Bundesstaat: Kalifornien
Höhe: Kelso 638 ü.M., Cima Dome 1.750 ü.M.
Lage: Das Mojave National Preserve hat eine Größe von 140 km2 und erstreckt sich zwischen Baker an der I-15 im Norden und der I-40 im Süden bis zur Grenze Kalifornien - Nevada.
Kurzinfo
Im Südosten Kaliforniens liegt an der Grenze zu Nevada ein noch weitgehend unbekannter Park, der erst 1994 errichtet wurde, um die Natur und die kulturellen Zeugnisse der Mojave Wüste zu schützen und für Besucher zugänglich zu machen. Was den Reiz dieses Parks ausmacht, ist vor allem seine Abgeschiedenheit und eine wilde, ursprüngliche Wüstenlandschaft, deren faszinierende Eintönigkeit immer wieder aufgelockert wird durch Gebiete mit Sanddünen, vulkanischen Aschekegeln, Höhlen und bizarren Felsformationen. Hunderte alter, verlassener Minenschächte, Grubeneingänge und Bergstollen erinnern ebenso an die Zeiten des Wilden Westens wie das im spanischen Missionsstil erbaute Kelso Railroad Depot.

Klima & Reisezeit
Eine Besonderheit dieser Wüstenlandschaft sind starke Winde, die hauptsächlich im Herbst, Winter und zu Beginn des Frühjahrs auftreten können. Der meiste Regen fällt von November bis April. Im Sommer können auch häufig starke Gewitter auftreten, die auf dem ausgedörrten Boden schnell zu Überschwemmungen führen. Übernachten Sie deswegen grundsätzlich nie in Senken oder ausgetrockneten Flussbetten und achten Sie bei Wanderungen auf das Wetter. Die trockensten Monate sind Mai und Juni. Die Tagestemperaturen erreichen in den niedriger gelegenen Gebieten von Juni bis September Werte über 40 Grad Celsius, am angenehmsten sind die Monate März, April, Oktober und November mit Werten zwischen 22 und 28 Grad am Tag und 6 bis 12 Grad in der Nacht. Wie in den meisten Wüstengebieten gibt es ein sehr starkes Temperaturgefälle zwischen Tag und Nacht. In den Wintermonaten können die Temperaturen nachts sogar bis unter den Gefrierpunkt sinken.
Sehenswertes & Wanderungen
Kelso Railroad Depot
Lage: am Schnittpunkt von Kelbaker Road und Kelso-Cima Road
Die 1924 von der Southern Pacific Railroad erbaute Eisenbahnstation erinnert mit ihren vielen Palmen, Blumenrabatten und geschwungenen Arkadenbögen an eine spanische Mission. Lange Zeit dem Verfall preisgegeben und vom Abriss bedroht, wurde das Gebäude mit der Übergabe des Landes an die Nationalparkverwaltung unter Denkmalsschutz gestellt und aufwendig restauriert. Heute beherbergt das Kelso Railroad Depot ein modernes Visitor Center und Museumsräume, die sich über zwei Stockwerke erstrecken.

Das ehemalige Kelso Railroad Depot vor der Renovierung
Kelso Dunes
Lage: nahe der Kelbaker Road im Südwesten des Parks
Die von der Strasse aus gut sichtbare, aus hellgelbem Sand bestehende Dünenlandschaft erstreckt sich über eine Länge von 40 Meilen am Rande der Granite Mountains. Wer sich die Mühe macht, zu Fuß ein Stück weit in diese Sandwüste vorzudringen, kann mit etwas Glück ein sehr seltenes Naturphänomen erleben - ein mehrere Minuten andauerndes dumpfes Grollen, das aus dem Erdinnern zu kommen scheint und oft noch über eine Entfernung von mehreren Meilen zu hören ist. Das faszinierende Geräusch entsteht, wenn sich der Sand auf der Leeseite einer Düne so steil aufgehäuft hat, dass die Kammlinie instabil wird, in sich zusammenbricht und dadurch eine Lawine auslöst. Diese gleitenden Sandmassen erzeugen dann tief im Innern der Düne einen tiefen, lang anhaltenden Resonanzton.
Um zum Rande der Kelso Dunes zu gelangen, fährt man von der I-40 aus auf der Kelbaker Road 12 Meilen nach Norden, dann auf einer gut befahrbaren, ungeteerten Piste 3 Meilen nach Westen. Von hier aus sind es dann etwa 2,5 Meilen Fußmarsch bis zur Spitze der höchsten Sanddüne, die sich nördlich des Trailheads in Ost-West-Richtung erstreckt und eine Höhe von über 200 Metern erreicht. Das Wandern im tiefen Sand ist allerdings recht anstrengend, so dass man etwas mehr Zeit einplanen sollte als gewohnt (etwa 3 Stunden retour). Hier noch ein paar Tipps: um zur Spitze einer Düne zu gelangen, geht man am besten immer an der Kammlinie entlang. Hier ist der Sand etwas festgebackener und stabiler als an den Seitenflächen. Oben angekommen, herrscht oft ein ungewöhnlich starker Wind, der sich im Nu zu einem regelrechten Sandsturm mausern kann und dann die feinen Sandpartikel in Gesicht, Haare, Schuhe und Kleidungsstücke weht. Schützen Sie in diesem Fall unbedingt auch Ihre empfindlichen Foto- oder Videokameras.

