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Bandelier National Monument
Kurzinfo Bandelier
Inmitten eines fruchtbaren, bewaldeten Canyons, dessen Felswände aus Tuffstein natürliche Höhlen bilden, findet man entlang schöner Wanderwege mit zum Teil abenteuerlichen Klettereien über steile Holzleitern interessante Puebloruinen, Kivas und Felswohnungen der späten Anasazi-Kultur. Für Leute mit etwas mehr Zeit bietet der Park viele interessante Trekkingtouren ins Hinterland. Etwas außerhalb des Parkgebiets liegen die Tsankawi Ruins, eine langgestreckte Mesa mit schönen Felszeichnungen und vielen kleinen Felskammern und -höhlen, die vorwiegend als Vorratskammern genutzt wurden.
Höhe Bandelier: 1700-2500 ü.M.
Lage Bandelier: Etwa 50 Meilen nordwestlich von Santa Fe
Wissenswertes Bandelier
Das Bandelier National Monument wurde nach dem Schweizer Adolph F. A. Bandelier benannt, der die Ruinen 1880 zum ersten Mal besuchte und in der Folgezeit erforschte. Auf dem 130 Quadratkilometer großen Gelände befinden sich schätzungsweise 3000 bis 8000 archäologische Stätten, von denen heute erst ein Bruchteil freigelegt und Besuchern zugänglich ist. Die Pueblo- und Felsenruinen stammen aus dem 12. Jh. und waren bis etwa 1550 bewohnt. Die Menschen, die hier mehrere Generationen lang lebten, waren vermutlich Einwanderer aus den großen Pueblosiedlungen im Westen, die in diesem fruchtbaren Nebental des Río Grande neue Siedlungen gründeten. Der Río de los Frijoles führte stets ausreichend Wasser und ermöglichte damit den Anbau von Mais, Bohnen und Kürbissen. In den Wäldern und Flußauen gab es reichlich Wild. Die natürlichen Höhlen im weichen Tuffstein boten ausgezeichnete Möglichkeit, Vorräte zu lagern und mit wenig Aufwand kleinere Wohnräume herzustellen. Einige dieser natürlichen Höhlen wurden durch gemauerte Vorbauten ergänzt. Auf diese Weise wurde zusätzlicher Wohnraum geschaffen.
Im 14. Jh. entstanden auch große freistehende Pueblos wie das kreisförmig angelegte Pueblo von Tyuonyi, dessen Grundmauern noch erhalten sind und einst 400 dreistöckige Räume umfasste, oder die Pueblos von Otowi und Tsankawi, die ebenfalls zum Parkgebiet von Bandelier gehören. Da sowohl die Pueblos wie auch die eher primitiven Felsenhöhlen gleichzeitig bewohnt waren, vermutet man, dass es hier wie auch im Chaco Canyon zwei soziale Gruppen gab, wobei die Oberschicht die komfortablen, geräumigen Pueblos bewohnte und die Unterschicht die kleinen, engen Tuffsteinhöhlen. Um das Jahr 1550 wurde mit dem Eindringen der Spanier das gesamte Gebiet verlassen und die Menschen siedelten in das nicht weit entfernte, fruchtbarere Tal des Río Grande über, wo ihre Nachfahren heute verschiedene Pueblos bewohnen.
Zufahrt Bandelier
Über die US 285 nördlich von Santa Fe bis zur Abzweigung auf die NM 502 nach Westen. Von der NM 502 auf die SR 4 Richtung White Rock nach Süden abbiegen . Das Visitor Center am Taleingang fügt sich harmonisch in die waldreiche Felsenlandschaft des Frijole Canyon ein. Es besitzt ein kleines Museum, einen Laden mit Imbissmöglichkeiten und einen Innenhof mit Tischen und Bänken. Das Museum beherbergt in mehreren Räumen Ausstellungsstücke von der prähistorischen Zeit bis zur Gegenwart. Interessant ist vor allem eine Modellanlage des Tyuonyi Pueblos. Am Informationsstand erhält man Bücher, Wanderbroschüren und Backcountry Permits für längere Trekkingtouren ins Hinterland. Öffnungszeit: täglich 8-16.30 Uhr
Sehenswürdigkeiten & sights Bandelier
Die Ruinen des Bandelier National Monument liegen in einem bewaldeten Tal, das sich vom Visitor Center Richtung Nordwesten erstreckt. Der Ruins Trail führt auf der rechten Talseite entlang zum Tuyonyi Pueblo, den Felswohnungen und zur Ceremonial Cave und von dort dem Bachbett folgend wieder zurück. Ebenfalls sehr schön ist der Falls Trail, der vom Visitor Center an zwei Wasserfällen vorbei talabwärts führt und am Ufer des Río Grande endet (s. Wanderungen, Wandern - hikes & hiking trails).
