Wanderung über die Petrie Mesa zu Devils Thumb
Geologie
Die sanft ansteigenden und von vielen tiefen Washes zerfurchten Abhänge der Adobe Badlands bestehen aus Mancos Shale, einem weichen, lehmartigen Schiefergestein aus Ablagerungen eines flachen, urzeitlichen Ozeans der Kreidezeit vor etwa 135 bis 65 Millionen Jahren. Dazwischen befinden sich gewaltige Monolithe aus härterem Sandstein der Mesa Verde Formation wie der Felspfeiler Devils Thumb, die den Kräften der Erosion viel länger Stand halten können und so im Laufe der Zeit immer weiter frei gelegt werden. Sehr schön beobachten lässt sich dieser Prozess am kleinen Bruder des Devils Thumb, der sich am nördlichen Ende der Petrie Mesa befindet und erst mit einem kleinen Teil seiner Spitze aus dem Boden ragt. Die auf den Hügeln und Mesas verstreut umher liegenden schwarzen Basaltblöcke stammen von lange zurück liegenden vulkanischen Eruptionen.
Mancos Shale - ein graues und ockerfarbenes Schiefergestein aus der Kreidezeit
Flora & Fauna
Die Adobe Badlands weisen nur eine sehr spärliche, wüstenhafte Vegetation auf, bestehend aus kleinwüchsigen Sträuchern wie saltbush (Salzbusch) und buckwheat (Buchweizen), Wildblumen (z.B. die gelb blühenden desert trumpet) und verschiedenen Kakteenarten, darunter der sehr seltene Uintah Basin hookless cactus. Am Übergang zu den höher gelegenen Regionen der im Norden an die Adobe Badlands angrenzenden Grand Mesa gedeihen auch Wacholderbäume und Pinon Pines (eine im Südwesten der USA heimische Kiefernart).
Zu den wenigen Tierarten, die sich in dieser trockenen, schattenlosen Wüstenlandschaft wohl fühlen, gehören Pronghorn Antilopen, Maultierhirsche, Kojoten, Dachse, Jackrabbits (eine Art Wüstenkaninchen) sowie zahlreiche Eidechsen- und Schlangenarten, darunter die relativ häufig anzutreffende (ungiftige) desert striped whipsnake, aber auch Klapperschlangen.
Blick von der Petrie Mesa auf die Adoba Badlands
Wilderness Study Area
Wie man an den von vielen Reifenspuren überzogenen Hängen unschwer erkennen kann, wurden die Adobe Badlands in der Vergangenheit sehr stark als ATV-Gelände genutzt. Inzwischen gibt es jedoch von mehreren Seiten Bemühungen, diese einzigartige Naturlandschaft zu schützen und ihren Wildnischarakter zu erhalten. So hat ein großer Teil der Badlands inzwischen den Status einer Wilderness Study Area. Dies sind vom BLM (Bureau of Land Management) verwaltete und als zukünftige Wilderness Areas vorgeschlagene Gebiete, die eine gewisse Zeit unter Beobachtung stehen und geschützt werden, bis der Kongress eine endgültige Entscheidung über ihre Zuordnung trifft. Als schützenswert ausgewiesen wurden die Adobe Badlands inzwischen auch von der auf Bürgerinitiativen beruhenden Umweltschutzorganisation CCCWP (Colorado's Canyon Country Wilderness Proposal).
Crosscountry Hike zu Devils Thumb
Zufahrt und Wanderungen
Nähert man sich Delta von Westen kommend auf der US 50, erblickt man bereits von weitem die nördlich der Stadt gelegene karge Hügellandschaft der Adobe Badlands mit dem markanten Felspfeiler Devils Thumb, der sich am südlichen Ende eines lang gezogenen Bergrückens, der Petri Mesa befindet. Um dorthin zu gelangen, zweigt man von der US 50, die etwa in der Mitte der Stadt einen fast rechtwinkligen Knick nach Süden macht, kurz vor der Ampel ab auf die H-38 (oder 1575 Rd.) Richtung Osten und etwa 20 Meter weiter gleich wieder nach links, also Richtung Norden auf die 1560 Rd. Diese Straße führt zunächst durch ein Wohngebiet und dann leicht bergauf Richtung Airport. Kurz vor dem Airport (Blake Field) zweigt man nach links ab auf eine Straße, die lediglich mit einem etwas unscheinbaren ‚no dumping'-Schild gekennzeichnet ist. Nach einem großen Linksbogen folgt man dieser Straße immer weiter Hauptrichtung Norden, vorbei am Devils Thumb Golfcourse bis zu einem eingezäunten Trinkwasserreservoir auf der rechten Straßenseite (ca. 2,7 Meilen ab Abzweigung Airport).