Cedar Canyon Road
Cinder Cones
Lage: etwa 5 Meilen nördlich der Kelbaker Road zwischen Baker und dem Kelso Railroad Depot
Die Ansammlung konisch geformter Aschekegel, umgeben von Flüssen erstarrter, schwarzer Basaltlava, liefert ein eindrucksvolles Zeugnis der über Jahrmillionen andauernden vulkanischen Aktivitäten in diesem Bereich der Mojave Wüste. Die ältesten Eruptionen ereigneten sich vor 7,6 Millionen Jahren, die jüngsten gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren. Für einen Abstecher in das Gebiet der Cinder Cones auf der holprigen, ungeteerten Ailken's Mine Road benötigt man einen robusten Geländewagen mit guter Bodenfreiheit.
Cima Dome
Lage: nordwestlich von Cima in der Nähe der Cima Road
Cima Dome ist ein weithin sichtbarer und nahezu perfekt geformter runder Granithügel vulkanischen Ursprungs, der sich fast 450 Meter über die flache Wüstenumgebung erhebt. Charakteristisch für das gesamte Gebiet sind die ausgedehnten und dichten Wälder aus Joshua Trees, die rechts und links die Straße säumen und auch die Berghänge des Vulkankegels bedecken. Der Trailhead für die interessante und anspruchsvolle Wanderung hinauf zum Cima Dome befindet sich 6 Meilen nördlich von Cima an der Cima Road (Teutonia Peak Trail 2 Meilen one-way). Schräg gegenüber befindet sich der Sunrise Rock, eine der ausgewiesenen Roadside Camping Areas des Parks.
    
Eisenringe erleichtern den Abstieg in den Banshee Canyon
Hole-in-the-Wall   
Lage: am Ende der geteerten Black Canyon Road im Zentrum des Mojave National Preserve
Zu den besonderen Attraktionen dieses Gebiets gehört die wild zerfurchte Felslandschaft rund um den Banshee Canyon, in den man über einen durch Eisenringe abgesicherten Weg hinunterklettern kann. Nicht weit davon entfernt befindet sich inmitten einer filmreifen Wildwestlandschaft aus Wüstenkakteen und Mesquitesträuchern der Hole-in-the-Wall Campground, einer der schönsten Zeltplätze des Südwestens, umrahmt von wilden und unzugänglichen Felsenplateaus - eine phantastische Kulisse für die hier in dieser abgeschiedenen Wüstengegend besonders spektakulären Sonnenuntergänge. Man erreicht das Gebiet entweder von Süden kommend über die geteerte Black Canyon Road (19 Meilen ab I-40) oder von Norden (Cima) kommend über die ungeteerte, aber gut befahrbare Cedar Canyon Road, eine ‚graded dirt road', die nach 5 Meilen nach Süden abknickt und weitere 9 Meilen weiter in die geteerte Black Canyon Road mündet.
    
Rings Trail
Trailhead: am Ende der kurzen, ungeteerten Zufahrtsstraße zur Picknick Area hinter dem Hole-in-the-Wall Visitor Center
Distanz: 500 Meter one-way
Eine der interessantesten Kurzwanderungen innerhalb des Mojave National Preserve führt in den Banshee Canyon, ein tief eingeschnittenes Felsenlabyrinth aus vulkanischem Gestein, das von unzähligen Hohlkammern zerfurcht und durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse. Um ins Innere dieses steinernen Amphitheaters zu gelangen, fährt man an dem im Blockhausstil erbauten Hole-in-the Wall Visitor Center vorbei bis zur nahegelegenen Picknick Area und folgt dann von dort dem sogenannten Rings Trail.

