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Kurzinfo
Fast eine ganze Tagesreise von den übrigen Sehenswürdigkeiten und Nationalparks des Südwestens entfernt, liegt in einem fast vergessenen Winkel von West Texas eines der schönsten und wildesten Parkgebiete Amerikas. Jeder, der die Einsamkeit sucht und Natur pur erleben möchte, kommt hier voll auf seine Kosten, sei es in den Bergregionen der Chisos Mountains, wo man sich noch auf Begegnungen mit Bären und Pumas gefasst machen muss, oder an den schilfbewachsenen, dschungelartigen Ufern des Río Grande unter steil in den Himmel aufragenden Canyons. Eine der treffendsten Beschreibungen für diese wilde und urwüchsige Landschaft findet sich in den Aufzeichnungen eines unbekannten Vaquero aus dem vorigen Jahrhundert: "Wo der Regenbogen auf den Regen wartet, der große Fluss in Stein gefangen ist, das Wasser bergauf strömt und die Berge in der Luft zerfließen, außer in der Nacht, wenn sie sich auf den Weg machen, um mit anderen Bergen zu spielen."

Der Rio Grande bildet die Grenze zu Mexiko
Wissenswertes
Geologie
Big Bend gehört zu einem ehemaligen Vulkangürtel, der sich von den Bofacillos Mountains unmittelbar westlich des Parks bis zur Sierra del Carmen im Osten und bis zu den Santiago Mountains im Norden erstreckt. Zu den markantesten vulkanischen Gebirgszügen innerhalb des Parkgebiets gehören die Chisos Mountains, die Sierra de Santa Elena und die Rosillos Mountains, aber auch einzelne Erhebungen aus erkalteten Lavamassen wie z.B. die Burro Mesa oder der Mariscal Mountain. Vor 50 bis 70 Millionen Jahren, zur Zeit, als die Dinosaurier gerade auszusterben begannen, explodierten im Big Bend nacheinander acht größere Vulkane, deren Lava und Asche das Land schließlich mit einer über 2.000 Meter dicken Schicht bedeckte. Im Laufe der folgenden Jahrmillionen zerfurchten die Erosionskräfte von Wind und Wasser die poröse Lavaschicht, und es entstanden unzählige Berge, Täler und tiefeingeschnittene Canyons, die dem Gebiet heute seinen unverwechselbaren Charakter geben.
Pflanzen
In den Regionen der Chihuahuawüste dominieren die vielen Kakteenarten, die bei genügend Regenfällen im Frühjahr zwischen Februar und Mai und dann wieder von September bis Oktober blühen. Hierzu gehören der Ocotillo mit seinen schmalen, langen Zweigen und seinen hellroten zierlichen Blüten, der Strawberry Cactus mit seinen rosafarbenen Blüten und wohlschmeckenden Früchten, aber auch der Prickly-Pear, der Dog Cholla und der Tasajillo-Cactus, der sich mitten im Winter wie ein kleiner Tannenbaum mit vielen kleinen roten Beeren schmückt.

Im Frühjahr blühen die Ocotillo Kakteen
Eine Besonderheit des Big Bend ist der Peyote-Kaktus, der das starke Halluzinogen Mescalin produziert. Vor Ankunft der Weißen in diesem Gebiet wurden die getrockneten Pflanzenteile von verschiedenen Indianerstämmen als bewußtseinserweiterndes Mittel bei religiösen Zeremonien und spirituellen Handlungen verwendet. In den 60er und Anfang der 70er Jahre dieses Jahrhunderts strömten unzählige Anhänger des Hippie-Kultautors Carlos Castaneda zum Big Bend, um die Pflanze auszugraben und die Wirkung der Droge am eigenen Leib zu erproben. Die Folge war, dass der kaum erkennbare, unscheinbare Kaktus heute fast völlig ausgerottet ist. Die wenigen überlebenden Exemplare stehen unter strengem Naturschutz. Da Peyote zu den starken Drogen gehört, werden sowohl Besitz als auch Gebrauch in den USA mit hohen Strafen geahndet.
