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Trampas Lakes |
Santa Fe und Rocky Mountains? Irgendwie passt das ja nicht so recht zusammen. Oder doch? Wäre ich nicht im August hierher gekommen, wäre ich wahrscheinlich auch nie auf die Idee gekommen, hier in die Berge hinaufzufahren und zu wandern. Aber drunten in der Ebene ist es jetzt einfach zu heiß. Frischluft ist gefragt, und vor allem ein bisschen Bewegung. Dafür sind die südlichen Ausläufer der Sangre de Christos hier zwischen Santa Fe und Taos eigentlich ideal. Sie sind zwar nicht ganz so beeindruckend und hoch wie die Viertausender ein Stück weiter oben in Colorado, aber 3.500 bis 3.900 Meter sind ja auch schon mal nicht schlecht. ![]()
Das erste Ziel, das ich mir aussuche, sind die Trampas Lakes in der Nähe der High Road to Taos, Trail No. 31, eine ziemlich anstrengende Tagestour von 12 Meilen. Laut Buch gibt es direkt am Trailhead auch einen National Forest Campground, das ist praktisch, denn dann kann ich morgen früh gleich losmarschieren, ohne noch lange irgendwo durch den Wald fahren und den Weg suchen zu müssen. ![]()
Knapp eine Stunde später wird es endlich heller, so dass ich jetzt auch mehr erkennen kann. Links eine große Gruppe steil aufragender grauer Granitfelsen, rechts unten tief eingeschnittenen der Canyon. Dann wird der Wald etwas offener, lichter, der Weg folgt jetzt direkt dem fröhlich vor sich hinplätschernden Gebirgsbach, mal rechts, mal links, dazwischen immer wieder saftige grüne Wiesen mit riesigen gelben Wildblumen. Und jetzt kommt auch endlich die Sonne heraus. Sonne, Wärme, wie gut das tut! Jetzt kann ich auch endlich meine Jacke ausziehen. Was für ein wunderschöner Tag! Und wie schön es hier ist im Wald! ![]() Der erste See, den ich mir anschaue, ist der Upper Trampas Lake. Richtig malerisch liegt er da, eingerahmt von grünen Nadelbäumen und einer hohen grauen Felswand – ein eiszeitlicher Gletschersee, dessen grünes Wasser so klar und durchsichtig ist, dass man tief unten auf dem Grund jeden einzelnen Stein, jedes Stückchen Holz und all die vermoderten Baumstämme erkennen kann, die hier irgendwann im Lauf der Zeit in den See gefallen sind. Eine kurze Rast, ein bisschen die Sonne genießen, rechts und links ein bisschen um den See herumlaufen. Dann ein Stück den Weg zurück und nach links, zum Lower Trampas Lake, ein wenig kleiner, der Wald näher am Ufer, und dann noch ein Abstecher zum Hidden Lake. Aber auf dem Weg dorthin entdecke ich dann direkt vor mir auf dem Waldboden große, frische Bärenspuren. Also ist es wohl besser, umzukehren und wieder zurückzugehen. Schließlich mus man ja nicht überall gewesen sein, und schließlich ist die Pecos Wilderness ja groß genug für alle - für Mensch und Bär. ![]() Na, auf jeden Fall bin ich froh, dass ich heute hierher gekommen und in den Bergen gewandert bin. Und für den Rückweg kann ich mir jetzt richtig schön Zeit lassen. Mich irgendwo ins Gras legen, oder auf den warmen Waldboden neben den Bach, die Augen schließen, den Vögeln zuhören, die warme Sonne auf der Haut spüren und einfach diesen wunderschönen Tag genießen. Wie heißt es so schön? Carpe diem! Enjoy the day! Genau das werde ich jetzt tun :-)))
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