Bundesstaat: Arizona
Höhe: 1.153 ü.M.
Lage: im äußersten Süden von Arizona, 20 Meilen nördlich von Nogales (Zufahrt über I-19 Exit 29).
Kurzinfo
Tumacacori gehört zu einer Reihe spanischer Missionsstationen entlang dem Santa Cruz River im Süden Arizonas, die Ende des 17. Jahrhunderts von Jesuitenpadres gegründet wurden. Ein Rundgang durch das Gelände führt zu den beeindruckenden Ruinen der nie vollendeten Missionskirche und zum ehemaligen Friedhof mit einer Kapelle und mehreren Steingräbern. Lohnende Abstecher sind das ehemalige Presidio von Tubac, umgeben von einer kleinen Künstlergemeinde, und der Sycamore Canyon, eines der schönsten Wandergebiete der Region nahe der mexikanischen Grenze.

Die von Jesuitenpadres gegründete Missionsstation von Tumacacori
Wissenswertes
Die Missionsstation San Cayetano de Tumacácori wurde gleichzeitig mit der Mission Guevavi von dem Jesuitenpater Eusebio Francisco Kino im Jahre 1691 gegründet. Das Gebiet gehörte damals zu Neuspanien und bildete unter dem Namen Pimería Alta (der Heimat der Pima Indianer) dessen nördliche Grenze. Nachdem Guevavi 1701 zum Hauptsitz der Missionen erklärt wurde, besuchten die dortigen Priester in regelmäßigen Abständen die Missionsstation von Tumacacori, um dort Messen abzuhalten.
1751 kam es von seiten der Pima Indianer zu Überfällen auf spanische Siedlungen im nahegelegenen Altar Valley. Die in Tumacacori lebenden Pima Indianer flüchteten daraufhin aus Angst vor Vergeltungsschlägen ins nahegelegene Bergland. Ergebnis dieser Revolte war die Gründung eines 50 Mann starken spanischen Presidios im nördlich gelegenen Tubac.
1767 verbannte König Karl III. von Spanien aus politischen Gründen alle Jesuiten aus seinen überseeischen Besitzungen. Ihnen folgten die Franziskaner, die mit den gleichen Widrigkeiten zu kämpfen hatten wie ihre Vorgänger: Überfälle feindlich gesinnter Apachen, Krankheiten, aufsässige Siedler und mangelnde Unterstützung der Regierung. Um 1800 begann der Franziskaner Fray Narciso Gutiérrez mit dem Neubau einer großen Mission anstelle der ursprünglich recht einfachen Jesuitenkirche.
Allerdings konnten die ursprünglichen Baupläne nie verwirklicht werden. Grund war neben ständigem Geldmangel vor allem der mexikanische Unabhängigkeitskrieg, in dessen Gefolge alle spanischen Einwohner das Land verlassen mussten. Nach dem Weggang des letzten spanischen Priesters im Jahr 1828 wurde die Mission noch fast 20 Jahre lang von mexikanischen Priestern aufrechterhalten, bis schließlich eine Serie von Apachenüberfällen und der harte Winter von 1848 auch die letzten Einwohner von Tumacacori zum Aufgeben zwangen.

Abstecher zum Tubac Presidio State Historic Park
Sehenswertes
Der Besucher von Tumacacori betritt zunächst das in einem Adobe Gebäude untergebrachte Visitor Center, in dessen Innenräumen ein kleines Museum zur Geschichte der Missionsstation untergebracht ist. Interessant sind vor allem die zahlreichen geschnitzten und bemalten Heiligenfiguren. Von hier führt der Rundweg durch einen Arkadengang hinaus ins Freie zur ehemaligen Missionskirche. Das große, halb verfallene Gebäude beeindruckt vor allem durch seine wuchtigen Mauern, die an eine militärische Festungsanlage erinnern. Von den Ausschmückungen und Malereien im Kircheninnern ist leider nichts mehr erhalten - Decken, Wände und selbst der Fußboden sind weitgehend dem Verfall der Zeit preisgegeben. Vorbei an den Ruinen einiger Lager- und Vorratsräume gelangt man von hier zum ehemaligen Friedhof der Mission. Im Zentrum des von Mauern umgebenen Innenhofs befindet sich eine kleine, kuppelartige Begräbniskapelle, umgeben von mehreren alten Steingräbern. Wer nach der Besichtigung ein wenig rasten möchte, findet auf dem Gelände einige Picknicktische unter schattenspendenden Bäumen. Öffnungszeit: täglich 8-17 Uhr.
Zum Parkgebiet gehören auch die Ruinen der ehemaligen Missionsstationen von Calabazas und Guevavi. Infos hierzu erhalten Sie im Visitor Center.
Veranstaltungen
Samstags und sonntags finden auf dem weitläufigen Gelände der ehemaligen Mission mexikanische oder indianische Kunsthandwerksvorführungen statt.
Wochenende vor oder nach dem 5. Mai
Cinco de Mayo
Großes Fest in Nogales mit Straßenumzügen, Jahrmarkt und Livemusik.
3. Oktoberwochenende
Annual Anza Days im Tubac Presidio State Historic Park