Tsankawi Ruins
Dieses separate Ruinengelände liegt nordöstlich des National Monument an der NM4, eine Meile südlich der Abzweigung vom Highway 502. Der kleine Parkplatz befindet sich in einer langgestreckten Kurve auf der (von Norden kommend) linken, also gegenüberliegenden Straßenseite. Der 1,5 Meilen lange und oft wie eine schmale Rinne aus dem Felsen gemeißelte Rundweg führt von dort über mehrere Leitern auf ein langgestrecktes Felsplateau und dann auf dem unteren Felsenweg an vielen natürlichen Felskammern und -höhlen vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt der Tour. An den hohen Felswänden kann man auch immer wieder schöne Felsmalereien entdecken.
Abstecher
Jemez State Monument
Folgt man der NM 4 vom Bandelier National Monument Richtung Westen, erreicht man nach etwa 20 Meilen das Jemez State Monument in der Nähe des kleinen Ortes Jemez Springs. Bei den Ruinen handelt es sich um die Überreste einer alten spanischen Missionsstation aus dem Jahr 1622 mit einer gewaltigen Kirche und mehreren Nebengebäuden. Diese Mission wurde wie die meisten Missionssiedlungen der damaligen Zeit auf den Fundamenten eines zuvor zerstörten indianischen Pueblos errichtet. Neben dem Rundweg durch das Ruinengeländer lohnt auch ein Besuch im kleinen Visitor Center.
Öffnungszeit: täglich 8-17 Uhr.
Soda Dam
Etwa 2 Meilen nördlich von Jemez Springs liegt direkt an der NM 4 ein farbenprächtiges Felsengebilde. Ähnlich den Sinterterrassen von Mammoth Hot Springs im Yellowstone entstanden diese Felsen und Halbhöhlen durch Kalkablagerungen heißer Quellen in der Nähe des Jemez Creek. An der Strasse befindet sich ein Parkplatz.
Bandelier Wanderungen, Wandern - hikes & hiking trails & Trekkingtouren
Ruins Trail/Ceremonial Cave/Nature Trail
Distanz: 2 Meilen (3,2 Kilometer), ohne Abstecher zur Ceremonial Cave eine Meile
Benötigte Zeit: etwa 2 Stunden
Steigung: 45 Meter (beim Aufstieg zur Ceremonial Cave)
Der Weg beginnt beim Visitor Center. Er führt vorbei an dem Pueblo von Tuyonyi, steigt dann hinauf zu den Felsenhöhlen von Talus House und endet bei einer langen, hohen Felswand, Long House genannt, in der sich einst 356 Felsenwohnungen befanden. Man folgt dem Weg weiter bis zum Bach und hat dann zwei Möglichkeiten. Man kehrt auf dem Nature Trail zurück oder man wendet sich hinter der Brücke nach rechts und gelangt nach etwa 800 Metern zur Ceremonial Cave.
Die nur über mehrere hohe Leitern erreichbare, 45 Meter über dem Talboden in einer großen, natürlichen Felshöhle liegende Siedlung umfasst mehrere kleine Wohnräume und eine restaurierte Kiva, in die man über eine Leiter hinuntersteigen kann. Von hier oben bietet sich ein schöner Blick auf den Canyon. Nach dem Abstecher folgt man dem Nature Trail, einem hübschen Spazierweg entlang dem Frijole Creek zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Das waldreiche Flusstal bietet auch tagsüber gute Gelegenheit, Maultierhirsche, Streifenhörnchen oder einige der flinken, silbergrauen Baumhörnchen zu beobachten.
Falls Trail
Distanz: 8 Meilen (12,8 Kilometer)
Benötigte Zeit: 3-4 Stunden
Steigung: 180 Meter
Diese schöne Wanderung abseits der frequentierten Ruinenwege beginnt auf der dem Visitor Center gegenüberliegenden Fluss-Seite und führt durch eine Schlucht mit zwei Wasserfällen hinunter zum Río Grande. Die Landschaft auf dieser Seite des Tals ist karger und wilder als die liebliche Auenlandschaft entlang dem Nature Trail. Bei Regen oder Gewittern gibt es allerdings keinerlei Unterstellmöglichkeit und der recht steinige Weg wird dann stellenweise rutschig.
Frijolito Trail
Distanz: 1,5 Meilen (2,4 Kilometer), mit Verlängerung das Doppelte
Benötigte Zeit: 1 bzw. 2 Stunden
Steigung: ein Steilanstieg von 152 Metern
Der Weg, der ebenfalls beim Visitor Center beginnt, überquert den Frijole Creek und führt nach einem anstrengenden steilen Aufstieg hoch auf den gegenüberliegenden Canyonrand. Von oben hat man einen herrlichen Ausblick auf die im Tal liegende Ruinenanlage Tuyonyi und die Tuffsteinhöhlen von Talus House und Long House. Wer nicht auf dem gleichen Weg absteigen will, kann am Canyonrand entlang nach Nordwesten wandern und auf dem Long Trail ins Tal zurückkehren.
