Bundesstaat: Arizona
Lage: östlich von Phoenix/Apache Junction am Hwy 88
Kurzinfo
Die größtenteils ungeteerte Sand-, Schotter- und Geröllpiste durch die Wüstengebiete der Superstition Mountains östlich von Phoenix gehört zu den abwechslungsreichsten und interessantesten Nebenstrecken des Südwesten. Der inzwischen als National Scenic Byway ausgewiesene Weg folgt einer alten Indianerroute durch die Felsschluchten des Salt River, in denen heute zahlreiche Stauseen mit ihrem glasklaren blauen Wasser einen starken Kontrast zur sonst eher trockenen Wüstenlandschaft bilden. Lohnende Abstecher führen zu einer alten Goldgräbersiedlung, ins Felsengebirge der Superstition Mountains und zu den Puebloruinen der Salado-Indianer westlich von Roosevelt.

Typische Wüstenlandschaft am Rande der Superstition Mountains
Klima / Reisezeit
Nach Sommergewittern oder länger andauernden Regenfällen im Frühjahr ist der ungeteerte Abschnitt des Apache Trail selbst von Fahrzeugen mit guter Bodenfreiheit nicht mehr befahrbar. Vermeiden Sie auch, falls möglich, die Sommerwochenenden und die Tage um Labour Day, Memorial Day und 4. Juli. An diesen Feiertagen genehmigen sich viele Amerikaner ein verlängertes Wochenende, so dass die meisten Campingplätze an den drei Stauseen bereits ab Mittwochabend restlos überfüllt sind. Am schönsten und ruhigsten sind die Monate September und Oktober mit angenehmen Luft- und durchaus noch zum Baden einladenden Wassertemperaturen.
Streckenlänge und benötigte Zeit
45 Meilen von Apache Junction bis zum Roosevelt Dam, davon 25 Meilen Schotterpiste zwischen Tortilla Flat und Roosevelt Dam, danach nochmals 33 Meilen bis Globe. Aufgrund der vielen lohnenden Stopps unterwegs sollte man sich für den Apache Trail mindestens einen halben, besser einen ganzen Tag Zeit nehmen, mit Übernachtung im Lost Dutchman State Park und einer Wanderung zu den Flatirons am besten noch einen zusätzlichen Tag. Eine weitere Option sind zusätzliche Abstecher und Wanderungen in das Gebiet der Superstition Wilderness südöstlich von Apache Junction, beispielsweise in den Hieroglyphic Canyon oder zur Felsformation Weavers Needle.

Treasure Loop Trail
Straßenzustand
Die ersten 24 Meilen des Hwy 88 ab Apache Junction sind geteert, ebenso die Strecke zwischen Roosevelt Dam und Clayton. Diese Abschnitte des Apache Trail sind auch von normalen PKW und Wohnmobilen gut befahrbar. Dazwischen liegen 21 Meilen Graded Dirt Road. Obwohl dieser Streckenabschnitt regelmäßig ausgebessert wird, sollte man ihn nur bei Trockenheit und nur mit einem Fahrzeug, das ausreichend Bodenfreiheit besitzt, befahren. Sehr enge Passagen mit vielen unübersichtlichen Kurven, Schlaglöcher, stellenweise waschbrettartige Pisten und loses Geröll erfordern auf jeden Fall eine sehr vorsichtige Fahrweise, denn nicht immer sind genügend große Ausweichstellen vorhanden.
Der schwierigste Abschnitt ist die lange Steilstrecke am Fish Creek Hill einige Meilen hinter Tortilla Flat, da der Weg äußerst schmal ist und man auf dem losen Geröll bei Bremsversuchen leicht ins Rutschen kommt. Auf einer Strecke von nur 3 Meilen geht es immerhin fast 500 Meter abwärts! Zur Zeit der Postkutschen mussten an dieser Stelle die Passagiere aussteigen und zu Fuß bis zum Fish Creek hinunterlaufen. Die Mulis wurden an die Hinterseite der Kutsche gespannt, um sozusagen als lebendige Bremse eine ungewollte Talfahrt zu verhindern.
Interessantes
Superstition Mountains Museum
Lage: 4 Meilen nordöstlich von Apache Junction
In dem kleinen Museum auf der rechten Straßenseite findet man ein wahres Sammelsurium an alten Sammlerstücken aus der Wildwestzeit, darunter eine komplett eingerichtete Bar, ein altes Piano und eine Kutsche. Gleich dahinter kann man im Freien die riesige 20 Stamp Mill bestaunen, die von Bland, New Mexico, hierher transportiert und originalgetreu wiederaufgebaut wurde. Ebenfalls sehenswert ist die hübsch zwischen hohen Cholla-Kakteen gelegene Elvis Presley Memorial Chapel, die als einziges Gebäude der für Wildwestfilme erbauten Apache Movieland Ranch zwei große Feuer unversehrt überstand. Öffnungszeit: Di–So 10–17 Uhr.

