Bundesstaat: Arizona
Höhe: 802 ü.M. (Westeingang) bis 930 ü.M. (Osteingang)
Lage: im Südosten Arizonas 120 Meilen südöstlich von Phoenix
Kurzinfo
Der Aravaipa Canyon ist ein noch weitgehend unberührtes Naturparadies im Südosten Arizonas. Wer hierher kommt, den erwartet eine recht anstrengende Tages- oder Mehrtageswanderung durch das Flussbett des Aravaipa Creek, aber auch ein einmaliges Erlebnis in der Wildnis und eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt, eingerahmt von bis zu 300 Metern hohen Felswänden. Weitere lohnende Ziele in der Umgebung sind der Roper Lake State Park südlich von Safford mit tollem Badestrand und Blick auf den 3.258 Meter hohen Mt. Graham und die abgelegene Gila Box Riparian Area, für deren Erkundung man allerdings einen Geländewagen benötigt.

40 Meilen Sandpiste sind es bis zum East Trailhead
Zufahrt
Für den Aravaipa Canyon gibt es zwei getrennte Zufahrtswege - der kürzere führt von Phoenix über Superior und Dudleyville zum Westeingang, der längere von Safford kommend zum Osteingang. Wer vorhat, den Canyon one-way zu durchwandern, muss am entgegengesetzten Trailende ein Fahrzeug deponieren oder sich dort von jemand abholen lassen. Um von einem Trailhead zum anderen zu gelangen, muss man mit dem Auto allerdings eine Gesamtentfernung von 125 Meilen zurücklegen!
West Trailhead
Die meisten Besucher beginnen ihre Wanderung am Westeingang, der wesentlich näher an der Großstadt Phoenix liegt und schneller zu erreichen ist (120 Meilen, 2 Stunden Fahrtzeit). Die Zufahrtsstrassen sind das ganze Jahr über problemlos mit dem PKW zu befahren. Von Phoenix kommend nimmt man den Hwy 60 bis Superior, folgt dann dem State Highway 177 bis Winkelmann und von dort dem HWY 77 bis zur Abzweigung Aravaipa Road zwischen Dudleyville und Mammoth. Auf der Aravaipa Road sind es nochmals 12 Meilen auf teils geteerter, teils unbefestigter Strasse bis zum Trailhead.
East Trailhead
Der East Trailhead ist wesentlich schöner und weniger überlaufen als der Westeingang, erfordert aber einen längeren Anfahrtsweg und ein Fahrzeug mit gute Bodenfreiheit, denn unterwegs muss der Aravaipa Creek mehrmals überquert werden. Man zweigt von der US 70 nördlich von Safford zwischen Glenbar und Ashhurst auf die ungeteerte Klondike Road ab und folgt dieser gut ausgebauten und recht zügig befahrbaren Dirt Road 45 Meilen Richtung Westen. Ein Grossteil dieser abgelegenen Gegend ist Farmland und daher sollte man hinter jeder Kurve mit Kühen rechnen, die gerade am Strassenrand weiden oder den Weg überqueren. Hinter dem Klondike Shop wird der Canyon schmaler und man erreicht schließlich einen ersten Parkplatz mit Übersichtskarte und Toilettenhäuschen. Von hier sind es nochmals 2 Meilen bis zum eigentlichen Trailhead und zur Wilderness Boundary mit Parkmöglichkeit unter schattigen Bäumen. Allerdings müssen auf diesem Teil der Strecke sechs Furten des Aravaipa Creek (je nach Wasserstand bis Kniehöhe) durchquert werden, was ein Fahrzeug mit guter Bodenfreiheit (Pickup oder Geländewagen bzw. SUV) voraussetzt. Alternativ kann man dieses letzte Stück natürlich auch zu Fuß zurücklegen.

