Bundesstaat: Arizona
Lage: Im Osten Arizonas beiderseits der US 60. Das Reservat der White Mountains Apachen grenzt im Süden an die San Carlos Indian Reservation und umfasst eine Gesamtfläche von etwa 6.800 km2.
Kurzinfo
Das Reservat heißt offiziell immer noch Fort Apache Reservation, obwohl der Stamm selbst diese Bezeichnung nicht akzeptiert. Zum Reservatsgebiet gehört eine der schönsten waldreichen Bergregionen des Südwestens. Die wunderbare Gebirgslandschaft mit ihren Wäldern, Flüssen und kristallklaren Bergseen ist ebenso wie die Schlucht des Salt River bisher noch kaum von ausländischen Touristen entdeckt und wegen ihrer Abgeschiedenheit auch bei amerikanischen Outdoorenthusiasten noch ein echter Geheimtipp. Wer das Leben in freier Natur, die Wildnis und ein Lagerfeuer unter sternenklarem Nachthimmel liebt, kommt hier voll auf seine Kosten.

Apache Crown Dancer als Wandgemälde
Wissenswertes
Geschichte
Die Geschichte der White Mountain Apachen ist in weiten Teilen die gleiche wie die der übrigen Western Apachen. Allerdings kamen sie im Gegensatz etwa zu den San Carlos Apachen erst relativ spät mit den Weißen in Kontakt. Auch in den späteren oft heftigen Auseinandersetzungen zwischen Apachen und Weißen konnten die White Mountain Apachen dank der abgeschiedenen Lage ihres Stammesgebiets ziemlich lange eine mehr oder weniger unbeteiligte Beobachterrolle einnehmen. Erst als 1863 im nördlichen Tontogebiet reiche Goldfunde gemacht wurden, errichtete die US Regierung zwei Militärcamps - Camp Goodwin am Gila River und Fort Whipple nahe Prescott. Die White Mountain Apachen, die mitansehen mussten, wie verlustreich und vergeblich die Kämpfe ihrer Nachbarstämme waren, schlossen Frieden mit der Regierung und blieben dadurch weitgehend unbehelligt.
Allerdings hatten auch sie unter dem Hass weißer Siedler zu leiden, die bei sogenannten "Indian hunting parties" ihren Aggressionen freien Lauf ließen. 1868 wurde von General George Crook Fort Apache errichtet, von wo aus er seine Feldzüge gegen alle noch marodierenden Indianerstämme unternahm.
Ihm gelang es auch, Cibecue und White Mountain Apachen als Armeescouts zu gewinnen. getreu dem Spruch: "nur ein Apache kann einen Apachen fangen". Als Fährtensucher und Überbringer von Verhandlungsangeboten wurden sie bald unentbehrlich für die US Armee. Trotz allem ging der Indianerkrieg im Südwesten mit unerbittlicher Härte weiter. 1871 wurden schließlich vier Reservate für die Stämme der Western Apachen errichtet, darunter auch das White Mountains Reservat. 20 Jahre später, im Jahr 1890, waren alle Indianerstämme des Südwestens, auch die bis zuletzt kämpfenden Chiricahua, unterworfen. Die White Mountain Apachen waren dabei die einzigen, die in ihrem bisherigen Stammesgebiet bleiben konnten.
Leben im Reservat heute
Der Stamm der White Mountain Apachen hat heute eine Gesamtbevölkerung von 13.000 Menschen. Haupteinnahmequellen sind Forstwirtschaft, Viehzucht und in jüngerer Zeit auch zunehmend der Fremdenverkehr. Wie andere Indianerstämme des Westens haben die Apachen inzwischen das Glücksspiel als weitere wichtige Einnahmequelle entdeckt.
Klima / Reisezeit
Wer einen kürzeren oder längeren Aufenthalt in den White Mountains plant, sollte bedenken, dass sich die Seen und Campgrounds in einer durchschnittlichen Höhenlage von 2.500 bis 2.700 Metern befinden. Dies bedeutet alpines Klima mit angenehmen Tagestemperaturen und kühlen Nächten im Hochsommer. Im Juli und August gibt es am Nachmittag fast täglich heftige, kurze Gewitterregen. Bis Mitte/Ende Mai und dann bereits wieder ab Ende September ist allerdings auch mit vereinzelten Schneefällen, Hagel und Nachtfrösten zu rechnen. Bezeichnenderweise ist das Gebiet um den Hawley Lake in Arizona dadurch bekannt, dass es im Winter auf der Wetterkarte meist die Kälterekorde dieses Staates vorzuweisen hat.
