Bundesstaat: Arizona
Höhe: 800 ü.M.
Einwohner: 700.000
Lage: Im Süden Arizonas, etwa 60 Meilen von der mexikanischen Grenze entfernt
Kurzinfo
Die zweitgrößte Stadt Arizonas beeindruckt Neuankömmlinge vor allem durch die landschaftlich reizvolle Lage zwischen Sonora-Wüste und mehreren bis zu 3000 Meter hohen Gebirgszügen. Während die Stadt selbst mit ihren endlosen Einfallsstraßen und den gesichtslosen Büro- und Shoppinggebäuden vielen anderen amerikanischen Großstädten gleicht, findet man in unmittelbarer Umgebung einige herausragende Sehenswürdigkeiten, die einen Abstecher nach Tucson auf jeden Fall lohnen. Dazu zählt vor allem das aus zwei Teilen bestehende Saguaro National Monument, aber auch das Arizona Sonora Desert Museum und die Filmstadt Old Tucson.

Drehort vieler Westernfilme - Old Tucson
Wissenswertes
Bereits um 100 n.Chr. wurde das damals von einem Fluss durchzogene fruchtbare Tal zu Füßen der Tucson, Rincon und Santa Catalina Mountains von Indianern der prähistorischen Hohokam-Kultur bewohnt und landwirtschaftlich kultiviert. Als um 1500 n.Chr. die ersten Spanier eintrafen, fanden sie hier ein Dorf der Pima-Indianer, genannt "Stjuk-Shon" (Fuß des dunklen Berges). Zum Schutz vor den ständigen Überfällen umherstreifender Apachengruppen errichteten diese ersten weißen Siedler 1775 ein großes Presidio, das mit 4 Meter hohen Mauern umgeben war. Es erhielt den offiziellen Namen Presidio de San Augustin del Tucson und den inoffiziellen Spitznamen "Old Pueblo", eine Bezeichnung, die von den Einwohnern Tucsons auch heute noch liebevoll für ihre Stadt benutzt wird. Wenig später kam Tucson unter mexikanische Oberhoheit und mit dem Gadsen Vertrag 1854 zu den Vereinigten Staaten. 1860 begannen die heißen Wildwestzeiten der Stadt mit ständigen Apachenüberfällen und wilden Schießereien in den Saloons. An diese Zeiten erinnert Old Tucson, das der Siedlung von 1860 nachempfunden ist. Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt begann jedoch erst in den zehn Jahren von 1867 bis 1877, als Tucson zur Hauptstadt des neugegründeten Staates Arizona erklärt wurde. Zahlreiche neue Siedler strömten in die Metropole. Sie gründeten Farmen und legten in der Umgebung der Stadt zahlreiche Erzminen an, die weitere Siedler anlockten. Als 1880 die Eisenbahn den Ort erreichte, zählte die Stadt bereits 7000 Einwohner. Heute ist Tucson eine lebhafte Großstadt, die mit ihrer kulturellen Vielfalt, dem großen Freizeitangebot und dem milden Klima jährlich Tausende von Besuchern und Langzeiturlaubern aus dem kalten Norden in den Süden Arizonas lockt.

Roadrunner im Arizona Sonora Desert Museum
Klima / Reisezeit
Tucson gehört mit durchschnittlich 350 Sonnentagen im Jahr zu den wärmsten und klimatisch am meisten verwöhnten Gebieten des Südwestens. Obwohl die Stadt inmitten der Sonorawüste des südlichen Arizona liegt, erreichen die Sommertemperaturen jedoch nicht die Extremwerte von Phoenix. Die heißesten Monate sind Juni und Juli mit Tagestemperaturen um 38 Grad. Bedingt durch die umgebende Wüste kühlt es in dieser Zeit nachts auf angenehme 23 Grad ab. Die wenigen jährlichen Niederschläge fallen vorwiegend in den Wintermonaten und in der Zeit von Juli bis September, dann meist in der Form heftiger Gewitterregen. Nach diesen kurzen Regenperioden verwandelt sich die ansonsten trockene Sonora Wüste in ein farbenprächtiges Blütenmeer. Selbst in den Wintermonaten Dezember und Januar liegen die Tagestemperaturen noch bei 17-18 Grad. Nachts sinken sie allerdings bis nahe an den Gefrierpunkt. Die beste Zeit für Wanderungen sind Mai, September und Oktober mit Tagestemperaturen um 30 Grad.
Interessantes
Arizona State Museum
Lage: auf dem Campus der Universität an der Ecke N. Park Avenue und E. University Blvd. (1013 E. University Blvd.)