In höhergelegenen Wüstenregionen und zum Teil auch im unteren Bergland findet man die beeindruckende Sotol-Pflanze, die jedes Frühjahr einen vier bis sechs Meter hohen Blütenstand ausbildet, bedeckt mit unzähligen weiß-grünen Blüten. Spanish-Dagger, eine Yukka-Art, findet man in großer Anzahl bei Persimmon Gap in der Nähe des nördlichen Parkeingangs. Diese Pflanzen werden 50 bis 75 Jahre alt und erreichen Baumgröße. Um Ostern bilden sie riesige Blütenstände, von denen ein einziger bis zu 30 kg wiegen kann und Tausende cremefarbiger Blüten trägt, eine bevorzugte Nahrung für die hier lebenden Hirsche. Die Mescal-Agave oder Century-Plant, eine graugrüne Agavenart, wächst ebenfalls in der Übergangszone zwischen Wüste und Bergland. Für die Mescalero Apachen war sie so wichtig wie der Bison für die Plains-Indianer. Die hartfaserigen Blätter wurden zum Korbflechten und für Sandalen verwendet. Die cremeweißen Blüten ergaben gekocht ein schmackhaftes Gemüse und aus dem Mark der Blütenstaude wurde Mehl gemahlen, aus dem Fladen geröstet wurden. Agavewurzeln dienten den Apachen in der Wüste als Hauptnahrungsmittel. Century Plant heißt diese Pflanze, da sie 25 bis 50 (allerdings nicht 100!) Jahre braucht, bis sie zum ersten Mal blüht. Dann schießt innerhalb von 24 Stunden ein langer Blütenstängel in die Höhe und trägt goldfarbene Blüten.
Im niederschlagsreichen Bergland findet man Wacholder, Texasmadronen, Kiefern und verschiedene Eichenarten, in den feuchteren Flussniederungen des Río Grande eine grüne Schilflandschaft mit Bermudagrasflächen, Baumwollpappeln, Honig-Mesquite, Akazien, Schilfrohr und den aus den Mittelmeerländern eingeführten Tamarisken. Diese Baumart hat sich inzwischen zu einer echten Gefahr für das empfindliche Ökosystem der Flussregion entwickelt, da sie dem Boden sehr große Mengen an Feuchtigkeit entzieht und diese Feuchtigkeit über die Blätter wieder verdunstet. Seit kurzem versucht man mit einem regelrechten Ausrottungsprogramm - allerdings mit wenig Erfolg - diese Pflanzenart wieder aus dem Gebiet zu entfernen.

Truthahngeier am Cottonwood Campground
Tiere
Big Bend gehört zu den wenigen Nationalparks, wo Wildtiere noch in großer Anzahl zu beobachten sind. Allerdings ist auch hier der frühere reiche Wildbestand durch die Eingriffe des Menschen zu Beginn dieses Jahrhunderts erheblich zurückgegangen. Pelzhändler waren dafür verantwortlich, dass die großen Biberkolonien an den Flussufern fast ausgerottet wurden. Rancher und Viehzüchter waren schuld an der Ausrottung der Wölfe, der Pronghorn Antilopen und der Dickhornschafe. Dagegen konnten die Berglöwen oder Pumas in den höheren Bergregionen überleben. Insgesamt etwa ein Dutzend dieser Tiere gibt es hier noch. Man bekommt sie jedoch äußerst selten zu sehen, am ehesten im Mai oder Juni in der Gegend beim Panther Pass. In den vergangenen Jahren wurden von Wanderern auch wieder vereinzelt Bären gesichtet. Zu den Tieren, die häufiger zu sehen sind, gehören die rotköpfigen Truthahngeier und die flinken Roadrunner, Maultierhirsche, Klippenschwalben, Falken, Eidechsen, Geckos, Taranteln und Erdhörnchen.

