Homestake Mine


Sugarloaf Campground

Die Geschichte beginnt eigentlich nicht hier am Turquoise Lake Campground, sondern in Silverton. Dort wollte ich eigentlich die letzten drei Tage meines Colorado-Urlaubs verbringen. Aber dann kam alles ganz anders. In Silverton fing es an zu schneien. Nicht nur ein bisschen, sondern ein richtiger Wintereinbruch mit nasskaltem Schneegestöber und eisigen Strassen. Und das Ende August! Also muss ich mir etwas anderes überlegen, meine Pläne ändern. Beim Blick auf die Landkarte entdecke ich den kleinen Ort Leadville. Nicht allzu weit weg vom Flughafen in Denver und trotzdem mitten im Herzen der Rocky Mountains. Vielleicht ist das ja ein ganz interessanter Ort. Und wandern kann man hier bestimmt auch ganz gut.


Camping Leadville

Woran ich allerdings nicht gedacht habe, ist die Tatsache, dass sich Leadville und damit natürlich auch der Turquoise Lake Campground in einer Höhenlage von fast 3.000 Metern befindet. Das spüre ich erst in der Nacht, als die beißende Kälte durch meinen leichten Sommerschlafsack dringt. Trotz dicken Socken und warmem Wollpullover fange ich an zu frieren. Die Luft im Zelt ist schneidend kalt. Immer tiefer vergrabe ich mich in meiner dünnen Daunenhülle, damit sich die Luft im Schlafsack wenigstens durch meinen eigenen Atem ein bisschen erwärmt.

Zum Schlafen ist es trotzdem zu kalt. Und so liege ich wach und warte darauf, dass endlich die Sonne aufgeht. Als ich mich dann endlich dazu überwinden kann, meinen Schlafsack zu verlassen, meine halb steif gefrorene Jeans anzuziehen und hinaus ins Freie zu gehen, sehe ich, dass sich in der Nacht auf dem Zelt eine richtige Eisschicht gebildet hat. Auch der Tisch nebenan und das Gras sind mit Raureif bedeckt. Kein Wunder war mir so kalt!


Lily Lake

Nun ist das Gute, dass nach einer sternenklaren und klirrend kalten Frostnacht meist ein sonniger Tag folgt. Und genau das ist heute der Fall. Ein Tag also, der sich wunderbar zum Wandern eignet. Nachdem ich mich in der Morgensonne so richtig schön aufgewärmt habe, suche ich mir in meinem Wanderführer eine passende Tour. Berge gibt es hier ja genug. Aber die meisten davon sind sogenannte 14ers, d.h. Berggipfel über 14.000 Fuß oder Viertausender, wie man in den Alpen vielleicht sagen würde. Nicht weit von hier befindet sich auch der Mt. Elbert, mit 4.387 Metern der höchste Gipfel der Rockies. Was also tun? Reizen würden mich diese tollen Berggipfel schon. Aber da mein Hobby nun einmal das Sportklettern ist und ich vom Bergsteigen nicht viel Ahnung habe, beschließe ich, die Sache erstmal etwas vorsichtig anzugehen.


Lily Lake

Der Homestake Mine Trail sieht ganz gut aus. Hike Nr. 55 in meinem Buch. Länge: 3-4 Meilen one-way, Steigung knapp 400 Höhenmeter. Laut Beschreibung kommt man unterwegs auch an einem schönen Bergsee vorbei. Also gut. Nur den Trailhead muss ich jetzt noch finden. Im Buch steht: To reach the trailhead, take US Highway 24 north from Leadville for about ten miles, turning left on Forest Route 100, the road to Lily Lake. Hört sich einfach an, nicht wahr? Das Problem ist nur, dass es entlang dem Highway 24 ungefähr 10 Meilen nördlich von Leadville sehr viele Wege gibt, die von der Straße in Richtung der Berge abzweigen. Allerdings befindet sich an keinem einzigen von ihnen ein Schild mit der Aufschrift Forest Route 100.

Nachdem ich fast alle Dirt Roads zwischen den Milemarkern 5 und 15 nördlich von Leadville vergeblich abgefahren bin, finde ich endlich nach 2 Stunden den gesuchten Trailhead nicht weit vom idyllischen Lily Lake. Sichtlich erleichtert, den Zufahrtsweg überhaupt noch gefunden zu haben, packe ich meinen kleinen Rucksack und schlendere erstmal hinüber zu dem malerischen Bergsee. Während ich zur Stärkung ein paar Trauben und Haselnüsse esse und in das klare Wasser schaue, denke ich mir: so ist das halt im Wilden Westen. Hier wird schon die Suche nach dem Trailhead zum Abenteuer ...

    Foto-Story Teil 2         Infos Leadville


Touridee USA
Copyright © t.i.net travel informations   USA Reiseführer & Landkarten
Natur, Outdoor, Abenteuer   Kontakt