Capitol Reef National Park  

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Temple of the Sun im abgelegenen Cathedral Valley

Kurzinfo

Bundesstaat: Utah
Höhe: 1.580-2.150 Meter ü.M.
Lage: Im zentralen Südutah zwischen Arches Nationalpark, Canyonlands Nationalpark und Bryce Canyon. Im Süden erstreckt sich das Parkgebiet bis zur Glen Canyon National Recreation Area am Lake Powell.

Kurzinfo

Die abwechslungsreiche Felslandschaft des Capitol Reef Nationalparks besteht aus mächtigen Felsendomen, schmalen Schluchten und dem lieblichen Flusstal des Fremont River mit alten Farmgebäuden und Obstplantagen aus der Zeit der Jahrhundertwende. Schöne Wanderwege führen unter anderem zum Rim Overlook, durch den tief eingeschnittenen Grand Wash und zu den wassergefüllten Tanks oberhalb der Capitol Gorge. Mit einem Geländewagen sollte man unbedingt noch eine Tagestour ins abgelegene Cathedral Valley unternehmen. Dort findet man nicht nur Einsamkeit pur, sondern auch riesige Felsmonolithen, die so beeindruckende Namen tragen wie Walls of Jericho, Temple of the Sun und Temple of the Moon.

Wissenswertes

Geschichte
Die ersten menschlichen Siedlungsspuren im Gebiet des Capitol Reef stammen von Indianern der Fremont Kultur, die zwischen 700 und 1250 n.Chr. in den fruchtbaren Flusstälern Ackerbau betrieben. Zu den wenigen Zeugnissen aus dieser Zeit gehören einige gut erhaltene Petroglyphen in der Nähe des Highway 24. Noch wesentlich älter ist das Fish Creek Panel südlich von Torrey, das der Barrier Kultur zugeordnet wird.


Schönes Rock Art Panel der Fremont Kultur

Aufgrund der Unzugänglichkeit des mächtigen Gebirges, das wie eine natürliche Barriere wirkt, wurde das Gebiet jedoch erst relativ spät von Weißen besiedelt. Mormonen, die ihr Siedlungsnetz Ende des vergangenen Jahrhunderts nach und nach über weite Teile Utahs ausdehnten, erreichten das Tal des Fremont River erst im Jahr 1870. Isolation, häufige Überschwemmungen und schlechte Transportmöglichkeiten zwangen viele Siedler zur Aufgabe. Nur wenige Familien trotzten den anhaltenden Schwierigkeiten. Erst Ende 1960, mit der Errichtung des Nationalparks, verließen schließlich die letzten unter ihnen das Tal.

Sehenswertes

Sehenswertes am Highway 24 (von West nach Ost)  
Der Highway 24 durchschneidet das Nationalparkgebiet von Ost nach West. Unterwegs gibt es mehrere Haltestellen, Viewpoints und Parkplätze für Wanderungen. Da es sich bei diesem Highway um eine vielgenutzte Durchgangsstraße handelt, wird an den Parkgrenzen auch keine Eingangsgebühr verlangt. Kostenpflichtig ist jedoch das Abfahren des Scenic Drive, der vom Hwy 24 nach Süden abzweigt.

  • Twin Rocks
    Zwei dicke Hoodoos aus rotem Sandstein auf der linken Straßenseite.

  • Chimney Rock, Goosenecks & Panorama Point
    Auf der linken Seite des Highway erhebt sich ein mächtiger Felspfeiler, der markante Chimney Rock, der sich am besten am späten Nachmittag fotografieren lässt. Der zugehörige Trailhead ist nicht nur Ausgangspunkt für den Chimney Rock Trail, sondern auch für die Wanderungen durch den Sulphur Creek und die anspruchsvolle one-way Tour durch den Spring Creek Canyon. Nach rechts zweigt man der Ausschilderung folgend auf eine kurze Stichstraße ab zum Parkplatz am Panorama Point. Hier beginnen zwei kurze Wanderwege, der Goosenecks Trail und der nicht viel längere Sunset Trail (¼ Meile one-way). Beide enden an schönen Aussichtspunkten auf die Fluss-Schleifen des Sulphur Creek Canyon.

