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Colorado



Ouzel Lake

Ouzel Lake

Als ich schließlich beim Ouzel Lake ankomme, ist der Himmel schon fast ganz mit Wolken bedeckt. Schade, denn bei Sonnenschein ist das ein herrlich gelegener Gebirgssee, an dem man jetzt nach der anstrengenden Wanderung eine schöne Pause machen und sich ein bisschen in die Sonne legen könnte. Aber daraus wird heute wohl nichts. Immer dunkler ziehen sich die Wolken am Himmel zusammen. Gleich wird es regnen. Die Angler, die am anderen Ufer mit ihren Fischernetzen beschäftigt sind, scheint das allerdings nicht weiter zu stören. Na denn ...

fishing at Ouzel Lake

Während ich den beiden eine Weile zuschaue, fallen schließlich die ersten dicken Tropfen vom Himmel. Dazu frischt auch der Wind langsam auf, begleitet von einem ersten Donnergrollen. Jetzt aber nichts wie zurück, denn hier am See gibt es keinerlei Unterstellmöglichkeit und bis zum Trailhead sind es immerhin 5 Meilen! Das einzige, was mir einfällt, ist eine Art Felshöhle weiter drunten im Wald. Aber bis dahin ist es noch weit. Vor allem muss ich jetzt erstmal die zwei Meilen wieder zurück über den schmalen, exponierten Felsgrat. Und das bei einem Gewitter!


Ouzel Lake Trail

Mittlerweile sind die dunklen Wolken fast schon über mir. Auch die Blitze sind jetzt nicht mehr weit entfernt. Immer kürzer wird der Abstand zwischen diesem drohenden Lichterzucken und dem darauffolgenden Donnerkrachen. Während der Regen anfängt, auf mich niederzuprasseln, fange ich an, zu rennen. Ohne anzuhalten, renne ich so schnell ich kann den ganzen Weg zurück, bis ich endlich den Waldrand erreiche, und von dort über Stock und Stein bergab bis zu meiner Felshöhle. Geschafft! Wie gut, dass ich mir bereits während des Hinwegs diese Stelle gemerkt habe. Hier bin ich jetzt einigermaßen in Sicherheit!

Und schon ist das Gewitter direkt über mir. Pausenlos zucken die Blitze vor mir nieder. Pausenlos folgt ein Donnergrollen dem anderen. Über eine Stunde kauere ich unter diesem Felsvorsprung, bis der Regen endlich ein wenig nachlässt und das Gewitter langsam weiterzieht. Während dieser Zeit hat es so stark abgekühlt, dass ich, die Arme fest um die Beine geschlungen, auf dem Boden hocke, damit ich nicht so friere. Hätte ich bloß ein wärmeres T-Shirt, eine Regenjacke und lange Hosen mitgenommen! Aber daran habe ich heute morgen nicht gedacht! Eigentlich habe ich an überhaupt nichts gedacht. Nur daran, ein bisschen zu wandern.


thunderstorm Rocky Mountains

Auf der Fahrt zu meinem Übernachtungsort und zu meiner Mietkabin in den Begen ziehen dann bereits neue Gewitterwolken auf. Dunkle Regenschleier, gefolgt von einer gewaltigen Wolkenwand, die den ganzen Himmel verdunkelt. Die ganze Nacht hindurch folgt ein Unwetter dem anderen. Immer wieder rast die Feuerwehr mit Sirenengeheul durch die Nacht, weil wieder irgendwo der Blitz eingeschlagen hat. Bin ich vielleicht froh, dass ich jetzt hier in dieser Blockhütte bin und nicht irgendwo da draußen im Zelt!

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