Das sehenswerte Museum mit Ausstellungen zu Naturgeschichte, regionaler Archäologie und zu den verschiedenen indianischen Kulturen des Südwestens einschließlich des nördlichen Mexiko befindet sich im südlichen der beiden Museumsgebäude. Es ist das älteste anthropologische Museum dieser Region. Im Museumsshop werden Bücher und indianisches Kunsthandwerk verkauft. Öffnungszeit: Mo-Sa 10-17 Uhr, So 12-17 Uhr.
Mineralienmuseum
Lage: auf dem Campus der Universität, E. Second St.
Die wundervolle Sammlung seltener und farbenprächtiger Mineralien stammt hauptsächlich aus den vielen Erzminen Arizonas. Sehenswert auch die vielen Fossilien wie fliegende Reptilien, Fische, Vögel und versteinerte Dinosaurierspuren. Öffnungszeit: Mo-Fr 8-15 Uhr (während der Schulferien geschlossen!).
Museum of Art
Lage: auf dem Campus der Universität, erreichbar vom Visitor-Parkplatz an der Park Avenue, nördlich des Speedway Blvd., über die Fußgängerunterführung
Die umfangreiche Kunst- und Gemäldesammlung umfasst hauptsächlich Werke bedeutender europäischer Künstler vom 17. Jahrhundert bis zur Moderne. Öffnungszeit: Mo-Fr 9-17 Uhr, So 12-17 Uhr, im Sommer (15.Mai-Labour Day) Mo-Fr 10-15.30 Uhr, So 12-16 Uhr (während der Schulferien geschlossen!).
Flandreau Science Center and Planetarium
Lage: auf dem Campus der Universität, an der Ecke N. Cherry Ave. und E. University Blvd.
Mit insgesamt 45 Teleskopen, die in Tucson und auf den umliegenden Berggipfeln stationiert sind, gehört die Astronomie zu den Hauptwirtschaftsfaktoren dieser Wüstenstadt. Im Planetarium sind verschiedene historische und moderne Teleskope zu besichtigen, aber auch Meteoriten, Mondgestein, Fotos von Sternen und Filme des Apollo-Fluges zum Mond. Abends wird in der Regel eine spektakuläre Laser Show veranstaltet.
Das genaue Programm erhält man am Eingang. Öffnungszeit: Mo-Fr 9-17 Uhr, Sa und So 13-17 Uhr, zusätzlich Di-Do 19-22 Uhr und Fr, Sa 19-24 Uhr
Arizona Historical Society Museum
Lage: 949 E. Second St. und Park Avenue
Das Museum ist der regionalen Geschichte Tucsons gewidmet. Die Ausstellungsräume führen den Besucher von der Zeit prähistorischer Indianerkulturen über die spanischen und mexikanischen Epochen bis zum Beginn dieses Jahrhunderts. Besonders beeindruckend ist die Ausstellung über eine Kupfermine aus dem frühen 19. Jahrhundert. Öffnungszeit: Mo-Sa 10-16 Uhr, So 12-16 Uhr.
Pima Air & Space Museum   
Lage: im Süden von Tucson, östlich des International Airport Zufahrt: I-10 East, Exit 267 Valencia Road, dann nach links abzweigen, 2 Meilen bis zum Museum
Auf dem riesigen Freigelände des Museums kann man über 180 Flugzeuge, darunter Zivilmaschinen, Hubschrauber, Ultraleichtflugzeuge, Hängegleitern, vor allem aber ausgemusterte Bomber und Militärjets aus dem 2. Weltkrieg, aus nächster Nähe betrachten. Einen besseren Standort hätte man übrigens kaum finden können, denn in dem trockenheißen Wüstenklima mit durchschnittlich nur drei bis fünf Regentagen im Jahr wurden die Maschinen über Jahrzehnte hinweg hervorragend konserviert. Weitere Ausstellungsstücke zur Luftfahrtgeschichte in der großen Eingangshalle. 1992 wurde das Museum um die Space Gallery erweitert, in der Ausstellungsstücke zur Raumfahrt untergebracht sind. Besonders interessant die Mercury Weltraumkapsel und eine X-15 Rakete. Öffnungszeit: täglich 9-17 Uhr (Einlass bis 16 Uhr)
Davis-Monthan Air Force Base
Lage: 8 Meilen südöstlich von Downtown in der Nähe der I-10, Exit Valencia Road
Wer Flugzeuge nicht nur im Museum betrachten möchte, kann in Tucson an einer zweimal wöchentlich stattfindenden Führung durch einen der größten amerikanischen Luftwaffenstützpunkte teilnehmen. Hauptzweck dieses Stützpunktes ist die Ausbildung von Piloten im Luftkampf. Daneben dienen große Flächen des Geländes als Stellplatz für Hunderte ausgemusterter Militärmaschinen. Die endlosen Reihen von B52-Bombern kann man übrigens bereits von der Irvington und Kolb Road aus sehen. Die Bustouren durch das Gelände beginnen jeweils montags und mittwochs um 9 Uhr morgens. Dauer: 1-1½ Stunden. Telefonische Reservierung so früh wie möglich über Public Affairs Division Tel. 750-4570.
