Bundesstaat: Colorado
Höhe: 2.121-2.614 ü.M.
Lage: im Südwesten Colorados 33 Meilen westlich von Durango
Kurzinfo
Auf einem markant aus der Ebene aufragenden Bergrücken westlich von Durango liegen die in natürliche Felshöhlen meisterhaft eingefügten Felsklippenpueblos von Mesa Verde. Diese sogenannten ‚Cliff Dwellings' gehören neben den großen Puebloanlagen im Chaco Canyon New Mexicos zu den beeindruckendsten architektonischen Zeugnissen der frühen Indianerkulturen im Südwesten Amerikas. Da der Besucherandrang sehr hoch ist und viele der Ruinen nur auf geführten Touren besichtigt werden können, sollte man für einen Besuch von Mesa Verde von vornherein einen ganzen Tag einplanen.

Der hoch aufragende Tafelfelsen westlich von Durango
Wissenswertes
Die Felsenwohnungen
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung in Mesa Verde stammen aus dem 6. Jh. Die Menschen lebten damals in sogenannten pithouses, unterirdischen Erdgrubenwohnungen, deren Fundamente entlang der West Ruin Loop Road zu besichtigen sind. Um 750 n.Chr. wurden die ersten überirdischen Pueblos und Kivas angelegt. 200 Jahre später entstanden bereits die ersten größere Pueblodörfer oben auf dem Mesaplateau mit mehrstöckigen Gebäuden aus Stein und Bewässerungssysteme für den Ackerbau. Man schätzt, dass in diesen Pueblosiedlungen zeitweise bis zu 5000 Menschen lebten.

Blick vom North Rim auf das Montezuma Valley
Die heute so bewunderten Felsklippensiedlungen wie Balcony House oder Cliff Palace entstanden dagegen erst relativ spät. Warum diese Menschen um 1200 n. Chr. ihre großen Pueblodörfer oben auf der Mesa verließen und in die schattigen, nur schlecht zugänglichen Felswohnungen in den Canyonwänden übersiedelten, ist bis heute ein ungelöstes Rätsel. Vielleicht suchten sie Schutz vor äußeren Feinden, oder es gab aufgrund von Klimaverschlechterungen und Überbevölkerung soziale Spannungen, so dass ein Teil der Bewohner in andere Wohngebiete ausweichen musste. Um 1300 n. Chr., also nur einhundert Jahre später, wurden die Siedlungen von Mesa Verde von ihren Bewohnern endgültig verlassen.
Als die Ruinen 1888 wiederentdeckt wurden, waren die meisten Bauwerke in den Felsnischen der Canyonwände in ausgezeichnetem Zustand. In den darauffolgenden Jahrzehnten strömten jedoch immer mehr Besucher zu den Felswohnungen mit der fatalen Folge, dass vieles zerstört oder beschädigt wurde und wertvolle archäologische Funde geraubt oder an Museen verkauft wurden. Erst mit der Entstehung des Nationalparks im Jahr 1906 konnte man die archäologischen Stätten unter Schutz stellen und mit einer systematischen wissenschaftlichen Erforschung der Ruinen beginnen.
Klima/Reisezeit
Der Park ist zwar das ganze Jahr über geöffnet, doch aufgrund der Höhenlage ist von September bis Mitte Mai mit Schneefällen zu rechnen. Wer zeltet, sollte daran denken, dass die Nächte auch im Sommer sehr kalt werden können. Da Mesa Verde zum touristischen Pflichtprogramm fast aller Reisegruppen durch den Südwesten gehört, muss man selbst in der Vor- und Nachsaison mit heftigem Besucherandrang rechnen. Die Besichtigung der Hauptsehenswürdigkeiten sollte man deshalb am frühen Morgen oder am späten Nachmittag einplanen. Die Mittagsstunden kann man dann zu einer Wanderung, einem Besuch des Museums oder einer der weniger frequentierten Ruinenanlagen nutzen. Ein Abstecher zur Wetherill Mesa im Westen des Parks ist nur in der Hauptsaison möglich, da der Minizug, der die Besucher zu den verschiedenen Ausgrabungsstellen bringt, nur von Memorial Day bis Labour Day verkehrt.
Tipps für die Besichtigung
Wer dem größten Besucherandrang entgehen und nicht lange Schlange stehen möchte, sollte vor allem in den stark frequentierten Sommermonaten bereits ganz früh am Morgen am Far View Visitor Center sein, um sich dort die Tourtickets für die Führungen zu den Pueblos von Balcony House, Cliff Palace und ggf. Long House (auf der Wetherill Mesa) zu besorgen. Dieses Visitor Center befindet sich oben auf der Mesa, 15 Meilen vom Parkeingang entfernt. Kommt man von Durango, muss man noch einmal 33 Meilen Anfahrtsweg hinzurechnen (rechnen Sie aufgrund der serpentinenreichen Auffahrt auf die Mesa, den zahlreichen Viewpoints unterwegs und häufigen Straßenbaustellen im Sommer mit einer An- und Abfahrtszeit ab/bis Durango von ca. 1,5-2 Stunden!). Geöffnet ist das Far View Visitor Center von Mitte April bis Mitte Oktober, jeweils täglich von 8-17 Uhr. In den Wintermonaten ist von den drei genannten Pueblos nur noch Cliff Palace auf einer geführten Tour zu besichtigen. Die Tickets dafür erhält man dann im Chapin Mesa Archeological Museum 5 Meilen weiter südlich (Öffnungszeiten: Oktober bis März 8-17 Uhr, April bis September 8-18.30 Uhr). Wer im Sommer die Wetherill Mesa in sein Besichtigungsprogramm mit einbinden möchte, sollte daran denken, dass die 12 Meilen lange, schmale und kurvige Stichstraße dorthin nur von Memorial Day bis Labour Day und dann auch nur von 9-16.30 Uhr geöffnet ist (maximale Fahrzeuglänge 24 Fuß). Nachts wird sie durch eine Schranke geschlossen. Man muss also rechtzeitig wieder am Ausgang sein!