Die Skisaison dauert in der Regel von Dezember bis März/April. Insgesamt ist das Bergland wesentlich niederschlagsreicher als die südlich gelegenen Wüstengebiete oder das Colorado-Plateau.
Interessantes
Old Fort Apache
Das alte Fort, das 1871 im Auftrag von General Georg Crook als Stützpunkt im Kampf gegen die Western und die Chiricahua Apachen erbaut wurde, beherbergt heute das White Mountain Apache Cultural Center, ein kleines Museum zur Geschichte des Stammes mit Fotos, Kleidungsstücken und Korbwaren. In einem Nebenraum werden einige Kunsthandwerksgegenstände wie kleinere Perlenarbeiten zum Verkauf angeboten. Old Fort Apache liegt etwa 4 Meilen südlich von Whiteriver innerhalb der Ortschaft Fort Apache. Die Zufahrt kurz hinter dem Ortseingang ist ausgeschildert. Das Museum ist im Sommer täglich von 7.30 bis 16.30 Uhr geöffnet, sonst nur montags bis freitags. Eintritt kostenlos. Für eine kleine Spende ist man hier allerdings sehr dankbar.
Salt River Canyon
Die US 60, die von Norden nach Süden durch das Reservat der White Mountain Apachen führt, überquert an der südlichen Reservatsgrenze den Canyon des Salt River. Spektakulär sind vor allem die Ausblicke, die sich unmittelbar vor Erreichen der tief eingeschnittenen Schlucht von der Straße aus bieten. Wer den Canyon nicht nur oberflächlich betrachten möchte, kann auf einem kurzen Abstecher das interessante Gebiet genauer erkunden. Dafür folgt man der Abzweigung unmittelbar nördlich der Brücke bis zu einer Gabelung. Der linke Weg führt unter der Brücke hindurch eine halbe Meile flussaufwärts bis zu den Apache Falls. Auf dem rechten Weg erreicht man nach 4 Meilen den Cibecue Creek. Nach weiteren 3 Meilen muss man sich an der Gabelung links halten. Von hier ist es noch eine halbe Meile bis zu einem Parkplatz, von dem man zu Fuß ein Stück flussabwärts zu den Salt Banks gelangt, einer Reihe von Salzquellen, denen der Fluss seinen Namen verdankt. Mineralien und Algen färben die Umgebung der Quellen orange, rot und dunkelgrün. Diese Salzquellen waren früher für die hier lebenden Apachen ein heiliger Ort. Für diesen Abstecher benötigt man ein special-use permit, erhältlich beim Salt River Canyon Trading Post in der Nähe der Brücke. Der gesamte Zufahrtsweg ist ungeteert, aber bei vorsichtiger Fahrweise und trockenem Wetter auch für normale PKW befahrbar. Zwischen der Brücke und dem Cibecue Creek liegen einige Einfachzeltplätze. Ein weiterer Campground mit 24 Plätzen befindet sich etwas flussabwärts unterhalb der Brücke über die US 60. Der Salt River Canyon ist darüber hinaus im Frühjahr nach der Schneeschmelze Anziehungspunkt für Wildwasserkanu- und Kajakfahrer. Auch hierfür benötigt man ein special-use permit. Professionelle Anbieter existieren allerdings noch nicht. Beim Salt River Canyon Trading Post erhält man außer Benzin, Lebensmitteln, Karten, Campingzubehör und Perlenarbeiten auch die verschiedenen Genehmigungen.
Alchesay and Williams Creek National Fish Hatchery
Die beiden großen Fischzuchtanlagen, in denen fünf verschiedene Forellensorten aufgezogen werden, versorgen sämtliche Seen des White Mountain sowie des benachbarten San Carlos Reservats mit Jungfischen für die Angler. Im Frühjahr kann man mit etwas Glück direkt an den Seen beobachten, wie die Fische mit großen Tanklastzügen herangefahren und über ein großes Rohr in das Wasser abgelassen werden. Alchesay: 4 Meilen nördlich von Whiteriver kommt man zwischen Milepost 342 und 343 an die 4,6 Meilen lange geteerte Zufahrtsstraße (ausgeschildert); Öffnungszeit wochentags zwischen 7 und 15.30 Uhr
Williams Creek: 13 Meilen nördlich von Whiteriver zwischen Milepost 351 und 352, 9 Meilen ungeteerte Nebenstrecke

Shush-Be-Tou Lake
Seen
Hauptanziehungspunkt des White Mountain Reservats sind die zahlreichen landschaftlich meist sehr schön gelegenen Seen mit ihren kleinen Einfachcampgrounds direkt am See - ein Paradies für Angler und Naturliebhaber gleichermaßen. Von den insgesamt 300 Seen sind die nachfolgenden recht gut von den Highways aus zu erreichen. Einige schön gelegene Seen südlich des Mt. Baldy erfordern dagegen recht lange Anfahrtswege auf durchweg ungeteerten Dirt Roads, die ihrem Namen alle Ehre machen.