  • Fruita Historic District
    Etwa zehn Mormonenfamilien lebten von 1880 bis 1960 in der kleinen Siedlung Fruita am Ufer des Fremont River. Das fruchtbare Ackerland erlaubte den Anbau von Alfalfagras, Zuckerrohr, Gemüse und die Anlage zahlreicher Apfel-, Kirsch- Pfirsich- und Aprikosenplantagen, deren Bäume bis heute sehr wohlschmeckende Früchte tragen - eine Delikatesse, die man sich nicht entgehen lassen sollte, denn Selbstpflücken ist hier ausdrücklich erlaubt und der Preis günstiger als im Supermarkt. Gleich neben den Obstplantagen befindet sich das ehemalige Schulhaus von Fruita, ein kleines Blockhaus mit einem einzigen Zimmer, in dem früher alle Gemeindeveranstaltungen stattfanden.

  • The Castle und Visitor Center
    Etwa in der Mitte zwischen Ost- und Westeingang des Parks erhebt sich auf der linken Seite der Straße The Castle, eine mächtige Felsenburg, aufgebaut aus unterschiedlich gefärbten Gesteinsschichten, gekrönt von hellen Sandsteinzinnen.


    The Castle in Regenwolken gehüllt


    Direkt dahinter liegt rechterhand das große Visitor Center des Parks. Hier beginnt auch der Capitol Reef Scenic Drive, der an weiteren eindrucksvollen Felsformationen vorbei nach Süden führt, die Capitol Gorge durchquert und am Trailhead für den Golden Throne und die Tanks endet.

  • Petroglyphs
    Fährt man vom Visitor Center auf dem Hwy 24 weiter gen Osten, erreicht man als nächstes auf der linken Straßenseite den Parkplatz für den kurzen Petroglyph Trail. Dieser führt als Holzbohlenweg an einer großen Felswand entlang zu mehreren Rock Art Panels der Fremont Kultur.

  • Capitol Dome
    Nächster markanter Punkt ist der Capitol Dome, ein mächtiger kuppelförmiger Felsendom aus hellem Sandstein, in dessen Nähe gleich mehrere schöne Wanderwege beginnen, darunter der Hickman Bridge Trail, der Rim Overlook Trail und auf der Straßenseite gegenüber der Cohab Canyon Trail. Ein Stück weiter östlich befindet sich auf der rechten Straßenseite ein kleiner Pullout. Dies ist der Trailhead für die schöne Wanderung durch den Grand Wash.

  • Behunin Cabin
    Das einfache Steinhaus auf der Südseite der Straße wurde 1882 von Elijah Cutlar Behunin aus Sandsteinblöcken erbaut. Ein Blick ins Innere verdeutlicht die extrem einfachen Lebensbedingungen der Mormonensiedler zur Zeit der Jahrhundertwende. Hinter dem östlichen Parkeingang zweigt schließlich nach rechts die ungeteerte Notom-Bullfrog Road ab, die in das etwas abgelegene südliche Parkgebiet des Capitol Reef Nationalparks führt.

Scenic Drive und Capitol Gorge  
Biegt man vom Highway 24 ab Richtung Visitor Center, gelangt man kurz dahinter zum schön gelegenen Fruita Campground und zum 'Gifford House Store and Museum', einem typischen Farmhaus aus der Pionierzeit, das von Mitte März bis Ende Oktober geöffnet ist. Ein Stück weiter beginnt der gebührenpflichtige Scenic Drive (mit Self-Pay Station), eine 10 Meilen lange Stichstraße, die an hohen Felsenriffen vorbei tiefer nach Süden in das Parkgebiet hineinführt. Die markanteste dieser Felsbastionen trägt übrigens den passenden Namen Egyptian Temple.


Egyptian Temple

Capitol Gorge
Im Inneren der Capitol Gorge


Etwa 2,5 Meilen ab Highway 24 zweigt vom Scenic Drive nach links eine schmale Stichstraße ab, die zum nördlichen Trailhead für die Wanderung durch den Grand Wash und zum Cassidy Arch führt. Weiter geradeaus erreicht man schließlich den Beginn der Capitol Gorge, einer tiefen Schlucht, die sich im weiteren Verlauf immer mehr verengt und schließlich an einer kleinen Picnic Area mit Parkplatz endet. Von hier aus kann man zu Fuß weiter durch die Capitol Gorge zu mehreren wassergefüllten Potholes wandern oder hoch zum Golden Throne. Allerdings sollte man für diese Wanderungen schon möglichst früh morgens am Trailhead sein, da sich der Parkplatz immer recht schnell füllt. Der letzte Abschnitt des Scenic Drive durch die Capitol Gorge ist übrigens ungeteert und sollte aufgrund der Gefahr von Flash Floods bei länger andauernden Regenfällen oder drohenden Gewittern nicht mehr befahren werden.