Der Roadrunner gehört zur Kuckucksfamilie
Kojoten sieht man selten, meist hört man nur ihr durchdringendes langgezogenes Heulen bei Einbruch der Nacht oder in der Morgendämmerung. Achten Sie bei Touren durch den Park auch auf die recht aggressiven Pecaris oder Javelinas, die unseren Wildschweinen sehr ähnlich sehen, in Wirklichkeit aber mit dem Tapir und dem Pferd verwandt sind. Leider findet man sie oft von Autos überfahren am Straßenrand. Zu den unangenehmeren Bewohnern des Big Bend gehören Skorpione und 16 Schlangenarten, darunter die rosafarbene Western Coachwhip und drei sehr giftige Klapperschlangenarten. Wissenschaftler entdeckten im Big Bend auch interessante Saurierknochen und -skelette wie etwa das des Pterosaurus. Dieser Flugsaurier war das größte fliegende Lebewesen, das es jemals auf dieser Erde gab - mit einem Gewicht von 70 kg und einer Flügelspannweite von 11 Metern!

Ein Javelina oder Pecari
Geschichte
Als Anfang des 16. Jahrhunderts die ersten Spanier in das Gebiet gelangten, trafen sie in der Nähe des heutigen Presidio auf Indianer, die in kleinen Pueblos lebten und in den fruchtbaren Flusstälern des Río Grande Ackerbau betrieben. Die Spanier nannten diesen Indianerstamm La Junta Indians. Allerdings hatten weder sie noch die Spanier Interesse an dem Wüsten- und Canyongebiet im Osten, das sie El Despoblado nannten, unbewohntes Land. Tatsächlich war das Gebiet völlig unbesiedelt, als einige Jahre später die Chisos-Indianer, die bisher ausschließlich im zentralen Nordmexiko gelebt hatten, begannen, die Sommermonate hier zu verbringen. Nach diesem Indianerstamm ist auch die Gebirgskette der Chisos Mountains im Zentrum des Big Bend benannt.
Als spanische Konquistadoren die Chisos-Indianer immer häufiger überfielen und die Gefangenen nach Zentralmexiko verschleppten, wo sie in den Kupfer- und Silberbergwerken als Sklaven arbeiten mussten, bildeten diese eine eigene Streitmacht, der es nach einer entscheidenden Schlacht im Jahr 1644 gelang, die Spanier für lange Zeit aus dem Gebiet des Big Bend fernzuhalten. Verdrängt wurden die Chisos schließlich von den Mescalero-Apachen, die infolge der zunehmenden kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Comanchen nach Süden geflüchtet waren und sich im Gebiet des Big Bend niederließen. Die Mescalero Apachen, die sich hervorragend an die lebensfeindliche Wüste angepasst hatten, waren erfolgreiche Guerillakämpfer. Ihnen gelang es bis ins 18. Jahrhundert hinein, alle weißen Eindringlinge erfolgreich abzuwehren.
Den Comanchen, die mittlerweile ihre Kriegszüge auf spanischen Pferden bis nach Nordmexiko ausdehnten, waren allerdings auch sie nicht gewachsen. Über ein Jahrhundert lang zog dieses kriegerische Reitervolk, das die südlichen Plains von Oklahoma bis Texas beherrschte, jedes Jahr während des ersten Vollmonds im September vom Llano Estacado über den Big Bend bis nach Nordmexiko. Während dieses berüchtigten Comanche War Trail überfielen sie regelmäßig sämtliche Dörfer zwischen dem Río Grande und Durango in Mexiko. Schwer beladen mit geraubten Nahrungsmitteln, Pferden, Vieh und Sklaven zogen sie anschließend durch den Big Bend wieder nach Norden - mit respektvollem Abstand zum spanischen Fort in Presidio. Ende des 19. Jahrhunderts erreichte schließlich die Westexpansion der angloamerikanischen Siedler auch Westtexas und damit den Big Bend. Dem Militär gelang es, die Kriegszüge der Comanchen zu beenden und die Mescalero-Apachen, die sich unter dem Druck der Comanchen tief ins Innere der Chisos Mountains zurückgezogen hatten, zu einem Friedensvertrag mit der mexikanischen Regierung zu überreden. Alsate, der letzte Häuptling der Mescaleros, überquerte daraufhin mit einer großen Anzahl seiner Krieger den Río Grande, um den angebotenen Friedensvertrag zu unterzeichnen. Die Mexikaner machten die Männer zunächst betrunken, dann wurden sie gefoltert, und schließlich zwang man sie, nach Chihuahua zu marschieren, wo einige von ihnen getötet und die anderen als Sklaven verkauft wurden.
