Bundesstaat: New Mexico
Höhe: 1219 ü.M.
Lage: Im Südwesten New Mexicos, etwa 20 Meilen südwestlich von Alamogordo an der US 70/82
Kurzinfo
Die blendend weiße Gipssandwüste von White Sands gehört zu den beeindruckendsten Landschaften des amerikanischen Südwestens. Vom Parkeingang führt die Straße immer tiefer hinein in die surrealistische und bizarre Welt weißer Dünen, die sich schließlich bis zu 15 Meter hoch auftürmen. Wären nicht die Hitze und die gleißende Sonne, so könnte man meinen, durch riesige Schneeverwehungen zu fahren. Auf längeren Wanderungen erlebt man die Stille und Weite dieser weißen Märchenlandschaft besonders intensiv.

Die weiße Wüste im Herzen New Mexicos
Wissenswertes
Die Entstehung der Dünen
Das 596 qkm große Parkgebiet von White Sands wurde eingerichtet, um die größte Gipssandwüste der Erde zu erhalten und zu schützen. Entstehen konnte diese Dünenlandschaft durch eine nur sehr selten anzutreffende Kombination verschiedener geologischer und klimatischer Bedingungen. Die San Andres Mountains, die im Osten des Tularosa Basin bis zu 2730 Meter hoch aufragen, bestehen zu einem großen Teil aus Gipsablagerungen. Dieser Gips wird ständig durch Regenfälle herausgelöst und in Bächen und Flüssen zu Tal geschwemmt. Das Wasser sammelt sich im Lake Lucero, etwa 25 km südwestlich von White Sands. Unter der heißen Sonne verdunstet das Wasser in dem flachen See, der keinen natürlichen Abfluss besitzt, recht schnell. Zurück bleibt eine Kruste von Gipskristallen, die eine Länge von einem Meter erreichen können. Die starken Winde, die im Frühjahr zu regelrechten Sandstürmen werden, zerkleinern die Kristalle, wehen sie davon und lagern sie im Dünengebiet von White Sands wieder ab. Dadurch wandert das Dünengebiet jährlich um mehrere Meter nach Nordosten.

Pflanzen
Wassermangel, Nährstoffmangel und die ständigen Wanderbewegungen der Dünen kennzeichnen die extrem schwierigen Lebensbedingungen, denen die Pflanzen in dieser Gipswüste ständig ausgesetzt sind. Trotzdem hat sich eine erstaunliche Vielzahl widerstandsfähiger Pflanzenarten an diese feindliche Umwelt angepasst. Im Randbereich der Dünen, wo die Wurzeln noch genügend Halt im Erdreich finden, sieht man häufig den Salzbusch, dessen Blätter wirklich salzig schmecken und den Tiere der Umgebung eine schmackhafte Nahrung sind. Zu den wenigen Pflanzenarten, denen es gelingt, auf den wandernden Dünen Halt zu finden, gehören die wunderschönen großen Soaptree-Yukkas, der Squawbush, Rubber-Rabbitbush, Fourwing-Saltbush und die Cottonwoodbäume. Um nicht gleich von den schnell wandernden Sandbergen verschüttet zu werden, müssen diese Pflanzen extrem schnell wachsen, den Stamm verlängern und weitreichende Wurzeln ausbilden, die sich im Boden verankern können und oft bis zum Grundwasserspiegel reichen, der hier zum Teil nur einen Meter unter der Erdoberfläche liegt.
Tiere
Obwohl White Sands ein Wüstengebiet ist, leben hier nahezu 500 Tierarten. Die meisten meiden die gleißende Mittagssonne und kommen nur in der Dämmerung oder in der Nacht zum Vorschein, so dass man sie kaum zu Gesicht bekommt. Zu den Tieren, die sich vorwiegend im Randbereich der Dünen aufhalten, gehören Stachelschweine, Dachse, Stinktiere, Roadrunner, Uhus, Füchse, Kojoten, Beutelratten und Mäuse. Im Dünengebiet leben dagegen hauptsächlich Insektenarten sowie Skorpione, Taranteln, Eidechsen und eine Klapperschlangenart - die bis zu zwei Meter lange giftige Western Diamondback Rattlesnake. Einige Tiere wie Mäuse und Eidechsen haben sich im Laufe der Zeit eine weiße Tarnfarbe zugelegt, die es ihren Jägern schwer macht, sie in ihrer Umgebung aufzuspüren. Afrikanische Onyx-Antilopen, die vor kurzem vom Staat im Gebiet der White Sands Missile Range angesiedelt wurden, haben sich inzwischen hervorragend an die neue Umgebung angepasst und so stark vermehrt, dass sie schon zu einer ernsthaften Bedrohung für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt geworden sind.

Wanderung Richtung Alkali Flats
Klima/Reisezeit
In White Sands herrscht im Sommer trockenes Wüstenklima mit Tagestemperaturen von bis zu 40 Grad. Die Winter sind dagegen recht mild mit gelegentlichen, kurzen Schneefällen. Im Frühjahr auftretende Winde aus südwestlicher Richtung können sich zu regelrechten Sandstürmen ausbilden, die mehrere Tage anhalten. Diese Stürme bewirken auch die großen Wanderbewegung der Dünen von bis zu 10 Meter pro Jahr. Wegen der großen Hitze sollte man im Sommer einen Besuch des Dünengebiets um die Mittagszeit meiden. Am schönsten ist White Sands ohnehin in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag bis zum Sonnenuntergang, wenn die Sonne wunderschöne Licht- und Farbenspiele an den Himmel und in die Landschaft zaubert.
Zufahrt
Von Alamogordo aus fährt man auf der US 70 nach Südwesten und erreicht nach etwa 20 Meilen den Parkeingang. Kurz vorher sieht man auf der rechten Seite das militärische Sperrgebiet der Holloman Airforce Base. Da das Tularosa Becken für militärische Tests von Raketen und Laserwaffen genutzt wird, muss man damit rechnen, dass sowohl die US 70 zwischen Alamogordo und Las Cruces als auch die Parkstraße gelegentlich für 1-2 Stunden gesperrt werden. Am Parkeingang befindet sich das große Besucherzentrum im Adobe-Baustil mit Ausstellungen zur Entstehung der Gipswüste sowie zur Pflanzen- und Tierwelt von White Sands. Neben dem Infostand befindet sich noch ein kleiner Buchladen. Öffnungszeit: im Sommer 8-19 Uhr, sonst 8.30-17 Uhr.