Elvis Presley Memorial Chapel
Goldfield Ghost Town
Lage: 4,5 Meilen nordöstlich von Apache Junction
Zwischen 1890 und 1915 war Goldfield ein lebhaftes Bergbaustädtchen mit nahezu 5000 Einwohnern. Als schließlich fast über Nacht der Goldboom endete und die meisten der Minen in den nahegelegenen Superstition Mountains ausgebeutet waren, verfiel Goldfield rasch zu einer ghost town. Heute gehört das ehemalige Golgräbernest mit seiner filmreifen Kulisse zu Füßen der Superstition Mountains trotz zunehmender Kommerzialisierung immer noch zu den sehenswertesten Geisterstädten des Südwestens.
Bei einem Streifzug durch die staubigen Gassen und Winkel entdeckt man auf Schritt und Tritt neue interessante Zeugnisse aus der Zeit der Jahrhundertwende wie Traktoren, Maschinen und Bergbaugeräte. Wer schließlich nach der Underground-Tour durch die nachgebaute alte Goldmine, einer kurzen Fahrt mit der Superstition Scenic Railroad und einem Rundgang durch die zahlreichen historischen Holzgebäude das Bedürfnis nach einer Erfrischung hat, kann im rustikal eingerichteten Mammoth Saloon oder auf der schönen Außenterrasse bei einem kühlen Bier und Live Country-Musik die einmalige Wildwestatmosphäre dieses Ortes und einen der schönsten Sonnenuntergänge Arizonas genießen. Öffnungszeit: täglich 10-17 Uhr, an den Sommerwochenden auch länger. Stilgerecht übernachtet man im Goldfield Boarding House.

Ein Kletterfelsen in den Flatirons
Lost Dutchman State Park   
Lage: 5 Meilen nordöstlich von Apache Junction
Der State Park verdankt seinen Namen dem Holländer Jacob Waltz, einer legendenumwitterten Gestalt aus der Zeit des Goldrausches. Beeindruckt und angelockt von dem sagenhaften Reichtum dieses Mannes, der die genaue Lage seiner Goldmine als Geheimnis mit in den Tod genommen hat, suchen noch heute Abenteurer, die fest an die Geschichten glauben, nach der Lost Dutchman Mine in den Bergen der Superstition Wilderness. Der State Park liegt inmitten einer einzigartigen Wüstenlandschaft zu Füßen des markanten Flatiron Massivs, etwa eine Meile nordöstlich von Goldfield. Neben schön angelegten Picknickplätzen findet man hier auch viele schöne Campsites mit Tischen und Feuerstelle - mitten in der Wildnis eine der schönsten Übernachtungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zur Großstadt Phoenix. Vom State Park führen einige lohnende Trails durch die Wüstenlandschaft und hinauf zur Felsengruppe der Flatirons.

Siphon Draw Trail
Trailhead: am nördlichen Ende des Campgrounds
Distanz: 1,6 Meilen one-way
Steigung: 110 Meter bis zur Palmer Mine, 845 Meter bis zum Gipfel des Flatiron
Der Weg beginnt am Ende des Loops an der Camping Area. Von hier aus geht es die ersten 1,6 Meilen in mäßigem Anstieg bis zum Beginn des Siphon Draw, einem 150 Meter langen felsigen Wash, an dessen schrägen Flanken es recht steil bergauf geht. Für diese Wanderung sollte man daher unbedingt Schuhe mit gutem Profil haben! Vom Sattel am Ende des Siphon Draw bietet sich ein schöner Blick auf die nun direkt vor den Augen liegende Felsgruppe der Flatirons. Wer keine Höhenangst und genügend Kondition hat, klettert von hier aus durch den steilen, mit losem Geröll bedeckten Wash weiter bergauf bis zur Spitze des Flatiron (Achtung: Steilanstieg von 425 Metern auf einer Distanz von 1 Meile!).