Hawley Lake
Höhe: 2.500 ü.M., mit 105 ha Wasserfläche einer der größeren und auch sehr gut erreichbaren Seen, dadurch allerdings auch mehr besucht; Zufahrt: vom Hwy 260 8 Meilen östlich von McNary nach Süden auf den Hwy 473 abzweigen, 9 Meilen geteerte Zufahrtsstraße, Laden, Tankstelle, Motel, Bootsvermietung, Verkauf von Permits und Angelzubehör, gut ausgestatteter Campingplatz mit 100 Stellplätzen (davon 24 mit full hookup), Frischwasser, Toiletten, Duschen, Waschmaschinen, Snack Bar und Restaurant, geöffnet 1. Mai-1. Oktober


Beim Aufbau des eigenen Faltkanus
Horseshoe Cienega Lake
Höhe: 2.460 ü.M., 50 ha Wasserfläche, Zufahrt: kurze Stichstraße nach Süden vom Hwy 260, 13 Meilen östlich von McNary, Bootsvermietung und Laden mit Lebensmitteln, Angelzubehör und Verkauf von Permits, öffentliche Dumpstation (die Benutzung ist allerdings nur kostenlos bei Vorweis eines Campingpermits!), Einfachcampground mit 68 Stellplätzen, Frischwasser, kleine Holzhütten.
Sunrise Lake
Höhe: 2.700 ü.M., mit 350 ha Wasserfläche der größte und am besten erschlossene See, Zufahrt: 23 Meilen östlich von MacNary über den Hwy 260 und 273, geteerte Zufahrtsstraße. Der Sunrise Lake ist der einzige See, auf dem auch Motorboote zugelassen sind. Tankstelle, Laden, Verkauf von Permits, Bootsvermietung, Hotel, Campground mit ca. 200 Stellplätzen, etwa eine halbe Meile vom See entfernt
Shush-Be-Zahze / Shush-Be-Tou
Höhe: 2.400 ü.M., zwei kleinere Seen, die recht idyllisch im Wald liegen und vom Hwy 260 auf kurzen ungeteerten Zufahrtsstraßen zu erreichen sind (Zufahrt ausgeschildert, etwa 10 Meilen östlich von McNary). Unterwegs gabelt sich der Weg. Nach rechts geht es zum "Shush-Be-Tou" oder "Big Bear Lake", nach links zum "Shush-Be-Zahze" oder "Little Bear Lake". An beiden Seen gibt es Einfachcampgrounds mit Holztischen, Bänken und Feuerstellen direkt am See und im umgebenden Waldgelände (nächste Versorgungs- und Dumpmöglichkeit am Horseshoe Cienega Lake drei Meilen entfernt).
Hinweise
Sobald Sie sich auf Reservatsgebiet befinden, gelten zusätzlich zu den staatlichen Vorschriften die Regeln und Gesetze der jeweiligen Stammesregierung. Für den Besucher ist wichtig, dass man als Nichtstammesangehöriger für fast alle Outdooraktivitäten vom Angeln bis zum Camping ein Permit benötigt. Diese Permits besorgt man sich am besten gleich zu Beginn des Aufenthalts. Aktuelle Informationen über Permits, Sondergenehmigungen sowie über das komplette Angebot an Outdooraktivitäten auf schriftliche Anfrage oder vor Ort beim White Mountain Apache Game & Fish Department. Falls man darüber hinaus vorhat, in das unwegsame Hinterland zu fahren, sollte man sich auf jeden Fall vor Antritt der Fahrt mit guten Detailkarten versorgen. Die meisten Gebiete abseits der Hauptreisegebiete sind relativ einsam und unerschlossen. Wichtig sind also entsprechende Ausrüstung, Lebensmittel und Wasservorräte. Auf dem gesamten Reservatsgebiet ist das Schwimmen in Flüssen und Seen leider nicht gestattet.
Outdoor & Fun
Angeln
Die vielen Seen des White Mountain Reservats sind bekannte und vor allem im Hochsommer und an Wochenenden beliebte Angelreviere. Geangelt wird vor allem nach Forellen und Barschen. Angellizenzen und -zubehör erhält man in den Läden direkt an den Seen.