Doch selbst nachdem die Indianergefahr gebannt war, blieb West Texas und damit auch das Gebiet des Big Bend dünn besiedelt. Nur einige Schaf- und Rinderzüchter nutzten das Land als Viehweide. Größeres Interesse weckte das Gebiet erst, als man Zinnober fand, das die Indianer allerdings schon Jahrhunderte vorher als Farbstoff für Felszeichnungen und für die Kriegsbemalung benutzt hatten. Bei der Erhitzung von Zinnober entsteht Quecksilberdampf, der kondensiert und so in flüssiges Quecksilber umgewandelt werden kann. Die Chisos Mining Company unterhielt im Westen des Big Bend Anfang des Jahrhunderts die zweitgrößte Quecksilbermine der Welt, die in den 40 Jahren ihres Bestehens über 100.000 Flaschen reines Quecksilber produzierte. Als zu Beginn des 2. Weltkriegs die Zinnobervorräte zu Ende gingen, wurden die Minen geschlossen. Zurück blieben nur die beiden Geisterstädte Terlingua und Study Butte, in denen einst über 2000 Minenarbeiter mit ihren Familien gelebt hatten.
Klima/Reisezeit
Eine Besonderheit des Big Bend sind die plötzlichen Wetterumstürze, auf die man sich vor allem bei längeren Wanderungen entsprechend einstellen sollte. So kann es im Sommer plötzlich zu heftigen Gewitterstürmen mit sintflutartigen Regenfällen kommen und in den relativ milden Wintermonaten zu Stürmen mit Temperaturstürzen unter Null Grad und Schneefällen. Die trockenste Zeit sind Winter und Frühjahr, Regenfälle und Gewitter gibt es hauptsächlich in den Sommermonaten zwischen Juni und August. Die Temperaturen in den Bergregionen liegen jeweils um 10 bis 12 Grad unter denen der tiefer liegenden Wüstengebiete, wo die Sommertemperaturen leicht bis auf 45 Grad klettern können. Die besten Reisezeiten für den Park sind Frühjahr und Herbst. Die Temperaturen sind dann sowohl in den Bergen als auch in den Wüstengebieten und Flussebenen am angenehmsten. Den Hochsommer sollte man möglichst meiden, da es für Wanderungen dann oft zu heiß ist. Hauptreisezeit der Amerikaner sind zwei Wochen an Weihnachten und der Monat März.
Zufahrt
Der Park besitzt zwei Eingänge. Den Westeingang erreicht man von Alpine über die SR 118 oder von Presidio bzw. Lajitas über den Hwy 170 (s. El Camino del Río). Zum Nordeingang gelangt man von Alpine und Marathon aus über die US 385. Visitor Center: das Hauptgebäude befindet sich bei Panther Junction. Auskünfte und Broschüren erhält man auch bei den Rangerstationen Castolon, Chisos Basin und Río Grande Village.
Outdoor-Aktivitäten
Raftingtouren auf dem Río Grande   
Raftingtouren zwischen einem Tag und zwei Wochen Dauer durch die beeindruckenden Canyons des Río Grande werden von verschiedenen Veranstaltern in Lajitas, Terlingua und Study Butte angeboten (s. El Camino Del Río). Entsprechende Auskünfte erhält man auch im Visitor Center von Panther Junction. Im Nationalpark selbst findet man allerdings keine Veranstalter. Hauptsaison für Wildwassertouren sind die Sommermonate Juli bis August, da in dieser Zeit der meiste Regen fällt. In den übrigen Monaten kann der Wasserstand bei lang andauernden Trockenperioden selbst für Kajaktouren zu niedrig sein!