Malerisches Künstlerviertel in Tubac
1. Wochenende im Dezember
Tumacacori Fiesta
Mexikanisch- indianisches Fest mit Musik und Tänzen, Demonstration alter Handwerkstechniken, Verkauf von indianischem Kunsthandwerk und traditionellen Speisen der benachbarten Tohono O'odham, Pima, Yaqui und Apachen-Stämme
Übernachtung
Der nächste größere Ort in der Umgebung des National Historic Park ist Nogales direkt an der mexikanischen Grenze. Hier findet man entlang der Hauptstrasse zahlreiche Motels. Ruhig, aber nicht ganz billig, sind die Casitas und Suites im Tubac Golf Resort, eine Meile nördlich von Tubac (Reservierung über Tel. 398-2211 oder 1-800-848-7893).
White Rock NF
Lage: im Wald nahe dem Peña Blanca Lake
Zufahrt: von der I-19 zweigt 5 Meilen nördlich von Nogales der Hwy 289 nach Westen ab. Von hier sind es 9 Meilen bis zum See und zum Campground.
Anzahl Plätze: 15 relativ kleine und unebene Zeltplätze (z.T. walk-in), kaum Parkmöglichkeit für Autos
Ausstattung: einfach
Öffnungszeit: ganzjährig
Patagonia Lake State Park
Lage: ca. 12 Meilen nordöstlich von Nogales
Zufahrt: von Nogales auf dem Hwy 82 etwa 12 Meilen nach Nordosten, dann 4 Meilen Stichstrasse bis zum State Park
Anzahl Plätze: 72 Zeltplätze sowie 34 Plätze mit Wasser- und Elektrizitätsanschluss unter schattigen Bäumen, direkt davor ist der Badestrand
Ausstattung: Duschen, Laden, zentrale Dumpstation, Möglichkeit zum Baden und Bootfahren (Tretbootvermietung)
Öffnungszeit: ganzjährig
RV Mi Casa
Tel. 281-1150
Lage: 3 Meilen nordöstlich von Nogales am Hwy 82
Anzahl Plätze: 168 (130 mit full hookup)
Ausstattung: zentrale Dumpstation, Duschen, Waschmaschinen
Öffnungszeit: ganzjährig
Adresse
Tumacacori National Historic Park
P.O.Box 67
Tumacacori, AZ 85640
Tel. 398-2341
Abstecher
Tubac Presidio State Historic Park   
Das ehemalige spanische Presidio befindet sich nur drei Meilen nördlich von Tumacacori in der Kleinstadt Tubac. Zum State Park gehören mehrere alte Fortgebäude und das ehemalige Schulgebäude von Tubac. Gleich nebenan befindet sich die Kirche St. Anna. Besonders interessant ist das 7-minütige Einführungsvideo im Visitor Center, das die dramatische und abwechslungsreiche Geschichte dieser spanischen Siedlung schildert. Sehr sehenswert ist auch das in mehreren unterirdischen Räumen untergebrachte Museum mit Erläuterungen und Exponaten zu den Indianerstämmen der Region und zur Geschichte des Forts. Von Oktober bis März zeigen Mitarbeiter in historischen Kostümen, wie sich das Leben im Fort in den vergangenen Jahrhunderten abspielte. Öffnungszeit: täglich 8-17 Uhr.



Das farbenfrohe Dekor erinnert an das nahe Mexiko
Der State Park ist umgeben von einer ganzen Reihe hübscher Kunstgalerien, Souvenirshops und Kunsthandwerksläden, in denen man nach einer Besichtigung des Fortgeländes nach Lust und Laune stöbern kann. Hübsch sind vor allem die im Freien ausgestellten farbenprächtigen Keramikgefäße und -Figuren, die an mexikanische Volkskunst erinnern. Südlich an den State Park angrenzend befindet sich auch ein schattiger Picknickplatz.
Patagonia Lake State Park
Inmitten der staubtrockenen heißen Wüste ist der von Schilf gesäumte Patagonia Lake ein kleines Vogelparadies. Bei einem Rundgang um den See entdeckt man im dichten Ufergebüsch neben zahlreichen Wasser- und Singvogelarten auch Kolibris, die hier als Zugvögel von Süden kommend die Sommermonate verbringen, während hoch in den Lüften die Truthahngeier kreisen. Zum State Park gehört eine Day-Use Area mit Picknickplätzen, eine Marina mit Kanu-, Ruder- und Tretbootverleih, ein kleiner Laden, ein Campingplatz und ein Badestrand. Der State Park befindet sich ca. 16 Meilen nordöstlich von Nogales (s. Übernachtung).


  Jetzt online bestellen    USA Reiseführer & Landkarten            Copyright © t.i.net travel informations