Kunstvoll in die Felshöhlen gefügte Wohn- und Vorratsräume
Interessantes
Montezuma Valley Overlook und Park Point
Vom Parkeingang kommend führt der Scenic Drive zunächst in vielen schmalen Windungen und Kehren auf der Ostseite der Mesa bergauf und dann am Morefield Campground vorbei auf die Westseite der Mesa zum North Rim. Erster lohnender Stopp ist hier der Montezuma Overlook mit tollem Panoramablick auf die Westflanke der Mesa und das tiefer liegende Montezuma Valley. Knapp 2 Meilen weiter erreicht man über eine kurze Stichstraße Park Point, mit 2.612 Metern die höchste Stelle im Park. Von dem Feuerwachtturm reicht der Blick weit über das gesamte Gebiet der Four Corners. Im Süden liegt Shiprock, der heilige Berg der Navajo, im Westen Sleeping Ute Mountain, 80 Meilen nördlich Lone Cone, ein vulkanischer Gipfel und im Osten die La Plata Bergkette mit Gipfeln bis 4.200 m Höhe. Hier oben lassen sich gelegentlich auch Adler und Wanderfalken beobachten.
Far View Visitor Center
Das Visitor Center mit einem großen Parkplatz, 15 Meilen vom Parkeingang entfernt, besitzt eine große Lodge, ein gutes Selbstbedienungsrestaurant, eine Tankstelle und einen Andenkenladen. Hier erhält man im Sommer auch die Tickets für die geführten Touren. Öffnungszeit: Mitte April-Mitte Oktober, täglich von 8-17 Uhr

