Bundesstaat: New Mexico
Höhe: 1980-2024 ü.M.
Lage: In der Umgebung von Mountainair, etwa 140 Meilen südöstlich von Albuquerque
Kurzinfo
Etwas abseits der Hauptreiseroute liegen in einsamer Wüstenlandschaft drei Ruinenkomplexe der späten Anasazi-Kultur sowie die gewaltigen Überreste spanischer Missionskirchen. Lohnend ist auf jeden Fall ein kurzer Besuch von Gran Quivira, der größten Ruinenanlagen, etwa 25 Meilen südlich von Mountainair an der NM 55.
Wissenswertes
Das Salinas Pueblo Missions NM umfasst die drei prähistorischen Pueblos von Quarai, Abó und Gran Quivira sowie die auf diesen Pueblos von Spaniern errichteten Franziskanermissionen aus dem 17. Jahrhundert. Der Name Salinas stammt von den Salzseen zwischen Estancia und Willard, etwa 25 bis 30 Meilen von den Pueblos entfernt. Diese Salzvorkommen waren wohl einer der Hauptgründe, dass die Pueblos im Laufe des 13. Jahrhunderts zu blühenden Handelsstätten wurden. Sie hatten enge Handelsbeziehungen zu den anderen Pueblos New Mexicos wie auch zu den unmittelbar östlich lebenden Nomadenstämmen der Plainsindianer, bei denen sie Salz, Piniennüsse und andere Handelswaren gegen Büffel- und Antilopenfleisch, Felle und Häute eintauschten. Beeinflusst vom damaligen kulturellen Zentrum im Chaco Canyon, begannen die Menschen im 13. Jahrhundert, statt der bisherigen Erdgrubenwohnungen mehrstöckige Puebloanlagen zu bauen.

Ruinen der spanischen Missionskirche in Grand Quivira
Sie unterhielten ein gut funktionierendes Bewässerungssystem für ihre Felder, die sie in geordneten Terrassen rund um die Pueblos angelegt hatten. Auf diesen Feldern wurden verschiedene Nahrungspflanzen angebaut, wie Mais, Melonen, Kürbisse und Bohnen, aber auch Baumwolle, die gesponnen, gewebt und zu Kleidungsstücken verarbeitet wurde. Daneben hielt man domestizierte Truthähne, die jedoch nicht geschlachtet, sondern nur als Federlieferanten genutzt wurden.
1598 kam es zur ersten dauerhaften Ansiedlung von Spaniern in New Mexico. Auf der Suche nach Bodenschätzen gelangten sie auch in das Gebiet dieser Pueblos und erkannten rasch den Wert der nahegelegenen Salzvorkommen. Mit den Soldaten kamen Verwaltungsbeamte, Siedler und Missionare. Die Franziskaner bauten direkt neben dem Pueblo ihre Missionskirchen und Klöster und zerstörten dafür die Kivas, die heiligen Zeremonialräume der Indianer. Diese mussten sich taufen lassen, den Gottesdienst besuchen und für Kloster und Kirche arbeiten. Spanische Siedler, die in das Land strömten, erbauten in der Nähe der Pueblos große Haciendas, für die sie Schafe und Rinder importierten. Diese Tiere weideten das karge Land ab und verbrauchten eine große Menge des in dieser Gegend so kostbaren Wassers, so dass für die Bestellung der Felder kaum etwas übrig blieb.

Zeremonialkivas in Grand Quivira
Hinzu kam das harte Tributsystem der spanischen Regierung, durch das die Indianer gezwungen wurden, Salz abzubauen und zusammen mit anderen Waren zu zentralen Sammelstellen am Río Grande zu transportieren. Von dort wurde das Salz bis nach Mexiko gebracht, wo es für die Gewinnung von Silber in den riesigen Silberminen von Chihuahua benötigt wurde. Etwa dreimal im Jahr kam außerdem eine Delegation aus Mexico City, die die Einwohner der Missionen mit Gütern des täglichen Bedarfs versorgte. Auf dem Rückweg nahmen sie mit, was die Indianer liefern konnten: Salz, Piniennüsse, Felle, Häute, Baumwolldecken, Vieh und gefangene Apachensklaven. Doch damit nicht genug. Eingeschleppte Krankheiten wie die Pocken breiteten sich in Windeseile aus und töteten nahezu zwei Drittel der indianischen Bevölkerung. Es folgte eine dreijährige Hungersnot. Als dann auch noch die Apachenstämme der Umgebung ihre Raubüberfälle auf die Missionen verstärkten und sowohl Spanier als auch die christianisierten Puebloindianer niedermetzelten, sahen die Menschen keinen Ausweg mehr. Im Jahre 1672 waren von den ehemals 3000 Einwohnern des Pueblos Gran Quivira gerade noch 500 am Leben. Diese wenigen Überlebenden verließen zusammen mit den Spaniern ihre alte Heimat und zogen nach Norden, in Richtung Río Grande. Die Nachkommen der Bewohner von Salinas leben heute in den Pueblos von Isleta und Sandía in der Umgebung von Albuquerque.

Interessantes
Quarai
Die Puebloruinen von Quarai liegen neun Meilen nördlich von Mountainair (Zufahrt ab Punta). Quarai verfügt über ein kleines Museum und einen hübschen Picknickplatz. Der Rundweg durch die Ruinen ist etwa eine halbe Meile lang. Zu sehen sind die Mauerreste des Pueblos, der ehemalige Kirchenfriedhof sowie die Ruinen der großen Missionskirche Nuestra Senora de la Purissima Concepcion aus dem Jahre 1630.
Abó
Das ehemalige Pueblo liegt neun Meilen westlich von Mountainair an der NM 513. Am Parkeingang kann man sich für den Rundweg eine kleine Broschüre besorgen. Der etwa 1½ Meilen lange Weg führt zur Kirchenruine der Mission San Gregorio. Diese Kirche galt einst als eine der schönsten Kirchenbauten New Mexicos. Durch die noch nicht ausgegrabenen Ruinen des Pueblos führt ein weiterer kurzer Rundweg von ½ Meile.
Gran Quivira
Gran Quivira liegt 25 Meilen südlich von Mountainair an der NM 55. Hier gibt es ein kleines Visitor Center mit einem Museum, einem Buchladen und einem Filmvorführraum sowie einen hübschen, schattigen Picknickplatz. Man kann sich einen Trail Guide ausleihen und auf einem Rundweg von ½ Meile das interessante Ruinengelände erkunden. Zu sehen sind die Reste des einstigen Pueblos mit etwa 300 Räumen und sechs Kivas, sowie die Überreste zweier Missionskirchen. Von der kleineren, zuerst erbauten Kirche San Isidro stehen nur noch die Grundmauern. Beeindruckend wirken dagegen die gewaltigen Überreste der Missionskirche San Buenaventura mit ihren zwei Meter dicken Mauern.


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