Wanderungen

Chimney Rock Loop Trail  
Trailhead: Parkplatz beim Chimney Rock, 3 Meilen westl. des Visitor Center am Hwy 24
Distanz: 3,6 Meilen Rundweg
Steigung: 162 Meter
Vom Parkplatz klettert der Weg zunächst eine halbe Meile steil bergauf zu einer Weggabel. Nachdem man hier den nach rechts führenden Weg genommen hat, geht es weiter steil bergauf zum Mesaplateau oberhalb des Chimney Rock, von dem sich ein sehr schöner Panoramablick von oben auf den mächtigen dunkelroten Felspfeiler des Chimney Rock, die Mummy Cliffs und die nach Süden weit ausgedehnte Canyonlandschaft des Capitol Reef bietet. Von dort führt der Weg dann in einem großen Bogen über den Chimney Rock Canyon zum Trailhead zurück.

Sulphur Creek  
Trailhead: wahlweise am Chimney Rock Trailhead (s. oben) oder an der Brücke beim Visitor
Distanz: eine Meile bzw. 6¼ Meilen one-way
Steigung: 330 Meter (bei der längeren Strecke)
Dies ist zwar kein offizieller Wanderweg, aber besonders in den warmen Sommermonaten einer der besten Fun-Hikes innerhalb des Parks! Für eine relativ einfache Kurzwanderung parkt man sein Fahrzeug am Visitor Center und geht dann an der Straße zurück bis zur Brücke über den Sulphur Creek. Von hier folgt man einfach dem Bachbett und Canyon dieses kleinen Nebenflusses des Fremont River nach Süden, so weit und solange man Lust hat. Alte Turnschuhe oder Sportsandalen sind hierfür am besten geeignet, denn man läuft meist direkt durchs Wasser. Ist der Wasserstand zu hoch, oder sind Gewitter angekündigt, sollte man auf diese Wanderung allerdings verzichten! Eine etwas schwierig zu überwindende Stelle mit einem kleinen Wasserfall erreicht man nach etwa einer Meile. Wer sich das Klettern über den glitschigen und nassen Fels nicht zutraut, kehrt hier einfach wieder um.

Die etwas anspruchsvollere und schwierigere Variante dieser Tour, die man auch schon als leichte Canyoneering-Tour bezeichnen könnte, beginnt am höher gelegenen Chimney Rock Trailhead und endet am Visitor Center. Für diese Variante braucht man allerdings ein zweites Fahrzeug. Vom Chimney Rock Trailhead wechselt man zunächst auf die gegenüberliegende (Süd-)Seite der Straße und folgt dann dem ausgetrockneten Wash 1¾ Meilen bergab bis zur Einmündung des auch im Hochsommer stets wasserführenden Sulphur Creek. Dem Bachbett weiter flussabwärts folgend gelangt man in einen schmalen Canyon, der unter dem Namen ‚Goosenecks' bekannt ist und in den man von der Aussichtsplattform am Ende des bereits zuvor beschriebenen Gooseneck Trail hinunter blickt.

Sulphur Creek
Die perfekte Wanderung für den Hochsommer


Das erste Hindernis, das man erreicht, ist ein etwa 3 Meter hoher Dryfall, den man jedoch entlang einer Felskante rechts gut umgehen kann. Es folgt ein zweiter, etwa 4 Meter hoher Dryfall, der ebenfalls rechts zu umgehen ist. Die Meile, die nun folgt, stellt besonders im Sommer den schönsten Teil der Wanderung dar, denn der Fluss zwängt sich hier durch eine sehr schöne, abwechslungsreiche Canyonlandschaft mit vielen kleinen und nicht allzu tiefen Badepools. Schließlich erreicht man den oben bei der Kurzvariante beschriebenen etwa 2 Meter hohen Wasserfall, den man am besten auf der etwas weniger steilen Nordseite, also von oben kommend links umgeht. Von dort wandert man dann dem Bachlauf weiter folgend bis zum Parkplatz am Visitor Center.

