlucht sind die mit Hunderten von größeren und kleineren Löchern übersäten Felswände. Fotomotive gibt es in Hülle und Fülle, und wer gerne ein bisschen herumkraxelt, kann in diesem Felsparadies locker ein paar Stunden verbringen! Im Hochsommer sollte man sich allerdings vor Beginn der Tour unbedingt vergewissern, dass keine Gewitter aufziehen, da der Canyon extrem Flash-flood gefährdet ist! ¼ Meile vor Erreichen des nördlichen Trailhead führt ein 1,5 Meilen langer, steiler und anstrengender Seitenweg hinauf zu einer Plattform oberhalb des Cassidy Arch.

Grand Wash
Die ersten Sonnenstrahlen im Grand Wash

Cohab Canyon Trail
Trailhead: an der Straße gegenüber dem Fruita Campground
Distanz: 1¾ Meilen one-way
Steigung: 120 Meter
Benötigte Zeit: 3 Stunden
Zu Beginn des Weges geht es auf den ersten 400 Metern steil bergauf. Danach folgt man ohne große Anstrengung dem tief eingeschnittenen und farbenprächtigen Cohab Canyon mit seinen wunderschönen und vielgestaltigen Erosionsformen. Der Weg endet in der Nähe des Parkplatzes zur Hickman Bridge am Highway 24.

Golden Throne
Trailhead: am Ende der Capitol Gorge (s. Scenic Drive)
Distanz: 2 Meilen one-way
Steigung: 334 Meter
Der anstrengende Weg führt aus der dunklen Schlucht der Capitol Gorge am Rande mehrerer Canyons entlang bergauf bis zu einem ausgesetzten Felsplateau mit tollem Blick auf die Bergkuppe des Golden Throne auf der einen Seite und das tief eingeschnittene Tal auf der anderen Seite. Bestes Fotolicht hat man hier am späten Nachmittag.

Sulphur Creek  
Trailhead: wahlweise an der Brücke beim Visitor Center oder am Chimney Rock Trailhead
Distanz: eine Meile bzw. 6¼ Meilen one-way
Steigung: 330 Meter (bei der längeren Strecke)
Benötigte Zeit: 1 Stunde bzw. 4 Stunden one-way
Dies ist zwar kein offizieller Wanderweg, aber besonders in den warmen Sommermonaten einer der besten Fun-Hikes innerhalb des Parks! Für eine relativ einfache Kurzwanderung parkt man sein Fahrzeug am Visitor Center und geht dann an der Straße zurück bis zur Brücke über den Sulphur Creek. Von hier folgt man einfach dem Bachbett und Canyon dieses kleinen Nebenflusses des Fremont River nach Süden, so weit und solange man Lust hat. Alte Turnschuhe oder Sportsandalen sind hierfür am besten geeignet, denn man läuft meist direkt durchs Wasser. Ist der Wasserstand zu hoch, oder sind Gewitter angekündigt, sollte man auf diese Wanderung allerdings verzichten! Eine etwas schwierig zu überwindende Stelle mit einem kleinen Wasserfall erreicht man nach etwa einer Meile. Wer sich das Klettern über den glitschigen und nassen Fels nicht zutraut, kehrt hier einfach wieder um.

Sulphur Creek
Durchs Bachbett des Sulphur Creek

Die etwas anspruchsvollere und schwierigere Variante dieser Tour, die man auch schon als leichte Canyoneering-Tour bezeichnen könnte, beginnt man am besten am höher gelegenen Chimney Rock Trailhead nahe der westlichen Parkgrenze. Um die ganze Strecke nicht wieder zurück, also bergauf wandern zu müssen, parkt man am besten ein zweites Fahrzeug unten am Visitor Center, wo die Tour später endet. Vom Chimney Rock Trailhead wechselt man zunächst auf die gegenüberliegende (Süd-)Seite der Straße und folgt dann dem ausgetrockneten Wash 1¾ Meilen bergab bis zur Einmündung des auch im Hochsommer stets wasserführenden Sulphur Creek. Dem Bachbett weiter flussabwärts folgend gelangt man in einen schmalen Canyon, der unter dem Namen ‚Goosenecks' bekannt ist und in den man von der Aussichtsplattform am Ende des bereits zuvor beschriebenen Gooseneck Trail hinunter blickt.

Sulphur Creek
Die perfekte Wanderung für den Hochsommer

Das erste Hindernis, das man erreicht, ist ein etwa 3 Meter hoher Dryfall, den man jedoch entlang einer Felskante rechts gut umgehen kann. Es folgt ein zweiter, etwa 4 Meter hoher Dryfall, der ebenfalls rechts zu umgehen ist. Die Meile, die nun folgt, stellt besonders im Sommer den schönsten Teil der Wanderung dar, denn der Fluss zwängt sich hier durch eine sehr schöne, abwechslungsreiche Canyonlandschaft mit vielen kleinen und nicht allzu tiefen Badepools. Schließlich erreicht man den oben bei der Kurzvariante beschriebenen etwa 2 Meter hohen Wasserfall, den man am besten auf der etwas weniger steilen Nordseite, also von oben kommend links umgeht.

Übernachtung

Fruita Campground
Lage: an der Stichstraße vom Hwy 24 nach Süden zwischen Visitor Center und Scenic Drive
Anzahl Plätze: 63 RV Plätze, 7 Zeltplätze (alle schattig unter hohen Bäumen auf Wiesengelände)
Ausstattung: Picknicktische, Feuerstellen, Trinkwasser, Toiletten, zentrale Dumpstation
Öffnungszeit: ganzjährig

Daneben gibt es im Hinterland des Nationalparks noch zwei Einfachcampgrounds, den Cathedral Valley CG im Norden und den Cedar Mesa CG im Süden. Beide sind ganzjährig geöffnet und besitzen jeweils fünf Stellplätze, Tische, Feuerstellen und Einfachtoiletten. Restaurants und Motels gibt es in den Städten Torrey, Bicknell und Loa westlich des Parks sowie in Caineville und Hanksville östlich des Parks. Das größte touristische Angebot findet man in Torrey.

Adresse

Capitol Reef National Park
HC 70, P.O. Box 15
Torrey, UT 84775
Tel. 435-425-3791
www.nps.gov/care/


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