Wer es sich zutraut, die Canyons mit Stromschnellen zwischen Klasse II und IV auf eigene Faust mit Schlauchbooten, Kajaks oder Kanus zu befahren, kann die komplette Ausrüstung in der Ortschaft Lajitas beim Lajitas Trading Post mieten. Vorher sollte man sich unbedingt im Visitor Center oder beim Lajitas Trading Post nach den Besonderheiten der einzelnen Routen, dem Schwierigkeitsgrad und besonderen Vorschriften erkundigen. Bei diesen beiden Stellen erhält man auch das für die Canyons des Parkgebiets erforderliche Permit. Beliebtester Einstiegspunkt für die Touren ist die Ortschaft Lajitas westlich des Parks. Zu den einfacheren Canyons (Klasse II bis III) gehören der Mariscal, der Colorado und der Boquillas Canyon. Interessanter, aber auch schwieriger (bis Klasse IV) ist der Santa Elena Canyon. Ein einwöchiges Wildnisabenteuer für erfahrene Wildwasserfahrer (Klasse III bis IV) ist die 120 Meilen lange Tour durch die Lower Canyons des Río Grande Wild & Scenic River.
Reittouren   
Der Reitstall Lajitas Stables befindet sich 3 Meilen außerhalb des westlichen Parkeingangs an der Kreuzung von Hwy 118 und FM 170. Angeboten werden ein- oder mehrstündige Ausritte, allerdings nur außerhalb des Parkgebiets. Wegen der extremen Trockenheit und Hitze ist es für Pferde und Reiter besser, Reittouren in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen.

Reittour in der Nähe des Westeingangs
Jeeptouren
Es gibt im Park zwar einige schöne Geländestrecken, insbesondere die etwa 80 km lange River Road entlang der Südgrenze des Parks zwischen Castolon und Río Grande Village, allerdings kann man weder im Park noch in der näheren Umgebung entsprechende Geländewagen mieten (nächste Gelegenheit in Alpine, 88 Meilen nördlich des Parks). Bevor man losfährt, braucht man eine schriftliche Genehmigung der Parkverwaltung. Man sollte sich auch unbedingt vorher nach dem aktuellen Straßenzustand und den Wetteraussichten erkundigen. Broschüren mit der Beschreibung lohnender Nebenstrecken erhält man im Visitor Center von Panther Junction.
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Wanderungen & Trekkingtouren
Der Big Bend Nationalpark bietet eine Fülle wunderschöner und interessanter Wandermöglichkeiten. Allerdings ist stets zu bedenken, dass die Temperaturen selbst in den hochgelegenen Chisos Mountains im Frühjahr, Sommer und Herbst extrem hoch sind, so dass man außer einer Kopfbedeckung auch genügend zu trinken mitnehmen sollte.
Am schönsten sind Wanderungen ohnehin in den frühen Morgen- und Abendstunden, wenn die Temperaturen angenehm sind und man reichlich Gelegenheit hat, die vielen Wildtiere des Big Bend zu beobachten. Der größte Teil des Big Bend ist reines Wildnisgebiet. Aus diesem Grund nehmen Sie bitte die folgenden Hinweise und Vorschriften der Parkverwaltung ernst.
Für Übernachtungstouren benötigt man ein kostenloses Backcountry Permit der Parkverwaltung. Wer allein wandern möchte, sollte vorher Bekannte oder Parkranger über die geplante Route unterrichten und ein sogenanntes Solo Hiker Formular ausfüllen, damit die Ranger im Notfall wissen, wo sie zu suchen haben. Wer unterwegs zeltet, muss dabei einen Abstand von mindestens 100 Metern zu Flüssen, Seen und Quellen einhalten, um Wildtiere nicht beim Trinken zu stören und das Wasser nicht zu verschmutzen. Offenes Feuer ist im gesamten Parkgebiet verboten. Klettern ist ohne spezielle Genehmigung der Parkverwaltung nicht erlaubt wegen der stellenweise brüchigen Felsen auch recht gefährlich. Obwohl ernste Begegnungen mit Pumas recht selten sind (zwei Angriffe auf Menschen seit 1984 im Gebiet der Chisos Mountains), sollte man im Notfall wissen, wie man sich richtig zu verhalten hat: keinesfalls wegrennen, sondern stehen bleiben. Das Tier anschauen und versuchen, es mit Schreien, Steinwürfen und heftigen Drohgebärden zu vertreiben.