Hickman Bridge Trail  
Trailhead: Hickman Bridge Trailhead, 2 Meilen östlich des Visitor Center am Hwy 24 (Milemarker 81.9)
Distanz: 1 Meile one-way
Steigung: 120 Meter
Die wohl populärste Wanderung im Park führt vom Parkplatz an der Straße ein kurzes Stück am Nordufer des Fremont River entlang und dann im Zickzack bergauf. Am Ende dieses ersten Aufstiegs gelangt man über einen kurzen Abstecher nach rechts zu den Überresten eines Fremont Pithouse mit einem Ring aus großen dunklen Steinen. Zurück am Weg erreicht man gleich darauf eine Weggabel. Nach rechts geht es zum Rim Overlook (siehe nächste Wanderung) und nach links durch einen ausgetrockneten Wash hinauf zur Hickman Bridge, dem größten Steinbogen des Parks mit einer Spannweite von 40 Metern. Von dem kurzen Loop, der den Steinbogen umrundet, hat man auch einen schönen Blick hinunter auf das Tal des Fremont River und auf die Obstplantagen der ehemaligen Mormonensiedlung Fruita. Für den Hickman Bridge Trail gibt es auch eine kleine Broschüre, in der die einzelnen Stopps dieses Nature Trail ausführlich beschrieben sind.

Rim Overlook
Panoramablick vom Rim Overlook Trail

Rim Overlook Trail  
Trailhead: am Parkplatz zur Hickman Bridge
Distanz: 2,25 Meilen one-way zum Rim Overlook
Steigung: 340 Meter
Vom Parkplatz folgt man zunächst dem Hickman Bridge Trail bis zum Stopp 5, geht dann aber an der ausgeschilderten Abzweigung nach rechts. Von hier aus führt der Weg durch eine wüstenhafte Vegetation durchsetzt mit runden schwarzen Lavasteinen ständig bergauf in eine phantastische einsame Felslandschaft bis zum Rim Overlook mit hervorragender Rundumsicht auf die vielen gewaltigen Felsendome und das grüne Tal des Fremont River in der Tiefe. Wer Lust hat, weiterzuwandern, folgt dem Weg weitere anstrengende 2 Meilen bergauf bis zu den Navajo Knobs mit überwältigendem Panoramablick. Aufgrund des steilen Anstiegs und des fehlenden Schattens sollte man diese Wanderung im Hochsommer nur morgens oder gegen Abend durchführen.

Grand Wash Trail 
Trailhead: wahlweise am Highway 24, etwa 4 Meilen östlich des Visitor Center oder an der ungeteerten 1,2 Meilen langen Stichstraße, die vom Scenic Drive abzweigt zum nördlichen Grand Wash Trailhead.
Distanz: 2,2 Meilen one-way
Steigung: 61 Meter
Das Beeindruckende an dieser von Sturzfluten in den Felsen eingegrabenen Schlucht sind die mit Hunderten von größeren und kleineren Löchern übersäten Felswände. Fotomotive gibt es in Hülle und Fülle, und wer gerne ein bisschen herumkraxelt, kann in diesem Felsparadies locker ein paar Stunden verbringen! Im Hochsommer sollte man sich allerdings vor Beginn der Tour unbedingt vergewissern, dass keine Gewitter aufziehen, da der Canyon extrem Flash-flood gefährdet ist! ¼ Meile vor Erreichen des nördlichen Trailhead führt ein 1,5 Meilen langer, steiler und anstrengender Seitenweg hinauf zu einer Plattform oberhalb des Cassidy Arch.

Grand Wash
Die ersten Sonnenstrahlen im Grand Wash

Cohab Canyon Trail
Trailhead: südlich des Visitor Center an der Straße gegenüber dem Fruita Campground
Distanz: 1,7 Meilen one-way
Steigung: 120 Meter
Zu Beginn des Weges geht es auf den ersten 400 Metern steil bergauf. Danach folgt man ohne große Anstrengung dem tief eingeschnittenen und farbenprächtigen Cohab Canyon mit seinen wunderschönen und vielgestaltigen Erosionsformen. Der Weg endet in der Nähe des Parkplatzes zur Hickman Bridge am Highway 24.