Die Felswände des Aravaipa Canyon
Wissenswertes
Der Name Aravaipa stammt von den Tohono O'odham Indianern. In ihrer Sprache bedeutet ‚A Aly Waipia' soviel wie ‚Kleine Quellen'. Die Apachen nennen das Tal ‚Canyon of the little running water'. Beides sind treffende Namen für ein Phänomen, das in der Wüste recht selten ist - ein Bach, der nicht nur bei Regenfällen, sondern das ganze Jahr über Wasser führt. Das 11 Meilen lange Tal, auf beiden Seiten eingeschlossen von hohen Felswänden, bildet eine grüne Oase mit schattenspendenden Platanen, Eschen, Weiden und Cottonwoodbäumen, die die Feuchtigkeit speichern und vielen weiteren Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum bieten. Über 200 Vogelarten wurden hier von Ornithologen gezählt, darunter Kolibris sowie die schon selten gewordenen Steinadler und Peregrine Falken.
Heimisch sind auch viele Säugetiere wie Maultierhirsche, Wildschweine, Koyoten und Bighornschafe. Wer Glück hat, sieht sogar einen der scheuen Pumas, die in den teilweise über 300 Meter hohen, mit Saguaro Kakteen bewachsenen Felswänden ideale Versteckmöglichkeiten finden.
Unter Geschichtsforschern ist der Name Aravipa Canyon durch das Camp Grant Massaker von 1871 bekannt, als eine Gruppe weißer Siedler den hier lebenden Stamm der Aravaipa Apachen fast völlig auslöschte, um damit ihre Unzufriedenheit mit der Indianerpolitik der Regierung zu demonstrieren. Allerdings fand dieses Ereignis nicht im Canyon selbst statt, sondern außerhalb des Westeingangs, nahe dem Zusammenfluss des Aravaipa Creek mit dem San Pedro River.
Klima & Reisezeit
Die besten Jahreszeiten für eine Canyonwanderung sind Frühjahr und Herbst. Im Winter ist es für eine Wanderung durch das Flussbett zu kalt und es kommt häufig zu Regenfällen. Im Sommer ist das Wasser des Aravaipa Creek zwar angenehm kühl und erfrischend, es kann in dieser Zeit aber auch häufig zu gefährlichen Nachmittagsgewittern mit anschließenden Flash Floods kommen (besonders im Juli und August). Bitte denken Sie daran, dass Überflutungen dieser Art so gut wie nicht vorhersagbar sind. Selbst wenn der Himmel über Ihnen strahlend blau und sonnig erscheint, kann viele Meilen entfernt gerade ein Wolkenbruch niedergehen, dessen Wassermassen innerhalb kurzer Zeit den Canyon erreichen und mit einer meterhohen Flutwelle überschwemmen. Es kann dann Stunden oder sogar Tage dauern, bis der Wasserstand wieder auf seinen normalen Pegel absinkt.
Falls Sie in dieser Zeit unterwegs sind, seien Sie daher besonders vorsichtig. Achten Sie auf die aktuelle Wettervorhersage und jede kleinste Wetteränderung. Zelten Sie nie am Canyonboden in der Nähe des Flusses und auch nicht an Einmündungen von Seitencanyons, sondern nur auf Anhöhen. Achten Sie unterwegs auf das Wasser! Wenn es nicht mehr klar ist, sondern anfängt, sich einzutrüben und schlammig zu werden, ist dies oft ein Anzeichen für steigenden Wasserstand. Nehmen Sie zusätzliches Essen und Trinken mit, falls Sie länger als geplant im Canyon bleiben müssen. Falls möglich, informieren Sie auch Bekannte oder die Ranger des BLM Office über ihre geplante Tour.