Die durchlöcherten Felswände bestehen aus vulkanischem Rhyolithgestein
Dieser knapp 500 Meter lange Weg erfordert einige Kletterpartien über kurze Felsabstürze, die jedoch durch mehrere große Eisenringe gut abgesichert sind. Unten angekommen, durchquert der Weg den von steil aufragenden Felswänden eingeschlossenen Banshee Canyon und mündet schließlich in den Mid-Hills-to-Hole-in-the-Wall Trail, einen weiteren Wanderweg, der den Mid Hills Campground mit dem Hole-in-the-Wall Campground verbindet (8 Meilen one-way, Steigung 360 Meter).



Kletterspaß im Banshee Canyon
Mitchell Caverns
Lage: an den Abhängen der Providence Mountains im Süden des Mojave National Preserve (von der I-40 aus 12 Meilen auf der geteerten Black Canyon Road nach Norden).
Die Mitchell Caverns gehören zur Providence Mountains State Recreation Area, einem eigenen State Park innerhalb des Mojave National Preserve. Geführte Touren durch die Tropfsteinhöhle dauern ca. 1½ Stunden. Im Sommer, Memorial Day bis Labour Day, nur an den Wochenenden Samstag und Sonntag jeweils eine Tour um 13.30 Uhr, die restliche Zeit des Jahres eine Tour um 13.30 Uhr an Werktagen, drei Touren am Wochenende (10 Uhr, 13.30 Uhr und 15 Uhr). Der Weg führt zunächst eine halbe Meile bis zum Höhleneingang und dann eine weitere halbe Meile durch das Innere der Höhle, die aus drei Räumen besteht und einige sehr schöne Tropfsteinformationen aufweist. Die Temperatur im Innern der Höhle beträgt ganzjährig konstant 19 Grad Celsius.
In der Nähe des Besucherzentrums befindet sich hoch über dem Tal ein kleiner Einfachcampground mit tollem Blick auf die sich bis zum Horizont erstreckende Mojave Wüste. Hier beginnt auch der besonders im Frühjahr sehr lohnende Chrystal-Spring Trail, der an einer Vielzahl blühender Kakteen und Wildblumen vorbei steil bergauf führt bis zu einer Quelle (eine Meile one-way, Wasser nicht vergessen!). Etwas weniger anstrengend ist der Mary Beal Nature Trail, ein Naturlehrpfad mit Erläuterungen zur Flora und Fauna des Parks.

Das Visitor Center von Hole-in-the-Wall
Abstecher
Brystol Dry Lake
Lage: 3 Meilen südöstlich von Amboy
Auf der Fahrt vom Joshua Tree National Park zum Mojave National Preserve erstreckt sich kurz vor Erreichen der Kleinstadt Amboy auf der rechten Seite der Strasse die riesige weiße Fläche des Brystol Dry Lake, der nur im Winter von etwas Wasser bedeckt ist. Die restliche Zeit des Jahres ist der See völlig ausgetrocknet. Den Untergrund bildet eine mehrere Meter dicke Salzschicht, überlagert von einer Schicht aus bläulichem Lehm und bedeckt von einer abschließenden Schicht aus Salz, vermischt mit Schlamm vulkanischen Ursprungs. Der kommerzielle Abbau des Salzes erfolgt durch die National Chloride Company.

Outdoor & Fun
Historic Mojave Road / 4-Wheel Driving
Im Mojave National Preserve gibt es viele ungeteerte Nebenstrecken, auf denen man mit einem geländetauglichen Allradfahrzeug auch in abgelegenere Gebiete des Parks vordringen kann. Besonders beliebt bei Geländewagenbesitzern ist die berühmt-berüchtigte Mojave Road, die den gesamten Park auf einer Länge von insgesamt 138 Meilen von Ost nach West durchquert. Einst ein Verbindungsweg der Mojave Indianer zur Pazifikküste, wurde der Weg nach Ende des amerikanisch-mexikanischen Krieges als Militärroute genutzt. Entlang der Strecke trifft man daher auf viele ehemalige Armeeposten. Die zwei bis drei Tage dauernde Tour durch unwegsames und schlecht markiertes Wüstenterrain sollte man nur bestens ausgerüstet und vorbereitet in einem Konvoi von mindestens zwei Fahrzeugen unternehmen.
Achtung: im gesamten Parkgebiet des Mojave National Preserve gibt es weder Benzin, noch Wasser oder öffentliche Telefonzellen. Möglichkeiten, das Fahrzeug aufzutanken, bestehen in Ludlow und Fenner an der I-40, in Baker und am Halloran Summit an der I-15 sowie in Primm und Searchlight, Nevada.