Fort Lowell Museum
Lage: 8 Meilen nordöstlich von Downtown im Fort Lowell Park (2900 N. Craycroft Rd.)
Das ehemalige Armeefort in der Nähe Tucsons war während der Apachenkriege von 1873 bis 1886 ein wichtiger Stützpunkt der US Armee. Als sich Geronimo, der letzte noch freie Apachenführer, schließlich im September 1886 ergab, verlor auch das Fort seine Bedeutung. 1891 wurde es endgültig aufgegeben. Zu besichtigen sind die restaurierten Gebäude des Offiziershauptquartiers mit der Originalmöblierung, alte Gegenstände, Fotos und Karten, die das Leben der Frontsoldaten dokumentieren, sowie die Ruinen des ehemaligen Hospitals und anderer Nebengebäude. Öffnungszeit: Mi-Sa 10-16 Uhr
Tucson Botanical Gardens
Lage: 6 Meilen nordöstlich von Downtown, 2150 N. Alvernon Way, südl. der Grant Road
Der hübsche botanische Garten beherbergt sowohl einheimische als auch exotische Pflanzenarten, einen Kräutergarten sowie ein tropisches Gewächshaus. Öffnungszeit: tägl. 8.30 Uhr-16.30 Uhr
Reid Park Zoo
Lage: 3½ Meilen östlich von Downtown, 22nd St., östlich der Kreuzung Country Club Dr.
Der kleine Zoo innerhalb des Reid Parks zeigt Tiger, Zebras, Eisbären, Löwen und Flamingos. Darüber hinaus ist er bekannt für seine Zuchterfolge bei verschiedenen bedrohten Tierarten. Öffnungszeit: Mitte Sept.-Mitte März 9.30-16.30Uhr, sonst Mo-Fr 8.30-15.30 Uhr, Sa und So bis 17.30 Uhr
Tohono Chul Park
Lage: im Nordwesten von Tucson nahe der Kreuzung von Ina und Oracle Road
In der Sprache der Tohono O'odham Indianer bedeutet Tohono Chul "Wüstenecke". Verschiedene Spazierwege führen durch diesen botanischen Wüstengarten, in dem neben 400 verschiedenen Pflanzenarten aus Mexiko und den Wüstengebieten des Südwestens auch Javelinas, Wüstenschildkröten, Eidechsen und verschiedene Vogelarten zu sehen sind. Im Ethnobotanischen Garten werden einheimische Kulturpflanzen und deren traditionelle Anbaumethoden gezeigt. Neben dem Gewächshaus, in dem man junge Pflanzen kaufen kann, gibt es auch ein Teehaus, zwei Souvenirläden und zahlreiche hübsche Picknickplätze. Öffnungszeit: täglich von 7 Uhr bis Sonnenuntergang
Abstecher
Unbedingt lohnend ist ein Tagesausflug in das Wüstengebiet westlich von Tucson. Über den Gates Pass oder die Kinney Road gelangt man zunächst zur Filmstadt Old Tucson. Nur zwei Meilen weiter liegt inmitten herrlicher Wüstenlandschaft das Arizona Sonora Desert Museum. 1½ Meilen westlich beginnt die Schotterpiste durch den Westteil des Saguaro National Monument mit seinen jahrhundertealten Riesenkakteen (s. dort). Tanken Sie ihr Auto oder Wohnmobil vor dieser Tour unbedingt noch einmal auf, denn unterwegs gibt es keine Tankstellen.
Old Tucson Studios
Lage: 12 Meilen westlich von Tucson an der Kinney Rd., südöstlich der Einmündung der Gates Pass Rd. in die Kinney Rd., Zufahrt: I-10, Speedway West oder I-19, Ajo Way (Hwy 86) West
Bereits seit 1939 dient die künstlich errichtete Wildweststadt Old Tucson inmitten einer spektakulären landschaftlichen Umgebung als Filmkulisse für Kinofilme und TV-Serien. Mit seinen verwitterten Adobegebäuden, der Plaza mit der Missionskirche, den Frontier Saloons und den Bretterstegen entlang den staubigen Straßen erinnert der Ort an das Tucson des Jahres 1860.