Wanderung entlang dem Flußbett des Aravaipa Creek
Wanderungen & Trekkingtouren
Für die Wanderung durch die Schlucht gibt es verschiedene Alternativen. Man kann beispielsweise eine Tagestour unternehmen, die in den Canyon hinein- und wieder hinausführt oder man entscheidet sich von vornherein für eine 2-3 Tagestour, um den Canyon auf seiner ganzen Länge zu durchwandern und eventuell auch noch den ein oder anderen Seitencanyon zu erkunden. Falls man ein Zweitfahrzeug am gegenüberliegenden Trailhead deponieren oder einen Abholservice organisieren kann, besteht auch die Möglichkeit, den Canyon an einem Tag von einem Trailhead zum anderen zu durchqueren. Die Entfernung zwischen dem Ost- und dem West-Trailhead beträgt 11 Meilen. Die Steigung ist gering (130 Höhenmeter).
Den Weg zu finden ist dabei nicht schwierig. Man folgt einfach immer dem Bachbett des Aravipa Creek, der sich zwischen hohen Felswänden hindurchwindet. An vielen Stellen ist das Tal jedoch sehr schmal, so dass man nur noch im Wasser watend weiterkommt. Man sollte dabei erst gar nicht versuchen, trockene Füße zu behalten, denn nass wird man garantiert. Als Schuhwerk eignen sich Tennisschuhe oder richtige Wanderschuhe mit gutem Profil, denn man kann auf dem steinigen und unebenen Bachbett schnell umknicken. Wichtig sind auf jeden Fall ein Handtuch, mehrere Paar Socken und bei Übernachtungstouren auch ein zweites Paar Schuhe.
Hinweise
Permit
Um die einzigartige Naturlandschaft zu schützen, dürfen pro Tag nicht mehr als 50 Personen den Canyon betreten - 30 von der Westseite, 20 von der Ostseite. Aus diesem Grunde muss sich jeder, der den Aravaipa Canyon besuchen oder darin wandern möchte, im voraus anmelden und ein schriftliches Permit des BLM Office besorgen. Dies geht telefonisch (Tel. 348-4400), per e-mail (http://www.az.blm.gov/) oder direkt vor Ort beim BLM Office in Safford, jedoch nicht früher als 3 Monate im voraus. Für die beliebten Wochenenden im Frühjahr und Herbst sollte man sich dieses Permit unbedingt rechtzeitig reservieren. Notwendige Angaben: geplantes Wanderdatum mit ein bis zwei Alternativen, geplante Aufenthaltsdauer, Gruppengröße, Ost- oder Westeingang.
Die maximale Aufenthaltsdauer in der Wilderness Area beträgt übrigens drei Tage bzw. 2 Nächte, die Gebühr für das Permit pro Person 5 Dollar. Wer das Permit telefonisch oder per e-mail angefordert hat, bezahlt den Betrag bei der Self-Pay-Station an dem jeweiligen Trailhead, an dem man sich auch vor und nach der Wanderung in eine Liste eintragen muss. Wichtig: das Permit muss man während der Wanderung stets bei sich haben!
Verhalten in der Wilderness Area
Der Aravaipa Canyon ist eine Wilderness Area, d.h. es existieren keinerlei Zugangsstrassen außer den Trailheads und keinerlei Übernachtungsplätze, sanitäre Einrichtungen oder Abfallbehälter. Alles, was man unterwegs braucht und in den Canyon hineinbringt, muss man also wieder mit hinaus nehmen (dazu gehören auch Obstabfälle und Zigarettenkippen!). Lagerfeuer sind normalerweise erlaubt, außer bei großer Trockenheit in den Sommermonaten (achten Sie bitte auf aktuelle Hinweise). Das benötigte Feuerholz muss man allerdings selbst mitbringen.
Wasserqualität
Im trockenen Wüstenklima Südarizonas benötigt man bei Wanderungen sehr viel Wasser, um den Flüssigkeitsverlust des Körpers auszugleichen. Die Faustregel lautet mindestens 1 Gallone oder 4 Liter Wasser pro Person und Tag. Das Wasser des Aravaipa Creek ist nur trinkbar, wenn man es zuvor entkeimt hat (Tabletten, Filter oder abkochen),
Klapperschlangen
Im Aravaipa Canyon gibt es verschiedene Klapperschlangenarten, die im Frühjahr und Herbst vorwiegend tagsüber, im Sommer dagegen abends aktiv sind. Bitte denken Sie daran - Schlangen sind normalerweise nur aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlen, ansonsten gehen Sie dem Menschen lieber aus dem Weg. Generelle Vorsichtsmassnahmen sind: hochgeschlossene Schuhe und genau aufpassen, wo man seine Hände und Füße hinsetzt. Niemals in unübersichtliche Felsspalten oder Büsche hineinlangen.
Übernachtung
In der Nähe des Westeingang gibt es recht begrenzte Campmöglichkeiten gegenüber der Brandenburg Ranger Station. Der kleine Zeltplatz besitzt einfache Sanitäreinrichtungen. Beim Osteingang findet man nicht weit entfernt von der Wilderness Boundary im kleinen Seitencanyon des Turkey Creek einige weit voneinander entfernte und recht idyllisch gelegene Primitivcampsites mit Feuerstellen. Etwas komfortabler übernachtet man am Fourmile Canyon Campground eine Meile südwestlich des Klondike Store (ausgeschildert) mit 10 Zelt- bzw. Wohnmobilstellplätzen, Trinkwasser, Einfachtoiletten, Picknicktischen und Grill. Eine sehr schöne Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe des Osteingangs bietet der Roper Lake State Park 5 Meilen südlich von Safford (s. Abstecher).
Während der Wanderung kann man im Canyon überall zelten. Nur sollte man darauf achten, dass man die Landschaft so wenig wie möglich in Mitleidenschaft zieht. Achten Sie bitte auch auf die entsprechenden Sicherheitshinweise und campen Sie wegen der Gefahr plötzlicher Überflutungen möglichst weit oberhalb des Flussbetts.
Roper Lake State Park
Lage: 5 Meilen südlich von Safford am Hwy 191
Anzahl Plätze: 191 (etwa ein Drittel davon für Wohnmobile mit Elektrizitätsanschluss)
Ausstattung: zentrale Dumpstation, Duschen, Picknicktische, Grillstellen, Mini-Thermalbecken, Badestrand
Öffnungszeit: ganzjährig
RV Ivanhoe
Lage: 3 Meilen östlich von Safford am Hwy 70
Anzahl Plätze: 22 (alle mit full hookup)
Ausstattung: Duschen, Waschmaschinen
Öffnunsgzeit: ganzjährig
RV Lexington Pines Resort
Lage: 1,5 Meilen westlich von Safford am Hwy 70
Anzahl Plätze: 73 (alle mit full hookup)
Ausstattung: Duschen, Waschmaschinen, Whirlpool
Öffnungszeit: ganzjährig
Adresse
Bureau of Land Management
Safford Field Office, 711 14th Avenue
Safford, AZ 85546-3321
Abstecher
Roper Lake State Park
Der State Park 5 Meilen südlich von Safford bietet sehr schöne Übernachtungsmöglichkeiten rund um das Ufer des Roper Lake. Der See ist umgeben von einem dichten Gürtel aus Uferschilf, in dem viele Vogelarten Nistplätze und Unterschlupf finden. Motorboote sind nicht zugelassen, so dass man im Gegensatz zu vielen anderen Seen des Südwestens garantiert Ruhe und Erholung findet. Besonders schön ist der auf einer kleinen Halbinsel angelegte Badebereich mit Picknickplätzen unter schattigen, hohen Bäumen, einer großen Liegewiese und einem Badestrand mit Palmen und tollem Blick auf den höchsten Berg Arizonas, den 3.258 Meter hohen Mt. Graham. Eine weitere Attraktion ist der Hot Tub, ein kleines Thermalbecken neben der Strasse, das von einer unterirdischen Mineralquelle gespeist wird (Vorsicht: hoher Speed Bump!). Zufahrt: von Safford auf dem Hwy 191 ca. 5 Meilen nach Süden, dann 500 Meter nach Osten (ausgeschildert). Öffnungszeit des Parks für Nichtcamper: 6-22 Uhr.