Capitol Gorge Trail - The Tanks  
Trailhead: Parkplatz am Ende des Scenic Drive in der Capitol Gorge
Distanz: 1,5 Meilen one-way
Steigung: 30 Meter
Vom Parkplatz und Trailhead wandert man geradeaus weiter durch den nun schmaler werdenden Canyon der Capitol Gorge. Rechts und links des Wegs findet man an den Wänden dieser Schlucht mehrere in den Stein gravierte Namen aus der Pionierzeit, das sogenannte Pioneer Register. Besonders eindrucksvoll ist ein Felspanel mit mehreren Namen, das sich in fast 15 Metern Höhe auf der rechten Canyonseite befindet. Etwa eine Meile ab Trailhead weist dann ein kleines Schild den Weg nach links zu den Tanks - mehreren runden Potholes (natürlichen Felsbecken), die nach Regenfällen mit Wasser gefüllt sind. Der Weg dorthin ist landschaftlich äußerst abwechslungsreich und kurzweilig mit schönen Blicken hinunter in die Capitol Gorge und zu den mächtigen hellen Felsendomen, die hier ein eindrucksvolles Bergpanorama bilden. Etwas unterhalb des ersten Pools befindet sich auch ein kleiner Steinbogen. Da diese Kurzwanderung sehr beliebt ist, sollte man sie möglichst früh am Morgen beginnen.


Capitol Gorge Trail


Nach Regenfällen sind die Tanks mit Wasser gefüllt

     Fotogalerie Capitol Gorge Trail - The Tanks

Golden Throne
Trailhead: Parkplatz am Ende des Scenic Drive in der Capitol Gorge
Distanz: 2 Meilen one-way
Steigung: 223 Meter
Der anstrengende Weg führt aus der dunklen Schlucht der Capitol Gorge am Rande mehrerer Canyons entlang bergauf bis zu einem ausgesetzten Felsplateau mit tollem Blick auf die Bergkuppe des Golden Throne auf der einen Seite und das tief eingeschnittene Tal auf der anderen Seite. Bestes Fotolicht hat man hier am späten Nachmittag.


Abstecher in die Umgebung

Fish Creek Panel
Lage: 7,5 Meilen südlich von Torrey
Das hübsche Felspanel, das nicht zum Capitol Reef Nationalpark gehört, ist vom Hwy 12 aus mit einem Geländewagen leicht zu erreichen. Dafür biegt man in Teasdale, einem winzigen Nest 4,7 Meilen südlich des Hwy 24, vom Hwy 12 nach Westen ab auf die ungeteerte Teasdale Road und von dieser nach weiteren 0,9 Meilen auf die Fish Creek Road. Diese schmale, steinige Piste ist mit vielen tiefen Schlaglöchern und tiefen Querrillen übersät. Daher sollte man hier sehr langsam und vorsichtig fahren. 1,7 Meilen weiter erreicht man eine Art Parkplatz, an dem man sein Auto abstellen kann. Von hier aus sind es nur ein paar Schritte zu Fuß bis zu der großen, weißen Felswand auf der rechten Seite, an deren unterem Ende sich das Fish Creek Panel befindet. Diese Felsmalerei wird der Barrier Kultur zugeordnet und besitzt damit ein geschätztes Alter von 1500 bis 4000 Jahren.


Fish Creek Panel
Die helle Sandsteinwand am Ende des Zufahrtswegs

Fish Creek Panel
In einem kleinen Alcoven befindet sich das Fish Creek Panel


Cathedral Valley  

Für eine Fahrt durch das abgelegene und nur von wenigen besuchte Cathedral Valley im Nordosten des Parks benötigt man einen Geländewagen mit guter Bodenfreiheit, Allrad und möglichst kurzem Radabstand, denn die knapp 60 Meilen lange Dirt Road, die das Gebiet erschließt, ist teilweise sehr ruppig und nicht gerade einfach zu fahren. Zudem muss man gleich zu Beginn den Fremont River überqueren, eine 30 Meter lange Furt. Daneben gibt es einige sandige und felsige Abschnitte, aber auch viele tiefe Schlaglöcher und ‚washes', d.h. schmale, von Sturzbächen ausgewaschene Rinnen, die quer zur Fahrbahn verlaufen. Hier besteht bei ungenügender Bodenfreiheit die Gefahr, hinten aufzusitzen. Wer nicht mit einem Geländewagen unterwegs ist, kann sich vor Ort einen Jeep mieten oder an einer geführten Jeeptour teilnehmen (s. Aktivitäten). Bei Nässe sollte man von einer Fahrt durch dieses Gebiet übrigens absehen, denn die an vielen Stellen lehmhaltige Piste wird dann extrem glatt und rutschig. Im Visitor Center erhält man gegen eine kleine Gebühr die Broschüre 'Self Guiding Auto Tour'.