Hier entstanden so bekannte Western wie "Rió Lobo", "The High Chaparral" und "Three Amigos", aber auch die beliebte TV-Serie "Bonanza". Neben den vielen rekonstruierten Gebäuden, in denen meist Saloons, Restaurants oder Souvenirshops untergebracht sind, kann man auf dem Gelände auch einen Wildwestfriedhof und eine alte Dampflok aus dem Jahr 1872 bewundern. Das umfangreiche Veranstaltungsprogramm reicht von actionreichen Filmstunts bis zur originalgetreuen Can-Can-Show. Öffnungszeit: täglich 10-18 Uhr
Old Tucson Studios
201 South Kinney Rd.
Tucson, AZ 85735
Tel. 883-0100
Arizona-Sonora Desert Museum   
Lage: 14 Meilen westlich von Tucson im Tucson Mountain Park (2021 N.Kinney Rd.).
Zufahrten: größere Wohnmobile benutzen am besten die Zufahrt über die Ajo und Kinney Road, normale PKWs und Pickup-Camper die landschaftlich schönere Zufahrt über Speedway Blvd. und Gates Pass (s. auch Saguaro National Monument).
Nehmen Sie sich für diesen auf der Welt wohl einmaligen Zoo und Wüstengarten ruhig ein paar Stunden Zeit. Bei einem Rundgang durch die Volieren, Gartenanlagen und Tiergehege hat man die seltene Gelegenheit, 1200 Pflanzenarten und 200 Tierarten der Sonora Wüste Arizonas und Mexikos in ihrer natürlichen Umgebung kennenzulernen, darunter Javelinas, Pumas, Berglöwen, Dickhornschafe, Prairiehunde, Adler, Habichte, Kojoten, Schildkröten, Echsen, Schlangen und Skorpione. Besonders interessant ist die große Volière mit den winzigen, farbenprächtigen Kolibris, die man hier aus nächster Nähe betrachten kann. Neben einem Kaktusgarten, einem unterirdischen Nachthaus und einer Mineraliensammlung gibt es auch noch ein Restaurant, ein Café mit Außenterrasse und zahlreiche schattige Rastplätze mit Trinkwasserfontänen. Öffnungszeit: Okt.-Febr. täglich 8.30-17 Uhr, März-Sept. 7.30-17 Uhr. Das Ticketbüro schließt bereits eine Stunde früher!



Einer der schönsten Wüstenparks des Südwestens
Colossal Cave
Lage: 22 Meilen südöstlich der Stadt
Zufahrt: auf dem Old Spanish Trail Richtung Saguaro National Monument, dann 12 Meilen nach Süden
Glaubt man den lebhaften Erzählungen der Höhlenführer, so soll bis heute in den verwinkelten Gängen und Kammern dieser Höhle geraubtes Gold im Wert von nahezu 60.000 Dollar zu finden sein, das von Banditen oder Bankräubern einst hier versteckt wurde. Außer dieser spannenden Geschichte hat die Höhle allerdings nur wenig Spektakuläres zu bieten. Führungen durch die unterirdischen Räume mit einigen Tropfsteinformationen und Kalzitsäulen finden im Sommer etwa jede halbe Stunde statt. Dauer: 45-50 Minuten. Öffnungszeit: Okt.-März 9-17 Uhr, sonst 8-18 Uhr, sonntags bis 19 Uhr
Besonders in den heißen Sommermonaten bietet sich für Wanderungen ein Ausflug in die nordöstlich von Tucson gelegenen Catalina Mountains an. Einfache Übernachtungsmöglichkeiten am Mt. Lemmon Highway und im Catalina State Park direkt an der US 89, die Richtung Florence und Globe aus Tucson hinausführt. Wer etwas weiter nördlich bei Oracle Junction auf den Hwy 77 Richtung Globe abzweigt, passiert unterwegs den Eingang zur Investitionsruine Biosphere II, die jedoch kaum einen eigenen Abstecher lohnt.
Mount Lemmon
Lage: 35 Meilen nordöstlich von Tucson in den Catalina Mountains Zufahrt: Man folgt dem Catalina Hwy, der von der Tanque Verde Rd. abzweigt, in Richtung Nordosten bis zum Ende der Straße
Auf der knapp einstündigen Fahrt gelangt man mit dem Auto von der heißen, trockenen Sonora-Wüste in die alpine Gebirgslandschaft des Mount Lemmon. Unbedingt vorher den Benzintank füllen, denn unterwegs gibt es keine Tankstellen!