Camping zwischen Paloverde Trees und Kakteen
Treasure Loop Trail
Distanz: Rundweg von 2,4 Meilen
Steigung: 150 Meter
Ausgangspunkt der Rundwanderung ist einer der beiden Picknickplätze am Ende der Day Use Area. Von dort folgt man dem gut erkennbaren Weg bergauf durch ein Wüstengebiet mit vielen alten Saguaro Kakteen bis zu einem schmalen Pfosten mit der Aufschrift 'Trail'. Hier macht der Weg einen Knick nach rechts und führt dann ohne weitere Steigung geradeaus bis zum Green Boulder, einem markanten Felsen und zu einer Bank. Nachdem man von hier oben den schönen Weitblick genossen hat, geht es über einige Stufen und dann einem schmalen Wash folgend wieder bergab bis zum Ausgangspunkt der Tour an der Day Use Area. Lohnend ist diese Wanderung vor allem am späten Nachmittag. Wer Lust hat, die Tour etwas zu verlängern, kann vom Trailpfosten am oberen Wendepunkt des Treasure Loop Trail einem schmalen Pfad weiter nach links bergauf folgen. Dieser wird von Sportkletterern genutzt und führt zu 'The Hand', einem einzelnen hohen Felsen auf der linken Seite der Flatirons.

Blick vom Lost Dutchman State Park auf die Flatirons
Canyon Lake
Am Canyon Lake, 16 Meilen nordöstlich von Apache Junction, befindet sich eine Bootsmarina, an der Wasserski und Motorboote gemietet werden können. Von hier starten auch die 1½- bis 2-stündigen Rundfahrten durch die hübschen Seitencanyons des Stausees mit Dolly's Steamboat, einem alten Schaufelraddampfer. Auf der anderen Straßenseite liegt ein etwas abgelegenerer Bereich des Sees mit schönen Picknick- und Grillplätzen und Gelegenheit zum Schwimmen. Der Canyon Lake ist allerdings durch die Nähe zu Phoenix und die guten Zufahrtsmöglichkeiten der meistbesuchte der drei Stauseen am Apache Trail.
Tortilla Flat
Nach 18 Meilen auf gut geteerter Straße erreicht man das winzige Tortilla Flat - bestehend aus einem verlassenen winzigen Schulhaus, alten Bergbaugeräten, ein paar windschiefen Bretterfassaden, einem Laden mit uriger Kneipe und insgesamt sechs Einwohnern - letzter Außenposten der Zivilisation vor Beginn der staubigen Piste Richtung Apache Lake. Etwas abseits liegt der nur in den Wintermonaten geöffnete und wenig einladende Tortilla Flat Campground mit Stellplätzen für Wohnmobile.

Altes Schulhaus in Tortilla Flat
Apache Lake
Die schmale und kurvenreiche Dirt Road folgt dem zwischen Canyons eingezwängten Apache Lake auf insgesamt zehn Meilen. Die vielen herrlichen Ausblicke auf den See kann allerdings wohl nur der Beifahrer so richtig genießen. Die erste Zufahrt hinunter an den See besteht bei Apache Lake Marina, einem Bootshafen mit Restaurant, einigen Motelzimmern, Restaurant und einem Campingplatz für Zelte und Wohnmobile. Wesentlich schöner und ruhiger übernachtet man allerdings weiter östlich am Burnt Corral Campground mit seinen schattigen Plätzen direkt am See.