Mit dem Jeep im Lower Cathedral Valley

Zu den Highlights der Rundfahrt gehören einsame Wüstenlandschaften, der aus Selenit-Kristallen bestehende ‚Glass Mountain', das ‚Gypsum Sinkhole', eine farbenprächtige ‚Painted Desert' und nicht zuletzt viele gewaltige Felsendome aus rotbraunem Sandstein, die bis zu 150 Meter steil aus der Ebene emporragen. Sie tragen so eindrucksvolle Namen wie Walls of Jericho, Temple of the Sun und Temple of the Moon. Wer vorhat, den kompletten Loop zu fahren, kann unterwegs am Cathedral Campground, einem Einfachzeltplatz, übernachten. Möglich sind auch zwei Einzeltouren, eine ins Lower Cathedral Valley zu den Felstempeln und eine ins Upper Cathedral Valley zu den seinen herrlichen Viewpoints. Im Folgenden sind diese beiden Einzeltouren beschrieben.

  • Lower Cathedral Valley
    Distanz: 17 Meilen one-way
    Die Abzweigung ins Lower Cathedral Valley mit seinen eindrucksvollen Felspyramiden befindet sich etwa eine halbe Meile westlich von Caineville bzw. 18,6 Meilen östlich des Capitol Reef Visitor Center am Highway 24 in der Nähe von Milemarker 98. Dies ist die Caineville Wash Road (ausgeschildert als Road 490 West Cathedral), die zunächst als breite, gut befahrbare Gravel Road beginnt. Trotzdem sollte man hier nicht allzu schnell fahren, denn bereits nach 2 Meilen erreicht man den ersten tiefen Wash. Begleitet wird man auf diesem ersten Streckenabschnitt vom breiten Band des Caineville Reef, das sich von hier aus als lang gezogenes Felsenband weit nach Norden erstreckt. Dahinter wird die Dirt Road nun zunehmend schmaler und kurviger, so dass man auf eventuell entgegenkommende Fahrzeuge mehr Acht geben muss. Besonders interessant sind hier die sogenannten Bentonite bzw. Rainbow Hills, farbig gestreifte Felshügel, die an die Painted Desert Arizonas erinnern. Sie bestehen aus unterschiedlich gefärbten Schichten weichen Gesteins, das sich durch die Witterung an der Oberfläche in Lehm verwandelt.

    Cathedral Valley
    Die 'Queen of the Wash' in den Rainbow Hills

    Dahinter führt die Straße in steilen Kurven bergauf und dann wieder bergab durch eine von weißen Felsen und Wacholdersträuchern dominierte Canyonlandschaft, bevor sie schließlich in eine langgezogene rötliche Sandpiste übergeht, die geradeaus ins Lower Cathedral Valley führt. 15 Meilen ab Beginn der Tour zweigt man hier einem Holzschild folgend nach links ab zu den Felstempeln und zum Glass Mountain. Kurz danach markiert ein Schild des NPS den Beginn des Nationalparkgebiets. Rechts daneben befindet sich ein kleiner Campingspot. Etwas weiter weist ein Holzschild den Weg nach rechts zum Glass Mountain, einem interessanten kleinen Hügel aus Selenit (Gips-) Kristallen. Nach diesem kurzen Abstecher folgt man nun der schmalen und sandigen Piste weiter geradeaus bis zum gewaltigen Temple of the Sun und dem etwas kleineren Temple of the Moon.

  • Cathedral Valley
    Der fast 150 Meter hohe Felsmonolith Temple of the Sun

  • Upper Cathedral Valley
    Distanz: 27,5 Meilen one-way
    Für die Fahrt ins Upper Cathedral Valley zweigt man vom Hwy 24 etwa 3 Meilen östlich der Nationalparkgrenze bzw. 11,7 Meilen östlich des Capitol Reef Visitor Center nach Norden ab auf die ungeteerte Hartnet Road. Bereits nach einer Meile wartet hier die erste Schikane, denn man muss an einer Furt den Fremont River überqueren. Der Wasserstand ist zwar selten sehr hoch, trotzdem sollte man hier nur mit einem Geländewagen mit Allradantrieb unterwegs sein! Man fährt etwa 30 Meter nach rechts durch den Fluss und dann auf der anderen Seite weiter. Es folgen die Rainbow Hills und die North Blue Flats. Schließlich erreicht man nach 14 Meilen die kurze Stichstraße zum Lower South Desert Overlook, von dem sich vor allem am frühen Morgen ein wunderbarer Panoramablick auf die tiefer liegende South Desert und den Felstempel des Jailhouse Rock bietet. Weiter geht es zum Upper South Desert Overlook (Meile 27) und zum Upper Cathedral Overlook (Meile 27,3), bevor man nach insgesamt 27,8 Meilen den Cathedral Valley Campground erreicht. Dieser Zeltplatz mit 5 Campsites besitzt allerdings keine Einrichtungen außer Einfachtoiletten. Hier ist auch ein guter Umkehrpunkt für die Tagestour.

