Touridee USA – Die Reiseführer über den Westen Amerikas


Valley of Fire State Park

Bundesstaat: Nevada
Lage: 55 Meilen nordöstlich von Las Vegas in der Nähe des Lake Mead
Zufahrt: von Las Vegas auf der I-15 nach Nordosten, Exit 75. Von hier führt eine Stichstrasse zum State Park.

Kurzinfo

Der nur wenige Meilen oberhalb des Lake Mead gelegene State Park besitzt einen der schönsten Campgrounds im gesamten Südwesten, eingebettet in ein Labyrinth bizarr geformter und leuchtend roter Sandsteinfelsen. Eine Scenic Road und mehrere kurze Wanderwege führen zu prähistorischen Felszeichnungen der Anasazi und zu weiteren spektakulären Felsformationen mit so phantasievoll klingenden Namen wie Mouse's Tank, Atlatl Rock, Beehives, White Domes und Elephant Rock.

Elephant Rock
Elephant Rock - das Wahrzeichen des Valley of Fire

Wissenswertes

Der Name Valley of Fire stammt von den leuchtend roten Sandsteinformationen, die im Zeitalter der Dinosaurier vor 150 Millionen Jahren aus riesigen Wanderdünen entstanden. Die Landschaft, wie der Besucher sie heute sieht, entstand durch komplexe Hebungen, Faltungen und Verwerfungen, gefolgt von lang andauernden Erosionsprozessen. Neben Sandstein findet man im Park auch Kalk, Schiefergestein und verschiedene Konglomerate. Die ersten Menschen im Valley of Fire waren Basket Maker People und später Anasazi Bauern aus dem nahegelegenen fruchtbaren Moapa Valley, die in das Tal kamen, um Früchte zu sammeln, zu jagen und religiöse Zeremonien abzuhalten. Entsprechende archäologische Funde und Felszeichnungen datieren aus den Jahren 300 v.Chr. bis 1150 n. Chr.

Die Pflanzenwelt des Parks besteht aus Kreosotebüschen, verschiedenen Kaktusarten und Wildblumen wie der Desert Marigold, dem Indigobusch und der Wüstenmalve, die den Park im Frühjahr in ein leuchtendes Blüten- und Farbenmeer verwandeln. Zu den heimischen Vogelarten gehören Raben, Finken, Spatzen und die flinken Roadrunner.

Valley of Fire     Valley of Fire
Felsformationen im Petroglyph Canyon

Die meisten Wüstentiere wie Schlangen, Eidechsen, Koyoten und Stinktiere sind nachtaktiv und werden von Besuchern daher nur selten beobachtet. Mit etwas Glück begegnet man bei einem Spaziergang durch die Felsen einer der unter Naturschutz stehenden Wüstenschildkröten.

Sehenswertes

Eine 15 Meilen lange Parkstraße durchquert den Park von West nach Ost. Etwa auf halbem Wege befindet sich das Visitor Center. Von hier aus führt eine etwa 6 Meilen lange Stichstraße nach Norden zur Rainbow Vista, zum Silica Dome/Fire Canyon und zum Gebiet der White Domes. Für die gesamte Rundfahrt durch den Park sollte man sich inklusive Fotostopps und Kurzwanderungen mindestens einen halben Tag Zeit nehmen. Noch besser ist es, auf einem der beiden direkt zwischen den Felsen gelegenen Campgrounds zu übernachten, da das intensive Rot der Felsen bei Sonnenauf und -untergang besonders intensiv zur Geltung kommt.

Elephant Rock
Der Elephant Rock - einmal aus anderer Perspektive

Vom Westeingang kommend sollte man zunächst nach links auf eine 2 Meilen lange ungeteerte Loop Road abzweigen, die nicht nur an den beiden Campingplätzen des Parks vorbeiführt, sondern auch durch ein wunderschönes hoch aufragendes Felsenmeer dunkelroter Sandsteinfelsen mit weich geschwungenen Formen und zahlreichen, vom Regen ausgewaschenen Rundungen, Löchern und Felsöffnungen. Wer mag, kann hier auch sein Auto abstellen und ein bisschen in dieses Felsenmeer hinaufklettern.

Valley of Fire     Valley of Fire

Von oben bietet sich nämlich ein herrlicher Rundblick über das gesamte Tal und mit ein bisschen Glück entdeckt man dabei gleich noch den ein oder anderen Steinbogen. Zu den sehenswerten Haltepunkten entlang der Loop Road gehören schließlich noch Arch Rock, ein auf einem Felsblock thronender Natursteinbogen und Atlatl Rock, eine hohe dunkelrote Sandsteinwand mit indianischen Felszeichnungen, zu der man über einen kurzen Eisensteg hinaufsteigen kann.

Arch Rock
Arch Rock

Fährt man von der Einmündung der Loop Road in die Parkstraße wieder ein kurzes Stück zurück Richtung Westeingang, gelangt man zu den Felshügeln der Beehives, weiter auf der Parkstraße Richtung Osten zu den Petrified Logs, einer kleinen Gruppe versteinerter Baumstämme.Schließlich erreicht man das schön zwischen hohe Felszinnen und -wände eingebettete Visitor Center des Parks (Öffnungszeit: 8.30Uhr - 16.30 Uhr), bei dem man nun auf die 5,5 Meilen lange Stichstraße abzweigt, die zur Rainbow Vista und zu den hellen Sandsteinfelsen der White Domes im Norden des Parks führt.

White Domes Trail slot canyon     White Domes slot canyon
Ein kurzer Slot Canyon

Entlang dieser Stichstraße beginnen auch einige interessante Wanderwege, wie beispielsweise der kurze, aber durchaus lohnende Trail durch den mit vielen Felszeichnungen versehenen Petroglyph Canyon zu Mouse's Tank (½ Meile one-way), der Kurzweg zum Duck Rock oder der 1,25 Meilen lange White Domes Trail, der bei der gleichnamigen Picknick Area am Ende der Stichstraße beginnt. Dieser Rundweg durchquert zunächst ein paar riesige, fast weiß gefärbte Felsendome, führt dann auf schmalem, sandigen Pfad steil hinunter in ein Tal, nach rechts durch einen kleinen Slot Canyon und dann an einigen schönen Felsformationen und Steinbögen vorbei wieder im großen Bogen zurück zum Trailhead.

White Domes Trail arch
Steinbogen entlang dem White Domes Trail

Unbedingt lohnend ist auch ein Abstecher über eine weitere, 4 Meilen lange Stichstrasse zum Silica Dome mit seinen blendend weißen, marmorähnlichen Felsgebilden. Diese erst 1994 erbaute Strasse bildet mit ihrem ständigen Auf und Ab und ihren zahllosen Windungen und Kurven schon eine Attraktion für sich.

Zurück beim Visitor Center folgt man dann weiter der Parkstraße Richtung Osteingang. Hier gibt es weitere Haltepunkte und Sehenswürdigkeiten, darunter die in eine Felsgruppe eingebettete Picknick Area Seven Sisters sowie die Cabins, einige aus dem Jahr 1930 stammenden Steinhütten des Civilian Conservation Corps. Letzter grandioser Haltepunkt ist Elephant Rock, ein riesiger tatsächlich wie ein Elefant mit Rüssel geformter Steinbogen in der Nähe des Osteingangs, den man über einen kurzen Fußweg erreicht. Wer etwas Neugier und Entdeckerlust mitbringt, sollte das Gebiet rund um den Elephant Rock (auch auf der Straßenseite gegenüber) noch ein bisschen genauer erkunden. Hier befinden sich nämlich noch eine ganze Reihe kleinerer Arches. Eine weitere schöne Querfeldeinwanderung von ca. 20 Minuten one-way führt vom Parkplatz der Cabins zum Ephemeral Arch (weitere Infos zu den Arches im Valley of Fire im Internet unter www.users.sisna.com).

arch valley of fire

arch valley of fire
Steinbögen in der Nähe des Osteingangs

Übernachtung

Im Park gibt es zwei einfache Campingplätze mit insgesamt 51 Stellplätzen. Beide befinden sich an der 2 Meilen langen Loop Road in der Nähe des Westeingangs. Der Atlatl Rock Campground ist vor allem für größere Wohnmobile geeignet. Zur Ausstattung gehören Picknicktische mit Schutzdach, Grills und Frischwasserstellen. Ungleich schöner übernachtet man allerdings im Felsengewirr des Arch Rock Campground - einem der landschaftlich reizvollsten Zeltplätze des amerikanischen Südwestens.

Atlatl Rock Campground
Blick von oben auf den Atlatl Rock Campground

Abstecher

Lost City Museum
Lage: am südlichen Stadtende von Overton, etwa 7 Meilen nordöstlich des Valley of Fire
Hauptattraktion des kleinen Museums sind einige nachgebaute Anasazi Pueblos auf dem Außengelände. Die Innenräume beinhalten Ausstellungsstücke zu den Indianerkulturen der Region, von den Frühspuren nomadischer Jäger über die Pueblokulturen bis zu den Southern Paiute im 18. Jahrhundert. Öffnungszeit: täglich 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr.

Rogers Springs
Lost City Museum, Overton

Lake Mead
Direkt hinter dem Osteingang des Valley of Fire State Park beginnt die Lake Mead Recreation Area, ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Einwohner von Las Vegas mit einem riesigen Stausee, Badestränden, Bootsmarinas und Campingplätzen. Die North Shore Road, eine gebührenpflichtige Aussichtsstraße, führt an der Westseite des Lake Mead entlang nach Süden bis Boulder City in der Nähe des Hoover Dam. Ein schöner Haltepunkt unterwegs ist Rogers Warm Spring, eine kleine palmenbestandene Oase rund um einen kleinen, von einer Thermalquelle gespeisten See. Schattige Übernachtungsplätze direkt in Ufernähe bietet der Boulder Beach Campground westlich des Hoover Dam.

Rogers Springs

Rogers Springs
Die Picknick Area Rogers Warm Spring

Adresse

Valley of Fire State Park
P.O. Box 515
Overton, NV 89040
Tel. (702) 397-2088
http://parks.nv.gov/vf.htm


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