Einstieg über eine Holzleiter in eine gedeckte Kiva
Wetherill Mesa
Kurz hinter dem Far View Visitor Center zweigt rechts eine 13 Meilen lange Stichstraße ab zur Wetherill Mesa, einem lang gestreckten und schmalen Bergrücken ähnlich der Chapin Mesa, der allerdings etwas höher gelegen ist und dadurch im Winter mehr Schneefälle erhält. Besichtigt werden kann die Wetherill Mesa daher nur im Sommer, von Memorial Day bis Labour Day. Die Parkstraße, die nachts durch eine Schranke geschlossen wird, ist in dieser Zeit täglich von 9 bis 16.30 Uhr geöffnet. Wer Long House, die zweitgrößte Puebloanlage von Mesa Verde besichtigen möchte, muss sich das Ticket für diese Tour allerdings bereits im Far View Visitor Center besorgen. Auf der Wetherill Mesa selbst ist dies nicht möglich!
Vom Parkplatz am Ende der Straße fährt man mit einem Minizug zu verschiedenen kleineren Puebloanlagen und zum Ausgangspunkt für die geführte Tour zum Long House (Beginn der Touren jeweils 10.30 Uhr und 12 Uhr, Dauer 1 Stunde). Wer vorhat, auch die kleineren Ruinen entlang dem Minizug zu besichtigen, sollte für diesen Abstecher mit An- und Abfahrt zur Wetherill Mesa mit mindestens 4-5 Stunden rechnen!. Da der Minizug den ganzen Tag über verkehrt, kann man an den einzelnen Haltestellen aussteigen und mit dem nächsten Zug weiterfahren. Wer nicht so viel Zeit hat, erreicht vom Parkplatz über einen kurzen, aber steilen Rundweg das Felsklippenpueblo von Step House.
Step House
Vom Parkplatz führt ein Rundweg von einer Meile hinunter in einen Canyon zu den Ruinen von Step House, die ähnlich wie die größeren Felsklippenpueblos gut geschützt unter einem großen Felsüberhang verborgen sind. Die Anlage,die einst aus 30 Räumen und drei Kivas bestand, stammt aus zwei unterschiedlichen Siedlungsperioden, 600 und 1250 n. Chr. In der Nähe entdeckte man bei Ausgrabungen zahlreiche Staudämme und über 100 terrassenförmig angeordnete Felder. Steigung: 150 Meter.

Ein kurzer Wanderweg führt zu den Step House Ruins
Um zu den weiteren Ruinenstätten der Wetherill Mesa zu gelangen, muss man den kostenlosen Minizug benutzen. Man kann an den einzelnen Stationen aussteigen und mit dem nächsten Zug weiterfahren.
Long House
Long House ist nach Cliff Palace die zweitgrößte Felsklippensiedlung in Mesa Verde. Sie umfasst 150 Räume, 21 Kivas und einen großen Zeremonial- oder Tanzplatz. Ebenso interessant sind die vielen großen Wassersammelbecken hinter den Felshöhlen. Long House ist nur auf einer von Parkrangern geführten Tour zu besichtigen, da man unterwegs einige Leitern hinaufklettern muss. Dauer der geführten Tour ca. 1 Stunde (Weglänge: 1½ Kilometer, Steigung: 120 Meter).
Badger House Community
Am Haltepunkt Badger House hat man die Möglichkeit, auf einem Weg, der an verschiedenen Ausgrabungsstellen vorbeiführt, bis zum nächsten Haltepunkt des Zugs, Two Raven House, zu wandern. Unterwegs kann man sehr schön die verschiedenen Bauformen der einzelnen Epochen beobachten und vergleichen. Interessant ist in Badger House Community vor allem ein 13,5 Meter langer Tunnel, der einen Turm mit einer Kiva verbindet.
Two Raven House
Dieses Pueblo war zwischen 900 und 1100 n. Chr. bewohnt. Man fand hier eine Miniatur-Kiva, deren Bedeutung bis heute unbekannt ist. Der Zug hält noch an den Aussichtspunkten, Kodak House, Long House und Nordenskiöld House, bevor er wieder zurück zum Parkplatz fährt.
Nordenskiöld House
Diese Ruine kann auf einer Wanderung von etwa 2 km Länge besichtigt werden. Die Anlage, nach einem schwedischen Archäologen benannt, ist allerdings noch nicht ausgegraben.
Far View Ruins
Einige Meilen hinter dem Far View Visitor Center gelangt man über eine kurze Stichstraße zu den Far View Village Ruins. Die Puebloanlage besteht aus 50 Räumen, die zwei bis drei Stockwerke hoch waren, sowie fünf Kivas. 30 Meter südlich liegt Pipe Shrine House, eine weitere kleine Ansiedlung mit 20 Räumen, einer großen Kiva und einem Turm. Der Name stammt von zwölf dekorierten Pfeilern, die in einem Versteck in der Kiva gefunden wurden. Nördlich liegt der Far View Tower, Reste eines großen Turmes. Wozu diese runden oder quadratischen Türme ursprünglich genutzt wurden, ist bis heute nicht genau bekannt. Man vermutet, dass sie astronomischen Beobachtungen, zeremoniellen Handlungen oder der Weitergabe von Signalzeichen dienten. Mummy Lake, ein kleiner See in der Nähe, wurde einst als Sammelbecken für Schnee und Regenwasser angelegt. Über Ablaufgräben gelangte das Wasser von der ummauerten Zisterne auf die umliegenden Felder. Die Besichtigung der Far View Ruins ist ohne Führung möglich. Im Winter sind die Ruinen geschlossen. Öffnungszeit: 7-21 Uhr.
Cedar Tree Tower
Der Komplex Cedar Tree Tower besteht aus einem quadratischen Platz mit einer Kiva in der Mitte. Diese ist wiederum mit einem Turm und einem unterirdischen Raum verbunden. Am Weg zu dieser Anlage führt ein Abstecher von einem Kilometer zu mehreren gartenähnlichen Terrassen und Wasserspeichern.
Chapin Mesa Museum
Das höchst sehenswerte archäologische Museum in der Nähe des Park Headquarters zeigt viele interessante Fundstücke aus Mesa Verde zur Kultur der Anasazi-Indianer. In mehreren Schaukästen, Dioramen genannt, wird die Lebensweise der Menschen in den unterschiedlichen Epochen dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Tier- und Pflanzenwelt des Parks. Eine gute Auswahl interessanter Literatur findet man im angeschlossenen Museumsshop. Hier erhält man auch Broschüren über den Park und Permits für Wanderungen. Öffnungszeit: täglich 8-17 Uhr.