Wanderungen im Gebiet des Santa Elena Canyon
Auf der Fahrt zum Canyon gibt es einige sehenswerte Aussichtspunkte auf Felsformationen und Canyons. Interessant sind auch die Zeugnisse der Vergangenheit - ein altes Ranchhaus, Reste von Windmühlen, eine alte Garnisonskaserne und Lehmhäuser aus der Zeit der Jahrhundertwende.
Santa Elena Canyon Trail   
Distanz: 1,7 Meilen (2,7 Kilometer)
Benötigte Zeit: 1-2 Stunden
Steigung: keine
Hinweis: bei Hochwasser wird der Weg gesperrt!
Die Wanderung beginnt am Ende der Straße zum Santa Elena Canyon. Nach einem kurzen Stück durch das Uferschilf erreicht man den Terlingua Creek, der bei niedrigem Wasserstand problemlos durchwatet werden kann. Auf der anderen Seite beginnt der Eingang in den Santa Elena Canyon. Man folgt dem Pfad entlang dem Río Grande durch die dschungelartige Ufervegetation, während rechts und links die fast 500 Meter hohen Canyonwände immer enger zusammenrücken. Diese Wanderung gehört zu den schönsten im gesamten Parkgebiet, besonders in den Abendstunden, wenn die Canyonwände von den Strahlen der untergehenden Sonne in warme Rot- und Gelbtöne getaucht werden.
    
In den Schluchten des Santa Elena Canyon
Tuff Canyon Trail
Distanz: 0,8 Meilen (1,3 Kilometer)
Benötigte Zeit: ½ Stunde
Der Weg beginnt am Tuff Canyon Parkplatz, kurz vor Castolon. Er führt durch Tuffgestein, das vom Regen ausgewaschen wurde in einen Canyon, dessen grauweiße Wände teils aus erkaltetem Lavagestein, teils aus Vulkanasche bestehen.
Wanderungen im Gebiet des Río Grande Village
Ab Panther Junction sind es 24 Meilen bis zu den 600 Meter tiefer gelegenen Tälern des Río Grande auf der Ostseite des Parks. Unterwegs bietet sich die Gelegenheit für einen kurzen Abstecher über die Grenze nach Mexiko.
Von der Hauptstraße führt ein unbefestigter Weg zum Boquillas Canyon Overlook und weiter über eine Schotterstraße zum Ufer des Río Grande. Mit einer Fähre kann man hier den Fluss überqueren. Auf der mexikanischen Seite kann man die knappe Meile bis zu dem mexikanischen Dorf Boquillas de Carmen sehr gut zu Fuß zurücklegen. Mit der Behauptung, es sei noch sehr weit bis zum Dorf, gelingt es den Mexikanern allerdings meistens, ahnungslose Touristen zu einem Eselsritt zu überreden, was ja auch seinen Reiz haben kann. Die Gebühr für die Fähre sollte man erst auf dem Rückweg bezahlen. In dem kleinen Dorf gibt es außer kühlem Bier und mexikanischen Originalgerichten allerdings nichts Besonderes zu sehen.
Boquillas Canyon Trail
Distanz: 1,4 Meilen (2,2 Kilometer)
Benötigte Zeit: 1-2 Stunden
Steigung: kurze Steigung am Anfang des Wegs
Der Weg beginnt beim Parkplatz am Ende der Zufahrtsstraße zum Boquillas Canyon. Man überquert eine kleine Anhöhe, die einen herrlichen Ausblick auf die Fluss-Schleifen des Río Grande bis hinüber nach Mexiko bietet. Danach führt der Weg am schilfbewachsenen Flussufer entlang bis in den Boquillas Canyon. Die beste Zeit für diese Wanderung sind wegen der Lichtverhältnisse die frühen Morgenstunden.
Hot Springs Historic Walk
Distanz: 2 Meilen (3,2 Kilometer)
Benötigte Zeit: 1-2 Stunden
Die Mineralquellen sind nur erreichbar über eine zwei Meilen lange schlechte Schotterstraße, die kurz vor dem Río Grande Village von der Hauptstraße abzweigt (für Wohnmobile nicht geeignet ). Der Wanderweg beginnt am Parkplatz und endet bei den heißen Quellen von Hot Springs. Hier, an der Einmündung des Tornillo Creek in den Río Grande unterhielt Anfang dieses Jahrhunderts ein Mann namens J.O. Sayford ein Heilbad. Einige Ruinen des Badehauses sind noch zu sehen.