    Wer mit einem Jeep unterwegs ist und den kompletten Loop fahren möchte, fährt von hier aus auf einer sehr schlechten, steilen Schotter- und Steinpiste hinunter zum Gypsum Sinkhole und auf teils sandiger Piste ins Lower Cathedral Valley. Nach 25 Meilen erreicht man nun wieder die Abzweigung zum Temple of the Sun und Temple of the Moon, nach weiteren 15 Meilen den Hwy 24.

Notom-Bullfrog / Burr Trail Road  
Distanz: 34 Meilen bis zur Abzweigung auf die Burr Trail Road, 70 Meilen bis zum Lake Powell
Die auf weiten Strecken ungeteerte und nur bei Trockenheit befahrbare Notom-Bullfrog-Road führt vom Highway 24 unmittelbar hinter dem Ostausgang des Parks 70 Meilen nach Süden durch ein sehr selten besuchtes Parkgebiet. Sie folgt dabei der Ostflanke der Waterpocket Fold, einem lang gestreckten, schmalen Felsenriff mit zahlreichen schmalen Seitencanyons, die man auf kürzeren oder längeren Wanderungen erkunden kann. Zu den sehenswertesten dieser Slot Canyons gehören der Burro Wash (8 Meilen südlich des Highway 24), der Cottonwood Wash (9 Meilen südl. des Hwy 24) und die Sheets Gulch (13 Meilen südl. des Hwy 24).


Felsgruppe am Beginn der Notom-Bullfrog Road

Die ersten 10 Meilen der Straße sind noch geteert. Danach geht die Notom-Bullfrog-Road in eine breite Lehmpiste über, 3 Meilen weiter in eine schmale, aber immer noch gut befahrbare Sand- und Schotterpiste. Nach insgesamt 21 Meilen beginnt mit dem landschaftlich abwechslungsreichen Strike Valley das eigentliche Nationalparkgebiet. Kurz danach erreicht man den Cedar Mesa Campground, einen kleinen Einfachzeltplatz, eingebettet in ein Wacholderwäldchen. Die Straße folgt nun weiter der Waterpocket Fold und durchquert dann ein Band farbiger Bentonite Hills, bevor man schließlich nach insgesamt 34 Meilen ab Hwy 24 die Abzweigung nach rechts auf die 36 Meilen lange Burr Trail Road erreicht. Diese ebenfalls ungeteerte Piste erklimmt in steilen Spitzkehren die Ostflanke der Waterpocket Fold, wird danach wieder geteert und endet schließlich bei der Kleinstadt Boulder am Highway 12.

Fährt man dagegen auf der Hauptstrecke (nun ebenfalls Burr Trail Road genannt) weiter geradeaus Richtung Süden und Lake Powell, wird die Landschaft wieder offener, die Straße breiter, immer noch begleitet von den farbig gezackten Felsbändern der Waterpocket Fold, die hier am Nachmittag besonders schöne Fotomotive bietet. Später wechselt die Szenerie und wird dominiert von mächtigen, dunklen Felsblöcken, die wie mittelalterliche Burgfestungen auf grauen Steinhügeln thronen und so die flache, weit gestreckte Wüstenlandschaft überragen.

Cathedral Valley
Die farbig gezackten Felsbänder der Waterpocket Fold

Cathedral Valley
Mächtige Felsburgen

Auf dem letzten, wieder geteerten Abschnitt führt die Straße nun in teilweise spektakulärer Streckenführung hinunter in die Canyonlandschaft des Lake Powell, wo sie schließlich in den Hwy 279 mündet und 5 Meilen weiter bei Bullfrog Marina am Nordufer des Lake Powell endet. Von hier bestehen regelmäßige Fährverbindungen mit Halls Crossing auf der anderen Seite des Sees. Östlich davon befindet sich die Stanton Creek Area mit sehr schönen Primitive Campsites direkt am Ufer des Lake Powell, die allerdings nur mit einem geländegängigen SUV bzw. Jeep zu erreichen sind (s. Lake Powell, Arizona).