Berglöwen gibt es in vielen abgelegenen Felsengebieten des Südwestens
Spruce Tree House
Die Ruinen von Spruce Tree House liegen nicht weit vom Museum entfernt und sind über einen kurzen Fußweg von ½ Meile zu erreichen. Im Winter, d.h. von November bis März, sind die Ruinen nur auf einer von Rangern geführten Tour zu besichtigen. Spruce Tree House ist die drittgrößte und besterhaltene Ruinenanlage des Parks mit 114 Räumen und acht Kivas, drei davon mit rekonstruierten Dächern. Über eine Leiter kann man in eine der Kivas hinuntersteigen. Auf dem Weg zu den Ruinen kommt man an einer der wenigen Quellen von Mesa Verde vorbei. Hier wächst das giftige Efeu (Poison Ivy), dessen Blätter heftige allergische Hautreaktionen auslösen können. Am Weg zum Spruce Tree House beginnen zwei längere Wanderwege, für die man jeweils ein kostenloses Permit der Parkverwaltung benötigt (s. Wanderwege). Besichtigungsdauer: 1-1½ Stunden, Öffnungszeit: 8.30-18.30 Uhr.
Vom Chapin Mesa Museum / Spruce Tree House fährt man zurück zur Hauptstraße und nimmt die Abzweigung nach Süden. Kurz hinter dieser Abzweigung gabelt sich dann die Straße in zwei Rundstraßen von jeweils sechs Meilen Länge, den Mesa-Top-Loop und den Cliff-Palace-Loop. An diesen Einbahnstraßen liegen die bekanntesten und meistbesuchten Ruinen des Parks.
Mesa-Top-Loop
Entlang dieser 6 Meilen langen Rundstraße (ein großer Teil davon ist Einbahnstraße) gelangt man zu den frühen Erdgrubenwohnungen von Mesa Verde. Ebenfalls sehenswert ist die Square Tower Group und der Sun Temple. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Cliff Palace an der gegenüberliegenden Canyonwand.
Navajo Canyon Viewpoint
Aussichtspunkt über die 230 Meter tiefe Navajo-Schlucht. Direkt gegenüber Echo House mit 20 Räumen. Rechts ist ein alter Turm auf einem Felsblock zu sehen.
Square Tower House
Vom Aussichtspunkt hat man einen schönen Blick auf den an der gegenüberliegenden Felswand liegenden Ruinenkomplex der Square Tower Group mit 60 ineinander verschachtelten Räumen, darunter ein besonders markanter vierstöckiger Turm, der einst Teil eines mehrgeschossigen Wohnbaus war. Zur Anlage gehören auch sieben Kivas, die noch Reste der ursprünglichen Dachkonstruktionen aufweisen. Nach diesem Vorbild wurden die Dächer der Kivas in Spruce Tree House rekonstruiert.