Hinter dem 2. Trailhead wird der Weg zunehmend kurviger, holpriger und schmaler
Genau gegenüber diesem Reservoir befindet sich links der Straße eine breite Parkfläche, der Trailhead 1 (GPS-Daten N 38°48'36", W 108°04'15"), von dem aus man querfeldein zur Basis des Devils Thumb wandern kann (Distanz etwa eine Meile). Bis hierher ist die Straße, die zunächst geteert, später ungeteert, aber relativ breit und eben ist, auch problemlos mit einem PKW oder Wohnmobil befahrbar.
Wer etwas weiter in die Adobe Badlands vordringen und Devils Thumb von oben, also von der Hochfläche der Petri Mesa aus fotografieren möchte, fährt auf dem gleichen Weg, der nun rasch immer steiniger, holpriger und kurviger wird, noch etwa 2 Meilen weiter Richtung Norden bis zum Trailhead 2 (GPS-Daten N 38°49'54.3", W 108°04'17.7").
Der von einer Art Krater umgebene Felsmonolith Devils Thumb
Hier beginnt ein schmaler und extrem steiniger, von unten nicht ganz leicht zu erkennender ehemaliger Jeeptrail, der die Ostflanke der Petri Mesa erklimmt und oben auf der Ostseite der Hochfläche endet (Länge des Jeeptrails etwa ½ Meile, GPS-Daten des Endpunkts N 38°49'54.3", W 108°04'17.7"). Da sich am südlichen Ende dieser Hochfläche eine tiefe, canyonartige Einkerbung befindet, geht man von hier aus zunächst etwa eine Viertelmeile Richtung Nordwesten (GPS-Daten N 38°49'34", W 108°05'16"), und von dort aus dann etwa eine Meile Richtung Süd/Südosten bis zum südlichen Ende der Petri Mesa (GPS-Daten N 38°48'57", W 108°05'04"). Von hier aus hat man dann einen umwerfenden Blick auf den direkt unterhalb liegenden Felsmonolith Devils Thumb, eingerahmt von einem kraterähnlichen Ring aus schroffen, dunkelgrauen Abhängen, aber auch auf die im Osten und Westen der Petri Mesa gelegenen farbenprächtigen Hügel der Adobe Badlands und die fruchtbare Ebene des Gunnison River rund um Delta (Gesamtdistanz für diese Wanderung: 1,75 Meilen one-way, Steigung etwa 130 Meter).
Da die Felskante an diesem Aussichtspunkt relativ steil abfällt, kann man von diesem Aussichtspunkt leider nicht auf direktem Weg zur Basis des Devils Thumb hinabsteigen. Nicht ganz ungefährlich ist auch der Abstieg über die links des Aussichtspunkts gelegene, sehr abschüssige Flanke aus festgebackenem, bröseligem Schiefer, da bei einem Fehltritt schnell der ganze Hang ins Rutschen kommen kann. Besondere Vorsicht ist hier bei Nässe geboten, da sich das weiche, lehmartige Gestein dann im Nu in eine schmierige, zähklebrige Masse verwandelt, die in dicken Klumpen an den Schuhen haftet. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Zufahrtsweg, der sich bei Regen schnell in eine Rutschpiste verwandeln kann.
Auf Erkundungstour im Norden der Badlands
Wer nach diesem landschaftlich äußerst eindrucksvollen Crosscountry Hike noch tiefer in die Adobe Badlands vordringen möchte und über einen Geländewagen mit guter Bodenfreiheit verfügt, kann diesem Weg übrigens noch ein gutes Stück weiter Richtung Norden folgen, große Highlights gibt es allerdings (bis auf einen Miniatur Devils Thumb am hinteren Ende der Petri Mesa) nicht mehr.
Der kleine Bruder des Devils Thumb
Dafür wird der Weg, der sich nun in vielen Serpentinen bergauf windet, zunehmend schmaler und ausgewaschener, so dass es unter Umständen auch schwierig werden kann, einen geeigneten Umkehrpunkt zu finden. Ein solcher befindet sich kurz vor Beginn des schwierigen und relativ steilen Anstiegs zur Grand Mesa (GPS-Daten N 38°50'46", W 108°06'25"). Wer nicht gerade mit einem hochbeinigen Jeep unterwegs ist, sollte spätestens an dieser Stelle wieder umkehren.
Im Land der doppelten Regenbogen
Übernachtung und Info
Da die Adobe Badlands auf BLM-Gebiet liegen, kann man hier bei Bedarf auch ‚wild' zelten. Einen geeigneten Zeltplatz zu finden, ist allerdings nicht ganz leicht. Eine kleine Auswahl an Motels findet man in der nahe gelegenen Kleinstadt Delta. Zuständig für das Gebiet der Adobe Badlands ist das Uncompaghre Field Office des BLM in Montrose, 2465 S. Townsend Ave, Montrose, CO 81401, Tel. (970) 240-5300, Fax (970) 240-5367, Öffnungszeit 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr.