Bundesstaat: Kalifornien
Höhe: 136 ü.M.
Einwohner: 45.000
Lage: Palm Springs liegt 100 Meilen südöstlich von Los Angeles im oberen Coachella Valley. Die Stadt wird überragt vom mächtigen Gipfel des Mount St. Jacinto, der zum Gebirgsmassiv der Santa Rosa Mountains gehört.
Kurzinfo
Wunderschöne, riesengroße Palmen, noble Villen mit Swimmingpools, prachtvolle Gartenanlagen, exklusive Shoppingcenter, gepflegte Golfplätze - Palm Springs macht seinem Ruf als Nobelort der oberen Zehntausend und Wohnsitz ehemaliger Hollywoodstars alle Ehre. Umgeben von hohen, bis in den Frühsommer mit Schnee bedeckten Bergen, bietet die nur zwei Fahrstunden von Los Angeles entfernte Stadt besonders im Frühjahr und Herbst ein angenehm trockenes und sonniges Wüstenklima. Sehr lohnend ist ein Abstecher zu den mit Palmenhainen bewachsenen Indian Canyons im Norden der Stadt mit schattigen Badeplätzen und vielen wunderschönen Wanderwegen.

Wissenswertes
Lange Zeit vor Ankunft der ersten Weißen bildeten die Canyons im Coachella Valley mit ihren erfrischenden Bachläufen und schattenspendenden Hainen fruchtbare Oasen am Rande der trockenheißen Wüste, in denen kleinere Gruppen indianischer Ureinwohner siedelten, die Vorfahren der heutigen Agua Caliente Cahuilla. In den Tälern bauten sie neben Mais auch Melonen, Bohnen und Kürbisse an. Daneben wurden Wildtiere gejagt und je nach Jahreszeit auch Beeren, Samen und Wildpflanzen gesammelt, die als Nahrung, zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen, aber auch zur Behandlung von Krankheiten verwendet wurden. Noch heute finden sich in den Canyons einige Zeugnisse aus dieser Zeit wie Felszeichnungen, Feuerstellen, Dämme und Bewässerungskanäle. Daneben nutzten die Indianer auch die nahegelegenen heißen Quellen, was die ersten Spanier wohl zur Namensgebung ‚Agua Caliente' veranlasste.

Im Jahr 1851 kam es zu einem Aufstand gegen die amerikanische Vorherrschaft, der zwar niedergeschlagen wurde, 1852 aber zum Abschluss des Vertrags von Temecula führte, in dem die Landrechte der Indianer anerkannt wurden. Der Vertrag wurde jedoch nie vom Kongress ratifiziert, sondern 1876 durch ein Abkommen ersetzt, in dem das gesamte Tal schachbrettartig in Parzellen aufgeteilt und jeweils eine Hälfte davon an die Southern Pacific Railroad, die andere an die indianische Bevölkerung verteilt wurde. Nach dem Bau der Eisenbahn wurde das Tal zunehmend von Farmern besiedelt, später entstanden Heilbäder, Kurzentren und Hotels. Erst 1940 wurde die genaue Lage der einzelnen Landparzellen ermittelt, aber zu diesem Zeitpunkt war bereits ein großer Teil des indianischen Stammesgebiets großflächig bebaut. Die Indianer konnten das Land zwar nicht verkaufen, aber sie konnten es zu angemessenen Preisen verpachten, was den wenigen hundert Stammesmitgliedern bis heute einen recht hohen Wohlstand garantiert.
Sehenswertes
Palm Springs Desert Museum
Lage: 101 Museum Drive (Parallelstrasse westl. zum N. Palm Canyon Drive)
Das Museum bietet eine interessante Mischung aus moderner Western Art, Skulpturengarten, Korbwaren der Cahuilla Indianer sowie einer sehr informativen und umfangreichen Ausstellung zur Tier- und Pflanzenwelt dieser Wüstenregion. In einem der Räume sind wechselnde Kunstausstellungen zu sehen. Zum Museum gehört auch das Toor Gallery Café sowie ein kleiner Museumsshop. Öffnungszeit: Di-Sa 10-17 Uhr, So 12-17 Uhr (montags geschlossen).
Aerial Tramway
Lage: am Ende der Tramway Road, Abzweigung vom Hwy 111 im Westen der Stadt, neben dem Visitor Center
Besonders im Sommer empfiehlt sich eine Fahrt mit der Seilbahn von der flirrenden Hitze der Wüstenebene hinauf in die 2000 Meter höher gelegenen St. Jacinto Mountains mit schönem Panoramablick über das Coachella Valley. Hier oben in den Bergen sind die Temperaturen stets um etwa 15 Grad niedriger als in der Stadt, so dass man je nach Wetterlage durchaus eine warme Jacke mitnehmen sollte. Ungewöhnlich sind die modernen Gondeln, die sich während der Fahrt langsam im Kreis drehen. An der Bergstation befindet sich neben einer Aussichtsplattform auch eine Bar, eine Caféteria und ein Vorführraum, in dem ein kurzer Film über die Seilbahn gezeigt wird. Wer etwas Zeit hat, kann von hier aus auf Wanderwegen den landschaftlich reizvollen San Jacinto State Park erkunden. Für längere Aufenthalte gibt es auch einige Einfachcampgrounds. Falls genug Schnee liegt, ist von Mitte November bis Mitte April das Adventure Center geöffnet, in dem man Langlaufski, Snowtubes und Schneeschuhe ausleihen kann.
Öffnungszeit: Abfahrt jede halbe Stunde Mo-Fr 10-20 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen 8-20 Uhr.
Windpark
Lage: nördlich der Stadt Richtung I-10
Auf der Fahrt von Palm Springs zur Interstate gelangt man durch ein weites Tal, das ebenso wie die umliegenden Hänge übersät ist mit Hunderten riesiger Windkraftanlagen, die die hier vorhandenen starken Winde ausnutzen und günstigen Strom liefern. Geführte Touren durch dieses Gebiet in elektro- und solargetriebenen Fahrzeugen veranstaltet Windmill Tours, Tel. (760) 251-1997, etwa 1,25 Meilen außerhalb der Stadt an der N. Frontage Rd. parallel zur I-10 Richtung Los Angeles.
The Living Desert
Vom Hwy 111 zweigt man in Palm Desert östlich von Palm Springs ab nach Süden auf die Portola Avenue. Von hier sind es 1½ Meilen ausgeschildert bis zum Eingang von Living Desert, einem Botanischen Garten und Outdoor-Museum, das der Tier- und Pflanzenwelt der Wüste gewidmet ist und neben einheimischen auch einige exotische Spezies beherbergt. Öffnungszeit: 1. Sept. bis 15. Juni tägl. 9-17 Uhr, im Sommer 8.00-13.30 Uhr, letzter Einlass 13 Uhr.
    
In den Indian Canyons gedeihen die wunderschönen Kalifornischen Fächerpalmen
Wanderungen
Indian Canyons   
Hauptattraktion von Palm Springs sind mehrere idyllische Canyons direkt am Rande der Stadt auf dem Gebiet der Agua Caliente Indian Reservation. Die Bäche, die von den schneebedeckten Bergen der San Jacinto Mountains gespeist werden, verwandeln diese Täler ganzjährig in einen blühenden und schattenspendenden Garten Eden, in dem sich viele Pflanzen- und Tierarten heimisch fühlen.
Von Downtown Palm Springs fährt man auf dem Palm Canyon Drive etwa 3 Meilen nach Südosten bis zum Eingang der Agua Caliente Indian Reservation. Hier bezahlt man am Toll Gate den Eintritt und erhält dann eine kleine Informationsbroschüre und Karte, auf der sämtliche Wanderwege farbig eingezeichnet sind. Bei der Planung längerer Wanderungen sollte man unbedingt daran denken, dass das Eingangstor relativ früh am Abend wieder geschlossen wird (Öffnungszeit: tägl. 8-17 Uhr).
Kurz hinter dem Eingang führt ein erster möglicher Abstecher nach rechts in den Andreas Canyon mit einem schönen Picknickplatz unter einem riesigen Palmenhain und einigen indianischen Felszeichnungen. Wanderwege führen von hier aus weiter in den Andreas Canyon, zur Maynard Mine und in den etwas entfernteren Murray Canyon mit schönen Palmenbeständen und Wasserfall.
Fährt man auf der Parkstraße noch etwa eine halbe Meile weiter bis zum Ende, erreicht man einen großen Parkplatz mit schönem Überblick über das palmenbestandene Tal des Palm Canyon. Gleich daneben befindet sich ein Trading Post, in dem man Snacks, Getränke, Souvenirs, indianisches Kunsthandwerk und ausführliche Wanderbroschüren kaufen kann. Wer keine Zeit für eine längere Tour hat, sollte von hier aus zumindest ein Stück weit in den Palm Canyon hineinwandern. Hier findet man nicht nur die größten und dichtesten Bestände an Palmen, sondern auch herrlich schattige Badestellen und Picknickplätze direkt am Bach.

Palm Canyon Trail
Trailhead: Parkplatz und Trading Post am Ende der Zufahrtsstraße
Distanz: 1-15 Meilen one-way
Höhenunterschied: insgesamt 932 Meter
Der Weg führt vom Trading Post hinunter in das von riesigen Palmen bestandene Tal und folgt dann dem Lauf des Baches auf insgesamt 15 Meilen stetig bergauf. Am interessantesten, aber leider auch am meisten frequentiert, ist der erste Abschnitt dieses Wanderweges, in dem man nicht nur die beeindruckenden Palmriesen, sondern auch eine unglaubliche Vielfalt weiterer Bäume, Büsche, Kakteen und Wildblumen aus nächster Nähe bestaunen kann. Bei den schattigen Picknickplätzen direkt am Bach kann man unterwegs eine kurze Siesta einlegen oder im klaren, kühlen Gebirgswasser ein erfrischendes Bad nehmen.
Fern Canyon Trail
Trailhead: Parkplatz und Trading Post am Ende der Zufahrtsstraße, am östl. Ende der Overflow Parking Area
Distanz: 2,5 Meilen one-way
Höhenunterschied: 120 Meter
Dieser etwas abgelegenere Wanderweg überquert zunächst einen von Palmen und Felsblöcken gesäumten Bach und führt dann leicht bergauf in ein recht abgeschiedenes, hügeliges Wüstengebiet mit Wildblumen, Kakteen, kleinen Palmenoasen und beeindruckenden Blicken auf die bis in den Sommer schneebedeckten Gipfel der San Jacinto Mountains. Der Weg ist durch braune Markierungspfosten gekennzeichnet.
Andreas Canyon
Trailhead: am oberen Ende des Parkplatzes im Andreas Canyon
Distanz: ½ Meile one-way
Höhenunterschied: 100 Meter
Vom Parkplatz geht man geradeaus weiter in den Andreas Canyon, folgt dort dem Bachbett auf der rechten Uferseite bis in ein schönes Gebiet mit hohen Palmen, Sycamorebäumen und Weiden. Zwischen den beiden Hinweisschildern unterhalb der hohen Felsen wendet sich der Weg nach Westen und kehrt dann nach Überquerung des Bachs auf der anderen Uferseite zurück.
    
Palmenhaine im Murray Canyon
Murray Canyon
Trailhead: am unteren Ende des Parkplatzes im Andreas Canyon
Distanz: 1 Meile one-way
Höhenunterschied: 150 Meter
Dieser relativ abgeschiedene, aber sehr reizvolle und abwechslungsreiche Wanderweg durchquert zunächst die riesigen Palmenhaine der Bent Palm Picknick Area und führt dann über offenes Wüstengelände bis zum Beginn des palmenbestandenen Murray Canyon. Ab hier folgt man immer dem schmalen Fußpfad, der mal rechts, mal links am Ufer des Baches entlangführt und schließlich an einem kleinen Pool mit Wasserfall endet. Da es auf dem ersten Teil des Wegs keinerlei Schatten gibt, eignet sich diese Wanderung eher für die kühleren Jahreszeiten.

Am Ende des Trails wartet ein kleiner Wasserfall mit Badepool
Outdoor & Fun
Jeeptouren
Desert Adventures
Tel. (760) 340-2345 oder kostenfrei unter 1-888-440-5337
3- bis 4-stündige Adventure Tours (besichtigt werden können beispielsweise eine nachgebaute Cahuilla Indian Village, der Nachbau eines alten Mining Camp oder die Painted Hills mit farbigen Felsformationen und Canyons). Infos online unter http://www.red-jeep.com
Reiten
Zweistündige Reittouren durch die Indian Canyons veranstaltet
Smoke Tree Stables, 2500 Toledo Avenue, Tel. (760) 327-1372, geöffnet 8-16 Uhr. Reservierung empfohlen. Infos online unter http://www.smoketreestables.com

Reittouren im Palm Canyon
Übernachtung
Die meisten Übernachtungsmöglichkeiten in Palm Springs gehören zur Kategorie exklusiver und teurer Hotelanlagen. Der Name Motel wird hier nicht gern verwendet, man trifft daher eher auf sogenannte Inns oder Lodges. Darunter gibt es durchaus auch einige günstige Anbieter, manche davon sogar mit Klimaanlagen in den Zimmern und Swimmingpools. Am teuersten sind Übernachtungen während der Hauptsaison im Januar und Februar. Für Wohnmobile gibt es in Palm Springs einige Trailer Parks, aber keinen Platz, an dem man auch zelten kann. Nächste Gelegenheit bietet hier der schön ruhig gelegene Bogart County Park in Beaumont.
Bogart County Park
Tel. Reservierung über 1-800-234-7275
Lage: in Beaumont, 30 Meilen westlich von Palm Springs
Zufahrt: I-10, Exit Beaumont Ave., auf der Beaumont Ave. nach Norden, dann nach rechts auf die Brookside Ave. und nach links auf die Cherry Ave. bis zum Parkeingang
Anzahl Plätze: 26 (für Zelte und Wohnmobile) sowie ein kleines Horsecamp
Ausstattung: Picknicktische und -bänke, Grillstellen, Frischwasserstellen, einfache Toiletten
Öffnungszeit: ganzjährig
Adresse
Palm Springs Official Visitors Center
2901 North Palm Canyon Drive (an der Auffahrt zur Aerial Tram)
Palm Springs, CA 92262
Tel. 760-778-8418 oder 1-800-347-7746


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