Während der landschaftlich abwechslungsreichen Fahrt passiert man einige Einfachcampgrounds, hübsche Aussichtspunkte und den kleinen Gebirgssee Rose Canyon Lake, der im Sommer zum Baden und Angeln einlädt. Kürzere und längere Wanderwege führen durch schattige Wälder und zu den verschiedenen Berggipfeln der Umgebung. Das Mount Lemmon Ski Valley am Ende der Straße ist das südlichste Skigebiet der Vereinigten Staaten. Ein Sessellift bringt Besucher im Sommer und Winter bis zum Gipfel auf 3.000 Metern Höhe.
Sabino Canyon Recreation Area
Lage: 13 Meilen nordöstlich von Tucson
Zufahrt: von der Tanque Verde Rd. zweigt man Richtung Nordosten auf die Sabino Canyon Road ab. Bis zum Parkplatz am Eingang des Canyons sind es weitere 4 Meilen. Der Sabino Canyon ist eine Wüstenoase in den südlichen Ausläufern der Catalina Mountains. Der Sabino Creek, der dem Canyon seinen Namen gab, entspringt an den Hängen des Mt. Lemmon und sorgt für die üppige grüne Vegetation, in der Javelinas, Hirsche, Kojoten und verschiedene Vogelarten Nahrung und Unterschlupf finden. Am Eingang des Canyons befindet sich ein Visitor Center mit Ausstellungen über die Catalina Mountains und den Sabino Canyon. Hier erhält man auch gute Bücher und Landkarten über das Gebiet. Von dort führt eine 3,8 Meilen lange Straße canyonaufwärts. Allerdings ist die Benutzung des eigenen Fahrzeugs aus Naturschutzgründen nicht erlaubt. Stattdessen kann man den kostenpflichtigen Shuttle Bus benutzen, der an Wochenenden von 9 bis 16.30 Uhr jede halbe Stunde, sonst von 9 bis 16 Uhr zu jeder vollen Stunde beim Visitor Center abfährt und an verschiedenen Aussichtspunkten anhält. Die Rundfahrt dauert insgesamt 45-50 Minuten. Wer im Canyon schwimmen, picknicken oder wandern möchte, kann jederzeit an einem der 9 Haltepunkte aus- und wieder zusteigen. Zelten ist im Canyon ebenfalls erlaubt, allerdings muss der Übernachtungsplatz mindestens ¼ Meile von den Trailheads entfernt sein. Die meisten Wanderwege beginnen am Ende der Straße. Eine schöne Tour führt von hier aus entlang den östlichen Canyonhängen zurück zum Visitor Center (4,2 Meilen one-way). Längere Wanderungen führen zum Lower Bear Canyon (12 Meilen one-way), über den Westteil des Sabino Canyon zum Hutch's Pool (8 Meilen Rundtour) oder bis zum Gipfel des Mt. Lemmon (13 Meilen one-way). Ein weiterer Shuttle Bus bringt die Besucher vom Visitor Center zum Bear Canyon, Ausgangspunkt für die vor allem im Frühjahr und Herbst recht schöne Wanderung zu den Seven Falls, einer Kaskade aus mehreren Wasserfällen, nur 2,3 Meilen vom Trailhead entfernt.
Catalina State Park
Lage: 14 Meilen nördlich von Downtown an der Oracle Rd. (Hwy 77). Der über 2.000 ha große Wüstenpark in den westlichen Ausläufern der Catalina Mountains ist ein beliebtes Naherholungsgebiet mit Möglichkeiten zum Campen, Wandern und Reiten. Wer nicht viel Zeit mitbringt, hat die Auswahl unter mehreren kürzeren Wanderwegen, wie dem Birding Trail, der die Lebensräume verschiedener Vogelarten durchquert, oder dem Romero Ruins Trail, der zu den Grundmauern eines ehemaligen Hohokam-Dorfes führt (beide je 1 Meile). Schöne Tageswanderungen sind der Sutherland Trail und der Romero Canyon Trail mit zahlreichen natürlichen Badepools, die allerdings im Sommer austrocknen können. Wer möchte, kann von beiden Trails aus den Gipfel des Mt. Lemmon erreichen (insgesamt 14 recht anstrengende Meilen one-way!). Ausgangspunkt dieser Wanderungen ist der Parkplatz am Ende der geteerten Strasse, die den Park durchquert. Eine Übersichtsblatt zum Park und seinen Wanderwegen erhält man am Eingang. Wer Lust hat, die Catalina Mountains auf dem Pferderücken zu entdecken, findet nicht weit vom Eingang des State Parks entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite die "Catalina Stables". Der Park besitzt auch einen Picknickplatz sowie einen Campground mit 50 großzügig angelegten Stellplätzen.