Apache Lake
Roosevelt Lake
Der 23 Meilen lange und bis zu 2 Meilen breite Roosevelt Lake nördlich des großen Staudamms ist der größte unter den Stauseen entlang dem Apache Trail. Durch seine Größe, die gute Infrastruktur und die geteerte Zufahrtsstraße ab Globe ist er gleichermaßen beliebt bei Anglern, Wassersportlern und Motorbootbesitzern, die ihre Boote das ganze Jahr über an den Marinas deponieren. An den Seeufern gibt es nur einige wenige Einfachcampgrounds.
Tonto National Monument
Die ersten nachweisbaren Siedlungsspuren im Tonto Gebiet stammen aus dem 8. Jahrhundert n. Chr., als einzelne Gruppen der Hohokam-Indianer ihre ersten Erdgrubenbehausungen an den Ufern des Salt River errichteten. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte diese Gruppe eigene Bauformen und einen neuartigen Töpferstil, so dass man sie heute als eigenständige Kultur einstuft. Die Salado-Indianer, benannt nach dem nahen Salt River (spanisch Río Salado), lebten wie ihre Vorfahren vorwiegend als Ackerbauern. Ihre zahlreichen Pueblosiedlungen säumten die Ufer des Flusses und auf den bewässerten Feldern ernteten sie Mais, Baumwolle, Amarant und Kürbisse. Als mit der florierenden Landwirtschaft auch die Bevölkerungszahl stieg, verließen einige der Bewohner das Tal, um in das höhergelegene Tontogebiet überzusiedeln. In großen natürlichen Felshöhlen errichteten sie ein- bis zweistöckige Felsenpueblos wie die Lower und Upper Ruins des Tonto National Monument. Da sich das umgebende Gelände weniger für den Ackerbau eignete als das fruchtbare Flusstal, spezialisierte man sich auf handwerkliche Arbeiten wie Weben und Töpfern und tauschte diese Waren bei den Talbewohnern gegen Lebensmittel. Zwischen 1400 und 1450 n.Chr. verließen die Salado-Indianer aus bis heute unbekannten Gründen das Tontogebiet - wie ihre Nachbarn im Chaco Canyon und in Mesa Verde einige Jahrhunderte zuvor - um ohne schriftliche Zeugnisse im Dunkel der Geschichte zu verschwinden.

Blühender Paloverde Baum
Am Ende der kurzen Stichstraße, die 5 Meilen westlich von Roosevelt vom Hwy 88 abzweigt, liegt ein kleines Besucherzentrum mit Ausstellungsstücken zur Kultur der Salado-Indianer. Öffnungszeit: täglich 8-17 Uhr (im Sommer bis 19 Uhr). Von hier führt ein steiler Pfad von ½ Meile zu den bereits von unten sichtbaren Lower Ruins mit sehr schönem Blick auf das Tal des Salt River und den Roosevelt Lake. Der Weg zu den Ruinen wird bereits eine Stunde früher geschlossen. Das etwa doppelt so große Felsenpueblo der Upper Ruins kann nur auf einer von Rangern geleiteten dreistündigen Rundtour besichtigt werden. Da diese nur unregelmäßig angeboten wird, muss man sich rechtzeitig telefonisch oder schriftlich nach den Terminen erkundigen und seine Teilnahme verbindlich reservieren (Dauer der Führung: etwa 3 Stunden). Auskunft: Tonto National Monument, P.O. Box 707, Roosevelt, AZ 85545,
Tel. 928-467-2241
Übernachtung
Lost Dutchman State Park
Zufahrt: 5 Meilen nordöstlich von Apache Junction am Hwy 88
Anzahl Plätze: 35 (verschiedene Loops für Zelte und Wohnmobile)
Ausstattung: heiße Duschen, Frischwasser, Toiletten, zentrale Dumpstation
Öffnungszeit: ganzjährig
Tortilla Flat Campground
Zufahrt: 18 Meilen nordöstlich von Apache Junction am Hwy 88
Anzahl Plätze: 77 (einige mit Frischwasser- und Abwasseranschluss, kein Strom)
Ausstattung: Toiletten, zentrale Dumpstation
Öffnungszeit: 1. Oktober bis 30. April (im Sommer geschlossen!)
Burnt Corral Campground
Zufahrt: 40 Meilen östlich von Apache Junction am Hwy 88 (ungeteert), etwa 8 Mi nordöstl. der Apache Lake Marina
Anzahl Plätze: 77
Ausstattung: Badestrand, Tische und Grillplätze, Toiletten, Frischwasser
Öffnungszeit: ganzjährig
Weitere einfache Campmöglichkeiten gibt es beim Lower Burnt Corral (Achtung: Überschwemmungsgebiet!) und noch ein Stück weiter beim Upper Burnt Corral (Zufahrt: 0.7 Meilen hinter der Abzweigung zum Burnt Corral Abzweigung nach links auf die ungeteerte, 0,5 Meilen lange Forest Road 57).
Adresse
Apache Junction Chamber of Commerce
1001 N. Idaho Road, P.O. Box 1747
Apache Junction, AZ 85217-1747
Tel. 602-982-3141


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