Tonopah
Das kleine Städtchen Tonopah auf halbem Wege zwischen Reno und Las Vegas besitzt eines der größten und interessantesten Freiluftmuseen zur Bergbaugeschichte des amerikanischen Westens. Ein Rundgang durch das weitläufige Gelände des Tonopah Historic Mining Park auf einem hügeligen Gelände oberhalb der Stadt ermöglicht wie kaum ein anderer Ort eine lebendige Begegnung mit der Vergangenheit. Zu sehen sind die recht gut erhaltenen und zum Teil noch mit altem Mobiliar, Maschinen und Geräten eingerichteten Gebäude und Anlagen von vier großen Bergbaugesellschaften, tief in die Erde ragende Bergwerksstollen und Minenschächte, Lastenaufzüge, Winden, Maschinengebäude, Sortieranlagen und eine Goldmühle. Weitere Relikte zur Geschichte der Stadt und der Region findet man im Central Nevada Museum am Ostende der Stadt.

Die ehemalige Logan Field Road
Wissenswertes
Tonopah, 'The Queen of the Silver Camps', entstand im Jahr 1900, als Jim Butler, ein mehr oder weniger erfolgreicher Golgräber bei der Suche nach seinem verschwundenen Esel erzhaltiges Gestein entdeckte. Mehrere Personen, denen er seinen Fund zeigte, hielten die aufgesammelten Gesteinsbrocken für nichts Besonderes. Er kehrte in sein Haus nach Belmont zurück und zeigte die Steine einem jungen Anwalt namens Tasker Oddie. Dieser wiederum beauftragte einen Chemielehrer in Austin, das Gestein zu prüfen. Ergebnis war ein Silbergehalt von über 200 Dollar pro Tonne.
Jim Butler kehrte mit einem Partner an seinen Fundort zurück und steckte acht Claims ab, aus denen er mehrere Tonnen Gestein holte und diese dann per Pferdefuhrwerk und Eisenbahn zur Silberschmelze nach Austin brachte. Das Ganze brachte 500 Dollar Gewinn, mit denen weitere Maschinen und Ausrüstungsgegenstände gekauft werden konnten. Da jedoch weder die Arbeitskraft noch die finanziellen Mittel der beiden ausreichten, um die riesigen Silbervorkommen in großem Stil abzubauen, begann Jim Butler, Teile seiner Claims an andere Goldgräber für eine Gewinnbeteiligung von 25 Prozent zu vermieten - ein erfolgreiches Konzept, das später von zahlreichen anderen Minenbesitzern nachgeahmt wurde. Butler verkaufte sein Land schließlich an einen Finanzier aus Philadelphia, der die Tonopah Mining Company gründete. Diese und andere Gesellschaften förderten bis zum Ende des Booms im Jahr 1915 Silber im Wert von über 150 Millionen Dollar.

Tonopah Historic Mining Park
Sehenswertes
Tonopah Historic Mining Park
Westlich der Abzweigung des Hwy 6 vom Hwy 95 folgt man der McCulloch Ave. ein Stück bergauf und biegt dann hinter der Querstraße Queen Avenue nach links ab zum Parkeingang. Die Besichtigung des ehemaligen Bergbaugeländes beginnt im Visitor Center, einem Gebäude aus dem Jahr 1903, das einst der Strom- und Telefonversorgung diente und in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts von der Suma Corporation unter Howard Hughes zu einer Prüfstelle umgebaut wurde. Von hier führt ein Rundweg zu weiteren Gebäuden und Bergbaueinrichtungen. Dabei überqueren durch Geländer abgesicherte Gitterroste bis zu 150 Meter tiefe, nach oben offene Minenschächte und Stollen und bieten dabei faszinierende Blicke in die Tiefe. Einer dieser Schächte, der Burro Tunnel, wurde soweit restauriert, das man ihn zu Fuß erkunden kann. Rechts unterhalb des Visitor Centers liegt die Mizpah Mine mit Aufzugsschacht, Holzlagergebäude, Warenhaus und Pulvermagazin sowie Eisenbahnschienen der Tonopah & Goldfield Railroad, links die Silver Top Mine mit einer großen Anlage, in der das Silbererz nach Größe sortiert wurde. Öffnungszeit: täglich 9-17 Uhr.

Silver Top Mine
Central Nevada Museum
Das kostenlose Museum am südöstlichen Stadtende (Hwy 95 South) zeigt in seinen Innenräumen viele alte Fotos und Ausstellungsstücke zur Eisenbahn- und Bergbaugeschichte der Stadt und zur Geschichte und Kultur der Shoshone Indianer. Auf dem Außengelände befindet sich eine ansehnliche Sammlung alter Fahrzeuge, Maschinen und Bergbaugeräte sowie die von alten Bretterstegen und Holzgleisen umgebenen Baracken und Blockhütten der ehemaligen Logan Field Road. Öffnungszeit: Mi-So 10-13 Uhr und 14-17 Uhr, an Feiertagen geschlossen
Übernachtung
Die schönste Übernachtungsgelegenheit bietet das Mizpah Hotel, ein ehemaliger Hotel-Saloon aus dem Jahr 1905 mit wunderschönem Originalmobiliar, der 1970 liebevoll restauriert wurde. Daneben findet man in der Stadt zahlreiche gute Motels (günstig und relativ ruhig vor allem das National 9 Inn am Westende der Stadt). Beliebt ist auch das Station House Casino, ein großes Spielcasino gleich neben dem Central Nevada Museum, das erst 1982 erbaut wurde. Im Untergeschoss befindet sich eine schöne Sammlung alter Spielautomaten. Auf dem Gelände hinter dem Casino befindet sich ein kleiner RV-Park.
RV The Station House
Tel. (702) 482-9777
Anzahl Plätze: 20 (alle mit full hookup)
Ausstattung: Duschen, Laden, Snackbar, Restaurant, Casino
Öffnungszeit: ganzjährig
RV Twister Inn
Tel. (702) 482-9444
Lage: am Hwy 6 eine halbe Meile östlich der Kreuzung Hwy 95 und Hwy 6
Anzahl Plätze: 24 (alle mit full hookup)
Ausstattung: Duschen, Waschmaschinen
Öffnungszeit: ganzjährig
Adresse
Tonopah Chamber of Commerce
301 Brougher Street
Tonopah, NV 89049
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