Futuristisch anmutendes Gebäude in Biosphere II
Biosphere II
Lage: nördlich von Tucson am Hwy 77 zwischen Oracle und Oracle Junction (ca. 1 Stunde Fahrtzeit von Downtown)
Biosphere II ist eine gigantische und futuristisch anmutende Stahl- und Glaskonstruktion inmitten der kargen Sonora-Wüste nördlich von Tucson. In der Überzeugung, in diesen hermetisch abgeschlossenen Gebäuden auf Dauer eine völlig autarke Lebenswelt herstellen zu können, begannen Wissenschaftler 1991 mit einem bisher wohl einzigartigen Großversuch. Vier Männer und vier Frauen sollten versuchen, zwei Jahre lang ohne Berührung mit der Außenwelt in diesen Gebäuden zu überleben, völlig abhängig von der künstlichen Atmosphäre und ihrer Fähigkeit, mit den vorhandenen Pflanzen und Tieren einen intakten ökologischen Kreislauf aufrechtzuerhalten. Sinn dieses Forschungsprojekts war die praxisnahe Simulation einer autarken Lebensumgebung ähnlich der auf der Erde für längere bemannte Weltraumexpeditionen. Obwohl bisher von offizieller Seite das Scheitern dieses auf 100 Jahre angelegten 150 Millionen Dollar Projekts noch nicht zugegeben wird, erkennt man schon von außen am desolaten Zustand der Versuchseinrichtungen, dass die wissenschaftlichen Tätigkeiten inzwischen fast vollständig eingestellt wurden und die Idee nur noch kommerziell vermarktet wird. Die privaten Betreiber versuchen nun, über horrend hohe Eintrittspreise und Souvenirshops für die Besucher noch möglichst viel Kapital aus dieser amerikanischen Investitionsruine zu schlagen. Vom Parkplatz vor dem Eingang führt ein Rundweg von knapp einer Meile durch das Gelände von Biosphere II. Die Gebäude selbst können allerdings nur von außen besichtigt werden. Im Inneren des Hauptgebäudes befinden sich verschiedene Ökosysteme: ein tropischer Regenwald, eine Savanne, ein Sumpfgebiet und eine Wüste. In einem unterirdischen Raum befindet sich die Ocean View Gallery, von der aus man den künstlich angelegten Ozean betrachten kann. Filmaufnahmen mit Videokameras sind nicht erlaubt. Öffnungszeit: täglich 9-15.30 Uhr.
Wer von Tucson aus nach Süden Richtung mexikanische Grenze fährt, kann unterwegs zwei Sehenswürdigkeiten besichtigen, die kaum konträrer sein könnten - die Missionskirche San Xavier del Bac und die ehemalige Abschussrampe für Atomraketen bei Green Valley.

Kirchgang in San Xavier del Bac
Mission San Xavier del Bac   
Lage: auf dem Reservatsgebiet der San Xavier Indian Reservation 10 Meilen südlich von Tucson
Zufahrt: I-19 Richtung Süden, Exit 92, von da folgt man ca. 1 Meile der Ausschilderung
Die Missionskirche, auch liebevoll "Weiße Taube der Wüste" genannt, zählt zu den schönsten Beispielen spanischer Missionsarchitektur im Südwesten. Gegründet wurde sie um 1700 von Padre Eusebio Kino, der sie nach seinem Schutzheiligen benannte. Das Wort "Bac" war ursprünglich der Name eines indianischen Dorfes und bedeutet "wo das Wasser entspringt". In den ersten Jahren ihres Bestehens hatte die Mission mit vielerlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Oft konnte kein Priester für die gefährliche Arbeit gewonnen werden, denn Überfälle durch räuberische Apachenkrieger waren an der Tagesordnung. Bei Revolten der Pima Indianer 1734 und 1751 wurden sogar große Teile der Gebäude zerstört.
Die ältesten noch erhaltenen Gebäudeteile stammen aus der Zeit von 1757 bis 1763, als der Jesuitenpater Alfonso Espinosa eine große, flach gedeckte Adobekirche errichten ließ. Dieses Bauwerk wurde später verlegt und ergänzt durch den östlichen Glockenturm - heute Teil des Südflügels der Mission. Franziskaner begannen 1778 mit dem Bau der jetzigen Kirche. Dabei inspirierte der Mangel an entsprechendem Material die indianischen Künstler zu ungewöhnlichen Ideen. So wurde etwa der Hauptaltar so bemalt, als sei er aus echtem Marmor. Auch die fehlenden Kerzenhalter malte man einfach an die Wand. Neben diesen noch größtenteils erhaltenen indianischen Wandmalereien beeindruckt vor allem der Altar mit den Statuen des St. Francis Xaver und der Jungfrau Maria. Auf einem kleinen Hügel im Osten der Kirche wurde die Grotte von Lourdes nachgebaut. Im Westen befindet sich eine kleine Begräbniskirche, in der zwei der frühen Franziskanerpadres begraben wurden. In der Kirche finden noch regelmäßig Gottesdienste statt. Zu den sehenswerten Kirchenfesten gehören die San Xavier Pageant and Fiesta am ersten Freitag nach Ostern, das Fest des Hl. Franziskus von Assisi im Oktober und das Fest des St. Francis Xavier im Dezember.