Cathedral Valley
Stanton Creek Primitive Camping Area am Lake Powell

Aktivitäten

In Torrey, einem kleinen Städtchen westlich des Nationalparks, gibt es einige Tourveranstalter. Hondoo River & Trails in Torrey, 90 East Main, bietet ganztägige geführte Jeeptouren ins Cathedral Valley oder mehrtägige Reit-, Jeep- und Floßtouren an (Tel. 1-800-332-2696). Jeeptouren ins Gebiet des Cathedral Valley und Reittouren veranstalten Backcountry Outfitters, 875 East Highway 24, Torrey, Utah 84775, Tel. 1-(866) 747-3972. Bei diesem Veranstalter kann man auch Mountainbikes und ATVs mieten. Jeeps vermietet der Thousand Lakes RV Park eine Meile westlich von Torrey am Hwy 24, Tel. 1-800 355-8995 oder 435 425-3500.

Übernachtung

3 Meilen östlich von Torrey liegt am Hwy 24 in der Nähe des West Entrance das herrlich in die rote Felslandschaft eingebettete und auch preislich akzeptable Best Western Capitol Reef Resort, 2600 E Highway 24, Torrey, Tel. 435-425-3761. Besonders genießen kann man den schönen Ausblick von den Zimmern im Hauptgebäude, die einen eigenen Balkon oder eine eigene Terrasse haben (bei Buchung unbedingt angeben). Entspannen kann man im großzügig angelegten Außenpool. Wifi ist kostenlos.

Einen großen, beheizten Außenpool mit Spa besitzt auch Austin’s Chuck Wagon Motel in Torrey, 12 West Main Street Torrey, UT 84775, Tel. 1-800-863-3288. Hier kann man entweder in Motelzimmern oder in Kabins übernachten. 10 Meilen östlich des Parks liegt direkt am Hwy 24 das Rodeway Inn Capitol Reef mit Außenpool und Spa, 25 E SR 24, Caineville, UT,Tel. (435) 456-9900.

Kleine, hübsch eingerichtete Kabins zu einem sehr günstigen Preis vermietet The Flute Shop & Motel, 4 Meilen südlich von Torrey am Hwy 12 gelegen (1705 South SR 12, Teasdale, Utah, Tel. 435-425-3144). Ebenfalls empfehlenswert sind die Pine Shadows Cabins in Teasdale, einem kleinen Ort westlich von Torrey mit eigenem Badezimmer, Küchenzeile und überdachter Veranda, 195 W 125 S, Teasdale, UT 84773, Tel. 435-425-3939.

Campingplätze

Fruita Campground
Lage: an der Stichstraße vom Hwy 24 nach Süden zwischen Visitor Center und Scenic Drive
Anzahl Plätze: 64 Plätze für RVs und Zelte (keine hookups)
Ausstattung: Picknicktische, Feuerstellen, Trinkwasser, Toiletten, zentrale Dumpstation
Öffnungszeit: ganzjährig (Reservierungen sind nicht möglich)

Daneben gibt es im Hinterland des Nationalparks noch zwei Einfachcampgrounds, den Cathedral Valley Campground im Cathedral Valley (Höhenlage: 2.133 Meter ü.M.) und den Cedar Mesa Campground an der Notom-Bullfrog Road. Beide sind ganzjährig geöffnet und besitzen jeweils fünf Stellplätze, Tische, Feuerstellen und Einfachtoiletten. Reservierungen sind nicht möglich. Für die Übernachtung bei mehrtägigen Wanderungen benötigt man ein Backcountry Permit.

Thousand Lakes RV Park
1110 W. SR-24, Torrey, Utah 84775, Tel. 1-800 355-8995
Lage: 1 Meile westlich von Torrey am Hwy 24
Anzahl Plätze: 50 RV Sites (teils mit full hookup), 9 Zeltplätze, 5 Kabins
Ausstattung: Duschen, Restaurant, Laden, Jeepvermietung
Öffnungszeit: 1. April bis Ende Oktober

Information

Capitol Reef National Park
HC 70 Box 15
Torrey, UT 84775
Tel. (435) 425-3791

Das Visitor Center des Parks ist täglich von 8 bis 16.30 Uhr geöffnet, im Sommer bis 17.30 Uhr.

Karte Capitol Reef Nationalpark     Karte Capitol Reef Nationalpark anzeigen







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