Río Grande Village Nature Trail
Distanz: 0,75 Meilen (1,2 Kilometer)
Benötigte Zeit: ½ Stunde
Steigung: keine
Kurzer Naturlehrpfad, der am Campingplatz gegenüber Campsite 18 beginnt und zu einem Hügel führt. Von hier schöne Ausblicke auf den Río Grande.
Wanderungen in den Chisos Mountains
Vom Visitor Center klettert die serpentinenreiche Straße über sechs Meilen hinauf in die Berge. Nach ca. fünf Meilen erreicht man Panther Pass, mit 1759 Metern höchster Punkt der Straße. Hier beginnt der Wanderweg Lost Mine Trail. Danach windet sich die Straße in engen Kurven hinunter in das Chisos Basin, dem Ausgangspunkt zahlreicher weiterer Wanderwege.
Lost Mine Trail
Distanz: 4,6 Meilen (7,4 Kilometer)
Benötigte Zeit: 4-5 Stunden
Steigung: 380 Meter
Der Weg beginnt am Panther Pass und führt zum Lost Mine Overlook auf 2.085 Metern Höhe, einem schönen Aussichtspunkt auf den Juniper Canyon und den East Rim.
Window Trail  
Distanz: 5,3 Meilen (8,5 Kilometer)
Benötigte Zeit: 3-4 Stunden
Steigung: 250 Meter
Der Weg beginnt beim Basin Trailhead und führt über einen schmalen, steinigen Weg hinunter in den Oak Creek Canyon. Achtung: im Tal ist es stets heißer als in den umliegenden Bergen. Vergessen Sie nicht genügend zu Trinken und einen Kopfschutz! Nach dem Abstieg durchquert man ein weites Tal und erreicht schließlich ein schattiges Bachbett, das auf beiden Seiten von immer höher werdenden Felsbastionen gesäumt wird. Der schmale Pfad mündet schließlich in eine grandiose Fels- und Schluchtszenerie und endet spektakulär am Window, einer schmalen Felsöffnung mit weitem Blick auf die einige hundert Meter tiefer liegenden Wüstengebiete.

Canyon am Ende des Window Trail
Übernachtung
Die einzige Übernachtungsgelegenheit für Nicht-Camper innerhalb des Parks bietet die Chisos Mountain Lodge mit insgesamt 34 Zimmern in der Lodge, im Motelkomplex und in kleinen Steinhäuschen. Rechtzeitige Reservierung ist unbedingt erforderlich.
National Parks Concession, Inc.
Chisos Mountains Lodge
Big Bend National Park, TX 79834
Tel. (915) 477-2291
Río Grande Village
Lage: im Südosten des Parks , vier Meilen vor dem Eingang zum Boquillas Canyon
Anzahl Plätze: 25 (alle mit full hookup)
Ausstattung: Waschmaschinen, Laden
Öffnungszeit: ganzjährig
Río Grande Village ist der einzige Platz im gesamten Parkgebiet, der über Anschlüsse für Wohnmobile verfügt. Das Ganze wirkt jedoch eher wie ein asphaltierter Parkplatz.
Cottonwood
Der Platz liegt recht idyllisch unter hohen Cottonwoodbäumen im Ufergebiet des Río Grande, in der Nähe von Castolon, verfügt allerdings über keinerlei Anschlüsse für Wohnmobile. Zur Ausstattung gehören Tische, Bänke, Grillplätze und Toiletten.
Chisos Mountain Basin
Der Platz mit 63 Stellplätzen für Zelte und Camper bis 24 Fuß liegt in den Bergen des Chisos Basin unterhalb der Chisos Mountain Lodge. Ausstattung: zentrale Dumpstation, Toiletten, Frischwasser, Tische und Grillstellen.
Adresse
Big Bend National Park
Big Bend NP, TX 79834
Tel. (915) 477-2251
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