Tuyonyi Overlook Trail
Distanz: 2,2 Meilen (3,5 Kilometer)
Benötigte Zeit: 1½ Stunden
Steigung: keine
Der Pfad beginnt beim Juniper Campground und führt vorbei an einigen kleineren, noch nicht ausgegrabenen Ruinen bis zum Canyonrand. Dies ist gleichzeitig ein schöner Aussichtspunkt auf das Pueblo von Tuyonyi und das Tal des Frijole Creek.
Frey Trail
Distanz: 4 Meilen (6,4 Kilometer)
Benötigte Zeit: 3 Stunden
Steigung: 180 Meter
Benannt nach George und Evelin Frey, die in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts hier eine Lodge betrieben, war dieser Weg bis zum Bau der Parkstraße der einzige Zugang zum Tal des Frijole Creek. Er führt vom Juniper Campground zum Canyonrand oberhalb der Felswohnungen und mündet dort in den Ruins Trail, der ins Tal hinab führt. Der Rückweg ist extrem steil.
Bandelier Trekkingtouren
Ein großer Teil des Bandelier NM besteht aus sogenannten Wilderness Areas. Ein- oder mehrtägige Wanderungen, Wandern - hikes & hiking trails in dieses wilde, unberührte Hinterland führen zu weiteren prähistorischen Kultstätten und Ruinen. Vor diesen Trekkingtouren sind unbedingt Auskünfte über Wetteraussichten, den Zustand der Wege und Campingplätze & campgroundssmöglichkeiten beim Visitor Center einzuholen.
Für mehrtägige Wanderungen, Wandern - hikes & hiking trails ist ein kostenloses Backcountry Permit erforderlich. Mitnehmen sollte man auf jeden Fall ausreichend Trinkwasser, da das Wasser der Flüsse nicht zum Trinken geeignet ist (ggf. muss man es abkochen oder mit speziellen Mitteln entkeimen!). Extreme Wetterumschwünge und plötzliche Regenfälle sind keine Seltenheit, so dass man auch entsprechende Ersatzkleidung dabeihaben sollte. Für bestimmte Wanderungen, Wandern - hikes & hiking trails empfiehlt sich eine gute topographische Karte (Hinweis bei der Beschreibung der Trails).
Yapashi Pueblo/Shrine of Stone Lions
Distanz: 13 Meilen (21 Kilometer)
Benötigte Zeit: für eine Tagestour frühzeitig aufzubrechen oder andernfalls eine Campingplätze & campgrounds einzuplanen
Auf dieser Wanderung gelangt man zu den noch nicht freigelegten Ruinen eines großen, mehrstöckigen Pueblos und zu einem alten Jagdheiligtum, zwei aus dem Tuffstein herausgemeißelten Berglöwen. Da diese Kultstätte auch heute noch von den Puebloindianern der Umgebung als heiliger Ort betrachtet wird, sollte man die schon stark verwitterten Figuren nicht berühren. Der Stone Lion Trail beginnt bei einer Abzweigung des Frijolito Trail und führt nach links, also Richtung Süden, hinunter in den Lummis Canyon und weiter bis zum Alamo Canyon. Da bis hierher immer wieder große Höhenunterschiede zu bewältigen sind (Canyon up - Canyon down), braucht man für diese Strecke etwa drei Stunden. Hat man den gegenüberliegenden Canyonrand erreicht, ist es noch etwa eine Meile bis zum Yapashi Pueblo und eine weitere halbe Meile bis zum Shrine of Stone Lions.
Painted Cave
Distanz: 17 Meilen (27 Kilometer)
Benötigte Zeit: 1-2 Tage
Painted Cave liegt in neun Metern Höhe in einer Felswand des unteren Capulin Canyon. An den Höhlenwänden befinden sich über fünfzig Felszeichnungen, darunter jagende Reiter, das Zia-Symbol, Kreuze, Handabdrücke und ein Tier, das man mit etwas Phantasie als Büffel interpretieren kann. Die Zeremonialhöhle ist für die Puebloindianer ein heiliger Ort. Es ist daher nicht erlaubt, hinaufzuklettern. Die meisten Felszeichnungen lassen sich jedoch auch von unten recht gut erkennen.
Es gibt zwei Möglichkeiten, zur Painted Cave zu gelangen - einen direkten Weg von 17 Meilen hin und zurück und eine Dreitagestour, die auch den Shrine of Stone Lions und das Yapashi Pueblo einschließt (insgesamt 23 Meilen). Für beide Trails sind gute topographische Karten unbedingt erforderlich, da die Wege kaum markiert sind.
Bandelier Campingplätze & campgrounds
Juniper Campground
Zufahrt: Zwischen dem Parkeingang und dem Visitor Center mit schönen Stellplätzen mitten im Wald
Anzahl Plätze: 96, Ausstattung: einfach
Öffnungszeit: 1. März bis 30. Nov.
Bandelier Adresse
The Superintendent
Bandelier National Monument
HCR1, Box 1, Suite 15
Los Alamos, NM 87544-9701
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