Der Dog Canyon ist eine tief in Kalk- und Dolomitfelsen eingegrabene Schlucht am Übergang von der weiten Ebene der Chihuahua Wüste zu dem über 1.500 Meter hoch aufragenden Steilabhang der Sacramento Mountains. Der Bach, der durch den Canyon fließt, wird ganzjährig von einer kleinen Quelle gespeist, so dass er selbst in der größten Sommerhitze nie ganz austrocknet. An seinen Ufern wachsen neben Hackberry Trees auch Maidenhair Farne, grüne Moosteppiche, Schilf und wilde Orchideen. Diese wiederum sind Nahrung für zahlreiche Singvögel, Kolibris und farbenprächtige Schmetterlinge wie den großen schwarzgelben Swallowtail, der mit unserem heimischen Schwalbenschwanz verwandt ist. Diese feuchte, schattige und kühle Uferlandschaft bildet einen starken Kontrast zur umgebenden trockenheißen Wüste mit ihren Büschen, Sträuchern und Kakteen.
Dog Canyon Lage: südlich von Alamogordo im Oliver Lee Memorial State Park (auf der US54 etwa 10 Meilen nach Süden, dann 4 Meilen nach Osten bis zum Parkeingang)
Dog Canyon Sehenswürdigkeiten & sights
Einen schönen Einblick in diese zwei Vegetationszonen bietet der 0,6 Meilen lange Riparian Nature Trail. Er beginnt gleich hinter dem Visitor Center und führt von dort hinunter zum Bach, wo man unter schattigen Bäumen mehrere schöne Picknickplätze vorfindet. Sehenswert ist auch das kleine Visitor Center mit Ausstellungen zur Flora und Fauna des Parks sowie zur interessanten Besiedlungsgeschichte des Canyons. Öffnungszeit: 9-16 Uhr.
Dog Canyon Wanderungen, Wandern - hikes & hiking trails & Trekkingtouren
Dog Canyon National Recreation Trail
Trailhead: am Wegweiser direkt hinter dem Eingang zum Visitor Center
Distanz: 2,9 bzw. 4,5 Meilen one-way
Steigung: 500 bzw. 942 Meter
Benötigte Zeit: 4 Stunden bzw. 8-10 Stunden
Eine anstrengende, aber sehr lohnende Tages- bzw. Zweitagestour führt von der flachen Wüste an der Steilflanke der Sacramento Mountains bergauf und dann immer dem tief eingeschnittenen Dog Canyon folgend bis zum 4,5 Meilen entfernten High Point Vista. Wem dies als Tagestour zu anstrengend ist, kann unterwegs zelten. Geeignete Plätze findet man auf der sogenannten Second Bench, einer flachen, mit trockenen Gräsern bewachsenen Hochebene mit großen, freistehenden Felsblöcken (2,4 Meilen ab Trailhead) oder an der Line Cabin, einer halb verfallenen Steinhütte am baumbestandenen, schattigen Ufer des Dog Canyon Creek (2,9 Meilen ab Trailhead). Die Line Cabin ist auch ein guter Rast- und Umkehrpunkt für alle, denen die Ganztagestour zu lang oder zu anstrengend ist.
Vom Trailhead am Visitor Center windet sich der schmale, steinige Weg in vielen Serpentinen an der hoch aus der Ebene aufragenden Felsflanke der Sacramento Mountains bergauf. Unterwegs bieten sich dabei immer wieder grandiose Blicke auf die endlos erscheinende Ebene des Tularosa Valley und das schmale, weiße Band der Gipssanddünen von White Sands weit entfernt am Horizont.
Hinter diesem ersten Steilanstieg wendet sich der Pfad etwas nach links und führt dann zunächst leicht bergab, kurze Zeit später dann geradeaus über eine mit Sotol, Mescal Agaven, Ocotillos und Kakteen bewachsene Hochebene Richtung Dog Canyon. Nach etwa 15 weiteren Minuten wird der Weg, der von nun an dem Canyon stets in einiger Entfernung oberhalb des Canyonrands folgt, wieder etwas steiler.
Nach mehreren kurzen Anstiegen erreicht man schließlich die zweite, von hohen Felsen eingerahmte Hochebene mit einzelnen freistehenden Bäumen und großen, boulderartigen Felsblöcken. Diese Hochebene war übrigens Mitte des 19. Jahrhunderts Schauplatz zahlreicher Scharmützel zwischen Mescalero Apachen und den Soldaten der 8. US Kavallerie. Das letzte Wegstück bis zum Rast- und Umkehrpunkt für die Halbtagestour führt nun in einem kurzen, steilen Abstieg bis zum schattigen Ufer des Dog Canyon Creek und den von Alligator Junipern eingerahmten Mauerresten der Line Cabin.
Nachdem man den Bach überquert hat, folgt mit einer Steigung von über 300 Metern auf einer Distanz von knapp einer Meile der steilste Anstieg der gesamten Wegstrecke hinauf zum ‚Eyebrow', einem gewaltigen Felsüberhang. Kurze Zeit später verlässt der Pfad den Canyon und endet schließlich am kieferbewachsenen High Point Vista, einem spektakulären Aussichtspunkt auf das ausgedehnte Tularosa Basin. Wer ein zweites Fahrzeug mit ausreichend Bodenfreiheit zur Verfügung hat, kann die Tour auch etwas abkürzen und von hier aus zur ungeteerten Forest Road 90B absteigen, die nur eine Meile westlich durch die Sacramento Mountains führt.
Beste Jahreszeit für diese Wanderung sind die Frühjahrs- und Herbstmonate mit milden, angenehmen Tagestemperaturen. Im Hochsommer werden nicht selten Temperaturen über 45 Grad im Schatten erreicht, was die Tour angesichts des weitgehend schattenlosen und sehr oft sehr steil ansteigenden Trails schnell zu einer schweißtreibenden Strapaze ausarten lässt. Ein kleiner Tipp für alle, die die Wanderung auch im Sommer unternehmen möchten: am besten schon im frühen Morgengrauen starten, solange es noch einigermaßen kühl ist und der erste Steilanstieg noch im Schatten der Berge liegt. Des weiteren sollte man nicht vergessen, sich mit einer Kopfbedeckung und Hautschutzcreme gegen die unbarmherzig vom Himmel brennende Sonne zu schützen. Ebenso wichtig ist es, ausreichend Trinkwasser mitzunehmen. Das Quell- und Bachwasser im Canyon muss vor dem Trinken entkeimt werden.
Campingplätze & campgrounds
Zum Park gehört ein großzügig angelegter Campingplatz mit 30 Stellplätzen für Zelte und Wohnmobile, die sich auf einen oberen und einen unteren Loop verteilen. Einige der Plätze besitzen schattenspendende Ramadas und Elektrizitätsanschlüsse. Zur Ausstattung gehören auch mehrere Frischwasserstellen mit Handpumpen, eine zentrale Dumpstation, Einfachtoiletten sowie eine sogenannte Comfort Station mit Solarduschen. Der Boden ist besonders nach großer Hitze steinhart, was beim Zeltaufbau Probleme bereiten kann. Dafür ist die Aussicht auf die weite Ebene und die steil aufragenden Felswände geradezu grandios.
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