Öffnungszeit der Kirche: täglich 8-17 Uhr. Auf der San Xavier Plaza gegenüber der Mission wird im Wa:k Snack Shop neben amerikanischen, mexikanischen und indianischen Gerichten auch indianisches Kunsthandwerk der Tohono O'odham, Zuñi, Hopi und Navajo zum Verkauf angeboten.
Titan Missile Museum
Lage: ca. 25 Meilen südlich bei Green Valley
Zufahrt: I-19 Richtung Süden, Exit 69 (Duval Mine Rd.), noch etwa 1 km nach Westen bis zum Eingang
Attraktion dieses Museums ist ein unterirdisches Raketensilo mit einer Titan II Rakete aus der Zeit des Kalten Krieges. Die U.S. Air Force unterhielt in der Zeit von 1963 bis 1982 insgesamt 18 solcher Raketensilos in der Umgebung von Tucson (neben 36 weiteren in Kansas und Arkansas). Die Rakete, die man heute sieht, war allerdings nie mit einem atomaren Sprengkopf bestückt, sondern diente der Crew nur zu Trainingszwecken. Öffnungszeit: täglich 1. Nov.-30.April, einstündige geführte Touren durch das Raketensilo Mi-So (1. Mai-31. Oktober)
Outdoor & Fun
Jeeptouren
In der Umgebung von Tucson bieten einige Firmen mehrstündige Jeeptouren durch die Sonora Wüste an, z.B. Sunshine Jeep Tours (9040 N. Oracle Rd. Std.D, Tucson, AZ 85737, Tel. 742-1943), Trail Dust Jeep Tours (1665 S.Craycroft Rd., Tucson, AZ 85711, Tel. 747-0323) und Mountain View Off-Road Exkursions (3149 E. Prince Rd., Tucson, AZ 85716, Tel. 622-4488). Allradfahrzeuge vermietet Rent-a-Ride, 5635 E. Broadway Blvd., Tucson, AZ 85711, Tel. 750-1900. Fahrten nach Mexico sind möglich. Ein weiterer recht günstiger Vermieter von Minivans und Allradfahrzeugen ist Value Rent-a-Car, 7250 S. Tucson Blvd. (Airport), Tucson, AZ 85706, Tel. 889-9087.
Mountainbike Touren
Mit dem Mountainbike durch die Wüste - ein sicherlich nicht alltägliches und manchmal ziemlich schweißtreibendes Erlebnis. Bike Touren unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade durch die Sonora Wüste sowie Vermietung von Mountainbikes für eigene Touren bietet Desert Pedals, Inc., 2131 E. Fifth St., Tucson, AZ 85719, Tel. 884-8838
Reiten
Die verschiedenen Reitställe liegen etwas außerhalb im Osten und Nordwesten der Stadt. Veranstaltet werden Ausritte in die kühleren Bergregionen der Santa Catalina und Rincon Mountains oder sogenannte Cookouts mit Barbecue oder Steakgrillen am Lagerfeuer. Desert High Country Stables 15 Meilen nordwestlich der Stadt (6501 W. Ina Rd. Tel. 744-3789), El Conquistador Stables 11 Meilen nördlich im Sheraton Tucson El Conquistador Resort (10000 N. Oracle Rd., Tel. 742-4200), Top Hand Trails & Vittles (11375 W. Monsoon Trail, Tel. 749-4569) und Walking Winds Stables am Eingang zum Catalina State Park (11600 N. Oracle Rd., Tel. 742-4422).
Schwimmen
Unbegrenzten Bade- und Freizeitspaß bieten Tucsons Wasserparks. Der größte unter ihnen nennt sich "The Breakers Waterpark" und liegt an der W. Tangerine Rd. im Norden der Stadt.