Der vierstöckige Wohnturm der Square Tower Group
Pithouses & Pueblo Villages
Hier gibt es insgesamt vier Haltepunkte, an denen man den Übergang von Grubenhäusern zu überirdischen Pueblobauten sehr schön nachvollziehen kann. Es handelt sich um die Ausgrabungen mehrerer Dörfer aus der Zeit von 675 bis 1100 n. Chr.
Sun Point Pueblo
Pueblodorf aus der Zeit um 1200 n. Chr., das vermutlich aus 30 Räumen bestand. Die Kiva in der Mitte des Vorplatzes ist durch einen Tunnel mit dem Turm verbunden.
Sun Point Overlook
Dieser Aussichtspunkt gewährt einen herrlichen Ausblick auf die Schluchten der Canyons sowie auf Sun Temple, Cliff House Palace und Mummy House.
Sun Temple
Man vermutet, dass der Sun Temple eines der letzten Gebäude war, die in Mesa Verde gebaut wurden. Charakteristisch ist sein D-förmiger Grundriss und die Kivas im Chaco-Stil. In der südwestlichen Ecke des Gebäudes befindet sich eine Art Sonnenuhr, die auf die ungewöhnlich guten astronomischen Kenntnisse der Anasazi hinweist. Der Platz bietet vor allem im Abendlicht eine wunderbare Aussicht auf die gegenüberliegende Felsklippensiedlung von Cliff Palace.

Das berühmte Cliff Palace im Abendlicht
Cliff Palace Loop
An dieser 6 Meilen langen Rundstraße liegen die beiden bekanntesten und wohl auch schönsten Felsenpueblos von Mesa Verde, Cliff Place und Balcony House. Beide sind nur auf einer von Rangern geführten Tour zu besichtigen. Im Hochsommer sollte man sich aufgrund des großen Besucherandrangs darauf einstellen, dass man am gleichen Tag nur eines der beiden großen Pueblos besichtigen kann.
Cliff Palace
Vom großen Parkplatz gelangt man über viele Steintreppen mit Aussichtsplattformen hinunter zum größten und meistfotografierten Felsenpueblo von Mesa Verde. Cliff Palace liegt in einer riesigen Felshöhle unter einem mächtigen Felsüberhang. Zu der Siedlung, die vermutlich 200 bis 500 Einwohner zählte, gehörten mehr als 200 Räume, zahlreiche Kivas sowie ein runder und ein quadratischer Turm. Touren Anfang April bis Ende November, Besichtigungsdauer: 1 bis 1½ Std., Steigung: 150 Meter, Distanz: ½ Meile one-way). Tickets erhält man im Far View Visitor Center. Wer nicht an einer Tour teilnehmen kann oder möchte, erreicht vom Parkplatz aus in wenigen Schritten einen schönen Ausichtpunkt auf Cliff Palace, das schräg gegenüber unter einem großen Felsüberhang liegt. Bestes Fotolicht hat man hier am späten Nachmittag (bester Monat September).

Balcony House
Balcony House   
Balcony House gehört zu den interessantesten und sehenswertesten Ruinen des Parks. Die mittelgroße Anlage bestand aus 40 Räumen und zwei Kivas. Sie wurde von 40 bis 50 Menschen bewohnt. Interessant sind die gemauerten Schutzwände an der Außenseite der Höhle, die gut erhaltenen hölzernen Stützbalken, die Quelle an der Felswand und ein vier Meter langer, schmaler Felstunnel, der ursprünglich den einzigen Zugang zum Pueblo bildete. Die Besichtigung von Balcony House ist nur in den Sommermonaten auf einer von Rangern geleiteten Tour möglich. Einige Kletterpartien durch schmale Felsspalten und an 10 Meter hohen Leitern die steile Felswand hinauf machen das Ganze ein wenig spannend. Zu empfehlen ist möglichst wenig Gepäck, so dass man stets beide Hände zum Klettern frei hat und sich auch durch schmale Fels- und Mauerspalten hindurchzwängen kann. Touren von Anfang April bis Ende November, in der Hauptsaison jede halbe Stunde, sonst nach Bedarf, Distanz: ½ Meile, Steigung: 120 Meter, Besichtigungsdauer: etwa 1 Stunde). Tickets erhält man im Far View Visitor Center.