Kajakfahren/Rafting
Die Schlucht des Salt River Canyon ist vor allem im Frühjahr nach der Schneeschmelze ein reißendes Wildwasser. Allerdings muss man seine Boote selbst mitbringen und ein special-use Permit besitzen (Infos und Permits in Whiteriver oder beim Salt River Canyon Trading Post).
Jagen
Die White Mountains weisen einen im Vergleich zum restlichen Arizona hohen Wildtierbestand auf. Zahlreich vertreten sind Schwarzbären, für die auch jedes Jahr Abschusslizenzen vergeben werden. Dagegen gibt es nur wenige Jagdlizenzen für Hirsche, so dass diese oft ein Jahr im voraus beantragt werden müssen.
Weitere Jagdlizenzen gibt es für Pumas, Wildschweine und die ebenfalls recht seltenen Pronghorn Antilopen. Im Reservat sind nur geführte Touren erlaubt, so dass neben der Gebühr für die Jagdlizenz nochmals mit etwa 1.000.-Dollar pro Tag für den Guide zu rechnen ist.
Wintersport
Das Sunrise Ski Resort nördlich des Sunrise Lake verfügt über zahlreiche Abfahrtspisten mit Skiliften, die zum Teil sogar nachts beleuchtet sind. Daneben gibt es viele Langlaufloipen und Möglichkeiten für Querfeldein-Skiwanderungen. Die Skisaison dauert von Dezember bis Mitte März. Zum ausgezeichneten Übernachtungs- und Serviceangebot gehören geführte Touren, Skiverleih und das bestens ausgestattete Sunrise Park Resort, ein Hotel mit Restaurant, Lounge, Swimmingpool und Sauna. Anschrift: Sunrise Park Resort, P.O.Box 217, McNary, AZ 85930, Tel. 735-7600. Die Zufahrtsstraßen zum Resort und zu den Liften werden die Wintersaison über offengehalten. Weitere kleinere Skigebiete befinden sich auch oberhalb von Greer und zwischen Alpine und Hannogan Meadows (außerhalb des Reservats!).
Veranstaltungen
Mai (Mother's Day Wochenende)
Head Start Parade and Rodeo
Mai (Memorial Day Wochenende)
Cedar Creek Rodeo
Juni
Shiwoye oder Elderfest
bei diesem Fest werden die Ältesten aller Indianerstämme Arizonas geehrt, Verkauf von Kunsthandwerk
4.Juli
Mountain Spirit Clebration
Veranstaltung im Sunrise Resort mit Feuerwerk, indian. Tänzen, Barbecue, Wettbewerb im Bogenschießen
Juli
Native American Art Festival
zweitägiges Festival in Pinetop-Lakeside südlich von Show-Low
Sommerwochenenden
Sunrise Ceremonies
mehrtägiges Fest aus Anlass der Aufnahme junger Mädchen in die Erwachsenengemeinschaft mit den traditionellen Crown Dances, Infos über Termine beim Tribal Office in Whiteriver
Sept. (Labour Day Wochenende)
Tribal Fair and Rodeo
in Whiteriver mit Kunsthandwerksverkauf und den traditionellen Sunrise Tänzen
Übernachtung
Übernachtungsmöglichkeiten für Nichtcamper am Sunrise Lake, in Whiteriver, Hon Dah und am Hawley Lake. Der einzige Komfortcampground befindet sich ebenfalls am Hawley Lake. Daneben gibt es an den Seen und Flüssen unzählige kleinere Einfachcampgrounds, die in der Regel weder Strom-, Frischwasser- noch Abwasseranschlüsse besitzen. Die einzelnen Stellplätze sind allerdings recht großzügig angelegt und verfügen meist über eine eigene Feuerstelle mit Tischen und Bänken. Wildes Campen ist generell nicht erlaubt. Für sämtliche Campgrounds gilt: je weniger Komfort und je weiter entfernt von Angelrevieren und Hauptzufahrtsstraßen, desto weniger Menschen trifft man. Auf die meisten Besucher trifft man stets am Hawley und am Horseshoe Lake. Wer die Einsamkeit sucht, sollte den Hochsommer und die drei Ausflugswochenenden an Memorial Day, Labour Day und am 4. Juli meiden. Schöner und ruhiger, wenn auch etwas kühler, sind die Herbstmonate bis Anfang Oktober.
Adresse
White Mountain Apache Tribe
P.O.Box 700
Whiteriver, AZ 85941
Tel. 338-4346 oder -4453


  Jetzt online bestellen    USA Reiseführer & Landkarten            Copyright © t.i.net travel informations