Guest Ranches
Die zahlreichen Guest Ranches in der näheren Umgebung der Stadt bieten in der Regel neben historischem Ambiente auch luxuriöse Unterkunft und Verpflegung, ergänzt durch ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten. Im Gegensatz zu den rustikaleren Working Cattle Ranches im Nordwesten der Vereinigten Staaten haben diese Guest Ranches allerdings kaum etwas mit Pferden, Kühen und Cowboyromantik zu tun. Den Gast erwartet vielmehr ein gepflegtes Ambiente mit exklusiver Küche, Swimming Pools, Tennis- und Golfplätzen und Gelegenheit für Ausritte in die Umgebung. Die Preise sind entsprechend hoch und liegen für eine Woche bei ca. 1000 Dollar pro Person. Ein Aufenthalt muss unbedingt rechtzeitig im voraus gebucht werden. Zu den bekannteren Guest Ranches gehören:
Lazy K Bar Ranch zu Füßen der Tucson Mountains 16 Meilen nordwestlich von Tucson (8401 N. Scenic Dr., Tucson, AZ 85743, Tel. 744-3050), Tanque Verde Guest Ranch in den Ausläufern der Rincon Mountains 10 Meilen östlich von Tucson (14301 E. Speedway Blvd., Tucson, AZ 85748, Tel. 296-6275) und White Stallion Ranch 17 Meilen nordwestlich von Tucson (9251 W. Twin Peaks Rd., Tucson, AZ 85743, Tel. 297-0252).
Wanderungen & Trekkingtouren
Wer die Einsamkeit und den eigenartigen landschaftlichen Reiz der Sonorawüste in der Umgebung von Tucson wirklich intensiv erleben möchte, sollte auf eine kürzere oder längere Wanderung durch dieses Gebiet keinesfalls verzichten. Besonders interessant sind vor allem die beiden Teile des Saguaro National Monument im Westen und Osten der Stadt mit den letzten großen Beständen der riesigen Saguaro Kakteen. Wenn im Hochsommer die Tagestemperaturen in den tieferliegenden Wüstengebieten auf Rekordwerte klettern, bieten die kühleren Gebirgsregionen der Santa Catalina Mountains im Nordwesten der Stadt zahlreiche lohnende Alternativen.
Geführte Wandertouren durch die Sonora Wüste und in die Berge mit Erläuterungen zur Tier- und Pflanzenwelt veranstaltet Ultimate Hiking, 9222 E. Indio Pl., Tucson, AZ 85749, Tel. 749-5712. Anspruchsvolle Mountainbike-, Höhlen- und Trekkingtouren sind zu buchen über Southwest Trekking, P.O. Box 57714, Tucson, AZ 85732-7714, Tel. 296-9661
Veranstaltungen
Mitte Februar
Tucson Gem & Mineral Show
weltgrößte Ausstellung und Verkaufsmesse von Edelsteinen, Schmuck, Mineralien und Fossilien im Tucson Convention Center, Dauer: 4 Tage
letzte Februarwoche
La Fiesta de los Vaqueros
farbenprächtige Parade und viertägiges PCRA-Rodeo mit Cowboys aus allen Teilen der USA, Tucson Rodeo Grounds
Anfang Mai
Cinco de Mayo
Drei Tage dauerndes spanisch-mexikanisches Fest mit Künstlern, Musik und Tänzen im Kennedy Park
4. Juli
Independence Day
mit Parade und eindrucksvollem Feuerwerk auf dem "A"-Mountain.
Mitte September
Mexican Independence Day
im Kennedy Park, mexikanische Fiesta mit Musik, Unterhaltung und folkloristischen Tänzen
Übernachtung
Gilbert Ray Campground
Lage: im Tucson Mountain Park westlich von Tucson inmitten herrlicher Wüstenlandschaft
Zufahrt: an der Kinney Rd. zwischen Arizona Sonora Desert Museum und Saguaro Natl. Monument
Anzahl Plätze: 118 (78 mit Elektrizitätsanschluss)
Ausstattung: Toiletten, Dumpstation, Frischwasserstellen, Duschen
Öffnungszeit: ganzjährig
Justin's RV Park & Waterworld
Lage: südlich der Old Tucson Studios westlich von Tucson an der San Joaquin Rd.
Anzahl Plätze: 163 (alle mit full hookup)
Ausstattung: Waschmaschinen, Wasserpark (nur im Sommer geöffnet)
Öffnungszeit: ganzjährig
Cactus Country Resort
Zufahrt: I-10 (Exit 275), 200 Meter nach Norden auf der Houghton Rod.
Anzahl Plätze: 255
Ausstattung: Propangas, Waschmaschinen, Laden, Swimmingpool
Öffnungszeit: ganzjährig
Adresse
Metropolitan Tucson Convention & Visitors Bureau
130 S. Scott Ave.
Tucson, AZ 85701
Tel. 624-1817


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