Wildblumenblüte im Mai
Übernachtung
Motels gibt es nur außerhalb des Parks in Barstow, Nipton, Needels und Baker, Kalifornien sowie in Primm, Nevada. In Needles und Primm befinden sich auch kommerzielle Campingplätze. Das Übernachtungsangebot innerhalb des Parks besteht aus mehreren einfachen Campgrounds. Frischwasser ist an den Campingplätzen aufgrund der wüstenhaften Umgebung nur begrenzt verfügbar und sollte daher stets in ausreichender Menge selbst mitgebracht werden. Der einzige Platz mit einer zentralen Dumpstation für Wohnmobile ist der Hole-in-the-Wall Campground.
Campingplätze
Hole-in-the-Wall Campground
Lage: der Platz liegt auf 1.338 Meter ü.M. im Zentrum des Parks am Übergang vom geteerten zum ungeteerten Abschnitt der Black Canyon Road
Anzahl Plätze: 35 Plätze für Wohnmobile und Zelte sowie zwei walk-in Zeltplätze
Ausstattung: zentrale Dumpstation, Frischwasser (begrenzt!), Einfachtoiletten, Feuerstellen, Tische und Bänke
Öffnungszeit: ganzjährig

Hole-in-the-Wall Campground
Mid Hills Campground
Lage: der Platz liegt etwa 5 Meilen nordwestlich des Hole-in-the-Wall Campground an einer ungeteerten Loop Road inmitten von Kiefern und Wacholderbäumen auf 1.702 Metern Höhe (dadurch wesentlich kühler als in den tiefergelegenen Wüstengebieten). Zufahrt für Wohnmobile nicht geeignet!
Anzahl Plätze: 26 Zeltplätze
Ausstattung: Frischwasser (begrenzt!), Einfachtoiletten, Feuerstellen, Tische und Bänke
Öffnungszeit: ganzjährig
Sogenanntes Roadside oder Car Camping ist im gesamten Parkgebiet erlaubt, vorausgesetzt, man befindet sich mindestens eine Viertelmeile entfernt von Wasserstellen und nicht an einer geteerten Straße bzw. auf Privatgelände. Um den Schaden an der Vegetation möglichst gering zu halten, sollte man auch nur an Stellen übernachten, die schon von anderen Besuchern für den gleichen Zweck benutzt wurden (roadside camping areas). Die gleichen Restriktionen gelten für das backcountry camping, d.h. für alle, die im Park zu Fuß oder per Mountainbike unterwegs sind und in der Wildnis mit oder ohne Zelt übernachten wollen.
Auf der Park-Karte eingezeichnete Roadside Camping Areas:
Rainy Day Mine Site (3-4 Plätze)
An der Kelbaker Road 15,2 Meilen südlich von Baker, dann 0,3 Meilen nach Norden auf der Zufahrtsstrasse zur Rainy Day Mine. Geländewagen erforderlich.
Black Canyon Road (3-4 Plätze)
5,2 Meilen südlich der Hole-in-the-Wall Ranger Station an der Ostseite der Black Canyon Road
Granite Pass
Auf der Kelbaker Road 6,1 Meilen nach Norden, dann westlich auf den Zufahrtsstrassen zu den Granite Spires. Plätze nördlich der Granite Spires.
Sunrise Rock (2-3 Plätze)
Auf der Ostseite der Cima Road 10,4 Meilen südlich der I-15. Gegenüber dem Trailhead des Teutonia Peak Trail.


Übernachtung am 'Sunrise Rock'
Adresse
Superintendent
Mojave National Preserve
222 E.Main Street,Suite 202
Barstow, CA 92311
Tel. (760) 255-8801
http://www.nps.gov/moja


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