Badestrand im Roper Lake State Park
Gila Box Riparian National Conservation Area
Falls man ein Fahrzeug mit guter Bodenfreiheit besitzt, kann man einen Abstecher in dieses einsame und abgelegene Wüstengebiet nordöstlich von Safford unternehmen. Ähnlich dem Aravipa Canyon sorgt hier das Wasser des Bonita Creek für eine dschungelähnliche Vegetation, in der sich viele Zugvögel, Kolibris, Schmetterlinge, Insekten und Reptilien zu Hause fühlen. Informieren Sie sich bitte vor der Tour beim BLM Office in Safford. Dort erhalten Sie genaue Informationen über den aktuellen Straßenzustand und eine Karte mit einem Wegeverzeichnis. Von Safford aus folgt man dem Hwy 70 etwa 5 Meilen nach Osten bis Solomon und dort der Sanchez Road nach Norden. Die geteerte Strasse geht nach 7 Meilen in eine Dirt Road über, die zuerst relativ eben ist, später aber immer kurviger, steiler und rauer wird.

Blick auf die Gila Box
Nach 2,5 Meilen kommt man zu einem großen Parkplatz mit geteertem Fußweg und Übersichtskarte. Von hier ist es noch eine Meile bis zur ersten Parking Area am Fluss, an der man das Auto stehen lassen und ein Stück zu Fuß am schilfigen Ufer entlangwandern kann. Unweit von hie befindet sich ein Takeout Point für Kajaks oder Raftingboote, auf denen man sich den Gila River hinuntertreiben lassen kann (leider keine Vermieter!). Folgt man der Dirt Road weiter, gelangt man zur Bonita Creek Watchable Wildlife Viewing Area bzw. zum Riverview Campground (Abzweigung nach rechts). Unterwegs bieten sich immer wieder tolle Blicke in die Canyonschluchten. Bei der Wildlife Viewing Area am Zusammenfluss von Bonita Creek und Gila River gibt es zwar ebenfalls keine markierten Wanderwege, aber man kann auch hier je nach Wasserstand ein Stück dem Bachbett folgen, um die Gegend zu erkunden (Vorsicht Schlangen!).

Takeout Point für Kajaks am Gila River


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