Interessantes
Visitor Center
Am Parkeingang befindet sich das große Besucherzentrum im Adobe-Baustil mit Ausstellungen zur Entstehung der Gipswüste sowie zur Pflanzen- und Tierwelt von White Sands. Neben dem Infostand befindet sich noch ein kleiner Buchladen. Öffnungszeit: im Sommer 8--19 Uhr, sonst 8.30-17 Uhr
Heart of the Sands Loop Drive
Vom Visitor Center führt eine 26 km lange Parkstraße durch das Dünengebiet. Nach etwa vier Kilometern erreicht man einen Parkplatz, an dem der Big Dune Trail beginnt, ein mit farbigen Pfosten markierter Wanderweg, der vom Dünenrandgebiet bis auf den Kamm einer 18 Meter hohen Düne führt (Wanderzeit ½-1 Stunde). Ab hier fährt man auf feinem, festgepresstem Gips, auf beiden Seiten umgeben von immer höher werdenden weißen Dünen. Am Ende der Straße erreicht man eine große Parkbucht mit überdachten Picknickplätzen. Wer die Großartigkeit dieser Landschaft richtig genießen möchte, sollte hier sein Auto abstellen und ein Stück in diese wunderschöne weiße Wüste hineinwandern.
Alkali Flat   
Besonders interessant ist die Wanderung zu den nordwestlich des Dünengebiets liegenden Alkali Flats, einer weiten Ebene aus gepressten Gipskristallen, die neben dem Lake Lucero den feinen, weißen Sand für die hohen Dünen liefern. Der Weg beginnt an einem markierten Parkplatz am Ende der Heart of the Sands Loop Road. Von hier wandert man entlang der Pfosten Richtung Nordwesten. Wege im eigentlichen Sinne gibt es in White Sands nicht, denn diese würden durch die ständige Wanderbewegung der Dünen und den Wind im Nu wieder verweht. Besondere Vorsicht gilt deshalb bei allen Wanderungen abseits der markierten Routen. Ohne Karte, Kompass oder GPS-Gerät kann man in dieser eintönigen, weißen Wüstenlandschaft schnell die Orientierung verlieren.

Ausflug zum See Lake Lucero
Einmal pro Monat bietet der National Park Service Besuchern die Gelegenheit, auf einer geführten Tour den See zu besichtigen. In diesem meist ausgetrockneten, 20 Quadratmeilen großen See südwestlich von White Sands lagern sich die Gipskristalle ab, die die Dünen von White Sands ständig neu entstehen lassen und verändern. Die Tour dauert etwa drei Stunden. Man hat dabei Gelegenheit, eine Stunde lang das Seengebiet auf eigene Faust zu erkunden. Auskünfte erteilt das Visitor Center (Voranmeldung erforderlich).
Hinweise
Schützen Sie Foto- und Filmkameras vor dem feinen Sandstaub, der vom Wind oder von vorausgehenden Personen aufgewirbelt wird und in die kleinsten Ritzen dringt. Bei längeren Wanderungen sollte man, falls möglich, zu zweit unterwegs sein, da man in dem Einerlei der Dünen und vor allem bei Sandstürmen recht schnell die Orientierung verlieren kann. Denken Sie bei Wanderungen in der Mittagszeit daran, dass das Weiß des Sandes die Augen sehr stark blendet. Am besten nimmt man eine Sonnenbrille mit. Denken Sie auch an eine Kopfbedeckung und ausreichend Wasser für unterwegs.
Übernachtung
In White Sands gibt es keinen offiziellen Campingplatz. Das ganze Gebiet ist eine sogenannte Day-Use Area und damit nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geöffnet. Wer die phantastische Dünenlandschaft bei Mondlicht oder im ersten Licht der Morgensonne erleben will, kann jedoch innerhalb des Dünengebiets zelten. Für diese Übernachtung benötigt man lediglich ein Backcountry Permit der Parkranger. Die ausgewiesene Camping Area liegt innerhalb der Dünen und ist von einem markierten Parkplatz am Heart of Sands Loop (4,9 Meilen ab Beginn) über einen kurzen Wanderweg von 0,3 Meilen one-way zu erreichen. Der Weg ist wie die anderen Wege im Park mit Pfosten markiert.
Wenn Sie vorhaben, in den Dünen zu zelten, sollten Sie am besten vorher im Park anrufen (Tel. 505-679-2599 oder 505-479-6124), denn an einigen Tagen im Jahr ist der Zeltplatz geschlossen. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten findet man in Alamogordo oder im Oliver Lee Memorial State Park südlich von Alamogordo an der US 54.
Oliver Lee Memorial SP
Zufahrt: 10 Meilen südlich von Alamogordo auf der US 54, dann 5 Meilen ostwärts bis zum Visitor Center
Anzahl Plätze: 44 (10 mit Elektrizität)
Ausstattung: einfach
Öffnungszeit: ganzjährig
Adresse
Superintendent, White Sands NM
Box 458, Alamogordo, NM 88310
Tel. (505) 479-6124


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