Soda Canyon Overlook
Ein Rundweg von 1½ Meilen führt zu einem schönen Aussichtspunkt auf die Ruinen von Balcony House.
Wanderungen & Trekkingtouren
Die verschiedenen Wanderwege bieten allen, die nach der Besichtigung der Ruinen das Naturerlebnis und die Einsamkeit suchen, eine schöne Gelegenheit, die Pflanzen- und Tierwelt des Parks näher kennenzulernen. Nur jeder Tausendste Besucher erkundigt sich nach Wanderwegen oder Hiking Permits!
Spruce Canyon Trail
Distanz: 2,1 Meilen (3,4 Kilometer)
Steigung: 213 Meter
Der einigermaßen anstrengende Weg beginnt beim Spruce Tree House. Er führt von der Chapin Mesa hinunter zum Grund des Spruce Canyon und dann wieder den Canyon hinauf. Am frühen Morgen kann man auf dieser Wanderung Maultierhirsche beobachten (Genehmigung erforderlich).
Petroglyph Point Trail
Distanz: 2,3 Meilen (3,7 Kilometer)
Steigung: 60 Meter
Dieser Wanderweg zweigt vom Weg zum Spruce Tree House nach rechts ab. Unterwegs bieten sich immer wieder beeindruckende Blicke auf den Spruce Canyon und den Navajo Canyon. Der Weg ist recht schattig, so dass man auch in der Mittagshitze im Sommer angenehm wandern kann. Er endet am Petroglyph Point, einem Felsen mit eingeritzten Zeichnungen der Anasazi. Auch für diese Wanderung benötigt man eine Genehmigung der Parkverwaltung.
Knife Edge Trail
Distanz: 1½ Meilen (2,3 Kilometer)
Steigung: 30 Meter
Der Weg beginnt am Morefield Campground. Er folgt einer alten Straßenbefestigung zum Montezuma Valley Overlook, einem schönen Platz, um den Sonnenuntergang zu beobachten.
Prater Ridge Trail
Distanz: 7,5 Meilen (12 Kilometer)
Steigung: 200 Meter
Auch dieser Wanderweg beginnt am Morefield Campground. Unterwegs lassen sich sehr gut die verschiedenen Vegetationszonen des Parks betrachten. Außerdem bietet er gute Gelegenheit für die Beobachtung von Wildtieren.
Point Lookout Nature Trail
Distanz: 2 Meilen (3,2 Kilometer)
Der Rundweg beginnt beim Morefield Amphitheater in der Nähe des Campgrounds. Unterwegs genießt man schöne Panoramablicke auf das Mancos und Montezuma Valley, Mount Wilson und die La Plata Mountains.
Übernachtung
Neben einem großen Campingplatz gibt es innerhalb des Parks auch die Far View Lodge. Diese befindet sich in der Nähe des Far View Visitor Center (kein TV, kein Telefon, dafür aber eine schöne Lage, Reservierung über Tel. 1-800-449-2288, Öffnungszeit: Anfang Mai bis Anfang November).
Morefield Canyon Campground
Reservierung Tel. 1-800-449-2288
Zufahrt: im Nationalpark, etwa fünf Meilen hinter dem Parkeingang (Höhenlage: 2.380 ü.M.!)
Anzahl Plätze: 477 Plätze für Zelte und Wohnmobile (Elektrizität, Wasser und zentrale Dumpstation für Camper ist vorhanden), der Platz ist relativ teuer!
Ausstattung: Laden, Waschmaschinen, Tankstelle, Restaurant, Ranger Station, bezahlte Duschen, Payphones
Öffnungszeit: Mitte Mai bis Mitte Oktober
Adresse
Mesa Verde National Park
PO Box 8
Mesa Verde, CO 81330-0008
Tel. 970-529-4465
www.nps.gov/meve


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